Erich Schmidt-Eenboom

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Erich Schmidt-Eenboom (* 1953 in Leer, Ostfriesland) ist ein deutscher Publizist und Geheimdienstexperte.

Leben[Bearbeiten]

Schmidt-Eenboom wuchs in Leer auf und besuchte das dortige Gymnasium für Jungen.

Arbeit als Publizist[Bearbeiten]

Er ist Autor zahlreicher Bücher zum Thema, Interviewpartner in Fernsehen und Rundfunk und Leiter des Forschungsinstituts für Friedenspolitik in Weilheim (Oberbayern). Im Jahre 2005 stellte sich heraus, dass er durch den Bundesnachrichtendienst (BND) seit 1993 für geraume Zeit umfassend überwacht wurde[1], was zum sogenannten Journalisten-Skandal des BND führte. Auslöser für die Überwachung war offensichtlich sein 1993 erschienenes Buch „Der BND“.

Im Zuge der BND-Affäre um das Ausspionieren von Journalisten berichtete Focus 2006, der BND habe Schmidt-Eenboom mehrmals kleinere Spenden für sein Weilheimer Forschungsinstitut für Friedenspolitik zukommen lassen, und er sei unter den Decknamen „März“ und „Gladiator“ beim BND erfasst gewesen. Im Gegenzug habe er einem BND-Kontaktmann im Juli 1997 kopierte Dokumente eines verstorbenen Stasi-Spions zur Auswertung überlassen. Schmidt-Eenboom will nach eigener Einschätzung stets die notwendige Distanz zum BND gewahrt haben, er habe nie Informanten verraten und sich nur ab und an mit dem BND auf „ein Katz- und Mausspiel eingelassen“.[2]

Der „Schäfer-Bericht“[3][4] beschäftigt sich unter dem Decknamen „Journalist T“ mit Schmidt-Eenboms Beziehung zum BND bis zu dessen Arbeit für diesen.

Bibliographie (Auszüge)[Bearbeiten]

  • Wiesbaden - Eine Analyse der militärischen Strukturen in der hessischen Landeshauptstadt. Erweiterte Fassung der gutachterlichen Stellungnahme für die Landeshauptstadt Wiesbaden, zusammen mit Barbara Dietrich, 1987
  • Siegermacht NATO. Dachverband der neuen Weltordnung, zusammen mit Jo Angerer, Verlagsgesellschaft Berg 1993, ISBN 3861180227
  • Der BND, ECON Verlag, Berlin 1993, ISBN 3-430-18004-X
  • Die schmutzigen Geschäfte der Wirtschaftsspione, zusammen mit Jo Angerer, ECON Verlag 1994, ISBN 3-430-18007-4
  • Der Schattenkrieger, Klaus Kinkel und der BND, ECON Verlag, Berlin 1995, ISBN 3-430-18014-7
  • UNDERCOVER Wie der BND die deutschen Medien steuert. Droemer-Knaur, München 1999, ISBN 3-426-77464-X
  • Gegen Freund und Feind, zusammen mit Peter F. Müller und Michael Müller, Rowohlt, Reinbek 2002, ISBN 3-498-04481-8
  • In: Das Schweigekartell. Der 11. September - Hintergründe & Folgen. Arnold Schölzel (Hrsg.), sein Beitrag Nachrichtendienste im Anti-Terror-Krieg, Kai Homilius Verlag, Berlin 2002, ISBN 3-89706-892-3
  • GEHEIMDIENST, POLITIK und MEDIEN. Meinungsmache UNDERCOVER. Kai Homilius Verlag, Berlin 2004, ISBN 3-89706-879-6.
  • mit Matthis Ritzi: Im Schatten des dritten Reiches. Der BND und sein Agent Richard Christmann. Ch. Links Verlag, Berlin 2011, ISBN 978-3-86153-643-7.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. BND-Skandal: "Sie beschatteten mich sogar in der Sauna" DER SPIEGEL, 11. November 2005
  2. Skandal: Systematisch infiltriert FOCUS (20/2006), 15. Mai 2006
  3. Schäfer-Bericht bei Archive.org.
  4. vertraulicher Teil des Schäfer-Berichts