Elise Friederike Hensler

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Elise Friederike Hensler, Gräfin von Edla

Elise Friederike Hensler (* 22. Mai 1836 in La Chaux-de-Fonds[1] oder Wien[2][3]; † 21. Mai 1929 in Lissabon) war eine Opernsängerin (Sopran), die als Gemahlin König Ferdinands II. von Portugal 1869 zur „Gräfin von Edla“ erhoben wurde.

Leben[Bearbeiten]

Elisa Friederike Hensler war die Tochter des Pianisten Conrad Hensler, der seine Tochter zur Vervollkommnung ihrer musikalischen Ausbildung mit nach Amerika nahm. Im Jahr 1856 hatte sie ihr Debüt als Opernsängerin in der Oper Linda di Chamounix[4] und wurde bald darauf eine gefeierte Sopranistin der amerikanischen Oper. Elise gastierte in Europa unter anderem in Italien, Berlin und Lissabon.[5]

Sie wurde 1860 Mätresse des Königs Ferdinand II. (1816–1885), dem man 1869 vor die Wahl stellte von seiner Geliebten abzulassen, oder als Nachfolger Isabellas II. die spanische Krone anzunehmen. Er entschied sich für Elise, die er am 10. Juni 1869 im Palacio de Visme in Lissabon heiratete und von Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha, einem deutschen Verwandten Ferdinands, zur „Gräfin von Edla“ erhoben wurde. Ferdinand verdankte seine Bekanntheit in Amerika fast ausschließlich seiner populären Gemahlin.[6] In der portugiesischen Königsfamilie war Elise auf Ablehnung gestoßen. Königin Maria Pia hatte einmal demonstrativ ein Glas zerbrochen, als Ferdinand einen Toast auf seine Gemahlin ausbringen wollte. Beim ersten öffentlichen Auftritt des Paares weigerten sich die Gäste Elise die Hand zu reichen.

Das Paar lebte im Palácio Nacional da Pena, wo beide einen künstlerischen Kreis um sich versammelten und Sintra zu einem alternativen Kulturhof machten. Elisa und ihr Mann gelten als Förderer und Gönner des Malers Columbano Bordalo Pinheiro und des Komponisten José Vianna da Motta. Den Palast bewohnte Elise auch weiter als Witwe,[7] da Ferdinand in seinem Testament seine Gemahlin zur Alleinerbin bestimmt hatte. Den größten Teil des Erbes hatte sie aber auf Druck der Presse an den portugiesischen Staat verkaufen müssen.

Sie verstarb, mittlerweile völlig verarmt, am 21. Mai 1929 in Lissabon.

Literatur[Bearbeiten]

  • Julia Dent Grant, John Y. Simon: The personal memoirs of Julia Dent Grant (Mrs. Ulysses S. Grant), SIU Press, 1988, S. 276 (Digitalisat)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Elise Hensler – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Dama De Sintra, ursprünglich veröffentlicht in La Pen am 12. Juni 1997
  2. [1] Gothaisches genealogisches Taschenbuch der gräflichen Häuser, 1922
  3. Fedor von Zobeltitz: Chronik der Gesellschaft unter dem letzten Kaiserreich, 1922. (Online)
  4. Eugene Tompkins: The history of the Boston Theatre, 1854-1901, Houghton Mifflin Company, 1908, S. 42
  5. Fedor von Zobeltitz: Chronik der Gesellschaft under dem letzten Kaiserreich, Band 1, Alster-Verlag, 1922, S. 296
  6. Marguerite Cunliffe-Owen: Within royal palaces, Union Publishing Co., 1892, S. 315
  7. John D. Bowman: Guide to Selections from the Montgomery County Sentinel, Maryland, January 1, 1897-December 31, 1901, Heritage Books, 2007, S. 175