Esche Schümann Commichau

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Esche Schümann Commichau
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Rechtsform Partnerschaftsgesellschaft mbB
Gründung 1822
Sitz Hamburg, Deutschland
Mitarbeiter ca. 230 (2014), davon 37 Partner
Branche Rechtsberatung, Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung
Website www.esche.de

Esche Schümann Commichau ist eine multidisziplinäre Sozietät in Deutschland mit Sitz in Hamburg. Die Sozietät besteht aus 37 Partnern und ungefähr 190 Mitarbeitern, davon etwa 90 Rechtsanwälte, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer.

Geschichte[Bearbeiten]

Johann Carl Knauth

Die Sozietät wurde am 21. Juni 1822 von Johann Carl Knauth gegründet und ist eine der ältesten Sozietäten Deutschlands.[1] Seit dies im Jahr 1974 standesrechtlich möglich war, sind in der Sozietät Rechtsanwälte, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater verbunden.

Viele spätere Hamburger Bürgermeister, Senatoren, Gerichtspräsidenten und Präsidenten von berufsständischen Vereinen und Kammern[2] waren Partner der Sozietät: Im Jahr 1847 trat der spätere Reichsoberhandelsgerichtsrat Johann Friedrich Voigt, im Jahr 1858 Ernst Friedrich Sieveking – späterer Senator, langjähriger Präsident des Hanseatischen Oberlandesgerichts und Namensgeber des Hamburger Sievekingplatzes (Justizforum Hamburg) – in die Sozietät ein. In den Jahren 1872/1875 werden Otto Wachsmuth und Johann Heinrich Burchard, der spätere Bürgermeister der Hansestadt, als Sozien in die Kanzlei aufgenommen. Mit dem Eintritt von Max Harald Krauel im Jahr 1909 besteht die Sozietät aus Otto Wachsmuth, Oscar Paul Horwitz und Wilhelm Amsinck Burchard-Motz, einem weiteren späteren Bürgermeister der Hansestadt. Burchard-Motz war ein Sohn von Johann Heinrich Burchard und Vater von Heinrich Burchard-Motz, der im Jahr 1931 in Dritter Generation Partner der Sozietät wurde.[3] Schwerpunkt der Sozietät ist das See- und Handelsrecht.

Mehrere Partner der Sozietät waren ehrenamtliche Richer am Hamburgischen Verfassungsgericht.[4]

1948 wurde Werner Deuchler als Partner in die Sozietät aufgenommen. Der Träger des Emil-von-Sauer-Preises (1986) öffnete als Vorsitzender des Hamburgischen Anwaltvereins[5] (1965–1970), als Präsident des Deutschen Anwaltvereins (ab 1970) und der International Bar Association (ab 1974) der Sozietät nationale und internationale Verbindungen. Im Jahr 1991 schlossen sich die Sozietäten Deuchler, Krauel & Commichau und Esche, Schümann & Partner zusammen und werden zu Esche Schümann Commichau. Esche, Schümann & Partner geht auf die Anwaltskanzlei Ernst Esche (Gründung im Jahre 1949) und die ab 1952 von Heinrich Windler und Jens Schümann[6] gegründete Wirtschaftsprüfer- und Steuerberatersozietät Windler & Schümann zurück.[7] Der Verbund dieser beiden Sozietäten von Dr. Ernst Esche und Jens Schümann 1974 stellt die erste interdisziplinäre Verbindung dieser Art in Deutschland dar.[8]

Anlässlich des 175-jährigen Bestehens der Kanzlei 1997 wurde die Esche Schümann Commichau Stiftung gegründet. Die Stiftung vergibt jedes Jahr Förderpreise an wissenschaftliche Absolventen auf den Gebieten der Rechts-, Wirtschafts- und Steuerberatung.

Profil[Bearbeiten]

Esche im JAVA-Haus im Überseequartier

Esche Schümann Commichau hat heute seinen Sitz in der Straße Am Sandtorkai[9] und ist eine Partnerschaftsgesellschaft mbB, wobei die Wirtschaftsprüfung in einer GmbH ausgegliedert ist. In der Sozietät werden vornehmlich Unternehmen des Mittelstandes, Industrieunternehmen, Unternehmen der öffentlichen Hand und Finanzinvestoren in allen Fragen des Wirtschaftsrechts, des nationalen und internationalen Steuerrechts sowie in der betriebswirtschaftlichen Beratung und Prüfung betreut. Zum Leistungsangebot gehört weiter die Beratung von Privatpersonen, insbesondere zu Steuerfragen, zur Vermögensstrukturierung und zur Unternehmensnachfolge und zum Stiftungswesen.

Die Sozietät berät Mandanten weltweit; in der Rechtsberatung soweit notwendig mit Unterstützung durch Sozietäten in den jeweiligen Ländern, zu denen langjährig gewachsene Verbindungen unterhalten werden. In der Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung werden internationale Mandate über die Mitgliedschaft in DFK International, einer der großen internationalen Verbindungen von Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaften, betreut.

Literatur[Bearbeiten]

  • Treue, Wilhelm, Rechts-, Wirtschafts- und Steuerberatung in zwei Jahrhunderten, ESCHE SCHÜMANN COMMICHAU, Zur Geschichte einer hamburgischen Sozietät, 3. Auflage 1997, ISBN 3-00-001424-1; Die 1. Aufl. war erschienen in der Zeitschrift für Unternehmensgeschichte, Beiheft 48, Stuttgart 1986; vgl. hierzu auch die Buchbesprechung von Jürgen Gündisch, NJW 1998, S. 2126
  • Pöllath/Saenger (Hrsg.), Wirtschaftsanwälte in Deutschland, Nomos-Verlag Münster, 1. Aufl. 2009, ISBN 978-3-8329-4446-9, S. 64 ff
  • Gretzschel/Gille, Die Geschichte einer Hamburger Sozietät seit 1822, ESCHE SCHÜMANN COMICHAU, 1. Aufl. 2013, ISBN 978-3-936300-92-5

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Der Deutsche Anwaltverein recherchiert seit einiger Zeit, welche Kanzlei die älteste ist, vgl. die DAV-Depesche 22/2007, Ziffer 4
  2. Fünf Rechtsanwälte aus Hamburg haben die Nachkriegsgeschichte des Deutschen Anwaltvereins wesentlich geprägt: Emil von Sauer als Wiederbegründer und Präsident, Werner Deuchler und Hans-Jürgen Rabe ebenfalls als Präsidenten, Gerhard Commichau als Vizepräsident und Heinz Brangsch als Hauptgeschäftsführer
  3. Commichau, Gerhard, Zum Tode von Heinrich Burchard-Motz, NJW 2004, S. 2002
  4. So zum Beispiel Heinrich Burchard-Motz und Jürgen Brüggemann
  5. Website Hamburgischer Anwaltverein
  6. Mitglied im 1. Vorstand der Steuerberaterkammer Hamburg ab 1961 und Präsident der Steuerberaterkammer ab 1971
  7. Windler und Schümann waren schon gemeinsam tätig in der in den 20er Jahren gegründeten Praxis von Georg Friedrich Horn, dem ersten Präsidenten der Bundessteuerberaterkammer ab 1943
  8. Die Zulässigkeit ergab sich aus dem von der Bundesrechtsanwaltskammer am 21. Juni 1973 festgestellten § 30 der Standesrichtlinien
  9. Zum 5. November 2012 ist die Sozietät vom Herrengraben zur Straße Am Sandtorkai in der Hafencity/Überseequartier umgezogen, vgl. www.esche.de und Hamburger Abendblatt (Online)

Weblinks[Bearbeiten]