Elektronische Zeitung

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Dieser Artikel behandelt die via Datenübertragung übermittelte Zeitung, also ein Softwareprodukt. Für den Text auf elektronischem Papier, also Hardware, siehe Elektronisches Papier.

Eine elektronische Zeitung, E-Zeitung, oft auch E-Paper, E-Newspaper, ePaper oder e-paper (gesprochen [ɪ-ˈpeɪpɚ]) ist die elektronische Version eines Printmediums, das mittels Datenfernübertragung übertragen und an einem Bildschirm dargestellt wird. Die erste elektronischen Zeitung war der Columbus Dispatch; sie ging im Juli 1980 über den Online-Dienst CompuServe als Experiment an den Start und kostete die damals 3000, über die USA und Kanada verstreut angeschlossenen Leser 5 USD pro Stunde. 13 weitere Zeitungen speisten wenig später regelmäßig ihre Inhalte dort ein.[1]

Verwendung und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Internet-basierte Ausgabe einer Tageszeitung am Bildschirm wird meist als interaktive Grafik im Aussehen der Original-Tageszeitung im Zusammenspiel mit Techniken wie JavaScript und Cascading Style Sheets gestaltet. Jeder einzelne Artikel ist dann auswählbar und in einem separaten, demselben oder einem Pop-up-Fenster als größere, von anderen Artikeln unabhängige Grafik oder in Textversion lesbar. Öfter findet man diese Internetversion einer Tageszeitung jedoch als verschlüsselte PDF-Datei. Die Verschlüsselung bewirkt, dass manche Artikel, insbesondere aus einem Archiv, nicht ohne Weiteres kopiert und weitergegeben werden können.

Aktuell werden digitale Zeitungen und Zeitschriften hauptsächlich als E-Paper sowie als App für verschiedene (insbesondere mobile) Betriebssysteme angeboten. E-Paper bieten dabei in der Regel den Online-Zugriff auf eine interaktive 1:1-Abbildung der gedruckten Zeitung/Zeitschrift im Internet, die auch als PDF heruntergeladen und offline gelesen werden kann. Diese Eigenschaften sind zugleich Grundlage für die Berücksichtigung von E-Paper-Exemplaren in der IVW-geprüften Auflage.

Aktuell sind aufgrund der zunehmenden Verbreitung mobiler Lesegeräte (Smartphones, Tablet-PC) App-basierte Angebote ein starker Trend. Eine App bietet dabei den Online-Zugriff auf eine für den mobilen Zugriff optimierte Webseite der Zeitung, die in der Regel zugleich responsive aufgebaut ist, die Darstellung der Inhalte also dynamisch an die Displaygröße des verwendeten Lesegerätes anpasst. Apps bieten keine 1:1-Darstellung ihrer gedruckten Pendants, ihre Nutzung wird daher von der IVW zwar als mobiler Zugriff auf die Internet-Angebot einer Zeitung/Zeitschrift registriert, jedoch nicht als Auflage gewertet. Eine zunehmende App-Nutzung kann sich daher die Auflage und somit auf das Modell der Co-Finanzierung von Zeitungen und Zeitschriften durch Anzeigen negativ auswirken, denn für den Verkauf von Anzeigen bzw. für die Durchsetzung hoher Preise ist eine möglichst hohe Auflage erforderlich.

Die weltweit erste Tageszeitung, die ein täglich erscheinendes E-Paper-Angebot bereitstellte, war die Rhein-Zeitung im Jahr 2001. Inzwischen bieten fast alle Magazine und Zeitungen ebenfalls eine E-Paper-Ausgabe der gedruckten Version im Internet an. Zwischenzeitlich gab es das kostenlose Angebot NEWSMAX, eine werktags per E-Mail ausgelieferte PDF-Zeitung. Dieses Angebot wurde mittlerweile eingestellt.

Mit Hilfe spezieller Zeitungsdrucker und Zeitungskioske kann die elektronische Zeitung auch als Papierversion, zum Teil sogar im Originalformat, ausgegeben werden. Ein System für den tagesaktuellen Zeitungsdruck internationaler Zeitungen ist beispielsweise das von „Satellite Newspapers“, das besonders in Hotels, Zeitungsläden und an Flughäfen Verwendung findet, da dabei der übliche zentrale Druck mit anschließender Distribution entfällt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Karla, J. (2006): Elektronische Zeitung - Anpassung der Wertschöpfungstätigkeiten von Zeitungsverlagen bei Markteinführung einer Zeitung auf elektronischem Papier. Eul Verlag, Lohmar, 2006. Elektronische Zeitung
  • Mallik, Stephan (2008): Konzepte und Potentiale individualisierter Medienprodukte am Beispiel der Zeitung auf elektronischem Papier. VDM Verlag Dr. Müller, 2008

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. New York Times vom 7. Juli 1980, S. 17