Kaufhaus

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Kaufhaus (Begriffsklärung) aufgeführt.
Kaufhaus in Brünn

Ein Kaufhaus ist ein Einzelhandelsgeschäft, das Handelswaren aus einer oder wenigen bestimmten Warengruppe(n) in tiefer Gliederung (viele Artikel pro Warengruppe) auf einer Verkaufsfläche von mindestens 1000 m² bietet.

Am stärksten verbreitet sind Kaufhäuser mit Textilien (z. B. C&A, H&M, SinnLeffers etc.) und mit Elektrogeräten oder Elektronik.

Das Kaufhaus ist eine Weiterentwicklung des Fachgeschäftes zu einem großen Einzelhandelsbetrieb. Es bietet Waren aus einer Warengruppe in vielen Ausführungen, Preislagen und Qualitätsstufen an (enges und tiefes Sortiment).

In der Regel bieten Kaufhäuser auch diverse Kundendienstleistungen an.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Die Entstehung des Kaufhauses verdankte sich dem Preisvorteil durch hohen Rabatt wegen des Einkaufs großer Mengen an Waren. Daher versuchten Händler mit kleinen Ladengeschäften (Einzelhandel) von Anfang an die Expansion der Waren- und Kaufhäuser auf gesetzlichem Wege zu behindern. Mit der Verbreitung von eigenen Fachgeschäften bzw. Franchisebetrieben der Markenhersteller, Einkaufspassagen, Discounter und Handelsketten mussten die kleineren Einzelhandelsunternehmen Umsatzeinbußen hinnehmen.[1] In der Ära des Internets und den dadurch möglich gewordenen Preisvergleich und Einkauf per PC nimmt auch der Umsatz von Kaufhäusern tendenziell ab.[2]

[Bearbeiten] Abgrenzung

Umgangssprachlich werden die Begriffe Warenhaus und Kaufhaus häufig begriffsgleich verwendet. Die beiden Betriebsformen unterscheiden sich jedoch in der Breite der Sortimentsgestaltung. Warenhäuser führen z.B. häufig eine Lebensmittelabteilung, Kaufhäuser nicht.[3]

Die Qualität der Waren in den drei Betriebsformen lässt sich nicht allgemeingültig unterscheiden. Fachgeschäfte bieten in der Regel sehr hochwertige Artikel mit einer fachkundigen Beratung an. Kaufhäuser vertreiben eher Waren für die durchschnittlichen Ansprüche, wobei aber auch hier Ausnahmen möglich sind wie z.B. das Kulturkaufhaus Dussmann in Berlin. Waren- und Kaufhäuser haben in den letzten Jahrzehnten ihr Sortiment durch ein hochwertigeres Warenangebot aufgewertet (trading up). Auch wurden eigene Waren- und Kaufhausabteilungen durch Fachgeschäfte von Fremdanbietern ergänzt.

Die Vorstufe des Kaufhauses, die Passage, wurde zum Gegenstand einer geschichtsphilosophischen Untersuchung von Walter Benjamin („Das Passagen-Werk“).

[Bearbeiten] Siehe auch

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Kaufhäuser – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Sven Becker: „Existenzkrise. Hier ruht das deutsche Kaufhaus“, Financial Times Deutschland, 21. April 2009
  2. M. Scharnigg: „Kaufhäuser in Not. Der schrecklich mündige Kunde“, Süddeutsche Zeitung, 9. August 2008
  3. http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/warenhaus.html; http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/kaufhaus.html
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