Ahmadiyya

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Wechseln zu: Navigation, Suche
Mirza Ghulam Ahmad, Begründer der Ahmadiyya

Die Ahmadiyya (Urduاحمدیہ‎, „Ahmad-tum“) ist eine Glaubensgemeinschaft, die Mirza Ghulam Ahmad 1889 in Indien als islamische Bewegung gründete und 1901 unter diesem Namen in die offiziellen Zensuslisten der britisch-indischen Regierung eintragen ließ. Die Ahmadiyya gibt vor, ihren Namen nicht vom Gründer, sondern von Mohammed abzuleiten[1][2], der im Koranvers 61:6 als Ahmad bezeichnend von Isa ibn Maryam als ein Nachfolger angekündigt wird.[A 1][3] In ihrer Namensgebung wird die Absicht der Ahmadiyya deutlich, an die frühe Zeit in Mohammeds Verkündung anzuknüpfen.[4] Der Gründer der Ahmadiyya betonte mit seiner pazifistischen Haltung den friedlichen Charakter seiner Mission, deren Auftrag in der Wiederherstellung der ursprünglichen Lehre des Islams liegt.[5] Aus soziologischer und religionsgeschichtlicher Sicht hat die Ahmadiyya manches mit den Bahai gemein, mit dem Unterschied, dass sich die Ahmadiyya weiterhin dem Islam zugehörig fühlt, was wiederum von muslimischer Seite teilweise heftig bestritten wird.[6] Sie teilte sich 1914 in die Untergruppen Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ) und Ahmadiyya Anjuman Ischat-i-Islam Lahore (AAIIL, deutsch: Lahore Ahmadiyya-Bewegung für die Verbreitung des Islam) auf.

Inhaltsverzeichnis

Ahmadiyya-Gruppen

Ahmadiyya Anjuman Ischat-i-Islam Lahore (AAIIL)

Hauptartikel: Ahmadiyya Anjuman Ischat-i-Islam Lahore

Die „Lahore Ahmadiyya-Bewegung für die Verbreitung des Islam“ hat ihre internationale Zentrale in Lahore. Die „Islamische Gemeinde Berlin“ (s. Wilmersdorfer Moschee) ist die Zentrale in Deutschland. Die „Woking Muslim Mission“ war bis 1964 die Zentrale in England.

Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ)

Hauptartikel: Ahmadiyya Muslim Jamaat

Die Ahmadiyya Muslim Jamaat unterteilt sich intern in die Frauenorganisation (Lajna Imaillah), Organisation junger Männer (Khuddam ul-Ahmadiyya, bis 40 Jahre) und Organisation älterer Männer (Ansarullah, ab 40 Jahre).

Lehre

Hauptartikel: Ahmadiyya-Lehre

Die Lehre der Ahmadiyya basiert auf dem Koran, der Hadith und der Sunna.[7] Daneben haben die Schriften des Gründers der Ahmadiyya-Bewegung, Mirza Ghulam Ahmad, große Bedeutung, der sich zu seiner Zeit kritisch mit islamischen und hinduistischen Gelehrten sowie christlichen Missionaren auseinandersetzte. Die Lehrmeinung der Ahmadiyya weicht hauptsächlich in der Christologie (Jesus in Indien), der Rolle des Mahdi, dem Dschihad, der Stellung Mirza Ghulam Ahmads und in der Behandlung der Apostasie vom islamischen Mainstream ab. Besonders die Auffassung, dass der Dschihad mit zivilen Mitteln zu führen sei und die Ablehnung, am bewaffneten Unabhängigkeitskampf Indiens teilzunehmen, trug der Ahmadiyya die Feindschaft anderer islamischer Gruppen ein und die Verdächtigung, Mirza Ghulam Ahmad sei ein britischer Agent.[8]

Glaubenssatz Islamische Orthodoxie Lahore Ahmadiyya-Bewegung Ahmadiyya Muslim Jamaat
Die Wiederkunft Isa bin Maryams In den „Letzten Tagen“ wird Jesus leibhaftig vom Himmel herabsteigen. Jesus wird nicht leibhaftig wiederkommen. Die Berichte über seine Wiederkunft sind allegorisch zu verstehen und beziehen sich auf Mirza Ghulam Ahmad.
Er würde „östlich von Damaskus“ auf ein Minarett herabsteigen. Die Prophezeiungen des zweiten Auftretens von Jesus wurde in der Person von Mirza Ghulam Ahmad erfüllt. Als Zeichen dieser Erfüllung wurde das „Weiße Minarett“ in Qadian gebaut, das östlich von Damaskus liegt.
Der Abschluss des Prophetentums Mohammed ist „Siegel der Propheten“ خاتم النبيين ‎ / ḫātam an-nabiyyīna
Der Ausdruck im Koran „Siegel der Propheten“ bedeute, dass Mohammed der letzte Prophet ist. Mohammed ist der letzte Prophet. Mohammed ist der „größte“ und „beste“ Prophet, nicht aber der „letzte“ Prophet. Er brachte das Prophetentum zur Perfektion und schloss das religiöse Gesetz (Koran) ab.
Trotzdem schließt das nicht das Wiedererscheinen eines „alten“ Propheten aus, z.B. die Wiederkunft Jesu in den „Letzten Tagen“. Kein Prophet, weder ein neuer noch ein alter, kann nach ihm kommen. Propheten nach Mohammed müssen seiner Sunna (Beispiel) und Hadith (Botschaft) folgen. Sie müssen den Stempel Mohammeds (Siegel) tragen, dürfen kein neues Gesetz (Koran) bringen und können ihn nicht in Perfektion übertreffen.[9]
Mirza Ghulam Ahmad sei der Mudschaddid (Erneuerer) des 14. Islamischen Jahrhunderts, aber kein Prophet.[10] Mirza Ghulam Ahmad war der Mudschaddid (Erneuerer) des 14. Islamischen Jahrhunderts und ein (Mohammed nachgeordneter) Prophet.[11]
Dschihad Der (kriegerische) Dschihad ist prinzipiell auch heute noch möglich. Traditionell wurde dieser Dschihad vom Emir-al-Muminin, dem Führer der Gläubigen, ausgerufen. Mit der Abschaffung des osmanischen Kalifats und der Errichtung der Nationalstaaten in der islamischen Welt ist dies in dieser Form nicht mehr möglich. Mirza Ghulam Ahmad hat das Recht für aufgehoben erklärt, aus Glaubensgründen zur Waffe zu greifen. Es gehört zu den Prophezeiungen über das Erscheinen des Messias, dass er den (religiös begründeten) bewaffneten Dschihad abschaffen werde.[12]
Heute muss die Ausrufung des Dschihad wohl unter „Psychologische Kriegführung“ verbucht werden. Die Vorstellungen über die Voraussetzungen für den Dschihad variieren stark. Heute steht Muslimen, die verfolgt und unterdrückt werden, die Möglichkeit offen, auszuwandern und ein Gebiet zu finden, in dem sie in Frieden leben können. Der bewaffnete Dschihad wurde durch den Dschihad des Argumentes abgelöst.[13] Nach einem Hadith ist „die Tinte des Gelehrten wertvoller als das Blut des Märtyrers“.
Apostasie Apostasie gilt als strafbares Verbrechen.
(s. Apostasie im Islam)
Die im Koran gewährte Religionsfreiheit (Koran 2:256, 18:30) gilt uneingeschränkt. Aufgabe des islamischen Glaubens oder Übertritt zu einer anderen Religion unterliegt keiner (irdischen) Strafe.[14]

Geschichte

Mirza Ghulam Ahmad brachte 1880 die ersten zwei Bände seines Hauptwerks „Brahin-i Ahmadiyya“ heraus[15], das anfangs unter den Muslimen als ein Werk voller Kraft und Originalität galt.[16] Mirza Ghulam Ahmad trat als islamischer Erneuerer (Mudschaddid) auf und gründete am 23. März 1889 die Ahmadiyya-Bewegung, als in Ludhiana seine Anhänger das Baiat auf ihn abhielten[17], nachdem er zuvor am 4. März 1889 in einer göttliche Offenbarung hierfür Zustimmung erhalten habe.[18] Ihren Namen erhielt die Glaubensgemeinschaft anlässlich einer Volkszählung im Jahr 1901, als Ahmad seinen Anhängern empfahl, sich als Ahmadi-Muslime registrieren zu lassen.[19] Volkstümlich wurden sie bis dahin als Qadiani oder Mirzai bezeichnet.[20] Ahmad bezeichnete sich ab 1891 als der vom Propheten Mohammed angekündigte Mahdi und verstand sich als die prophezeite Wiederkunft von Jesus Christus, Krishna und Buddha in einer Person.[9] Sein gottgegebener Auftrag sei die Vereinigung aller Religionen unter dem Banner des Islam.[21]

Ahmad entstammte einer aristokratischen Familie persischer Abstammung.[1] Seine Nachfolger werden von der AMJ als Khalifat ul-Massih (Nachfolger des Messias) bezeichnet. Nach dem Ableben Ahmads wurde der Arzt und Theologe Nuur ud-Din zum Oberhaupt der Ahmadiyya-Bewegung gewählt.[22] Mit seiner Wahl am 27. Mai 1908 wurde das Khalifentum nach dem Verheißenen Messias begründet.

Teilung 1914

Schon bald kam Kritik am Kalifatsystem auf, das als zu autokratisch empfunden wurde.[23] Nach Nuur ud-Dins Tod 1914 brach der Dissens darüber offen aus. Vor allem das exekutive Organ wurde von „Kalifatsgegnern“ kontrolliert.[24]

  1. Etwa 1.500–2.000 Befürworter des Kalifats wählten Mirza Baschir ud-Din Mahmud Ahmad, den ältesten Sohn Mirza Ghulam Ahmads, zum zweiten Kalifen und somit zum neuen geistigen Führer.[25] Das Komitee (Anjuman) ist den Anweisungen des Kalifen unterworfen.[26] Die in Qadian verbleibende Gruppe nannte sich später Ahmadiyya Muslim Jamaat (AMJ). Die Kalifen der AMJ werden von einem Wahlkomitee auf Lebenszeit gewählt. Seit 2003 ist Mirza Masrur Ahmad als Khalifat ul-Massih V. das geistliche Oberhaupt der AMJ.[27]
  2. Rund 50 Ahmadis – angeführt von Muhammad Ali und Khwaja Kamal ud-Din – verweigerten Mirza Baschir ud-Din Mahmud Ahmad die Gefolgschaft und errichteten in Lahore ein von einem Emir geführtes Präsidium. Auf das Baiat und eine spirituellen Leitung sollte verzichtet werden. Die nach Lahore ausziehende Gruppe nannte sich später Ahmadiyya Anjuman Ischat-i-Islam Lahore (AAIIL).[28]

Mirza Baschir ud-Din Mahmud Ahmad konnte zwar die Mehrzahl der Anhänger hinter sich versammeln, doch war die ihrer intellektuellen, exekutiven und administrativen Elite entblößte Qadian-Gruppe (AMJ) unter einem 25-jährigen, unerfahrenen Führer empfindlich geschwächt.[29] Die Lahore-Gruppe (AAIIL) war auch finanzstärker und konnte bald Missionsstationen in Woking und Berlin eröffnen. Später kamen Missionsstationen in Suriname und den Niederlanden hinzu.

Mirza Baschir ud-Din Mahmud Ahmad konnte jedoch die Qadian-Gruppe (AMJ) festigen und zu einer schlagkräftigen Organisation ausbauen. In der Folge konnte die AMJ kräftig Mitglieder hinzugewinnen, während die AAIIL stagnierte. Die AAIIL ist zwar bis heute mit Publikationen und Missionsarbeit aktiv, spielt aber zahlenmäßig keine Rolle mehr.[10] Seit der Teilung sind beide Gruppen auch unter den Bezeichnungen Qadiani (für AMJ) und Lahori (für AAIIL) (vor allem in Indien und Pakistan) bekannt. Diese Bezeichnungen werden von Ahmadiyya-Gegnern pejorativ verwendet.[17]

Indien/Pakistan

Nach der Teilung des indischen Subkontinents musste die AMJ 1947 Qadian verlassen. Zum Schutz ihrer Institutionen, Lehranstalten, Bibliotheken, Druckereien, Friedhof und weiteren Immobilien ließen sie 313 Ahmadis, genannt Derwischan-e-Qadian, zurück.[30] Das Hauptzentrum wurde vorübergehend nach Lahore verlegt. Von der pakistanischen Regierung kaufte die Bewegung ein Stück Ödland wo sie am 20. September 1948 den Grundstein für die Stadt Rabwah legte.[22] September 1949 wurde der Hauptsitz dann nach Rabwah verlegt. Wegen der sich verschärfenden Verfolgungssituation in Pakistan verlegte Mirza Tahir Ahmad, der vierte Khalifat ul-Massih, den Sitz 1984 nach London. Rabwah und Qadian gelten aber nach wie vor als die geistlichen Zentren der AMJ.[31]

Europa

Großbritannien
1913, als der indische Jurist Khwaja Kamal ud-Din aus Indien in London eintraf, stand in Woking die Shah-Jahan-Moschee zum Verkauf. Nachdem der englische Konvertit Lord Headly die Moschee erwarb[32], richtete Khwaja Kamal ud-Din die „Woking Muslim Mission“ ein. Die Missionsstation wurde von der AAIIL bis in die 1960er Jahre betrieben.

Der zweite Khalifat ul-Massih der AMJ gründete 1924 die Fazl-Moschee in London. Die Eröffnung fand am 23. Oktober 1926 statt. Diese Moschee blieb das Zentrum der Aktivitäten der Gemeinde in Großbritannien bis 1984. Seit April 1984 ist sie auch das Sitz des Oberhauptes der AMJ, Khalifat ul-Massih. Weitere Moscheen sind in verschiedenen Teilen des Landes gebaut worden, darunter auch das Bait ul-Futuh in London als größte Moschee des Landes.

NSDAP Reichsleitung, Abteilung Verbände am 13. April 1937

Deutschland
AMJ und AAIIL traten etwa zeitgleich in den 1920er Jahren missionarisch in Deutschland auf. Die 1922 entstandene Islamische Gemeinde zu Berlin e. V. vereinte in den ersten Jahren ihrer Existenz den größten Teil der in der Reichshauptstadt lebenden Muslime. Gläubige aus über vierzig Nationen waren Mitglieder im Verein. Am 9. Oktober 1924 legte die AAIIL in Berlin den Grundstein für die Wilmersdorfer Moschee.[33] Die älteste erhaltene Moschee Deutschlands wurde am 26. April 1925 eröffnet und war zunächst unter dem Namen „Berliner Moschee“ bekannt. Rolf Freiherr von Ehrenfels konvertierte zur Ahmadiyya, nachdem er vom Bau der Berliner Moschee hörte und organisierte in Österreich die Wien Muslim Mission.[34] Die Mission brach aber 1938 nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich zusammen, als Rolf von Ehrenfels nach Indien auswanderte. Die Berliner Moscheegemeinde gab von 1924 bis 1940 die Zeitschrift Moslemische Revue heraus.[35] Während der Zeit des Nationalsozialismus konnte sich die Gemeinde nicht organisiert halten und begann erst nach dem Krieg mit einen Wiederaufbau.[36] Einige Missionare kehrten wieder nach Indien zurück, die anderen wichen nach England aus. Die „Islamische Gemeinde Berlin“ bzw. die „Berliner Moschee“ wurde von deutschen Muslimen weiter betreut. Seit dem 22. März 1930 führte die Moscheegemeinde den Namen Deutsch-Muslimische Gesellschaft e. V.. Mit dieser Umbenennung war ein ungewöhnliches Programm verbunden. Die neue Gemeinschaft nahm auch Christen und Juden als Mitglieder auf, was für die damalige Zeit ungewohnt war.[37] Die Nationalsozialisten sahen in der „Deutschen Muslimischen Gesellschaft e. V.“ einen „Zufluchtsort für Kurfürstendammjuden“.[38] Nach dem Tod des syrischen Studenten Muhammad Nafi Tschelebi im Sommer 1933 führte die Deutsch-Muslimische Gesellschaft nur noch ein Schattendasein.[39] Den Nationalsozialisten gelang es in der Folge, die islamische Gemeinde zu instrumentalisieren und die Moschee für Propagandaauftritte mit Mohammed Amin al-Husseini zu missbrauchen, z. B. anlässlich des Opferfestes im Jahr 1942.[40] Im Jahre 1962 wurde die Deutsch-Muslimische-Gesellschaft wiederbelebt. Die AAIIL hat in Deutschland ihren Sitz in der Wilmersdorfer Moschee in Berlin.[41]

Sadr ud-Din legte 1939 die erste deutsche Koranübersetzung aus muslimischer Feder vor.[A 2] Da Sadr ud-Din ungenügend Deutsch sprach, arbeitete er mit dem Konvertiten Dr. Hamid Markus zusammen, der allerdings kein arabisch konnte. Aus dieser Zusammenstellung folgten etliche Unklarheiten. Nach dem Krieg arbeitete Mohammed Aman Hobohm an einer Überarbeitung, die er aber nie abschließen konnte.[42] Erst 1954 wurde von der AMJ eine eigene Koranübersetzung auf Deutsch herausgebracht[A 3], die schließlich die von Sadr ud-Din herausgegebene Übersetzung weitgehend verdrängte.

Bait us-Sabuh, Zentrale der Ahmadiyya in Deutschland

Nach dem Zweiten Weltkrieg gründete Sheikh Nasir Ahmad von 1946 bis 1962 Missionsstellen der AMJ im deutschsprachigen Raum. Es wurde ihm von der alliierten Besatzungsmacht gestattet, Deutschland von der Schweiz aus zu bereisen. In Hamburg entstand eine kleine Ahmadiyya-Gemeinde, die am 11. Juni 1948 vom Missionar S. N. Ahmad erstmals besucht wurde. Am 27. April 1949 sendete der NWDR Hamburg einen Vortrag von S. N. Ahmad, die wahrscheinlich erste Rundfunksendung Deutschlands zum Thema Islam. Schließlich erhielt die AMJ die Genehmigung für eine feste Missionsstelle, und am 20. Januar 1949 übernahm Missionar Abdul Latif die Leitung der ersten Lokalgemeinde in Hamburg. Bald wurden die beiden ersten Moscheen in der Nachkriegsgeschichte gebaut, die Fazle-Omar-Moschee in Hamburg (1957) und die Nuur-Moschee in Frankfurt/Main (1959).[43]

Am 9. August 1955 gründete die AMJ in Hamburg den Verein Ahmadiyya Bewegung in der Bundesrepublik Deutschland e. V. Im Jahre 1969 verlegte sie den Vereinssitz nach Frankfurt am Main und nennt sich seit 1988 Ahmadiyya Muslim Jamaat in der Bundesrepublik Deutschland e. V.. Im Jahre 2002 kaufte die AMJ ein Industrieareal in Frankfurt-Bonames und richtete dort die neue Deutschland-Zentrale ein. Sie erhielt den Namen Bait us-Sabuh (Haus des sehr Reinen). Seit 1973 ist Haider Ali Zafar der Missionsleiter Deutschlands. Abdullah Uwe Wagishauser ist amtierender Emir.[44]

Schweiz

Hauptartikel: Ahmadiyya in der Schweiz

Der Grundstein der Mahmud-Moschee wurde am 25. August 1962 durch Amatul Hafiz Begum, Tochter des Gründers Mirza Ghulam Ahmad, gelegt. Sie wurde am 22. Juni 1963 durch Sir Muhammad Zafrullah Khan in Anwesenheit des Stadtpräsidenten von Zürich Dr. Emil Landolt eröffnet. Die Mahmud-Moschee in Zürich ist die erste Moschee in der Eidgenossenschaft und die Zentrale der AMJ Schweiz. Die Gemeinde hat etwa 700 Mitglieder und ihr Emir ist Walid Tariq Tarnutzer.

Abd ur-Rahim Nayyar - Erster Missionar in Westafrika

Afrika

Nigeria
Während des Ersten Weltkrieges konnte die Ahmadiyya in Nigeria Fuß fassen.[45] Abd ur-Rahim Nayyar war der erste indische Missionar in Westafrika und erreichte Lagos am 8. April 1921. Er sollte die in Lagos ansässigen Ahmadis und Fante-Muslime bei ihren Bildungsanstrengungen unter westafrikanischen Muslimen unterstützen. Zu dem Zeitpunkt waren in Nigeria fünf islamische Gruppen tätig, zum einen die „Jamaat“ (die größte Gruppe), die „Lemomu party“, „Ahl-i Koran von Aroloya“ (eine schwache und immer kleiner werdende Gruppe), die „Anhänger von Ogunro“ (ebenfalls eine kleine Gruppe) und die Ahmadiyya (die kleinste Gruppe von allen).[46] Nayyar knüpfte sehr früh Beziehungen mit der Gruppe der Jamaat und den Ahl-i Koran. Einen Monat nach Nayyars Ankunft begann der Monat Ramadan. Am 6. Juni, zwei Tage vor dem Id ul-Fitr legten Mitglieder der Ahl-i Koran, darunter auch ihr Imam Dabiri das Baiat auf Nayyar ab. In einem Telegramm nach Indien wurde die Anzahl der Konvertiten mit 10.000 angegeben. Tatsächlich sollen es aber ein Viertel davon gewesen sein.[47] Der bisherige Imam Ajose wurde durch Dabiri ersetzt. Nayyar organisierte ein Exekutivkomitee („Executive Comitee“ gemeint Sadr Anjuman) und einen Ältestenrat („Council of Elders“). Das Exekutivgremium setzte sich überwiegend aus den ursprünglichen Ahmadis zusammen, während die ehemaligen Anhänger der Ahl-i Koran fast ausschließlich über den Ältestenrat („Council of Elders“) verfügten. Das Kräftegleichgewicht zwischen den beiden Institutionen wurde nie definiert, was später zu Meinungsverschiedenheiten führte.[48]

Am 10. Februar 1922 kam es in der Aroloya-Moschee zu einem Konflikt, bei dem die Polizei eingreifen musste. Zeitungen berichteten von einem „Gewirr sich widersprechender Aussagen“. Vor allem die rationale Auslegung des Koran und die Frage nach dem Abschluss des Prophetentum führten zu Kontroversen.[49] Die Regierung wurde in diesem Fall miteinbezogen, die sich dafür entschied, dass Nayyar sich eine Zeit lang von der Moschee fernhalten müsse. Zwar akzeptierte Nayyar die Entscheidung, doch führte diese Maßnahme zu einer Verschärfung der Lage. Zu Beginn des Ramadan wurde die Interessengruppe Anti-Ahmadiyya ausgesperrt, die jedoch ihren eigenen Weg in die Moschee erzwang. Die Gegner wurden in einem späteren Gerichtsverfahren auf Bewährung entlassen. Dies führte zur Abspaltung der Okepopo. Die Okepopo-Gruppe blieb bis 1932 getrennt, bis sie sich Andersdenkenden anschloss.[50] Die Konvertierung mancher Anhänger der Ahl-i Koran wird voreilig und oberflächlich gesehen. So konvertierten einige nur, weil ihr bisheriger Imam Dabiri konvertierte und wandten sich nach seinem Tod im Jahre 1928 wieder ab.[48]

Nayyars Vorhaben, die Unruhen in den muslimischen Gemeinden beizulegen, scheiterte vorerst, als auch noch eine Auseinandersetzung mit der Jamaat und den Ahmadis eskalierte. So störten Zwischenrufer der Jamaat eine Versammlung der Ahmadis mit beleidigenden Liedern und gingen später mit Gewalt auf Ahmadis ein. In einem späteren Gerichtsverfahren wurden zwei Männer verhaftet.[51] Nayyar besuchte noch Kano und Zaria, bis er im September 1922 wieder in Lagos eintraf. Ende dieses Jahres verließ Nayyar Westafrika für immer.[52]

Als der Imam Dabiri starb, wurde sein Assistent und Schüler Junaid zum Nachfolger gewählt. Winifred Tete-Ansa, ein reicher Unternehmer aus der Goldküste, lud im März 1932 vier Imame zu einem Versöhnungsgespräch ein. Das Exekutivkomitee wies Junaid darauf hin, dass ein Imam keine Macht darüber verfüge, selbständig ein Abkommen abzuschließen. Nichtsdestotrotz nahm Junaid an der Sitzung vom 9. März teil, bei der er mit der Okepopo-Gemeinde einen Friedenspakt unterzeichnete.[53] Am Tag darauf ernannte das Exekutivkomitee – ohne den Ältestenrat mit einzubeziehen – Ajose wieder zum Imam, der zehn Jahre zuvor Dabiri entweichen musste. Das Komitee informierte Junaid schriftlich über seine Absetzung. Junaid protestierte kurz darauf in einem Treffen, dass man diese Zwiespältigkeit nicht mit einer Abstimmung lösen könne. Das Komitee bestand jedoch darauf, und als die Wahl begann, zogen sich Junaid und seine Befürworter zurück. Das Wahlergebnis war 453 zu 2.[54]

Die Ahmadis in Nigeria fragten nach einem neuen indischen Missionar, worauf Fazl ur-Rahman Hakim 1935 in Nigeria eintraf und bis 1947 blieb. Er starb am 28. August 1955. Bereits im Juni 1935 wurden zwei Gruppierungen innerhalb der Ahmadiyya-Gemeinschaft erkennbar: Die Loyalisten („Loyalists“), die den Kalifen anerkannten und damit den Missionar, und die Autonomen („Independents“), die zwar den Gründer Mirza Ghulam Ahmad anerkannten, jedoch der Auffassung waren, dass jede nationale Sektion autonom und ohne den Kalifen agieren solle.[55] Der Konflikt zwischen den beiden Parteien wurde immer mehr ein Konflikt zwischen zwei Personen. Ajose, der als erster Imam der Ahmadiyya in Nigeria gilt, sollte erneut für den Missionar Hakim ausweichen. Die Loyalisten argumentierten, dass ihm als Repräsentanten des Kalifen ein höherer Rang zustehe. Die Autonomen wollten dies nicht akzeptieren, da man einen Imam nicht kurzerhand absetzten könne.[56] Die Spaltung spitze sich bei der Entscheidung über das Eigentumsrecht der ersten Schule der Ahmadiyya in Nigeria zu, die letzenendes den Autonomen zugesprochen wurde.[57] Ende 1939 beauftrage die internationale Zentrale in Qadian Hakim dazu, dass jeder Ahmadi sein Baiat erneuern solle. Volkstümlich nannte man die beiden Gruppen weiterhin „Independents“ und „Loyalists“, offiziell hießen sie entsprechend „Ahmadiyya Movement-in-Islam (Nigeria)“ (1974 in „Anwar-ul Islam Movement of Nigeria“ umbenannt) und „Sadr Anjuman Ahmadiyya“ (später zu „Ahmadiyya Muslim Jamaat Nigeria“ umbenannt). Die Spaltung blieb endgültig, hatte aber nur nationalen Ausmaß.[58] 1943 schaffte es Sir Muhammad Zafrullah Khan, die Autonomen dazu zu bewegen, ein Telegramm nach Qadian zu schicken. Diese erklärten sich zur Erneuerung des Baiat bereit, unter der Bedingung, dass die Loyalisten alle Ämter wiederherstellen, wie vor Hakim Ankunft. Der Kompromissvorschlag wurde von der Zentrale in Qadian aber abgelehnt.[59] Versöhnungsgespräche wurden weiterhin geführt, blieben aber erfolglos.[A 4]

Von rechts: Fazl ur-Rahman Hakim; Mirza Baschir ud-Din Mahmud Ahmad Khalifat ul-Massih II. und Abd ur-Rahim Nayyar. Unten sitzen zwei Westafrikaner

Ghana
Im März 1921 erreichte Abd ur-Rahim Nayyar Saltpond, der nach einem Monat Nigeria besuchte. Während dieses kurzen Aufenthalts in Ghana konnte er jedoch nahezu alle Fante-Muslime zur Ahmadiyya konvertieren, die anderes als in Nigeria nicht rückfällig wurden.[60] Im Jahr darauf war Fazl ur-Rahman Hakim dauerhaft für die Goldküste zuständig. 1923 errichtete er in Saltpond eine Zentrale und leitete eine Grundschule.[61]

Die Ahmadiyya Muslim Jamaat, in Ghana mit dem Namen „Ahmadiyya Muslim Mission“ aktiv, konnte wegen ihrer durchstrukturierten Organisation ihren Einfluss in Ghana ständig mit dynamischen und öffentlichen Predigten steigern und ist wohl die charismatischste islamische Gemeinschaft.[62] Bei ihren Vorträgen bedienten sich die Missionare neben dem Koran auch der Bibel und versuchten damit die Lehren des Christentums zu widerlegen.[63] Mit dieser Arbeitsweise konnte ein überproportionaler Anstieg der Ahmadi-Muslime festgestellt werden. So waren 1939 in Wa 100 Ahmadis bekannt,[64] während sich 1948 in Ghana 22.572 Menschen zur Ahmadiyya bekannten.[65] Bei der Volkszählung aus dem Jahr 1960 wurde die Anzahl der Ahmadi-Muslime mit 175.620 beziffert.[66] Allerdings waren damit heftige Provokationen gegen der Ahmadiyya verbunden, besonders von Seiten der Wala, die ihren bislang toleranten Ruf aufgaben und einen Konfrontationskurs gegenüber der Ahmadiyya einnahmen.[67] Der in Wa geborene Händler Mallam Salih kam 1932 in der Kumasi-Region mit der Ahmadiyya Muslim Jamaat in Kontakt und trat einen Monat später in Saltpond der Ahmadiyya bei. In der Ashanti Region predigte er nun und konnte seine Handelspartner und die Ashantis zur Ahmadiyya bekehren. Als er nach Wa zurückkehren wollte, vertrieben ihn orthodoxe Gegner aus der Stadt.[68] Seine von reformatorischem Eifer geprägten Predigten waren den Sunniten und Tidschani ein Dorn im Auge. Ihm und seiner Familie wurde nicht gestattet, Wasser und Nahrungsmittel zu besorgen und sein Haus zu verlassen.[69] Ab dem 23. März 1933 war Mallam Salih offiziell ein Missionar und besuchte Ahmadis in Tamale und predigte in den Dörfern auf dem Weg dorthin. Auf seinem Rückweg war Polizeischutz notwendig. In Dagbon, der Heimat der Dagomba, und in Yendi predigte Salih von 1939-1940, der sich erneut die Sunniten und Tidschani als Zielgruppe suchte. Den verbalen Angriffen der Ahmadiyya auf die Lehren der Sunniten begegneten die Tidschanis unter anderem mit körperlicher Gewalt. So bewogen Tidschanis die Menschen in Dagbon dazu, Kinder mit Steinen zu bewerfen und Ahmadi-Prediger auszupfeifen.[70] Im November 1943 wurde ein Anschlag auf eine Ahmadiyya-Moschee verübt, die sich auf Salihs Grundstück befand.[68]

Anfang 1944 reichten die Ahmadis beim Gouverneur von Ghana, Alan Cuthbert Maxwell Burns, eine Klageschrift ein - nach Gesprächen verbesserte sich schließlich das gereizte Klima.[71] Für eine gemäßigte Stimmung sorgte auch der erste Konvertit zur Ahmadiyya unter den Wala Mumuni Koray, der später von 1949-1953 als König von Wa regierte.[72] Dennoch wurden Ahmadis auf Großveranstaltungen wie etwa beim Freitagsgebet angegriffen, sodass diese von den 1950er bis zu den 70er Jahren nur unter Polizeischutz stattfinden konnten.[73] Ab den 70er Jahren verlagerte die Ahmadiyya den Schwerpunkt ihrer Missionsarbeit immer mehr auf Christen, sodass die Aggressionen von Seiten der Sunniten und Tidschani immer geringer wurden.[74]

Die Ahmadiyya leistete von Anbeginn an humanitäre Hilfe für Ghana, errichtete Krankenhäuser und Schulen, die unabhängig von ihrer Religion für alle Schüler und Lehrer zugänglich sind.[75]

1921–1974[76] 1974–2000[76]
Vorschulen 0 102
Grundschulen 42 323
weiterführende Schulen 1 6
Krankenhäuser/Kliniken 4 11
Missionare 51 128
Gemeinden 365 593
Moscheen 184 403

Der rasche Anstieg der sozialen Einrichtungen der Ahmadiyya in Ghana wurde zum einen durch ein vom dritten Khalifat ul-Massih Mirza Nasir Ahmads initiiertes „Nusrat-Jahan-Projekt“ begünstigt, das die finanzielle Unterstützung des Bildungs- und Gesundheitswesens der Ahmadiyya für Afrika sichern sollte.[77] So errichtete man in Wa das nach dem Projekt benannte „Nusrat Jahan Teachers Trainig College“, um die benötigte Kapazität an Lehrern zu gewährleisten. 1966 wurde auch eine theologische Schule (Jamia Ahmadiyya) eröffnet, um den Bedarf an Missionaren decken zu können. Zum andren sind die Bemühungen von der Vorstellung motiviert, eine „Wiederbelebung des Islam in Ghana“ zu erreichen.[78] So hieß es bei der Eröffnung des vierten Krankenhauses:

„Krankenhäuser und Bildungseinrichtungen im diesem Land zu erbauen gehört zu unserem Ziel, die verlorene Ehre des Islam wiederherzustellen.“

Bascharat Ahmad Baschir: Eröffnungsrede vom 25. November 1971

Im sozialen Engagement der Ahmadiyya sahen die Sunniten und Tidschani indes eine Entstellung des Islam in Ghana. In Folge der weltweiten Hetze gegen der Ahmadiyya wurde in der vom 9. bis 10. Oktober 1970 stattfindenden Nationalen Konferenz der Sunniten eine 7 Punkte umfassende Resolution verabschiedet, worin die Ahmadiyya-Bewegung zur „Schande für den Islam in Ghana“ erklärt wurde.[79]

Amerika

USA
Die erste Bekanntschaft mit dem amerikanischen Kontinent bestand bereits 1886 in einem Briefwechsel zwischen Mirza Ghulam Ahmad und Alexander Russell Webb.[80] Zu diesem Zeitpunkt war Mirza Ghulam Ahmad noch ein angesehener Gelehrte unter den indischen Muslimen.[81] Alexander Russell Webb konvertierte später zum Islam. Bei seiner Reise durch Indien im Jahre 1892 äußerte er seinen Wunsch, Mirza Ghulam Ahmad zu besuchen, da er ihm den „großen Gefallen“ getan habe, ihn näher zum Islam gebracht zu haben.[82] Orthodoxe Muslime hielten ihn aber von einem Besuch ab. Als erster amerikanischer Ahmadi gilt Mirza Ahmad Anderson, der 1901 nach einem Briefwechsel zur Ahmadiyya konvertierte.[83]

Muhammad Sadiq - Erster muslimischer Missionar in den USA

Muhammad Sadiq, der ursprünglich als Missionar für die Woking Moschee zugeteilt war[84], reiste am 24. Januar 1920 Richtung USA. Auf der Überfahrt erregte sein grün-goldener Turban die Aufmerksamkeit mancher Mitreisenden, sodass er anfing, über die Lehren der Ahmadiyya zu predigen; sieben Mitreisende konnte er so zur Konversion zur Ahmadiyya bewegen.[85] Sadiq kam als erster Missionar der AMJ für Amerika am 15. Februar 1920 in Philadelphia an. Er wurde sogleich von den amerikanischen Behörden verhaftet, weil er eine Religion predigte, welche auch die Polygamie erlaubt.[86] Gefangen im Philadelphia Detention House predigte er weiter und konnte weitere 20 Anhänger hinzugewinnen.[87] Unter der Auflage, nichts zum Thema Polygamie zu predigen, wurde er nach zwei Monaten freigelassen.[88]

Als Absolvent an der University of London und Kenner der arabischen und hebräischen Sprache begann Muhammad Sadiq, Artikel zum Islam zu schreiben - es erschienen bis Mai 1920 zwanzig Artikel in amerikanischen Zeitschriften und Zeitungen, darunter auch in der The New York Times.[89] Im Herbst 1920 arbeitete er mit dem Herausgeber der arabischem Zeitung „Alserat“ zusammen und gründete einen Verein nahe Detroit.[90] Dieser Verein, zu dessen Vorsitzenden Sadiq gewählt wurde, sollte orthodoxe und heterodoxe Gemeinden zusammenbringen, um den Islam zu schützen.[91] Ab Juli 1921 begann Muhammad Sadiq, ein vierteljährlich erscheinendes Magazin mit dem Namen „The Moslem Sunrise“ herauszugeben,[92][A 5] in dem der amerikanischen Öffentlichkeit ein friedlicher, progressiver und modernisierter Islam präsentiert wurde.[84] Während des Zeitraums der ersten Ausgabe wurden 500 Briefe über den Islam zusammen mit einer Ausgabe des "Moslem Sunrise" an Freimaurerlogen der Vereinigten Staaten und etwa 1.000 Ahmadiyya-Bücher an bedeutende Büchereien geschickt. Auch Berühmtheiten wie Thomas Edison, Henry Ford und der damalige Präsident Warren G. Harding erhielten Ahmadiyya-Literatur.[93]

Sadiq gründete 1921 die „Chicago Muslim Mission“ und errichtete die später nach ihm benannte Al-Sadiq-Moschee. Er hielt weiterhin Vorträge in Schulen und Logen an der Ostküste und im Mittlerer Westen der Vereinigten Staaten, die gut aufgenommen wurden.[94] Im September 1923 beendete Sadiq seine Arbeit in Amerika und kehrte nach Indien zurück.[95] 1923, 1925 und 1928 folgten weitere Missionare für die USA.[88] Die Ahmadiyya bemühte sich vor allem um die immigrierten Muslime, die nach ihrer Ankunft nach einer Leitung suchten. Die Missionare der Ahmadiyya standen den amerikanischen Medien ablehnend gegenüber und kritisieren die Gesellschaft wegen ihrer rassistischen Haltungen.[96] Dieser Punkt fand unter den Afroamerikanern Zustimmung, sodass zwischen 1921 und 1924 über 1.000 Neuzugänge verzeichnet wurden.[88]Auch einige 40 Mitglieder der Universal Negro Improvement Association ließen sich von der Ahmadiyya anziehen.[97] Bis zur Gründung der Nation of Islam in 1930er Jahren konnte die AMJ die meisten Konvertiten unter den Afroamerikanern hinter sich versammeln.[96]

Chicago diente als nationales Hauptquartier der AMJ bis 1950. Danach wurde es in die American Fazl Moschee in Washington, D.C. bis 1994 verlegt. Seit jeher befindet sich das Hauptquartier im Bait ul-Rehman in Silver Spring.[98]

Die AAIIL eröffnete 1948 ihr erstes Zentrum in den USA, das aber bereits 1956 wegen mangelnder Belegschaft wieder geschlossen werden musste.[99]

Kanada
Die ersten Ahmadis kamen in den 1930ern nach Halifax um zu studieren oder wanderten ein, allerdings in seltenen Fällen. Erste Gemeinschaften entstanden, als in den 60ern immer mehr Ahmadis überwiegend nach Ontario migrierten. 1966 wurde die Gemeinschaft unter dem Namen „Ahmadiyya Movement in Islam, Ontario“ registriert.[100] Am 17. Oktober 1992 wurde in Anwesenheit von Mirza Tahir Ahmad und vielen Regierungsmitgliedern am Stadtrand von Toronto das Bait ul-Islam (Haus des Islam) eröffnet.[101] Umliegende Gemeinden erklärten den 16. bzw. 17. Oktober 1992 zum „Ahmadiyya-Moschee-Tag“ und die Woche vom 16. bis 23. Oktober 1992 zur „Ahmadiyya-Moschee-Woche“. Mit der Freitagsansprache des Mirza Masrur Ahmad wurde am 4. Juli 2008 in Calgary das 15 Mio. CAD teure Bait un-Nuur (Haus des Lichts) eröffnet. Mit der Grundfläche von 15.000 m² und einer Gebetsfläche von etwa 4.500 m² ist es die größte Moschee in Kanada.[102] In East Mississauga gibt es eine theologische Ausbildungsstelle für Ahmadiyya-Missionare.[103]

Naher Osten

Irak
1921 zeigte die Ahmadiyya Muslim Jamaat erste Versuche, die Arabische Halbinsel zu missionieren. Die erste Jalsa Salana wurde 1922 in Bagdad abgehalten und ein Brief an König Faisal I. gesendet, in dem die Lehre der Ahmadiyya dargelegt wurde. Nach 1939 können keine Aktivitäten der Ahmadiyya nachgewiesen werden.[104]

Syrien
Jalal ud-Din Shams kam als erster Missionar in Damaskus an. Nach einem Mordversuch auf ihn wurde er von französischen Behörden des Landes verwiesen. Für die späten 30er Jahre wird die Anzahl der Ahmadis auf etwa 50 Gläubige geschätzt. 1954 wurde eine Anti-Ahmadiyya-Fatwa veröffentlicht, dennoch war Mirza Baschir ud-Din Mahmud Ahmad in der Lage, das Land im darauffolgenden Jahr zu besuchen. 1958 konfiszierte Syrien das Eigentum der Ahmadiyya-Bewegung, sodass ihre Aktivitäten ein Ende nahmen.[105]

Israel
Die Anstrengungen der Ahmadiyya in Haifa waren dagegen erfolgreicher. 1928 errichtete Jalal ud-Din Shams nach seiner Ausweisung aus Syrien eine Moschee am Karmel-Gebirge. Trotz Widerstands konnte sich die Ahmadiyya Muslim Jamaat in der Umgebung etablieren.[106] In den späten 1970er Jahren wurde die Mahmud-Moschee in Kababir erbaut.

Gegenwart

Schätzungen zufolge hat die Ahmadiyya-Bewegung weltweit zehn Millionen und mehr Anhänger.[107] Die Bewegung selbst hat die Zahl ihrer Anhänger 2005 mit 200 Millionen angegeben[108], auf der Jalsa Salana UK 2006 wurde diese Angabe allerdings mit 80 Millionen nach unten korrigiert.[109] Für Pakistan geben staatliche Statistiken für 1998 einen Anteil von 0,22 % an.[A 6] Die Ahmadiyya boykottiert den Census seit 1974. Die Anhängerschaft in Pakistan wird von 2–4 Millionen angegeben.[110] Die AMJ zählt in Deutschland etwa 30.000 bis 40.000 Mitglieder in 250 Gemeinden[111], darunter sollen 500 Konvertiten sein.[112] In der Schweiz zählt die AMJ etwa 700 Mitglieder in 14 Ortsgemeinden.[113]

Die derzeitige Hauptverwaltung der AMJ befindet sich in Rabwah (Pakistan). Größere Gemeinden der Ahmadiyya Muslim Jamaat bestehen außer in Südost-Asien in Europa, Nord-Amerika und Westafrika. Obwohl die Auslandsmissionen der Ahmadiyya in der westlichen Hemisphäre nur mäßig erfolgreich waren, stellten sie dennoch als erste muslimische Gemeinde eine Herausforderung für christliche Missionare dar.[114] Zudem war das Netzwerk der Auslandsmission für die Aufnahme der Ahmadis aus Pakistan von Nutzen. Ihre größten Missionierungserfolge erzielte Ahmadiyya in West- und Ostafrika, wo sie sich auch im Bildungs- und Sozialwesen engagiert (Bau von Schulen und Krankenhäusern).[22]

Die AAIIL hat eine Gemeinde in Berlin-Wilmersdorf mit 200 Mitgliedern (Stand 1990).[115] Die globale Mitgliederstärke wird mit 30.000 angegeben.[116] Sie hat eine Moschee in Europa, die Wilmersdorfer Moschee in Berlin. In England sind 250 Mitglieder besonders in der Umgebung von London aktiv.[117]

Forschung

Trotz der langjährigen Präsenz der Ahmadiyya liegt bisher kaum wissenschaftliche Forschung zu ihrer gesellschaftlichen Stellung und kulturellen Integration in Deutschland und anderen Ländern Europas vor. Das Berliner Zentrum Moderner Orient (ZMO) strebt mit dem Teilprojekt „Die Ahmadiyya in Deutschland im Spannungsfeld zwischen islamischer Identität und säkularer Einbettung“ eine Verbesserung dieser Situation an und begründet den Bedarf zusätzlich auch mit den Kontroversen über Moscheebauprojekte und mit der Kritik, die von Vertretern anderer Religionsgemeinschaften und von Frauenrechtlerinnen vorgebracht wurde.[118]

Moscheebau

Älteste Moschee Deutschlands in Berlin-Wilmersdorf

Moscheebau der AAIIL
Neben der Wilmersdorfer Moschee und der Moschee Keizerstraat errichtete die AAIIL 1913 eine Missionsstation in Woking (bei London) und betrieb dort die Shah-Jahan-Moschee bis in die 1960er Jahre.[119]

Moscheebau der AMJ
Als erste Moschee der AMJ in Europa wurde 1924 die Fazl-Moschee in London eingeweiht. 1957 und 1959 entstanden die Fazle-Omar-Moschee in Hamburg und Nuur-Moschee in Frankfurt am Main. In Den Haag baute sie 1955 mit der Mobarak-Moschee die erste Moschee in den Niederlanden und mit der 1963 errichteten Mahmud-Moschee entstand die erste Moschee der Schweiz.

Moscheebau der AMJ

Am 10. September 1982 wurde die Bascharat-Moschee in Pedro Abad (Córdoba) von Mirza Tahir Ahmad eingeweiht. Dies war der erste Moscheebau in Spanien nach der Herrschaft der Muslime vor über 500 Jahren.[120] 1992 wurde in Groß-Gerau das Bait ul-Schakur gebaut. Es ist mit Platz für etwa 850 Gläubige und 600 m² Gebetsfläche die größte Moschee der Gemeinschaft in Deutschland. In Berlin wurde in Heinersdorf die Khadija-Moschee gebaut. Die Spenden wurden von den Ahmadifrauen (Lajna Imaillah) aufgebracht. Mit dem Bait ul-Futuh wurde am 3. Oktober 2003 eine 4.500 Gläubige fassende Moschee in London eingeweiht.[A 7]

AMJ verfolgt in Deutschland ein „100-Moscheen Projekt“. Die Durchführung dieses Plans wird in Teilen der Bevölkerung kritisch gesehen und führte in einigen Orten zur Gründung von Bürgerinitiativen, so in Schlüchtern (Hessen)[121] und Heinersdorf (Berlin). Die AMJ verfügt nach eigenen Angaben zurzeit in Deutschland über 20 Moscheen und 70 Gebetszentren.[122]

Weltweit sollen über 15.000 Moscheen der AMJ gehören.[123] 8.000 davon will die AMJ selbst gebaut haben.[124] Die meisten sollen sich in Südasien und Afrika befinden.

Verfolgung

Die Ahmadiyya Muslim Jamaat wird wegen ihrer abweichenden Lehrmeinungen von vielen Muslimen als nicht islamisch abgelehnt und ihre Anhänger in einigen Ländern religiös verfolgt.[125] In Pakistan wurden eigens Parteien gegründet, die sich den Kampf gegen den sogenannten Qadianismus zum Programm gemacht haben[6], in Saudi-Arabien sind es die Wahhabiten, die die Ahmadis bekämpfen. So werden Ahmadis keine Visa ausgestellt, womit ihnen praktisch die Wallfahrt unmöglich gemacht wird.[126]

Abdul Latif - Einer der ersten Märtyrer

Afghanistan

Die ersten Ahmadis wurden im Jahre 1901 und 1903 hingerichtet. Abdul Latif fungierte als Lehrer und Berater in religiösen Angelegenheiten des Habibullah Khan. Nachdem er um 1893 etwas über die Ahmadiyya gelesen hatte, schickte er seinen Schüler Abd ur-Rahman nach Qadian. Als dieser die Dschihad-Lehre der Ahmadiyya in Kabul publizierte, wurde er 1901 von Emir Abdur Rahman Khan zum Tode verurteilt.[127] Abdul Latif wurde 1903 nach seiner Ankunft aus Qadian in Kabul zunächst verhaftet. Sein ehemaliger Schüler und jetzt Emir von Afghanistan gab ihm die Möglichkeit seinen Glauben abzuschwören. Wegen der Verweigerung wurde er Juli 1903 gesteinigt.[128] Unter der Herrschaft des Amanullah Khan brach mit der Steinigung von Nimatullah am 31. August 1924 eine Verfolgungswelle aus, in der bis Februar 1925 weitere Ahmadis verhaftet wurden. Bei Abkehr wurden sie freigelassen, auf zwei von ihnen wurde die Todesstrafe verhängt.[129] Seitdem sind in Afghanistan keine aktiven Ahmadis bekannt geworden.[130]

Pakistan

1953
1953 musste erstmals der Notstand ausgerufen werden, weil – angeführt von der Jamaat-e-Islami – der Mob gegen die Ahmadi-Muslime auf die Straße gegangen war.[6] Die Ausschreitungen richteten sich damals aber auch gegen die Eliten der Flüchtlinge aus Indien.

1974
Mirza Nasir Ahmad soll durch seine überheblichen Herausforderungen der Orthodoxie maßgeblich zur Anti-Ahmadi-Agitation von 1974 beigetragen haben. In der Folge wurde die Ahmadiyya am 21. September 1974 vom pakistanischen Parlament auf Druck der sunnitischen Gelehrten Pakistans zu einer nicht-muslimischen Religionsgemeinschaft erklärt. Von der Regierung Bhuttos wurden die Ahmadis fallen gelassen, nachdem sie noch 1970 treue Wahlhelfer der Partei waren.[131][6][132] Formal wurden sie damit auf eine Stufe mit Juden, Christen, Buddhisten, Sikhs und Hindus gestellt, praktisch aber führte es zur Legitimierung von Gewalt gegen Ahmadis, ihre Moscheen wurden geschändet oder niedergebrannt. Des Weiteren durften sich die Ahmadis sich auch nicht mehr als Muslime bezeichnen.

Polizei entfernt die Schahāda von einer Ahmadiyya-Moschee

1984
Den islamischen Gelehrten ging der Beschluss von 1974 nicht weit genug, so dass die pakistanische Regierung zu weiteren Verschärfungen der Gesetze gezwungen wurde. Unter Zia-ul-Haq wurde am 26. April 1984 die Ordinance XX verabschiedet, was den Ahmadis Missionstätigkeiten und das Verbreiten von Schrifttum verbot. Ahmadis durften ihre Gebetshäuser nicht mehr als Moscheen bezeichnen, von ihren Moscheen wurden Schilder mit der Aufschrift „Moschee“ entfernt, Schriftzüge übermalt. Ahmadis ist die Begrüßungsformel Salām, sowie der Gebetsruf (Adhān) und die Bismillah untersagt und wird mit Geld- oder Haftstrafen geahndet.[133] Nawaz Sharif verabschiedete 1993 ein Blasphemie-Gesetz, nachdem auch die Todesstrafe verhängt werden kann.[134] Aufgrund dieser Schwierigkeiten verließ Mirza Tahir Ahmad, der vierte Khalifat ul-Massih, Pakistan und wanderte nach London aus.[10]

2005
Am 7. Oktober 2005 wurden acht Ahmadi-Muslime während des Fajr-Gebets bei einem bewaffneten Überfall von einigen Gegnern ermordet, 20 wurden schwer verletzt.

Bangladesch

In Bangladesch (dem ehemaligen Ostpakistan) sind dieselben orthodoxen Gruppen aktiv wie in Pakistan. Sie haben erreicht, das gesamte Schrifttum der Ahmadiyya verbieten zu lassen. Druck, Vertrieb, Verkauf, Besitz und Lektüre von Ahmadiyya-Literatur wurden unter Strafe gestellt. Die Klage gegen dieses Verbot ist noch beim High Court anhängig.[135] Eine Verschärfung der Gesetze (ähnlich wie die Ordinance XX in Pakistan) wird angestrebt.

Indonesien

Der Ursprung der Ahmadiyya in dem größten islamischen Land der Erde geht auf das Jahr 1925 zurück. Juristisch anerkannt wurde sie erstmals am 13. März 1953 von der indonesischen Regierung. Die Majelis Ulama Indonesia (MUI) gab im National Deliberative Council No. 05/Kep/Munas/MUI/1980 eine Fatwa heraus, die Ahmadiyya als „unislamisch, abweichlerisch und irreführend“ ausstieß.[136] Das Ministerium für religiöse Angelegenheiten hat aber 1984 in einem Rundbrief seine Regionalbüros angewiesen, Ahmadiyya als Irrlehre zu betrachten, seit die Anhänger Mirza Ghulam Ahmad als Prophet verehren. 2005 startete die islamische Orthodoxie in Indonesien eine Initiative, um die Ahmadiyya auch dort nach pakistanischem Vorbild amtlich zu einer nicht-islamischen Religion erklären zu lassen. Seitdem kommt es zu Übergriffen gegenüber Einrichtungen der Ahmadiyya Muslim Jamaat, zuletzt in einem Dorf der Provinz Südsulawesi, wo Unbekannte in der Nacht zum 30. April 2006 in die „Nuur Rabwah Moschee“ eindrangen und Verwüstungen anrichteten.[137] Eine Moschee wurde niedergebrannt.[138]

Am 9. Juni 2008 ist der Ahmadiyya durch ein Regierungsdekret jegliche Tätigkeit in Indonesien untersagt worden. Dies wird als eine Reaktion auf die gewaltsamen Ausschreitungen gegen Ahmadiyya in Manis Lor (West Java) im Dezember 2007 gesehen.[139] In der Ortschaft Manis Lor gehören 3000 der 4000 Bewohner der Ahmadiyya an.[140]

Deutschland

Der 1974 durch das pakistanische Parlament erfolgte Ausschluss der Ahmadis aus der Weltgemeinschaft der Muslime hat auch Auswirkungen für die in Europa lebenden Ahmadis gezeigt. Von Großbritannien aus agieren verschiedene pakistanisch-islamische Organisationen unter der Bezeichnung „Pasban Khatme Nabuwwat“ (Siegel des Prophetentums) gegen sie. Pakistanische Fundamentalisten setzten nicht nur ein Kopfgeld auf Salman Rushdie aus, sondern auch umgerechnet 250 000 Dollar für denjenigen, der Mirza Tahir Ahmad tötet, den in London lebenden 4. Khalifat ul-Massih. Der Mordaufruf wurde auch in einer pakistanischen Zeitung gedruckt, die in London erscheint. Diese Terrororganisation pakistanischer Extremisten hat das Ziel Ahmadis zu bekämpfen und zu töten.[141] In Deutschland wurde diese Organisation erstmals 1998 bekannt. Am 25. März attackierten etwa 15 Extremisten drei Ahmadis im Reutlinger Heim mit Eisenstangen und Holzschlägern.[142] Im April wurde ein Pakistaner in Heilbronn wegen schwerer Körperverletzung zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er drei Monate zuvor einen Ahmadi krankenhausreif geschlagen hatte. In Nordrhein-Westfalen attackierte am 29. März 1998 ein militanter Anhänger der Khatme Nabuwwat im Asylbewerberheim von Borken einen Ahmadi mit einem Messer und verfehlte nur knapp dessen Halsschlagader. „Ich werde alle Ahmadis töten“, habe der Angreifer gebrüllt. Am 16. August 1998 veranstaltete der Pakistanische Wohlfahrtsverein Mannheim e. V. zusammen mit dem Verein Einheit des Islam e. V. aus Offenbach in den Räumen der Mannheimer Yavuz-Sultan-Selim-Moschee eine Khatme-Nabuwwat-Konferenz. In ihren Äußerungen sollen sich die Anhänger der Khatme Nabuwwat dabei nicht nur gegen die Ahmadis gerichtet haben, sondern auch gegen die Bundesrepublik Deutschland, da diese der Ahmadiyya Schutz gewähre.[143]

Der deutsche Verfassungsschutz konnte diese Aktivitäten und Übergriffe aber unter Kontrolle bringen, sodass aktuell keine Gefährdung durch diese Gruppen für Ahmadis in Deutschland besteht.

Gegenpositionen

Orthodoxer Islam

Die Kritik orthodoxer Muslime ergibt sich größtenteils aus den Lehrunterschieden. Der Hauptkritikpunkt ist dabei aus der Interpretation des koranischen Begriffs Siegel des Propheten woraus orthodoxe Muslime den Abschluss des Prophetentums verstehen, Ahmadis hingegen glauben, dass nachfolgende Propheten das Siegel Mohammeds tragen müssen, d. h. als Schattenpropheten Mohammeds ausschließlich der Lehre und dem Beispiel von Mohammed folgen müssen.

Ein oft (besonders in Pakistan/Indien) erhobener Vorwurf ist, dass die Ahmadiyya von „den Briten gepflanzt sei.“[144] Der Hintergrund ist hierbei, dass im indischen Befreiungskampf verschiedene islamische Gruppen zum Dschihad gegen die Engländer aufriefen, während Mirza Ghulam Ahmad dies ablehnte mit der Begründung, solange die Engländer die Religionsfreiheit garantieren würden, sei ein Dschihad nicht zulässig. Die Ahmadiyya wurde daraufhin von islamischen Extremisten als Verräter eingestuft.

Da Mirza Ghulam Ahmad sich selber zum Propheten erhob, wurde er von den orthodoxen Muslimen als Apostat angesehen. Mirza Baschir ud-Din Mahmud Ahmad (AMJ) betonte jedoch, dass jeder wahre Muslim (Momin) verpflichtet wäre jeden Propheten Allahs anzuerkennen, sowohl vor als auch nach Mohammed. Demnach wären Nicht-Ahmadi-Muslime Kafir in Bezug auf die Ablehnung Mirza Ghulam Ahmads als Prophet.[145]

Eine Fatwa der Islamischen Weltliga in Mekka im April 1974 erklärte die Ahmadiyya zu „Nicht-Muslimen“.[146] Daraufhin wurde die Ahmadiyya am 21. September 1974 auf Betreiben islamischer Gelehrter in Pakistan, dem Land mit der größten Ahmadiyya-Gemeinde, vom pakistanischen Parlament zu „Nicht-Muslimen“ erklärt.[131] Die „Exkommunizierung“ der Ahmadis per Parlamentsbeschluss ist in der islamischen Geschichte einmalig und wird von vielen Intellektuellen – besonders in Pakistan – als beunruhigender Präzedenzfall angesehen.[147]

Deutschland

Die Erziehungswissenschaftlerin Hiltrud Schröter bezeichnet in ihrer Schrift Ahmadiyya-Bewegung des Islam (2002) und in diversen anderen Beiträgen[148] die Ahmadiyya als Gruppierung, die eine Gesellschaftsordnung nach Maßgabe der Scharia anstrebe und die eine Trennung von Religion und Staat nicht vorsehe. Nach ihrer Deutung sind in den Schriften der Ahmadiyya antidemokratische, antichristliche und antisemitische Auffassungen zu finden, die die Harmlosigkeit der Ahmadiyya in Frage stellen.

Einem Artikel der Hannoverschen Neuen Presse zufolge hat der Religionswissenschaftler Peter Antes Schröter vorgeworfen, „unwissenschaftlich und mit nicht belegten Unterstellungen zu arbeiten.“ Antes wird wörtlich zitiert: „Gerade die Ahmadiyya, die von den meisten Muslimen abgelehnt wird, hat ein Bekenntnis zur Demokratie abgelegt.“[149][A 8]

Entgegen anderslautenden Bekundungen wird die Ahmadiyya vom Verfassungsschutz „weder als extremistisch noch gewalttätig“ eingestuft. Sie wird eher mit den Attributen unauffällig, integrationswillig oder friedlich beschrieben.[150]

Pasban Khatme Nabuwwat

Die „Bewahrer des Siegels des Propheten“ haben sich der Bekämpfung der Ahmadiyya verschrieben. Ihrem programmatischen Namen entsprechend richten sie ihre Hauptkritik gegen die Vorstellung, dass es Propheten nach Mohammed geben könne. Sie geben Mirza Ghulam Ahmad die Schuld dafür, dass heute antiislamische Kräfte (im Westen) den Islam als „dogmatisch und intolerant gegenüber Minderheiten“ erkläre. Auch sei er für „hasserfüllte Reaktionen von extremen evangelistischen Christen gegen die Muslime“ verantwortlich. Weiterhin wirft man ihm als unislamisch vor, dass er „den Kampf für Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstbestimmung verbot“.[151]

Ex-Ahmadis

Der Orientalist und ehemalige Ahmadi-Theologe Muniruddin Ahmed sieht zwei entscheidende Gründe für die Entstehung der Ahmadiyya-Bewegung. Einmal begünstigte die innerislamische theologische Diskussion auf dem indischen Subkontinent die Entstehung einer messianischen Bewegung, und dazu herrschte in Indien zur Zeit der britischen Kolonie weitgehende religiöse Freiheit. Entgegen dem Selbstverständnis der Ahmadiyya, eine islamische Reformbewegung zu sein, sieht er sie theologisch als eine messianische Bewegung, die eher puritanisch-konservativ als liberal ausgerichtet ist. Die synkretistischen Tendenzen und der Hang zum Messianismus sieht er in der speziellen historischen Situation des Islam in Indien bedingt.[152]

Vielleicht die verhängnisvollste aller Maßnahmen für die Ahmadiyya soll ihr Drang nach Exklusivität gewesen sein. Die Situation eskalierte mit der Folge, dass einerseits die Ulema (Rechtsgelehrten) sich von den Ahmadiyya distanzierten und andererseits es den Ahmadis verboten wurde, mit Nicht-Ahmadis gemeinsam zu beten, wenn diese den Vorbeter (Imam) stellen. Weitere Folgen waren das Verbot der Verheiratung einer Ahmadi-Frau außerhalb der Ahmadi-Gemeinde und das Verbot der Teilnahme an den Totengebeten von Nicht-Ahmadis. Als Erklärung für die Tätlichkeiten gegen die Angehörigen der Ahmadiyya 1953 und 1974 und für ihren Ausschluss aus der islamischen Gemeinschaft durch das pakistanische Parlament führt Muniruddin Ahmed unter anderem an, dass der damalige Außenminister Pakistans beim Totengebet für den Staatsgründer Pakistans Muhammad Ali Jinnah keine Ausnahme machen wollte.[153]

Bekannte Persönlichkeiten

Literatur

Selbstdarstellungen der Ahmadiyya

Stellungnahmen der Ahmadiyya zu aktuellen Themen

  • Abdullah Wagishauser (Herausgeber): Rushdies Satanische Verse. Islamische Stellungnahmen zu den Provokationen Salman Rushdies sowie zum Mordaufruf radikaler iranischer Schiiten., Frankfurt 1992, Verlag der Islam, ISBN 978-3-921458-80-8 (PDF)
  • Hadayatullah Hübsch: Fanatische Krieger im Namen Allahs. Die Wurzeln des islamistischen Terrors., München 2001, Hugendubel/Diederichs, ISBN 978-3-7205-2296-0
  • Haider Ali Zafar (Herausgeber): Glaube und Vernunft aus islamischer Perspektive. Antwort auf die Regensburger Vorlesung von Papst Benedikt XVI., Frankfurt 2007, Verlag der Islam, ISBN 978-3-932244-87-2
  • Mirza Tahir Ahmad: Islam - Antworten auf die Fragen unserer Zeit, Frankfurt 2008, Verlag der Islam, ISBN 978-3-932244-31-5

Kritik an Ahmadiyya

Historische Darstellungen

  • Yohanan Friedmann: Prophecy Continuous. Aspects of Ahmadi Religious Thought and Its Medieval Background. 2. Auflage. Oxford University Press, Neu-Delhi 2003, ISBN 0-19-566252-0
  • Simon Ross Valentine: Islam and the Ahmadiyya Jama’at. History, Belief, Practice. Columbia University Press, New York 2008, ISBN 978-0-231-70094-8
  • Antonio Gualtieri: The Ahmadis. Community, Gender, and Politics in a Muslim Society. Mcgill-Queen's University Press, Montreal 2004, ISBN 0-7735-2738-9
  • Lucien Bouvat: Les Ahmadiyya de Qadian, Paris, Geuthner, 1928

Verfolgung

  • I. Gill, M. Backhausen: Die Opfer sind schuld. Machtmißbrauch in Pakistan., Akropolis 1993, ISBN 978-3-929528-08-4
  • Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland: Verfolgung der Ahmadi-Muslime. Jahresüberblick 2006. Sonderberichte über die Verfolgung der Ahmadis in Indonesien, Bangladesch, Saudi-Arabien und Sri Lanka, Verlag der Islam 2006 (PDF)

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Ahmadiyya – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen und Grammatik
Commons Commons: Ahmadiyya – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Wissenschaftlich

Kritisch

Verfolgung

Anmerkungen

  1. Anmerkung 215 zu Koranvers 61:6 (Vers 7 nach Ahmadiyya-Verszählung)
  2. Der Koran. Arabisch-Deutsch.; Übersetzung, Einleitung und Erklärung von Maulana Sadr ud-Din; Verlag der Moslemischen Revue (Selbstdruck); Berlin 1939; 3. unveränderte Auflage 2006; o. ISBN; Die Berliner Moschee und Mission der Ahmadiyya-Bewegung zur Verbreitung des Islam (Lahore), S. 27
  3. Koran. Der Heilige Qur-ân; Islam International Publications Ltd.; 1954 erstmals unter dem Namen von Mirza Baschir ud-Din Mahmud Ahmad herausgegeben (seither mehrfach neubearbeitet, zuletzt von Mirza Masrur Ahmad, 2009), ISBN 978-3-921458-00-6; Deutsche Koranübersetzung
  4. Zuletzt auch 2008 beim Afrika-Besuch von Mirza Masrur Ahmad (entnommen aus der Freitagsansprache vom 9. Mai 2008)
  5. 1950 in „The Muslim Sunrise“ umbenannt
  6. Census 1998, Population by Religion Dabei ist zu berücksichtigen, dass in Pakistan die Religionszugehörigkeit in den Personalpapieren festgehalten wird. Weil die Zugehörigkeit zur Ahmadiyya in Pakistan aber viele Nachteile nach sich zieht, verleugnen viele Ahmadiyya-Anhänger ihre Mitgliedschaft gegenüber staatlichen Behörden.
  7. Die Moschee im Bait ul-Futuh fasst 4.500 Gläubige, das Gebäude mit allen zum Gebet nutzbaren Räumen fast 10.000 Besucher.
  8. siehe auch: Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland - Religionswissenschaftler und Politiker über uns

Einzelnachweise

  1. a b Johanna Pink: Neue Religionsgemeinschaften in Ägypten. Minderheiten im Spannungsfeld von Glaubensfreiheit, öffentlicher Ordnung und Islam. Ergon, Würzburg 2003, S. 40
  2. Yvonne Y. Haddad, Jane I. Smith: Mission to America. Five Islamic sectarian communities in North America. University Press of Florida, Gainesville 1993, S. 51
  3. Mirza Ghulam Ahmad: Tabligh-i-Risalat, Vol. IX, pp.90-91; Maulana Murtaza Khan: The Name Ahmadiyya and Its Necessity, 1945
  4. Steffen Rink: Religionen feiern. Diagonal-Verlag, Marburg 1997, S. 137
  5. Ina Wunn: Muslimische Gruppierungen in Deutschland. Kohlhammer, Stuttgart 2007, S. 158ff.
  6. a b c d Werner Ende et al.: Der Islam in der Gegenwart. 5. Auflage. C.H.Beck Verlag, München 2005, S. 355
  7. Annemarie Schimmel et al.: Der Islam III. Volksfrömmigkeit, Islamische Kultur, Zeitgenössische Strömungen. Kohlhammer, Stuttgart 1990, S. 420
  8. Yohanan Friedmann: Prophecy Continuous. Aspects of Ahmadi Religious Thought and Its Medieval Background. 2. Auflage. Oxford University Press, Neu-Delhi 2003, S. 165–180
  9. a b Annemarie Schimmel et al.: Der Islam III. Volksfrömmigkeit, Islamische Kultur, Zeitgenössische Strömungen. Kohlhammer, Stuttgart 1990, S. 418
  10. a b c Annemarie Schimmel et al.: Der Islam III. Volksfrömmigkeit, Islamische Kultur, Zeitgenössische Strömungen. Kohlhammer, Stuttgart 1990, S. 419
  11. Yohanan Friedmann: Prophecy Continuous. Aspects of Ahmadi Religious Thought and Its Medieval Background. 2. Auflage. Oxford University Press, Neu-Delhi 2003, S. 149
  12. John H. Hanson et al.: Nova Religio. The Journal of Alternative and Emergent Religions. Jahrgang 11, Nummer 2, University of California Press, S. 77ff.
  13. Moshe Sharon et al.: Studies in Islamic history and civilization. In honour of Professor David Ayalon. Brill, Jerusalem 1986, S. 221ff.
  14. Ina Wunn: Muslimische Gruppierungen in Deutschland. Kohlhammer, Stuttgart 2007, S. 160
  15. James Thayer Addison et al.: The Harvard Theological Review. Volume XXII. Harvard University Press, Cambridge 1929, S. 2
  16. Howard Arnold Walter: The Ahmadiya movement. Oxford University Press, New Delhi 1991 (Erstausgabe 1918), S. 15f.
  17. a b Simon Ross Valentine: Islam and the Ahmadiyya Jama’at. History, Belief, Practice. Columbia University Press, New York 2008, S. 34f.
  18. Howard Arnold Walter: The Ahmadiya movement. Oxford University Press, New Delhi 1991 (Erstausgabe 1918), S. 16
  19. Monika und Udo Tworuschka: Religionen der Welt : Grundlagen, Entwicklung und Bedeutung in der Gegenwart. Bertelsmann Lexikon, München 1991, S. 248
  20. Howard Arnold Walter: The Ahmadiya movement. Oxford University Press, New Delhi 1991 (Erstausgabe 1918), S. 111
  21. Annemarie Schimmel et al.: Der Islam III. Volksfrömmigkeit, Islamische Kultur, Zeitgenössische Strömungen. Kohlhammer, Stuttgart 1990, S. 417
  22. a b c Encyclopædia Britannica 2002 Deluxe Edition CD-ROM, Ahmadiyah
  23. Die Lahore-Ahmadiyya-Bewegung in Europa, S. 270f
  24. Werner Ende et al.: Der Islam in der Gegenwart. 5. Auflage. C.H.Beck Verlag, München 2005, S. 730f.
  25. Yohanan Friedmann: Prophecy Continuous. Aspects of Ahmadi Religious Thought and Its Medieval Background. 2. Auflage. Oxford University Press, Neu-Delhi 2003, S. 21
  26. Howard Arnold Walter: The Ahmadiya movement. Oxford University Press, New Delhi 1991 (Erstausgabe 1918), S. 113
  27. Simon Ross Valentine: Islam and the Ahmadiyya Jama’at. History, Belief, Practice. Columbia University Press, New York 2008, S. 56
  28. Johanna Pink: Neue Religionsgemeinschaften in Ägypten. Minderheiten im Spannungsfeld von Glaubensfreiheit, öffentlicher Ordnung und Islam. Ergon, Würzburg 2003, S. 41
  29. Werner Ende et al.: Der Islam in der Gegenwart. 5. Auflage. C.H.Beck Verlag, München 2005, S. 731f.
  30. Simon Ross Valentine: Islam and the Ahmadiyya Jama’at. History, Belief, Practice. Columbia University Press, New York 2008, S. viii
  31. Simon Ross Valentine: Islam and the Ahmadiyya Jama’at. History, Belief, Practice. Columbia University Press, New York 2008, S. 39f.
  32. Monika und Udo Tworuschka: Religionen der Welt : Grundlagen, Entwicklung und Bedeutung in der Gegenwart. Bertelsmann Lexikon, München 1991, S. 237
  33. Bernd Bauknecht: Muslime in Deutschland von 1920 bis 1945. Teiresias Verlag, Köln 2001, S. 61f.
  34. Nathalie Clayer et al.: Islam in inter-war Europe. Columbia University Press, New York 2008, S. 99
  35. Marfa Heimbach: Die Entwicklung der islamischen Gemeinschaft in Deutschland seit 1961. Klaus Schwarz Verlag, Berlin 2001, S. 50f.
  36. Steffen Rink: Religionen feiern. Diagonal-Verlag, Marburg 1997, S. 138
  37. Bernd Bauknecht: Muslime in Deutschland von 1920 bis 1945. Teiresias Verlag, Köln 2001, S. 72
  38. Brandenburgisches Landeshauptarchiv Potsdam, Pr. Br. Rep. 30 Berlin C Tit. 148B, Nr. 1350;
  39. Gerhard Höpp: Muslime unterm Hakenkreuz, S. 2 (PDF)
  40. Bernd Bauknecht: Muslime in Deutschland von 1920 bis 1945. Teiresias Verlag, Köln 2001, S. 114f.
  41. Marfa Heimbach: Die Entwicklung der islamischen Gemeinschaft in Deutschland seit 1961. Klaus Schwarz Verlag, Berlin 2001, S. 37
  42. Marfa Heimbach: Die Entwicklung der islamischen Gemeinschaft in Deutschland seit 1961. Klaus Schwarz Verlag, Berlin 2001, S. 38
  43. Ina Wunn: Muslimische Gruppierungen in Deutschland. Kohlhammer, Stuttgart 2007, S. 156
  44. Ina Wunn: Muslimische Gruppierungen in Deutschland. Kohlhammer, Stuttgart 2007, S. 164
  45. Kenneth Kirkwood et.al.: African Affairs Number One. Southern Illinois University Press, Carbondale 1961, S. 61
  46. Humphrey J. Fisher: Ahmadiyyah. A study in contemporary Islam on the West African coast. Oxford University Press, London 1963, S. 98f.
  47. Humphrey J. Fisher: Ahmadiyyah. A study in contemporary Islam on the West African coast. Oxford University Press, London 1963, S. 100
  48. a b Kenneth Kirkwood et.al.: African Affairs Number One. Southern Illinois University Press, Carbondale 1961, S. 69
  49. Humphrey J. Fisher: Ahmadiyyah. A study in contemporary Islam on the West African coast. Oxford University Press, London 1963, S. 102
  50. Humphrey J. Fisher: Ahmadiyyah. A study in contemporary Islam on the West African coast. Oxford University Press, London 1963, S. 101
  51. Humphrey J. Fisher: Ahmadiyyah. A study in contemporary Islam on the West African coast. Oxford University Press, London 1963, S. 103f.
  52. Kenneth Kirkwood et.al.: African Affairs Number One. Southern Illinois University Press, Carbondale 1961, S. 73
  53. Humphrey J. Fisher: Ahmadiyyah. A study in contemporary Islam on the West African coast. Oxford University Press, London 1963, S. 106
  54. Humphrey J. Fisher: Ahmadiyyah. A study in contemporary Islam on the West African coast. Oxford University Press, London 1963, S. 107
  55. Humphrey J. Fisher: Ahmadiyyah. A study in contemporary Islam on the West African coast. Oxford University Press, London 1963, S. 109
  56. Humphrey J. Fisher: Ahmadiyyah. A study in contemporary Islam on the West African coast. Oxford University Press, London 1963, S. 110f.
  57. Kenneth Kirkwood et.al.: African Affairs Number One. Southern Illinois University Press, Carbondale 1961, S. 82
  58. Humphrey J. Fisher: Ahmadiyyah. A study in contemporary Islam on the West African coast. Oxford University Press, London 1963, S. 112f.
  59. Kenneth Kirkwood et.al.: African Affairs Number One. Southern Illinois University Press, Carbondale 1961, S. 84
  60. Humphrey J. Fisher: Ahmadiyyah. A study in contemporary Islam on the West African coast. Oxford University Press, London 1963, S. 118
  61. C. K. Graham: The history of education in Ghana from the earliest times to the declaration of Independence. Cass, London 1971, S. 151
  62. Nathan Samwini: The Muslim resurgence in Ghana since 1950. LIT Verlag, Berlin 2006, S. 87
  63. Nathan Samwini: The Muslim resurgence in Ghana since 1950. LIT Verlag, Berlin 2006, S. 89
  64. Ivor Wilks: Wa and the Wala. Islam and polity in northwestern Ghana. Cambridge University Press, Cambridge 1989, S. 183
  65. J. Spencer Trimingham: Islam in West Africa. Oxford University Press, Oxford 1959, S. 231
  66. Nathan Samwini: The Muslim resurgence in Ghana since 1950. LIT Verlag, Berlin 2006, S. 59
  67. Nathan Samwini: The Muslim resurgence in Ghana since 1950. LIT Verlag, Berlin 2006, S. 91f.
  68. a b Humphrey J. Fisher: Ahmadiyyah. A study in contemporary Islam on the West African coast. Oxford University Press, London 1963, S. 120
  69. Ivor Wilks: Wa and the Wala. Islam and polity in northwestern Ghana. Cambridge University Press, Cambridge 1989, S. 180
  70. Nathan Samwini: The Muslim resurgence in Ghana since 1950. LIT Verlag, Berlin 2006, S. 96
  71. Ivor Wilks: Wa and the Wala. Islam and polity in northwestern Ghana. Cambridge University Press, Cambridge 1989, S. 184
  72. Ivor Wilks: Wa and the Wala. Islam and polity in northwestern Ghana. Cambridge University Press, Cambridge 1989, S. 177f.
  73. Nathan Samwini: The Muslim resurgence in Ghana since 1950. LIT Verlag, Berlin 2006, S. 196f.
  74. Nathan Samwini: The Muslim resurgence in Ghana since 1950. LIT Verlag, Berlin 2006, S. 245
  75. Nathan Samwini: The Muslim resurgence in Ghana since 1950. LIT Verlag, Berlin 2006, S. 182
  76. a b Nathan Samwini: The Muslim resurgence in Ghana since 1950. LIT Verlag, Berlin 2006, S. 169
  77. Nathan Samwini: The Muslim resurgence in Ghana since 1950. LIT Verlag, Berlin 2006, S. 308f.
  78. Nathan Samwini: The Muslim resurgence in Ghana since 1950. LIT Verlag, Berlin 2006, S. 170
  79. Nathan Samwini: The Muslim resurgence in Ghana since 1950. LIT Verlag, Berlin 2006, S. 194
  80. Umar F. Abd-Allah: A Muslim in Victorian America. The Life of Alexander Russell Webb. Oxford University Press, New York 2006, S. 63-66
  81. Umar F. Abd-Allah: A Muslim in Victorian America. The Life of Alexander Russell Webb. Oxford University Press, New York 2006, S. 61
  82. Umar F. Abd-Allah: A Muslim in Victorian America. The Life of Alexander Russell Webb. Oxford University Press, New York 2006, S. 124
  83. Umar F. Abd-Allah: A Muslim in Victorian America. The Life of Alexander Russell Webb. Oxford University Press, New York 2006, S. 63
  84. a b Stephen D. Glazier: Encyclopedia of African and African-American religions. Routledge, New York 2001, S. 24
  85. Richard Brent Turner: Islam in the African-American Experience. 2. Auflage. Indiana University Press, Bloomington 1997, S. 114f.
  86. Aminah Mohammad-Arif: Salaam America. South Asian Muslims in New York. Anthem Press, London 2002, S. 29
  87. Richard Brent Turner: Islam in the African-American Experience. 2. Auflage. Indiana University Press, Bloomington 1997, S. 116
  88. a b c Aminah Mohammad-Arif: Salaam America. South Asian Muslims in New York. Anthem Press, London 2002, S. 30
  89. Richard Brent Turner: Islam in the African-American Experience. 2. Auflage. Indiana University Press, Bloomington 1997, S. 118
  90. Yvonne Y. Haddad, Jane I. Smith: Mission to America. Five Islamic sectarian communities in North America. University Press of Florida, Gainesville 1993, S. 60
  91. Richard Brent Turner: Islam in the African-American Experience. 2. Auflage. Indiana University Press, Bloomington 1997, S. 120f.
  92. Yohanan Friedmann: Prophecy Continuous. Aspects of Ahmadi Religious Thought and Its Medieval Background. 2. Auflage. Oxford University Press, Neu-Delhi 2003, S. 30f.
  93. Richard Brent Turner: Islam in the African-American Experience. 2. Auflage. Indiana University Press, Bloomington 1997, S. 121
  94. Richard Brent Turner: Islam in the African-American Experience. 2. Auflage. Indiana University Press, Bloomington 1997, S. 125.
  95. Richard Brent Turner: Islam in the African-American Experience. 2. Auflage. Indiana University Press, Bloomington 1997, S. 130.
  96. a b Yvonne Y. Haddad, Jane I. Smith: Mission to America. Five Islamic sectarian communities in North America. University Press of Florida, Gainesville 1993, S. 62
  97. Richard Brent Turner: Islam in the African-American Experience. 2. Auflage. Indiana University Press, Bloomington 1997, S. 127f.
  98. Aminah Mohammad-Arif: Salaam America. South Asian Muslims in New York. Anthem Press, London 2002, S. 156
  99. Stephen D. Glazier: Encyclopedia of African and African-American religions. Routledge, New York 2001, S. 25
  100. Paul R. Magocsi: Encyclopedia of Canada’s peoples. University of Toronto Press, Toronto 1999, S. 178
  101. Antonio Gualtieri: The Ahmadis. Community, Gender, and Politics in a Muslim Society. Mcgill-Queen's University Press, Montreal 2004, S. vii
  102. Canada’s largest mosque under construction, Presseportal: Einweihung der größten Moschee Kanadas in Calgary
  103. Jamia Ahmadiyya Canada, Jamia Ahmadiyya Canada
  104. Yohanan Friedmann: Prophecy Continuous. Aspects of Ahmadi Religious Thought and Its Medieval Background. 2. Auflage. Oxford University Press, Neu-Delhi 2003, S. 24
  105. Yohanan Friedmann: Prophecy Continuous. Aspects of Ahmadi Religious Thought and Its Medieval Background. 2. Auflage. Oxford University Press, Neu-Delhi 2003, S. 24f.
  106. Yohanan Friedmann: Prophecy Continuous. Aspects of Ahmadi Religious Thought and Its Medieval Background. 2. Auflage. Oxford University Press, Neu-Delhi 2003, S. 25
  107. Die World Association of International Studies, Stanford University: „There are approximately 10 million Ahmadis world-wide with an estimated 4 million living in Pakistan.“
    The Columbia Encyclopedia: „The most widely cited figure for membership in the Ahmadiyya Movement in Islam is 10 million, although this figure dates to the 1980s.“
    Times Online 27. Mai 2008: „The Ahmadiyya Muslim Community has tens of millions members.“
  108. Grußwort von Abdullah Wagishauser auf der Jalsa Salana Deutschland 2005, Al-Islam: An Overview, abgelesen am 25. Oktober 2005
  109. Al-Islam: An Overview, abgelesen am 8. August 2006; Qantara.de: Feiern zum 100-jährigen Bestehen des Kalifats
  110. 2-4 Millionen: Auswärtige Amt – Pakistan. Stand: April 2009, Abgerufen: 21. Oktober 2009
    3 Millionen: International Federation for Human Rights: International Fact-Finding Mission. Freedoms of Expression, of Association and of Assembly in Pakistan. Ausgabe 408/2, Januar 2005, S. 61 (PDF)
    3-4 Millionen: Commission on International Religious Freedom: Annual Report of the United States Commission on International Religious Freedom. 2005, S. 130
    4 Millionen: Home Office, Immigration and Nationality Directorate: Operational Guidance Note – Pakistan. 2006, S. 5, Abgerufen 21. Oktober 2009
    Die Ahmadiyya gibt ihre Anhängerschaft in Pakistan mit 4 Mio. an: Religious Minorities in Pakistan. Minority Right Group International, 2002, S. 10
  111. Christine Brunn: Moscheebau-Konflikte in Deutschland. Eine räumlich-semantische Analyse auf der Grundlage der Theorie der Produktion des Raumes von Henri Lefebvre. Wissenschaftlicher Verlag Berlin, Berlin 2006, S.19
  112. Eine Moschee zum Geburtstag, Tagesspiegel am 27. Mai 2008
  113. inforel.ch: 6/2008, Ahmadi- und Alevi-Diaspora in der Schweiz
  114. Werner Ende et al.: Der Islam in der Gegenwart. 5. Auflage. C.H.Beck Verlag, München 2005, S. 356
  115. Marfa Heimbach: Die Entwicklung der islamischen Gemeinschaft in Deutschland seit 1961. Klaus Schwarz Verlag, Berlin 2001, S. 42.
  116. Simon Ross Valentine: Islam and the Ahmadiyya Jama’at. History, Belief, Practice. Columbia University Press, New York 2008, S. 60
  117. Simon Ross Valentine: Islam and the Ahmadiyya Jama’at. History, Belief, Practice. Columbia University Press, New York 2008, S. 152
  118. Zentrum Moderner Orient: Muslime in Europa – Die Ahmadiyya
  119. Brief history of the Woking Muslim Mission (siehe letzter Abschnitt)
  120. Yvonne Y. Haddad, Jane I. Smith: Mission to America. Five Islamic sectarian communities in North America. University Press of Florida, Gainesville 1993, S. 49
  121. Christine Brunn: Moscheebau-Konflikte in Deutschland. Eine räumlich-semantische Analyse auf der Grundlage der Theorie der Produktion des Raumes von Henri Lefebvre. Wissenschaftlicher Verlag Berlin, Berlin 2006, S. 52
  122. Ahmadiyya Muslim Jamaat Deutschland – Einführung: Moscheen in allen Teilen der Welt
  123. Jalsa Salana UK 26. Juli 2008
  124. AMJ: Infoblatt: The Ahmadiyya Muslim Community
  125. Yohanan Friedmann: Prophecy Continuous. Aspects of Ahmadi Religious Thought and Its Medieval Background. 2. Auflage. Oxford University Press, Neu-Delhi 2003, S. 25–28
  126. Yohanan Friedmann: Prophecy Continuous. Aspects of Ahmadi Religious Thought and Its Medieval Background. 2. Auflage. Oxford University Press, Neu-Delhi 2003, S. 45
  127. Yohanan Friedmann: Prophecy Continuous. Aspects of Ahmadi Religious Thought and Its Medieval Background. 2. Auflage. Oxford University Press, Neu-Delhi 2003, S. 26f.
  128. Simon Ross Valentine: Islam and the Ahmadiyya Jama’at. History, Belief, Practice. Columbia University Press, New York 2008, S. 70
  129. Yohanan Friedmann: Prophecy Continuous. Aspects of Ahmadi Religious Thought and Its Medieval Background. 2. Auflage. Oxford University Press, Neu-Delhi 2003, S. 28
  130. Yohanan Friedmann: Prophecy Continuous. Aspects of Ahmadi Religious Thought and Its Medieval Background. 2. Auflage. Oxford University Press, Neu-Delhi 2003, S. 29
  131. a b Werner Ende et al.: Der Islam in der Gegenwart. 5. Auflage. C.H.Beck Verlag, München 2005, S. 345f.
  132. Constitution (Second Amendment) Act, 1974
  133. Werner Ende et al.: Der Islam in der Gegenwart. 5. Auflage. C.H.Beck Verlag, München 2005, S. 362
  134. Antonio Gualtieri: The Ahmadis. Community, Gender, and Politics in a Muslim Society. Mcgill-Queen's University Press, Montreal 2004, S. 135f.
  135. The Daily Star March 09, 2006
  136. Terror upon Ahmadiyya and Freedom of Religion
  137. Jakarta Post vom 1. Mai 2006
  138. Anti-Ahmadiyya Mullah Burning Ahmadiyya Mosques – Indonesia, Al Jazeera News Report
  139. Die Erosion der Relgionsfreiheit in Indonesien, Zeit online, 10. Juni 2008
  140. Police step up security around sect, The Jakarta Post, 11. Juni 2008
  141. Dr. Yahya Hassan Bajwa in SFH-Infobörse, Verfolgungssituation der Ahmadi Muslime in Pakistan und Europa, April 1999, Seite 38
  142. Dr. Yahya Hassan Bajwa in SFH-Infobörse, Verfolgungssituation der Ahmadi Muslime in Pakistan und Europa, April 1999, Seite 37
  143. Friedrich Ebert Stiftung: Islamische Organisationen in Deutschland, S. 72–73 HTML
  144. Yohanan Friedmann: Prophecy Continuous. Aspects of Ahmadi Religious Thought and Its Medieval Background. 2. Auflage. Oxford University Press, Neu-Delhi 2003, S. 169–172
  145. Werner Ende et al.: Der Islam in der Gegenwart. 5. Auflage. C.H.Beck Verlag, München 2005, S. 732
  146. Yohanan Friedmann: Prophecy Continuous. Aspects of Ahmadi Religious Thought and Its Medieval Background. 2. Auflage. Oxford University Press, Neu-Delhi 2003, S. 44
  147. Werner Ende, Udo Steinbach, Renate Laut: Der Islam in der Gegenwart, C.H.Beck Verlag, München 2005, S. 356
  148. Hiltrud Schröter: Ahmadiyya: Religionsgemeinschaft auf der Basis unseres Grundgesetzes oder islamistische Politreligion? (Vortrag, Hannover 18. Juni 2003)
  149. Der Endlose Glaubenskampf – Thema des Tages: „Streit um die Moschee in Stöcken“, Hannoversche Neue Presse vom 19. Juni 2003
  150. „Verfassungsschutz-Chefin äußert sich im Streit um Moschee-Neubau“, Berliner Morgenpost am 23. April 2006
    „Ahmadiyya unauffällig“, Kinzigtal Nachrichten am 26. Februar 2002 (Nachweis 1, Nachweis 2)
  151. Offener Brief an Mirza Masrur Ahmad, 19. Juli 2003
  152. Annemarie Schimmel et al.: Der Islam III. Volksfrömmigkeit, Islamische Kultur, Zeitgenössische Strömungen. Kohlhammer, Stuttgart 1990, S. 415
  153. Muniruddin Ahmed: Das Fiqh der Ahmadiyya
Persönliche Werkzeuge