Dschahannam

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Islamische Darstellung der Hölle

Dschahannam (arabisch ‏جهنم‎, DMG ǧahannam) bezeichnet im Islam die Hölle. Das arabische Wort entspricht dem hebräischen Gehinnom. Der Gegenbegriff ist Dschanna (Paradies).

Aufbau[Bearbeiten]

Die Dschahannam ist als Feuergrube gedacht, über die eine schmale Brücke in den Himmel führt. Alle Seelen der Toten müssen über diese Brücke gehen, lediglich die Verdammten fallen ins Feuer, wenn sie nicht durch die Gnade Allahs erlöst werden. Im Koran wird eine Vorstellung von der Hölle als eine Art Tier, das aufheult und in Wallung gerät (vgl. Koran 67:7) und das vor Wut platzen und herbeigeschafft werden kann (vgl. Koran 9:23) beschrieben.[1]

Wie auch bei der christlichen Hölle ist die islamische Dschahannam vom Höllenfeuer geprägt. Die Möglichkeit, ins Paradies oder die Hölle zu gelangen, besteht in der islamischen Vorstellung nicht nur für Muslime, sondern grundsätzlich auch für die Angehörigen aller Religionen.

Ähnlich dem Fegefeuer soll auch in der Dschahannam eine Möglichkeit bestehen, zwischen dem Ableben und dem allgemeinen Tag der Auferstehung (yaumu l-qiyama) noch von Sünden gereinigt zu werden und durch die Gnade Allahs doch noch in die Dschanna, das Paradies, einzuziehen.

Literarische Erwähnung[Bearbeiten]

Koran[Bearbeiten]

Im Koran ist oft von Himmel und Hölle die Rede; so heißt es beispielsweise in der

  • Sure 23,103: „Diejenigen aber, die leichte Waagschalen haben, sind dann ihrer selbst verlustig gegangen. Sie werden ewig in der Hölle weilen“, und in
  • Sure 11,106–107: „Die Unseligen werden dann im Höllenfeuer sein, wo sie laut aufheulen und hinausschreien, und wo sie weilen, solange Himmel und Erde währen, – soweit es dein Herr nicht anders will. Dein Herr tut, was er will.“

Zitat[Bearbeiten]

In seinem Buch Durch die Wüste aus dem Jahr 1892 lässt Karl May seinen arabischen Helden Hadschi Halef Omar auf die Frage nach dem Aussehen und der Beschaffenheit der dort Dschehenna genannten Hölle antworten:

In der Dschehenna brennt das Nar, das ewige Feuer; dort fließen Bäche, welche so sehr stinken, daß der Verdammte trotz seines glühenden Durstes nicht aus ihnen trinken mag, und dort stehen fürchterliche Bäume, unter ihnen der schreckliche Baum Zakum ( = Zaqqum), auf dessen Zweigen Teufelsköpfe wachsen...Ja...es ist schauderhaft! Der Beherrscher der Dschehenna ist der Strafengel Thabek. Sie hat sieben Abtheilungen, zu denen sieben Thore führen. Im Dschehennem, der ersten Abtheilung, müssen die sündhaften Moslemim büßen so lange, bis sie gereinigt sind; Ladha, die zweite Abtheilung, ist für die Christen, Hothama, die dritte Abtheilung, für die Juden, Sair, die vierte, für die Sabier, Sakar, die fünfte, für die Magier und Feueranbeter, und Gehim, die sechste, für Alle, welche Götzen oder Fetische anbeten. Zaoviat aber, die siebente Abtheilung, welche auch Derk Asfal genannt wird, ist die allertiefste und fürchterlichste; sie wird alle Heuchler aufnehmen. In allen diesen Abtheilungen werden die Verdammten von bösen Geistern durch Feuerströme geschleppt, und dabei müssen sie vom Baume Zakum die Teufelsköpfe essen, welche dann ihre Eingeweide zerbeißen und zerfleischen. [2]

Dabei ist zu berücksichtigen, dass der Schriftsteller seine Angaben aus schriftlichen Quellen des 18. und 19. Jh. bezog. Erst 1899/1900 bereiste Karl May den Orient.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. dargestellt. Carra de Vaux in: Handwörterbuch des Islam, Leiden 1986, Stichwort DJAHANNAM
  2. http://www.karl-may-gesellschaft.de/kmg/primlit/reise/orient/wueste/wueste-hs.htm