Ernst Bader

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Dieser Artikel behandelt den Schauspieler und Liedtexter Ernst Bader. Für den gleichnamigen Maler siehe Ernst Bader (Maler).
Grab von Ernst Bader in Garstedt, Norderstedt

Ernst Bader (* 7. Juni 1914 in Stettin; † 10. August 1999 in Norderstedt) war ein deutscher Schauspieler, Liedtexter und Komponist.

Leben[Bearbeiten]

Bader wuchs in Stettin auf, wo er ab 1920 das König-Wilhelm-Gymnasium besuchte. 1923 zog die Familie nach Kolberg um, wo er das Domgymnasium besuchte, aber ohne Abschluss 1933 an die Berliner Schauspielschule wechselte. Neben seinem Studium arbeitete er als Pianist, spielte Theater und trat als Kabarettist in Varietés auf. In dieser Zeit entstanden auch seine ersten Liedtexte. Im Jahr 1936 legte er sein Schauspielerexamen ab und wurde anschließend Zeitsoldat bei der Wehrmacht. Nach einer Verwundung im Zweiten Weltkrieg wurde er nach seiner Genesung als Schauspieler engagiert und wirkte in einigen Filmen mit, die der Nazi-Propaganda dienten und von denen er sich später distanzierte.

In Hamburg war Ernst Bader nach Ende des Zweiten Weltkrieges als Lektor für die Internationalen Musikverlage Hans Sikorski tätig, in den 1950er und frühen 1960er Jahren eine vorwiegend nächtliche Tätigkeit. Haupteinnahmequelle für die Unterhaltungsmusik waren damals die zahllosen Tanzkapellen, denen die Lektoren nach den abendlichen Auftritten neues Notenmaterial empfahlen. Nur so war gewährleistet, dass neue Titel vom Publikum für die populäre Musikbox verlangt wurden. Viele der damaligen Lektoren kamen daher auf die nahe liegende Idee, die Texte und/oder Kompositionen für die verteilten Notenblätter auch gleich selbst zu schreiben. Und so widmete sich auch Ernst Bader verstärkt dem Texten und Komponieren. In den 1950er, 1960er und 1970er Jahren waren dies hauptsächlich Schlager. Einen seiner ersten Texte schrieb er 1951 für Friedel Hensch und die Cyprys (Über's Jahr, wenn die Kornblumen blühen). Mit Freddy Quinns Debüttitel Heimweh kam Bader 1956 zu seinem ersten Nummer-eins-Text. 1966 schrieb er für Freddy Quinn mit Hundert Mann und ein Befehl eine weitere Nummer eins. Sein dritter Text, der die Spitze der Hitparaden erreichte, war Dalidas Am Tag als der Regen kam von 1959. Er schrieb rund 900 Schlager- und Chansontexte, zehn erreichten die Top 10 der Musikzeitschrift Musikmarkt. Für einige Interpreten schrieb Bader mehrere Texte, so z. B. für Alexandra (10), Charles Aznavour (7), Gus Backus (7), Freddy (7), Nana Mouskouri (5) und Caterina Valente (5).

Ernst Bader schrieb einige Bücher unter anderem Kurzgeschichten Senioren schreiben nicht nur für Senioren. Sein Haus in Norderstedt kaufte 1994 die mit ihm befreundete Schauspielerin Angélique Duvier.

Top-10-Texte[Bearbeiten]

Titel Interpreten Jahr Platz
Heimweh Freddy 1956 1.
Am Tag als der Regen kam Dalida 1959 1.
Milord Dalida 1960 2.
Einmal weht der Südwind wieder Nana Mouskouri 1962 2.
The Peppermint-Twist C. Valente / S. Francesco 1962 8.
Quando, Quando, Quando C. Valente / S. Francesco 1962 9.
Allein wie du Freddy 1963 9.
Reg Doll Five Tops 1964 4.
Hundert Mann und ein Befehl Freddy 1966 1.
Morgen beginnt die Welt Freddy 1967 7.

Trivia[Bearbeiten]

  • Im Jahr 1994 wurde Ernst Bader anlässlich seines 80. Geburtstags mit der Biermann-Ratjen-Medaille der Freien und Hansestadt Stadt Hamburg geehrt.
  • Er trat dreimal der SPD bei und ebenso viele Male wieder aus. In den 1990er Jahren unterstützte er die PDS.
  • Baders Grab befindet sich auf dem Ev. Friedhof Garstedt der Emmaus-Kirchengemeinde in Norderstedt.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Keiner lebt für sich allein. Verlag Atelier im Bauernhaus, Fischerhude 1998, ISBN 3-881-32058-X.
  • Die Welt ist schön, Milord. Verlag Atelier im Bauernhaus, Fischerhude 1984, ISBN 3-881-32056-3.
  • Das Gasthaus in Nordenbroda. Verlag Atelier im Bauernhaus, Fischerhude 1988.

Literatur[Bearbeiten]

  • Eckhard Wendt: Stettiner Lebensbilder. Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Pommern, Reihe V, Band 40. Böhlau Verlag, Köln Weimar Wien 2004, ISBN 3-412-09404-8, S. 43–45.

Weblinks[Bearbeiten]