Eugène Deloncle

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Antoine Octave Eugène Deloncle (* 20. Juni 1890 in Brest; † 17. Januar 1944 in Paris) war ein Ingenieur und französischer Politiker der extremen Rechten. Er war Adoptivvater von Jacques Corrèze.

Leben[Bearbeiten]

Deloncle war der Sohn von Antoine Charles Louis Deloncle und dessen Frau Anna Ange Marie Grossetti. Der Vater war Kapitän des französischen Ozeandampfers La Bourgogne, bei dessen Untergang er 1898 ums Leben kam. Nach seinem Examen an der École polytechnique arbeitete Deloncle für die französische Kriegsmarine. Während des Ersten Weltkrieges war er als Artillerieoffizier registriert. An der Front in der Champagne verwundet, wurde er in die Ehrenlegion aufgenommen.

Nachdem er anfangs Unterstützer der rechtsextremen, antideutschen Action française war, verließ er diese politische Formation 1935, die er als machtlos ansah, um 1936 mit dem Comité secret d’action révolutionnaire (CSAR; geheimes Komitee für revolutionäre Aktionen), besser bekannt unter dem von Maurice Pujo vergebenen Namen Cagoule, seine eigene militant rechtsextreme Gruppe zu gründen. Cagoule behielt die streng anitrepublikanisch-antikommunistisch-antisemitische Linie der Action française bei, fügte ihr jedoch eine faschistische Rhetorik hinzu. Mit Hilfe des Cagoule organisierte Deloncle politische Morde an Kommunisten und antifaschistischen Polit-Agitatoren.

Nach der französischen Niederlage während des Zweiten Weltkriegs und dem Beginn der deutschen Besatzung im Juni 1940 unterstützte Deloncle Admiral François Darlan, frischte seine Kontakte aus der Cagoule-Zeit wieder auf und gründete den Mouvement social révolutionnaire (MSR; sozialrevolutionäre Bewegung), eine radikalisierte Cagoule, die das Vichy-Regime von Marschall Henri Philippe Pétain, seinen Traditionalismus und sein politisches Experiment in der anfangs unbesetzten Südzone unterstützten. Später trat er dem Rassemblement national populaire (RNP; nationale Volkssammlung) von Marcel Déat bei. Als Pierre Laval im Dezember 1940 als Ministerpräsident des Vichy-Regimes entlassen wurde, warb der RNP nachhaltig für Lavals Rückkehr. Deloncle plante zeitweilig sogar nach dem Vorbild von Mussolinis Marsch auf Rom 1922 einen Marsch auf Vichy, den die deutschen Okkupationsbehörden aus Sorge um Pétains Reaktion ablehnten.

Um die von Déat geforderte Auflösung des MSR entstand im Mai 1941 ein Konflikt zwischen Déat und Deloncle, der unvorsichtigerweise erklärte, alleiniger Führer des RNP werden zu wollen. Im Juli 1941 wurde in Paris die Légion des volontaires français contre le bolchévisme (LVF; Legion französischer Freiwilliger gegen den Bolschewismus) oder Légion anti-bolchévique bzw. Légion tricolore gegründet. In der LVF kämpften französische Freiwillige in deutschen Uniformen an der Ostfront gegen die Sowjetunion. Deloncle übernahm den Vorsitz des Exekutivkomitees der LVF. Gleichzeitig heckte er fieberhaft einen Plan zur Beseitigung Déats von der Spitze des RNP durch einen fingierten „Autounfall“ aus. Vom Krankenhausbett aus befahl daraufhin Déat die Beseitigung Deloncles aus allen Parteiämtern und betrieb seinen Ausschluss aus dem RNP. Mit dem Ausschluss Deloncles aus dem RNP verlor diese Kollaborationspartei ihre politische Spitzenstellung und repräsentierte fast nur noch die Mittelschicht.

Deloncles erregte durch seine Zusammenarbeit mit Wilhelm Canaris' Abwehr den Verdacht der Gestapo; ein Schusswechsel bei seiner Verhaftung tötete ihn und einen seiner Söhne [1].

Familie[Bearbeiten]

Sein Adoptivsohn Jacques Corrèze (1912 – 1991), wie er Mitglied von Cagoule, wurde nach dem Krieg einer der leitenden Mitarbeiter bei L’Oréal, der mit Verhandlungen zur Aufhebung des arabischen Boykotts gegen die Kosmetikfirma Helena Rubinstein beauftragt war, nachdem L'Oréal diese übernommen hatte.

Die Nichte von Eugène Deloncle, Édith Cahier heiratete 1939 Robert Mitterrand, einen der Brüder des späteren Staatspräsidenten François Mitterrand.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Encyclopædia Britannica Article