Elmar Mittler

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Elmar Mittler im August 2007

Elmar Jakob Nikolaus Mittler (* 8. Mai 1940 in Andernach am Rhein) ist ein deutscher Bibliothekar. Er war Direktor der Universitätsbibliotheken Heidelberg und Göttingen.

Leben[Bearbeiten]

Nach Abschluss seines Studiums der Germanistik und Geschichte in Bonn und Freiburg im Breisgau im Jahr 1964 mit dem Staatsexamen und seiner Promotion im Jahr 1966 leitete Mittler von 1974 bis 1976 die Badische Landesbibliothek Karlsruhe und anschließend von 1979 bis 1990 die Heidelberger Universitätsbibliothek. Von 1990 bis 2006 war Mittler Direktor der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen). Während dieser Zeit fanden der Umzug der Bibliothek in den 1993 eröffneten Neubau auf dem Campus der Universität und die 2006 abgeschlossene Sanierung der heute als Ausstellungs- und Veranstaltungsraum dienenden Paulinerkirche sowie des Historischen Gebäudes der Bibliothek statt. Unter Mittlers Leitung wurde die Göttinger Universitätsbibliothek im Jahr 2002 als „Bibliothek des Jahres“ ausgezeichnet.

Seit 1985 lehrte Mittler als Honorarprofessor am Institut für Buchwissenschaft der Universität Mainz, 2002 wurde er zum Honorarprofessor an der Universität Göttingen ernannt.

Nach der Wiedervereinigung war er in seiner Funktion als Sprecher des westdeutschen Bibliotheksverbandes maßgeblich an dem Zusammenschluss mit dem Bibliotheksverband der DDR im Deutschen Bibliotheksverband (DBV) beteiligt, der auf der gemeinsamen Mitgliederversammlung am 28. Februar 1991 in Göttingen vollzogen wurde. Von 1994 bis 2000 war Mittler Mitglied des Bibliotheksausschusses der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Von 1999 bis 2002 war er Präsident der Ligue des Bibliothèques Européennes de Recherche (LIBER), dem Zusammenschluss der europäischen Forschungsbibliotheken.

In besonderem Maße setzte Mittler sich während seiner Zeit als Direktor der SUB Göttingen für die digitale Mediennutzung ein. So war er an der Übernahme der in den Niederlanden von OCLC PICA entwickelten Bibliothekssoftware PICA im Gemeinsamen Bibliotheksverbund (GBV) und dem Aufbau der Verbundzentrale des GBV in Göttingen führend beteiligt. In dem während seiner Amtszeit gegründeten Göttinger Digitalisierungszentrum (GDZ) wurde im Jahr 2000 die weltweit erste Digitalisierung einer Gutenberg-Bibel ins Internet gebracht. Im Jahr 2001 wurde unter seiner Führung die Deutsche Initiative für Netzwerkinformation (DINI) gegründet, ein deutschlandweiter Zusammenschluss der Informationsserviceeinrichtungen Bibliotheken, Rechenzentren, Medienzentren und Instituten an Forschungs- und Bildungseinrichtungen sowie Fachgesellschaften.

2005/06 war Mittler gemeinsam mit Rainer Kuhlen Sprecher des 2004 gegründeten Aktionsbündnisses „Urheberrecht für Bildung und Wissenschaft“, das sich für den freizügigen Zugriff auf publiziertes Wissen gemäß den Erfordernissen von Bildung und Wissenschaft einsetzt. Seine Verbundenheit mit den Ideen freier Inhalte dokumentierte er im Jahr 2006, als – von ihm gefördert – die weltweit erste Wikipedia Academy an der Göttinger Universitätsbibliothek stattfand. Mittler ist Vorsitzender von CERL, dem Consortium of European Research Libraries.

2010/11 war Elmar Mittler Fellow des Gutenberg-Forschungs-Kollegs der Johannes Gutenberg-Universität Mainz im Rahmen des Forschungsschwerpunktes Medienkonvergenz.[1] Mittler ist der Vater von Daniel Mittler, seit Mai 2010 politischer Direktor von Greenpeace International, und von Barbara Mittler, Professorin für Sinologie an der Universität Heidelberg.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. http://www.medienkonvergenz.uni-mainz.de/forschung/gfk-fellowship/
  2. Ehrendoktorwürde für Bibliothekswissenschaftler Elmar Mittler, in: Informationsdienst Wissenschaft vom 15. November 2010, abgerufen am 25. November 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Elmar Mittler – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Hans Helmut Vogt Direktor der Universitätsbibliothek Göttingen
1990–2006
Norbert Lossau