Sintra

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Dieser Artikel beschreibt die Kleinstadt Sintra in Portugal. Zur weiteren Bedeutung siehe Sintra (Begriffsklärung).
Sintra
Wappen Karte
Wappen von Sintra
Sintra (Portugal)
Sintra
Basisdaten
Region: Lisboa
Unterregion: Grande Lisboa
Distrikt: Lissabon
Concelho: Sintra
Koordinaten: 38° 48′ N, 9° 23′ W38.802777777778-9.3816666666667Koordinaten: 38° 48′ N, 9° 23′ W
Einwohner: 9342 (Stand: 30. Juni 2011)[1]
Fläche: 12,24 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 763 Einwohner pro km²
Politik
Bürgermeister: Basílio Horta (PS/Partido Social Democrata
Kreis Sintra
Flagge Karte
Flagge von Sintra Position des Kreises Sintra
Einwohner: 377.249 (Stand: 30. Juni 2011)[3]
Fläche: 319,21 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 1182 Einwohner pro km²
Anzahl der Gemeinden: 20
Verwaltung
Adresse der Verwaltung: Câmara Municipal de Sintra
Largo Virgílio Horta, 4
2714-501 Sintra
Präsident der Câmara Municipal: Dr. Basílio Horta PS)
Webpräsenz: www.cm-sintra.pt


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Sintra ist eine Kleinstadt (Vila) in Portugal etwa 25 km westlich von Lissabon. Sie gehört zur gleichnamigen Município. Bekannt ist der Ort vor allem durch seine zum Teil jahrhundertealten Paläste, die Touristen aus aller Welt anlocken. Seit 1995 ist die Kulturlandschaft Sintra Weltkulturerbe der UNESCO.

Der Palácio Nacional da Pena

Geschichte[Bearbeiten]

Spuren der frühesten menschlichen Besiedlung führen hier bis in die Altsteinzeit, etwa die Funde von Penha Verde. Unter den jungsteinzeitlichen Funden ist die nahe dem Castelo dos Mouros ausgegrabene Siedlung São Pedro de Canaferrim zu nennen. Das Kuppelgrab von Monge stammt aus der Kupferzeit. In der Serra de Sintra finden sich weitere Spuren vorgeschichtlicher Besiedlung, bis zur Bronzezeit und bis zur Ankunft des Römischen Reiches. Aus römischer Zeit stammt u.a. der Staudamm Barragem romana de Belas, in Belas und die Römerstraße Calçada na Catribana. Aus den arabischen Aufzeichnungen nach der Landnahme durch die Mauren ab 711 wird eine bedeutendere Ortschaft namens Xintara oder Shantara erwähnt. So beschrieb der arabische Geograph Al-Bacr im 11. Jahrhundert den Ort als eine am Meer gelegene befestigte Siedlung, die Lissabon unterstand. Andere Quellen aus dem al-Andalus nannten den Ort als den nach Lissabon bedeutendsten in der Region.

Sintra erlebte seit dem 8. Jahrhundert eine Reihe christlicher Eroberungen und arabischer Rückeroberungen, bis Portugals erster König D.Afonso Henriques nach der Belagerung von Lissabon den Landstrich 1147 endgültig einnahm. 1154 erhielt Sintra erste Stadtrechte durch D.Afonso Henriques. Im Verlauf des 12. und 13. Jahrhunderts entstanden im Kreis Sintra eine Reihe Klöster, angelockt durch die ertragreichen Böden. Die Europa im 14. Jahrhundert heimsuchende Pestepidemie des Schwarzen Todes erreichte 1348 auch Sintra.

König D.Manuel I. nahm ab dem Ende des 15. Jahrhunderts weitreichende Neugestaltungen in der Stadt Sintra vor. Ab dem 16. Jahrhundert nahm die Beliebtheit Sintras bei den Oberschichten zu, und adlige Familien errichteten im Kreis Sintra einige Herrenhäuser. Das Erdbeben von Lissabon 1755 rief auch in Sintra erhebliche Zerstörungen hervor, denen in der Folge umfangreiche Arbeiten des Wiederaufbaus folgten. Ende 18. Jahrhundert entstand mit der Textildruckerei und -färberei Fábrica de Estamparia de Rio de Mouro die erste industrielle Einrichtung im Kreis.[4]

Sintra wurde insbesondere seit dem 19. Jahrhundert auch zunehmend Ziel für Großbürger, insbesondere internationale Künstler und Industriellenfamilien suchten die Gegend auf. Schriftsteller wie Lord Byron, Eça de Queiroz oder Hans Christian Andersen haben ihre Begeisterung für Landschaft, Klima und Architektur Sintras literarisch festgehalten.[5]

Vom 3. bis 6. Juni 1999 fand in Sintra die 47. Bilderberg-Konferenz statt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Am Palácio de Monserrate

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Kreis Sintra befindet sich auch Cabo da Roca, das Kap ist der westlichste Punkt des europäischen Festlandes. Wanderwege sind im Kreis angelegt, darunter auch Rundgänge und Parkwanderungen, etwa durch den Parque da Pena.

Der Lissaboner Aquädukt Aqueduto das Águas Livres beginnt in Belas, im Kreis Sintra.

Museen[Bearbeiten]

  • Das fröhlich verzierte Museu do Brinquedo zeigt auf vier Stockwerken 40.000 Spielsachen aus dem 3. Jahrhundert v. Chr. bis heute
  • Das Museu de Arte Moderna ist in einem 1920 errichteten Casino untergebracht und zeigt eine umfangreiche Sammlung moderner Kunst
  • Im Museu Anjos Teixeira sind die Sammlungen der beiden Bildhauerbrüder Anjos Teixeira zu sehen
  • An den römischen Ruinen Ruínas de São Miguel de Odrinhas ist auch ein Museum eingerichtet
  • Im Centro Cultural Olga Cadaval werden, neben Veranstaltungen in den Sälen, auch Ausstellungen gezeigt
  • Luftfahrtmuseum Museu do Ar (siehe Abschnitt weiter unten zum Militärflugplatz, unter Verkehr)
  • Das Wissenschaftsmuseum Centro Ciência Viva de Sintra (dt.: Zentrum lebendiger Wissenschaft von Sintra)

Sport[Bearbeiten]

Die Damenmannschaft des am 1. Dezember 1880 gegründeten Fußballvereins Sociedade União 1º Dezembro ist Rekordmeister des Campeonato Nacional, der höchsten Spielklasse des Frauenfußballs in Portugal. Die Herrenmannschaft der SU 1º Dezembro spielte in der Saision 2013/14 in der dritten Liga, in der Série G des Campeonato Nacional de Seniores. Das Heimstadion des Vereins ist der Campo Conde de Sucena mit 1.500 Plätzen.[6]

Der Fußballverein Sport União Sintrense wurde 1911 gegründet und spielte in der Saison 2013/14 mit dem Lokalrivalen SU 1º Dezembro in der dritten Liga, ebenfalls in der Série G des Campeonato Nacional de Seniores. Das vereinseigene Stadion Estádio do Sport União Sintrense fasst 2.800 Zuschauer.[7] Weitere Fußballvereine im Kreis, die sämtlich in Ligen des Distriktverbandes spielen, sind Atlético Clube do Cacém, Clube Atlético Pêro Pinheiro, der Real Sport Clube aus Queluz, der Sporting Clube de Lourel, und der Mem Martins Sport Clube, der sich zudem durch eine Vielfalt praktizierter Sportarten auszeichnet.

Zu erwähnen ist auch der Rollhockey-Verein Hockey Clube de Sintra.

1999 fand im Kreisgebiet das internationale Golfturnier Estoril Open statt.

Verwaltung[Bearbeiten]

Gemeinde[Bearbeiten]

Portugiesische Kommunalwahl 2009
Organ PSD PS PCP-PEV BE
Câmara Municipal 6 4 1 0
Assembleia Municipal 28 19 4 2
davon: direkt gewählt 15 12 4 2

Der Kreis[Bearbeiten]

Sintra ist Verwaltungssitz eines gleichnamigen Kreises (Concelho) im Distrikt Lissabon. Am 30. Juni 2011 hatte der Kreis 377.249 Einwohner auf einer Fläche von 319,2 km²[3].

Die Nachbarkreise sind (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend): Mafra, Loures, Amadora, Oeiras und Cascais. Im Westen grenzt der Kreis Sintra an den Atlantik.

Das Rathaus (Câmara Municipal) von Sintra

Die folgenden Gemeinden (Freguesias) liegen im Kreis Sintra:

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Einwohnerzahl im Kreis Sintra (1801 – 2011)
1801 1849 1900 1930 1960 1981 1991 2001 2011
12 486 17 129 26 074 37 986 79 964 226 428 260 951 363 749 377 837

Kommunaler Feiertag[Bearbeiten]

  • 29. Juni

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

  • MarokkoMarokko: El Jadida, Marokko (seit 1988)
  • Kap VerdeKap Verde: Vila Nova Sintra, Kap Verde (seit 1995)
  • AngolaAngola: Lobito, Angola (seit 1997)
  • BrasilienBrasilien: Petrópolis, Brasilien (seit 1997)
  • Guinea-BissauGuinea-Bissau: Bissau, Guinea-Bissau (seit 1997)
  • Sao Tome und PrincipeSão Tomé und Príncipe: Trindade, São Tomé und Príncipe (seit 1997)
  • JapanJapan: Ōmura, Japan (seit 1997)
  • Vereinigte StaatenVereinigte Staaten: Honolulu, USA (seit 1998)
  • MosambikMosambik: Namaacha, Mosambik (seit 1999)
  • KubaKuba: Havanna, Kuba (seit 2000)[8]
  • MarokkoMarokko: Asilah, Marokko (seit August 2006)
Die Fabrik der Galucho, einem Hersteller landwirtschaftlicher Maschinen

Wirtschaft[Bearbeiten]

Zu den hier ansässigen Unternehmen zählt die Hauptverwaltung des Papierkonzerns Inapa, das international tätige Stadion-Bauunternehmen Lusoarenas, die Maschinenfabrik Galucho, u.a. Eine Vielzahl Stiftungen haben dazu im Kreis Sintra ihren Sitz. Auch der Fremdenverkehr ist von Bedeutung.

Verkehr[Bearbeiten]

Nahverkehr[Bearbeiten]

Der Bahnhof von Sintra ist Endstation der Linha de Sintra, einer Linie des S-Bahn-ähnlichen Vorortzugsystems von Lissabon (beginnend an der Estação Rossio). Die Linha de Sintra bedient noch den Bahnhof Portela de Sintra innerhalb des Stadtgebietes.[9]

Vom Omnibusbahnhof am Bahnhof Portela de Sintra fahren Linienbusse z.B. in ca. 30 Minuten nach Estoril. Die Scotturb (Sintra-Cascais-Oeiras Transportes Terrestres Urbanos) betreibt über 70 regionale Buslinien, daneben bieten weitere Verkehrsgesellschaften Verbindungen an.

Die städtische Straßenbahn Sintra führt an die Atlantikküste zum Strand von Praia das Maçãs, entweder in offenen (meist gelben) Wagen, oder in geschlossenen (meist roten) Waggons. Von Freitag bis Sonntag verkehrt sie im festen Fahrplan, während sie von Dienstag bis Donnerstag nur nach Vorbestellungen fährt.[10]

Fernverkehr[Bearbeiten]

Mit der rund 7 Kilometer vom Stadtzentrum entfernten Haltestelle Mira-Sintra-Meleçâs der Linha do Oeste ist Sintra an das Eisenbahnnetz des Landes angeschlossen.

Die Autobahnen A16 und A37 führen aus dem Großraum Lissabon nach Sintra. Die Nationalstraße N375 führt von Sintra weiter in Richtung Küste.

Zirka fünf Kilometer außerhalb Sintras liegt in nordöstlicher Richtung ein Militärflugplatz der portugiesischen Luftstreitkräfte.

Militärflugplatz Sintra[Bearbeiten]

Der Militärflugplatz Sintra (port.: Base Aérea de Sintra) ist ein Militärflugplatz der portugiesischen Luftstreitkräfte Força Aérea Portuguesa (FAP), die ihn offiziell als Base Aérea Nº1 (BA1) führt. Die Basis liegt bei der Granja do Marquês und sie war 1914 die "Wiege" der portugiesischen Militärluftfahrt. Hier sind heute Schulflugzeuge als Teil der Academia da Força Aérea stationiert. Daneben befindet sich hier auch das Museum der Luftstreitkräfte, im Luftfahrtmuseum Museu do Ar.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Sintra – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence and Sex; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística
  2. a b Übersicht über Code-Zuordnungen von Freguesias auf epp.eurostat.ec.europa.eu
  3. a b www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence and Sex; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística
  4. www.verportugal.net, abgerufen am 27. Oktober 2013
  5. Lydia Hohenberger, Jürgen Strohmaier: Portugal. 2. Auflage, DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2009, S. 170
  6. Der Campo Conde de Sucena auf www.europlan-online.de, abgerufen am 27. Oktober 2013
  7. Das Estádio do Sport União Sintrense auf www.soccerway.com, abgerufen am 27. Oktober 2013
  8. www.anmp.pt, abgerufen am 27. Oktober 2013
  9. Die Linha de Sintra auf der englisch-portugiesischen Website www.luso.u-net.com, abgerufen am 27. Oktober 2013
  10. Seite zur Straßenbahn (engl.) auf der Website der Stadtverwaltung, abgerufen am 27. Oktober 2013
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