Gus Backus

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Gus Backus (* 12. September 1937 in Southampton auf Long Island im Staat New York; eigentlich Donald Edgar Backus) ist ein US-amerikanischer Musiker und Schlagersänger.

Leben[Bearbeiten]

Der Hobbymusiker Backus wurde Mitte der 1950er Jahre von der United States Army in Pittsburgh, Pennsylvania eingezogen. Dort schloss er sich der Doo-Wop-Gruppe The Del-Vikings an, die 1957 mit den Titeln Come Go With Me und Whispering Bells zwei Top-Ten-Notierungen in den US-Charts verbuchen konnten. Noch im selben Jahr, am 28. Juli 1957, wurde der GI Backus nach Wiesbaden in Deutschland verlegt. Dort gründete er die Vokalgruppe „Vidells“ und nahm ein Jahr später während eines Heimaturlaubs zwei eigene Lieder in Chicago auf. Aufgrund eines Ratschlags seines Schwagers bewarb sich Backus 1959 schriftlich bei der Plattenfirma Polydor, deren Produzent Gerhard Mendelson ihm Probeaufnahmen und schließlich einen Vertrag anbot. Es folgten einige Singles, die vorwiegend deutschsprachige Coverversionen amerikanischer und britischer Erfolgstitel, unter anderem von Elvis Presley, Paul Anka und Conway Twitty enthielten.

Der Durchbruch gelang Backus 1960 mit den Titeln Brauner Bär und weiße Taube und Da sprach der alte Häuptling. In der ersten Hälfte der 1960er Jahre folgten weitere erfolgreiche Singles sowie unzählige Auftritte in Musiksendungen und -filmen, mit denen Backus zu einem beliebten Unterhaltungskünstler im deutschsprachigen Raum avancierte. Obwohl er 1964 für die Polydor in Nashville unter anderem jeweils eine Hillbilly-LP in deutscher und englischer Sprache aufnahm, bestimmten zunehmend Stimmungs-, Trink- und Faschingslieder das Repertoire von Backus. 1965 landete Backus mit dem Titel Bohnen in die Ohr’n noch einen großen Erfolg. Außerdem musste sich deutschsprachige Musik in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre zunehmend gegen die aufkommende Beat-Welle behaupten.

1973 kehrte Backus dem Showgeschäft den Rücken und ging in die USA zurück, wo er unter anderem als Vorarbeiter auf Ölfeldern in Texas arbeitete, während er in Deutschland zeitweise als verschollen galt und sogar totgesagt wurde. In den 1980er Jahren kehrte Backus nach Deutschland zurück, wo er mit neuen und alten Musiktiteln vergeblich versuchte, am Erfolg der Oldie-Welle teilzuhaben. Backus ist verheiratet und Vater von vier Kindern und mehrfacher Großvater. Er lebt in der Nähe von München.

Single-Erfolge[Bearbeiten]

Einstieg Titel Top 50 Wochen
10.09.1960 Brauner Bär und weiße Taube 16. 27
03.12.1960 Wooden Heart 04. 18
07.01.1961 Da sprach der alte Häuptling 03. 17
17.06.1961 Auf Wiedersehn 15. 16
24.06.1961 Heut' kommen d'Engerln auf Urlaub nach Wien 25. 05
05.08.1961 I bin a stiller Zecher 11. 16
02.09.1961 Der Mann im Mond 01. 25
30.12.1961 Sauerkraut-Polka 02. 22
07.04.1962 No Bier, no Wein, no Schnaps 07. 17
11.08.1962 Linda 04. 16
18.08.1962 Das Lied vom Angeln 04. 12
01.12.1962 Das kleine Wunder 20. 16
26.01.1963 Ein bißchen denken beim Schenken 19. 09
06.04.1963 Der Mondschein an der Donau 08. 10
20.07.1963 Mein Schimmel wartet im Himmel 12. 14
05.10.1963 Goodbye Baby / Sweet Emily 24. 12
01.02.1964 Wenn nur jede Woche mal der Erste wär' 20. 08
05.03.1966 Bohnen in die Ohr’n 30. 04
18.11.1967 Ein Koffer voller Souvenirs 39. 06
Nummer-1-Titel: 1
Top-10-Titel: 8
alle Titel: 19

Diskografie[Bearbeiten]

Hauptartikel: Gus Backus/Diskografie

Filmografie[Bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Bravo Otto
  • 1962: „Silber“[1]
  • 1963: „Silber“[2]
Löwe von Radio Luxemburg

Literatur[Bearbeiten]

  • Gus Backus: Ich esse gar kein Sauerkraut - Die Autobiografie. hansanord Verlag, Feldafing 2011, ISBN 978-3-940873-30-9.
  • Frank Laufenberg: Rock & Pop Lexikon. Econ Taschenbuch Verlag 1998, ISBN 3-612-26206-8, Band 1, S. 80.
  • Günter Ehnert (Hrsg.): Hitbilanz Deutsche Chart Singles 1956–1980. Taurus Press 1987, ISBN 3-922542-24-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Auszeichnung auf bravo.de
  2. Auszeichnung auf bravo.de

Weblinks[Bearbeiten]