Ephyra

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Ephyra (griechisch Έφυρα, altgriechisch Ἔφυρα) war in der Antike eine Stadt an der Küste von Epirus in Griechenland. Nach ihr ist die Keramikgattung Ephyra-Schale benannt. Ihr ursprünglicher Name lautete Kichyros (alternative Transkription Cichorus, Cichyrus). Sie war Hauptstadt der antiken Landschaft Thesprotis und wurde von dem Pelasger-Anführer Thesprotos errichtet.

Die Ruinen von Ephyra liegen nördlich des heutigen Dorfes Mesopotamo und 4 km vom Dorf Ammoudia in der Präfektur Thesprotia. Die Ruinen von Ephyra sind offensichtlich spätmykenischen Ursprungs. In der Nähe der ehemaligen Stadt mündet wie in der Antike auch der Fluss Pyriphlegeto (Vovos) in den Fluss Kokytos, welcher von Norden aus Paramythia her kommend auf Ephyra zufließt und auf Höhe der Ruinen in den aus Osten bzw. Nordosten kommenden Acheron mündet. In einer Entfernung von ca. 500 m findet sich auf einem Berg eine kleine Kirche eines spätbyzantinischen Klosters.

In antiker Zeit fand sich in unmittelbarer Nähe von Ephyra der Acherousia-See, welcher vom Acheron gespeist wurde und in seiner heutigen Mündungsebene lag. Der See ist mittlerweile verlandet und in Mündungsebene des Acheron integriert. Diese hat auch die in der Antike noch weit in das Landesinnere ragende Bucht Glykys Limen (Bucht von Ammoudia) verlanden lassen und entsprechend verkleinert. In der Nähe der Stadt Ephyra fanden sich folgende weitere antike Siedlungen und Städte: Pandosia, Elaia und Buchetion.

Die Ausgrabungen in Ephyra wurden ab 1958 durch Sotoris Darakis durchgeführt. 1976 bis 1977 wurde im Rahmen der Ausgrabungen das Totenorakel Nekromanteion mit einer Fläche von 62 mal 46 Meter unterhalb einer Kirche freigelegt. Das Nekromanteion war das einzige Totenorakel in Griechenland. Die Überreste des Nekromanteion fanden sich in 500 m Entfernung zu den Überresten der mykenischen Ruinen aus dem 14. Jahrhundert v. Chr.

In der Mythologie spielt Ephyra als Inhaftierungsort von Theseus und Peirithoos eine Rolle. Die Inhaftierung erfolgte aufgrund des Versuches beider Inhaftierten, Proserpina zu entführen. In der Mythologie wird des Weiteren davon ausgegangen, dass der Erbauer der Stadt Phidippos, der Enkel von Herkules, gewesen ist.[1]

Quellen[Bearbeiten]

  1. William Hazlit: The Classical Gazetteer. 1851. S. 147; Velleius Paterculus. Historia Romana 1.1.1

39.23527777777820.534444444444Koordinaten: 39° 14′ 7″ N, 20° 32′ 4″ O