Eisenbahnunfall von Zagreb

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Blick nach Osten von der Überführung Strojarska Straße: Von hier kam der Zug.
Blick nach Westen von der Überführung Strojarska Straße. Die Unfallstelle liegt etwa 300 Meter entfernt, etwa 150 m hinter den abgestellten Wagen, die in der Bildmitte zu sehen sind.

Bei dem Eisenbahnunfall von Zagreb entgleiste am 30. August 1974 der internationale Schnellzug (Nr. 10 410)[1] von Belgrad nach Dortmund bei der Einfahrt in den Hauptbahnhof[2][3] von Zagreb, damals: Jugoslawien, heute: Kroatien. 153 Tote und 60 Verletzte waren die Folge.

Ausgangslage[Bearbeiten]

Der Schnellzug war ein Sonderzug für Gastarbeiter, die zurück aus den Sommerferien nach Deutschland fuhren. Er verkehrte von Belgrad nach Dortmund und war mit etwa 400 Reisenden besetzt. Auf der Lokomotive befanden sich der Lokomotivführer und ein Beimann mit der Qualifikation eines Lokomotivführers.

Unfallgeschehen[Bearbeiten]

Die beiden Lokomotivführer waren seit 52 Stunden im Dienst und hatten in diesem Monat schon 300 Dienststunden angesammelt.[4] Schon die beiden vor Zagreb liegenden Bahnhöfe Ludina und Novoselec soll der Zug mit sehr hoher Geschwindigkeit durchfahren haben. Statt der vorgeschriebenen 40 km/h fuhr der Zug mit mehr als 100 km/h in die Einfahrt des Hauptbahnhofs von Zagreb: Die Lokomotivführer waren eingeschlafen.[4] Sie bremsten zwar schließlich noch, aber zu spät. Der Zug entgleiste 719 Meter vom Beginn des Gleises IIa,[5] die Wagen kippten tangential aus der Kurve, schoben sich ineinander und wurden zertrümmert. Die Lokomotive blieb auf den Schienen und fuhr um 22:33 Uhr allein auf dem Gleis IIa des Bahnhofs ein.[5]

Folgen[Bearbeiten]

Denkmal für Opfer des Eisenbahnunfall auf dem Mirogoj-Friedhof von Vojin Bakić.

153 Menschen starben, 60 weitere wurden darüber hinaus verletzt. Dies war der schwerste Eisenbahnunfall in der Geschichte Jugoslawiens. 41 der Toten konnten nicht mehr identifiziert werden und wurden in einem Gemeinschaftsgrab auf dem Mirogoj-Friedhof in Zagreb beigesetzt.[6][1]

Die beiden Lokomotivführer blieben bei dem Unfall unverletzt. Der erste Lokomotivführer wurde zu 15 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, der zweite Mann auf der Lokomotive erhielt 8 Jahre. Als mildernde Umstände wurde in beiden Fällen die mehr als zweitägige Dienstschicht der Beiden anerkannt. Seitens des Managements der Jugoslawischen Staatsbahn, das den Einsatz des übermüdeten Personals zugelassen hatte, wurde niemand zur Rechenschaft gezogen. Die Lokomotive des Unfallzuges befindet sich heute im Bestand des Kroatischen Eisenbahnmuseums.[5]

Quellen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Prije 35 godina 150 mrtvih na kolodvoru - Jutarnji.hr (Publiziert: 21. Dezember 2009.)
  2. Najveće željezničke nesreće: U Zagrebu je poginulo 153 ljudi - Jutarnji.hr (Publiziert: 15. Februar 2010.)
  3. "Zagrebačka noć užasa": Obilježava se godišnjica stravične željezničke nesreće na Glavnom kolodvoru - Vijesti.net - Index.hr (Publiziert: 30. August 2012. 12:54)
  4. a b David Fry: Zagreb, Yugoslavia 1974. 4. August 1998, abgerufen am 10. Januar 2014 (englisch).
  5. a b c 30. kolovoza 1974. noć užasa na zagrebačkom Glavnom kolodvoru - Jutarnji.hr Rekonstruktion der Leiterin des kroatischen Eisenbahnmuseums Helena Bunijevac und Kurator Denis Marohnić (Publiziert: 2. September 2006.)
  6. Dnevno.hr Najtragičnija željeznička nesreća u čitavoj hrvatskoj povijesti - 1974. - Dnevno News Portal (Publiziert: Donnerstag, 30. August 2012 02.04 Uhr)


45.80505115.989356Koordinaten: 45° 48′ 18″ N, 15° 59′ 22″ O