Edward Schillebeeckx

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Edward Schillebeeckx OP (* 12. November 1914 in Antwerpen; † 23. Dezember 2009 in Nijmegen) war ein belgischer Dominikaner und römisch-katholischer Theologe.

Leben[Bearbeiten]

Edward Schillebeeckx gehörte der Ordensgemeinschaft der Dominikaner an und lehrte Dogmatik an der Katholischen Universität Löwen und Nijmegen (1958-1983). Als persönlicher Berater des niederländischen Kardinals Bernard Alfrink wirkte er am II. Vatikanischen Konzil mit. Seine Werke sind in viele Sprachen übersetzt worden.

Schillebeeckx studierte in Löwen. In der Nachkriegszeit brachten ihn seine weiteren Studien in Paris in Kontakt mit seinen Ordensmitbrüdern Yves Congar und Marie-Dominique Chenu. Er hat die jüngere Theologie des niederländisch-flämischen Sprachraums mit seiner Fortführung der Nouvelle Théologie stark beeinflusst und vertrat eine anthropozentrische Christologie.

Bereits in den unruhigen Jahren 1968/69 geriet Schillebeeckx öffentlich in Konflikt mit dem Vatikan. Die Glaubenskongregation rügte Inhalte des von Schillebeeckx mitgestalteten niederländischen Katechismus. Konkret kritisiert wurde die Umdeutung der Transsubstantiation in eine Transsignifikation, die vom Dogma abweichende Lehre über die Erbsünde, seine Haltung zur Unbefleckten Empfängnis Marias und zu Engeln und Dämonen. Schillebeeckx verweigerte die Zustimmung zu der Enzyklika Humanae Vitae Pauls VI. und wandte sich gegen den verpflichtenden Zölibat für Priester. 1979 musste Schillebeeckx sich für seine Schrift Jesus. Die Geschichte von einem Lebenden erneut vor der Kongregation für die Glaubenslehre verantworten.

In den letzten Jahrzehnten setzte er sich weiterhin kritisch mit der Kirche auseinander.

Schriften[Bearbeiten]

  • Ich höre nicht auf an den lebendigen Gott zu glauben: Gespräche mit Francesco Strazzari; Echter Würzburg 2006, ISBN 978-3-429-02765-0
  • Entstehungs- und Wirkungsgeschichte des Konzilsdokumentes „Über die Kirche in der Welt von heute“: Protokoll des Abendgesprächs vom 26. Sept. 1989; Romerohaus Luzern 1990
  • Menschen: die Geschichte von Gott; Herder Freiburg 1990, ISBN 3-451-21868-2
  • Mystik und Politik: Theologie im Ringen um Geschichte und Gesellschaft, Johann Baptist Metz zu Ehren; Matthias-Grünewald Mainz 1988, ISBN 3-7867-1372-3
  • Weil Politik nicht alles ist: von Gott reden in einer gefährdeten Welt; Herder Freiburg 1987, ISBN 3-451-20924-1
  • Christliche Identität und kirchliches Amt: Plädoyer für die Menschen in der Kirche; Patmos Düsseldorf 1985, ISBN 3-491-77637-6
  • Erfahrung aus Glauben: Edward-Schillebeeckx-Lesebuch; Herder Freiburg 1984, ISBN 3-451-20291-3
  • Jesus: die Geschichte von einem Lebenden. Herder, Freiburg 1980. ISBN 3-451-17233-X
  • Christus und die Christen: die Geschichte einer neuen Lebenspraxis Herder, Freiburg 1980 . ISBN 3-451-17912-1

Literatur[Bearbeiten]

  • Carsten Barwasser: Theologie der Kultur und Hermeneutik der Glaubenserfahrung: zur Gottesfrage und Glaubensverantwortung bei Edward Schillebeeckx OP; Lit Berlin 2010, ISBN 978-3-8258-1564-6
  • Bernadette Schwarz-Boenneke: Erfahren in Widerfahren und Benennen: zu Verständnis und Relevanz von Erfahrung in den christologischen Prolegomena von Edward Schillebeeckx; Lit Berlin 2009, ISBN 978-3-8258-0133-5
  • Salvatore Loiero: „... damit keiner zugrunde gehe“: zur Notwendigkeit und Bedeutung einer existentiellen Christologie in der fortgeschrittenen Moderne im Anschluss an Karl Rahner und Edward Schillebeeckx; Tyrolia Innsbruck 2005, ISBN 3-7022-2712-1
  • Edward C. F. A. Schillebeeckx, in: Internationales Biographisches Archiv 43/1984 vom 15. Oktober 1984, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)

Weblinks[Bearbeiten]