Dubăsari

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Дубэсарь / Dubăsari (rum.)

Дубоссары (Dubossary) (russ.)

Дубоссари (Dubossary) (ukr.)
Wappen
Wappen
Flagge
Flagge
Staat: TransnistrienTransnistrien Transnistrien (de-facto)
MoldawienMoldawien Moldawien (de-jure)
Rajon: Rajon Dubăsari
Koordinaten: 47° 16′ N, 29° 9′ O47.26666666666729.15638888888938Koordinaten: 47° 16′ N, 29° 9′ O
Höhe: 38 m. ü. M.
Fläche: 15,52 km²
 
Einwohner: 25.714 (2010[1])
Bevölkerungsdichte: 1.657 Einwohner je km²
 
Zeitzone: Osteuropäische Zeit (UTC+2/UTC+3)
Telefonvorwahl: (+373) 215
 
Bürgermeister: Eduard Kanzelewitsch
Webpräsenz:
Dubăsari (Transnistrien)
Dubăsari
Dubăsari

Dubăsari (bzw. russisch Дубоссары/Dubossary; ukrainisch Дубоссари) ist eine Bezirksstadt am Dnister in Transnistrien. Mit 23.650 Einwohnern (Volkszählung 2004) ist sie nach Tiraspol, Bender und Rîbnița die viertgrößte Stadt Transnistriens. Strategische Bedeutung hat Dubăsari, weil sich dort die Nord-Süd-Verbindung M4 und Hauptstraße Transnistriens von Tiraspol nach Rîbnița und die Ost-West-Verbindung M21 von Chișinău nach Odessa kreuzen.

Zentrum von Dubăsari
Brücke über den Dnister

Toponym[Bearbeiten]

Der Name der Stadt stammt von der Pluralform des alten rumänischen Worts dubăsar (Bootsmann) ab, das sich wiederum aus dubă (ein kleines hölzernes Boot) ableitet.

Wasserkraftwerk Dubossarskaya GES

Geschichte[Bearbeiten]

Dubăsari ist eine der ältesten Siedlungen in Moldawien. Gegenstände aus der Steinzeit und Grabhügel vermutlich skythischen Ursprungs wurden im Umkreis gefunden. Erste Erwähnung fand die moderne Siedlung Dubăsari zu Beginn des 16. Jahrhunderts als Siedlung moldauischer Bauern. Sie wurde 1792 Teil des Russischen Reiches und bekam 1795 das Stadtrecht zugesprochen.

Von 1924–1940 war Dubăsari Teil der Moldauischen Autonomen Sozialistischen Sowjetrepublik, die eine Untereinheit der Ukrainischen SSR darstellte. im Zuge der Industrialisierung der Sowjetunion in der Phase vor dem Zweiten Weltkrieg wurde Schwerindustrie dort angesiedelt. Nachdem die Sowjetunion infolge des Hitler-Stalin Pakts ihren Herrschaftsbereich bis an den Pruth ausgeweitet hatte, wurde Dubăsari Teil der neu gestalteten Moldauischen Sozialistischen Sowjetrepublik. Im Zuge des Feldzugs gegen die Sowjetunion den Rumänien an der Seite Hitler-Deutschlands bestritt, wurde Dubăsari Teil des rumänischen Besatzungsgebiets Transnistrien, in dem durch deutsche und rumänische Verbände etwa 185.000 Juden und Roma umkamen. Im Sommer 1944 wurde es wieder von sowjetischen Truppen eingenommen und die alte territoriale Gliederung wiederhergestellt.

Dubăsari und seine Vororte waren aufgrund der zentralen Lage uder der wirtschaftlichen Relevanz einer der Hauptgefechtsorte bei der Eskalation des Transnistrien-Konflikts 1992. Die Infrastruktur der Stadt erlitt erhebliche Schäden, die Bevölkerung sank von 35.530 im Jahr 1989 auf nur noch etwa 23.650 im Jahr 2004. Seit Ende des Konflikts wird die Stadt von Transnistrien kontrolliert.

Bevölkerung[Bearbeiten]

1989 betrug die Einwohnerzahl 35.530, darunter 15.414 Moldauer, 10.718 Ukrainer, 8.087 Russen und 1.587 Angehörige anderer ethnischer Abstammung. Nach dem Zensus von 2004 in Transnistrien hatte die Stadt nur noch 23.650 Einwohner[2], darunter 8.954 Moldauer, 8.062 Ukrainer, 5.891 Russen und 743 Angehörige anderer ethnischer Abstammung.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Von 1951 bis 1954 wurde ein Damm und das 48 MW Wasserkraftwerk Dubossarskaya GES in Dubăsari errichtet, das einen Großteil der Energieversorgung der Moldauischen Sozialistischen Sowjetrepublik übernahm und auch heute für Transnistrien von großer Bedeutung ist.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://mepmr.org/zip/gss/soc.eco.razv.all.09.zip
  2. pridnestrovie.net