Ein riskanter Plan

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Filmdaten
Deutscher Titel Ein riskanter Plan
Originaltitel Man on a Ledge
Ein riskanter Plan.png
Produktionsland Vereinigte Staaten
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 2012
Länge 103 Minuten
Altersfreigabe FSK/JMK 12
Stab
Regie Asger Leth
Drehbuch Pablo F. Fenjves
Produktion Mark Vahradian
Lorenzo di Bonaventura
Musik Henry Jackman
Kamera Paul Cameron
Schnitt Kevin Stitt
Besetzung

Ein riskanter Plan (Originaltitel: Man on a Ledge) ist ein US-amerikanischer Thriller von Asger Leth aus dem Jahre 2012.

Handlung[Bearbeiten]

Der Film startet damit, dass Nick Cassidy unter falschem Namen in einem Hotel eincheckt. Er wird von einem Pagen auf sein Zimmer gebracht und bestellt Hummer und Champagner. Nachdem er ein Glas getrunken hat, steigt er aus dem Fenster auf einen Sims und erregt damit binnen kürzester Zeit die Aufmerksamkeit der New Yorker Bürger.

In einer Rückblende erfährt man, dass Nick Cassidy eigentlich eine 25-jährige Haftstrafe absitzen soll. Sein ehemaliger Polizisten-Kollege und Streifen-Partner Mike Ackerman besorgt ihm jedoch zur Beerdigung seines Vaters Freigang. Auf jener Beerdigung gerät Nick mit seinem Bruder Joey in einen handfesten Streit. Als die Vollzugsbeamten dazwischengehen wollen, überwältigt Nick diese und flüchtet.

Zurück zum Sims des Hotels: Feuerwehr und Polizei sperren die Straße ab, bereiten ein Sprungkissen vor und versuchen, zu Nick Kontakt aufzunehmen, um ihn vom Selbstmord abzubringen. Nick möchte aber mit niemandem außer der Polizei-Psychologin Lydia Mercer sprechen. Unwissend über Nicks eigentliche Identität merkt diese jedoch schnell, dass Nick „zu etwas entschlossen wirkt, aber nicht springen will“. Die Polizei durchsucht das Hotelzimmer erfolglos nach Spuren. Lydia gelangt aber an einen Fingerabdruck von Nick, als sie ihm eine Zigarette anbietet und behauptet, es sei ihre letzte, und man könne sie sich ja teilen. Anschliessend konfrontiert sie ihn mit dem Wissen über seine wahre Identität und sein Verbrechen: er soll dem New Yorker Geschäftsmann David Englander, von ihm in einem Nebenjob als Leibwächter engagiert, einen Diamenten entwendet haben. Nick appelliert an ihr Vertrauen, womit er dem Aufgehen seines Planes ein Stück näher kommt.

Gegenüber dem Hotel liegt das Büro von Englander, in das gerade Nicks Bruder Joey und dessen Freundin Angie einzubrechen versuchen. Nick vermutet nämlich, dass Englander aufgrund von Schulden, verursacht durch die Börsenkrise, den Raub mithilfe von korrupten Polizisten – unter anderem seinem Chef Dante Marcus und Nicks Ex-Partner Mike – inszeniert hatte, um die Versicherungssumme zu kassieren. Er vermutet, der Diamant befindet sich in dem Bürogebäude. Nicks Ausbruch war also nicht, wie anfangs zu vermuten, spontan, sondern mithilfe von Joey und Angie von langer Hand geplant. Der vermeintliche Selbstmord soll von dem Einbruch ablenken und Polizeikräfte binden, Nick hat über ein verstecktes Mikrofon Funkkontakt zu seinem Bruder, um ihn mit Informationen über die Vorgänge von außerhalb zu versorgen.

Die Situation spitzt sich zu, als ein Sondereinsatzkommando droht, einzugreifen, da Chief Marcus den Zusammenhang mit der Suizidsituation auf dem Sims ahnt. Somit läuft Joey und Angie die Zeit davon. Als sie es endlich geschafft haben, in den Tresorraum einzubrechen, ist der Diamant dort jedoch nicht auffindbar. Da sie nach wie vor vermuten, dass Englander ihn irgendwo im Büro versteckt haben muss, lösen sie absichtlich Alarm aus. Englander kommt in den Tresorraum und öffnet dort einen weiteren, geheimen Tresor, in dem sich der Diamant befindet und nimmt ihn an sich. Zurück in seinem Büro wird er von Joey und Angie überwältigt und gefesselt, sie nehmen ihm den Diamanten ab und bringen ihn ins Hotel. Dort übergeben sie den Stein an den Pagen, der Nick zu Beginn des Films in das Zimmer geführt hat.

In der Zwischenzeit kann Englander sich befreien und Marcus informieren, dass der Diamant von Joey Cassidy gestohlen wurde. Marcus behauptet deshalb gegenüber der Einsatzzentrale, dass Nick eine Bombe besitze und fordert, dass bei Sichtkontakt sofort auf ihn geschossen werden soll.

Es kommt zur Verfolgungsjagd durch das Hotel. Unterwegs begegnet Nick erneut dem Pagen, der ihm sein Jackett gibt, in dem sich der Diamant befindet. Auf dem Dach des Hotels wird Nick von Englander und Marcus gestellt, die damit drohen, seinen Bruder, der den beiden in die Hände gefallen ist, vom Dach zu werfen. Notgedrungen gibt Nick Englander den Diamanten. Marcus will trotzdem beide Brüder als unliebsame Zeugen töten, wird aber von Mike, der sein falsches Handeln von damals bereut, angeschossen, aber auch selbst im Schusswechsel mit seinem Chef getroffen. Lydia ist zwischenzeitlich auch auf dem Dach angekommen, hat im Hintergrund die Szene beobachtet und erschießt Marcus. Vom Dach aus beobachtet Nick, wie Englander mit dem einzigen Beweis seiner Unschuld durch die Menge der Schaulustigen zu seinem vor dem Büro geparkten Wagen flieht. Da er ihn zu Fuß vom Dach aus nicht rechtzeitig erreichen und aufhalten kann, springt er in das von der Feuerwehr für seinen vermeintlichen Selbstmord vorbereitete, doppelte Sprungkissen und setzt ihm von dort aus nach. Englander kann von ihm gestellt werden, Nicks Unschuld ist bewiesen.

Der Film endet in einer Bar zur "Siegesfeier". Bei dem Barkeeper handelt es sich um den Pagen aus dem Hotel, der Lydia dann als Nicks angeblich ja beerdigtem Vater vorgestellt wird.

Zum Abspann wird Police on my back von The Clash gespielt.

Kritik[Bearbeiten]

„Routiniert erzählter, aber vorhersehbarer Thriller, der durchaus unterhält, auch wenn Handlung und Dramaturgie keinerlei Wert auf eine realistische Beglaubigung legen.“

Lexikon des Internationalen Films[1]

„Leider krankt dieser Thriller von Asger Leth (‚Ghosts of Cité Soleil‘) an zu vielen Unwahrscheinlichkeiten. Zudem ahnt man viel zu früh, dass alles zum Racheplan des Protagonisten gehört. Während die Schauspieler offenbar noch ihr Bestes versuchen, gegen den übermächtigen Drehbuch-Wust einer verwursteten Geschichte zu agieren, geht alles im unglaubwürdigen Geplänkel unter.“

Prisma[2]

„Indem er seine Geschichte im 21. Stock in Gang setzt, steigert er die Fallhöhe und heizt die Neugier an, da geht es dem Zuschauer im Kino nicht anders als den Passanten auf der Straße. In luftiger Höhe beginnt er dann mit verschiedenen Genres zu balancieren, das Drama mutiert da zum Polizeithriller und Caper-Movie, der private Rachefeldzug zum Wirtschaftskrimi. Die Aufmerksamkeit, die ein Mann hoch oben auf einem Fenstersims auf sich zieht, ist da nichts anderes als ein gut getimtes Ablenkungsmanöver. So gesehen lenkt der Star Sam Worthington auch von den diskreteren Leistungen eines eindrucksvollen Ensembles ab.“

Sueddeutsche.de[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ein riskanter Plan im Lexikon des Internationalen Films, abgerufen am 8. April 2012
  2. Ein riskanter Plan auf prisma.de, abgerufen am 8. April 2012
  3. Anke Sterneborg: Auf dem Fenstersims auf sueddeutsche.de vom , abgerufen am 8. April 2012