Emmy Roth

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Emmy Roth, fotografiert von Wanda von Debschitz-Kunowski

Emmy Roth (* 12. Mai 1885 in Hattingen als Emmy Urias; † 11. Juli 1942 in Tel Aviv) war eine deutsche Silberschmiedin.

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Leben[Bearbeiten]

Emmy Urias wuchs mit den Geschwistern Rosalie (* 1878) und Josef (1879-1943) in einer bürgerlichen Familie auf, die sich vom Wanderhandel hochgearbeitet hatte und in Hattingen das Kaufhaus im Steinhagen 15 betrieb. Am 31. Oktober 1906 heiratete sie den in Berlin lebenden Kaufmann Paul Baehr, von dem sie 1911 geschieden wurde. Durch eine zweite Ehe hieß sie Roth. Sie absolvierte eine Ausbildung in Gold- und Silberschmiedewerkstätten in Düsseldorf, Wien und Paris und machte um 1906 die Meisterprüfung, was Frauen seinerzeit nur in wenigen Berufen möglich war. Um 1916 eröffnete sie in Charlottenburg, Clausewitzstraße 8, eine eigene Werkstatt als Silberschmiedin und arbeitete mit Silber und Sterlingsilber, aber auch mit nickellegiertem Messing und Neusilber.

Die Formgebung ihrer Alltagsgegenstände, z.B. Teekannen, orientierte sich am im Bauhaus entwickelten sachlichen Stil. Roth stellte auf Messen aus, so 1931 bei der Deutschen Bauausstellung in Berlin, und es gelang ihr auch, durch einen Artikel im New Yorker Kunstmagazin „Creative Art“ (1929), Aufträge aus dem Ausland zu erhalten. Roth war Mitglied der von Ida Dehmel im Jahre 1926 gegründeten „Gemeinschaft deutscher und österreichischer Künstlerinnenvereine alle Gattungen“ (GEDOK). Nach der Machtübergabe an die Nationalsozialisten 1933 emigrierte sie nach Frankreich. Zwei Jahre später entschloss sie sich, Europa zu verlassen und ging nach Palästina, zunächst wahrscheinlich nach Jerusalem, später nach Tel Aviv. Als sie in den Jahren 1937/1938 noch einmal für kurze Zeit nach Europa kam, arbeitete sie in Voorschoten für die niederländische Silberwarenfabrik Van Kempen en Begeer [1] als Industriedesignerin. Nachdem sie 1939 nach Palästina zurückgekehrt war, soll sie den Auftrag für die großen Lüster der Jerusalemer Hurva-Synagoge erhalten haben. Roth erkrankte an Krebs und beging Suizid, der Bruder Josef starb 1943 in einem Schweizer Flüchtlingslager.

Die Stadt Hattingen erinnert an sie in der Straße Steinhagen mit einem Stolperstein aus Messing.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Koninklijke Van Kempen & Begeer siehe niederländische Wikipedia nl:Koninklijke Van Kempen & Begeer