Ella Bergmann-Michel

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Ella Bergmann-Michel (* 1895 in Paderborn; † 1971 in Vockenhausen bei Frankfurt am Main) war eine deutsche Malerin, Fotografin und Dokumentarfilmerin. Mit ihren Bild-Collage gilt sie als Pionierin der klassischen Moderne, die besonders vom Dadaismus, Surrealismus und vom Bauhaus geprägt wurde.

Leben[Bearbeiten]

Ella wurde als Tochter des Drogisten Wilhelm Bergmann 1895 in Paderborn geboren.[1] Sie begann 1914 ein Studium an der, von reformerischen Ansätzen des Henry van de Velde geprägten, Großherzoglichen Sächsischen Hochschule für Bildende Künste in Weimar. Sie besuchte dort die Zeichenklasse von Walther Klemm und lernte Robert Michel kennen, den sie 1919 heiratete.

Ella lebte und wirkte ab 1920 zusammen mit ihrem Mann und zwei Kindern, auf der „Schmelzmühlen“, in Vockenhausen im Taunus, die sich zu einem wichtigen Treffpunkt von Künstlern wie Willi Baumeister, László Moholy-Nagy, Jan Tschichold und Kurt Schwitters entwickelte, mit dem die Michels eine lebenslange Freundschaft verband sowie später Joris Ivens, Asja Lacis und Dziga Vertov.

Neues Frankfurt[Bearbeiten]

In ihren fotografischen Arbeiten untersuchte sie das Verhältnis zwischen öffentlichem und privatem Raum, die Sozialverhältnisse sowie die Arbeits- und Wohnsituation in Frankfurt am Main. Ihr Stil lässt sich dem Neuen Sehen zuordnen. Sie war 1931 an der Gründung der Gruppe „Das Neue Frankfurt“ im Rahmen des Projekts Neues Frankfurt beteiligt und gründete auch die die „Liga für unabhängigen Film“, die Avantgardefilme internationaler Filmemacher präsentierte. . Durch ihre Freundschaft mit der Fotografin Ilse Bing, lernte sie den niederländischen Architekten Mart Stam kennen, mit dem sie einen Film über ein von ihm und Ferdinand Kramer erbautes Altersheim in Frankfurt plante. Zwischen 1931-1933 drehte Bergmann-Michel fünf Dokumentarfilme, die unter anderem zusammen mit dokumentarischen Stummfilmen von Joris Ivens, Flaherty, László Moholy-Nagy, Basse und Clair gezeigt wurden.

Bei der Arbeit zu ihrem Film „Wahlkampf 1932“ über die Wahlpropaganda der Nationalsozialisten im Reichstagswahlkampf 1932/33, wurde Ella Bergmann-Michel verhaftet und erhielt Berufsverbot.

Nach 1945[Bearbeiten]

Nach dem Krieg widmete sie sich ausschließlich der Weiterentwicklung ihres Werkes in Malerei und Graphik. Ihr Sohn, Hans Michel (1920–1996) wurde ein bedeutender Grafiker und Grafikdesigner.

Werk[Bearbeiten]

  • Wo wohnen alte Leute. (Deutschland 1931) im Auftrag des Architekten Mart Stam
  • Erwerbslose kochen für Erwerbslose. (Deutschland 1932)
  • Fliegende Händler in Frankfurt am Main. (Deutschland 1932)
  • Fischfang in der Rhön. (Deutschland 1932)
  • Wahlkampf 1932. (Deutschland 1932/33)

Nachlass[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Franz Menges: Bergmann-Michel, Ella. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 17, Duncker & Humblot, Berlin 1994, ISBN 3-428-00198-2, S. 443 f. (Digitalisat).