Fanas

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Fanas
Wappen von Fanas
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Bezirk: Prättigau-Davos
Kreis: Schiers
Gemeinde: Grüschi2
Postleitzahl: 7215
Koordinaten: 769454 / 20615446.98489.6663904Koordinaten: 46° 59′ 5″ N, 9° 39′ 59″ O; CH1903: 769454 / 206154
Höhe: 904 m ü. M.
Fläche: 21.84 km²
Einwohner: 401 (31. Dezember 2010)
Einwohnerdichte: 18 Einw. pro km²
Website: www.fanas.ch
Fanas

Fanas

Karte
Fanas (Schweiz)
Fanas
ww
Gemeindestand vor der Fusion am 1. Januar 2011

Fanas [fɐˈnɔːs][1] ist ein Dorf im vorderen Prättigau mit eigner reformierter Kirchgemeinde; die politische Gemeinde schloss sich auf Anfang 2011 zusammen mit Valzeina der Gemeinde Grüsch an und trat damit innerhalb des Bündner Bezirks Prättigau-Davos vom Kreis Seewis zum Kreis Schiers über. Die Ortschaft hatte schon zwischen 1679 und 1729 zum Halbgericht Schiers gehört, das durch Abtrennung des Halbgerichts Seewis aus dem Gericht Schiers entstanden war, welches wiederum auf die Herrschaft Solavers zurückging.

Name und Wappen[Bearbeiten]

Der Ortsname erscheint seit dem 13. Jahrhundert in mehreren Varianten: 1224 [cop.] de Faenane … de Fenane; 1291 in villis Sewns et Affenans; 1296 in Fenatis; 1375 Fenans; 1447 Vanaus. Der Ursprung des Namens ist unbekannt; der Beleg von 1296 und spätere Formen könnten zwar mit Bündner Flurnamen wie Fanaus und Sotfanas auf lat. fenatum ‚Ort, an dem geheut worden ist‘ zurückgeführt werden, das mehrfach und zum Teil früher bezeugte -n- im Wortausgang bleibt damit aber ungeklärt.[1]

Das Wappenbild ist einem Gemeindesiegel aus dem Jahre 1817 entnommen und hat die Farben des Zehngerichtenbundes erhalten. Die Blasonierung lautet: In Blau ein goldener Kelch.

Geographie[Bearbeiten]

Das Strassendorf Fanas liegt auf einer Terrasse auf der nördlichen Seite des vorderen Prättigaus. Das Territorium umfasst einen Teil des Gebiets zwischen Taschinasbach und Schraubach, zwei rechten Nebenflüssen der Landquart. Höchster Punkt ist der Girenspitz (2'394 m ü. M.) ganz im Nordosten, der den Abschluss des Salginatobels bildet. Vom Dorf gesehen dominiert der vorgelagerte Rücken des Sassauna (2308 m).

Vom gesamten ehemalige Gemeindeareal von 2183 ha sind 983 landwirtschaftliches Nutzgebiet, darunter 775 ha Alpwirtschaften. Weitere 804 ha sind von Wald und Gehölz bedeckt, 381 ha unproduktive Fläche (meist Gebirge) und 15 ha Siedlungsfläche.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1850 1820 1950 1970 2000 2005 2010
Einwohnerzahl 373 250 303 228 346 385 401

Durch starke Abwanderung sank die Bevölkerungszahl zwischen 1850 und 1920 erheblich (1850–1920: −33 %). Nach zwei Jahrzehnten Wachstum folgten zehn Jahre Stagnation (1920–1950: +21 %). Zwischen 1950 und 1970 kam es zu einer zweiten grossen Abwanderungswelle (1950–1970: −25 %). Bis zum Jahr 2000 wuchs die Bevölkerung rasch an (1970–2000: +67 %). Seither stagniert sie auf einem hohen Niveau von rund 380 Personen.

Sprachen[Bearbeiten]

Zwar sprach die Bevölkerung ursprünglich Rätoromanisch. Doch erfolgte der Sprachwechsel zum Deutschen bereits um die Mitte des 16. Jahrhunderts. Heute ist die Gemeinde praktisch einsprachig deutschsprechend.

Sprachen in Fanas
Sprachen Volkszählung 1980 Volkszählung 1990 Volkszählung 2000
Anzahl Anteil Anzahl Anteil Anzahl Anteil
Deutsch 271 97,48 % 333 96,24 % 370 98,14 %
Rätoromanisch 2 0,72 % 0 0,00 % 1 0,27 %
Einwohner 278 100 % 346 100 % 377 100 %

Religionen – Konfessionen[Bearbeiten]

In der ehemaligen Gemeinde wurde zwischen 1560 und 1570 die Reformation eingeführt. Durch Kirchenaustritte und Zuwanderung aus anderen Regionen der Schweiz und dem Ausland hat sich die religiöse Zusammensetzung gewandelt. Im Jahr 2000 waren 78 % evangelisch-reformierte- und 9 % römisch-katholische Christen. Daneben gab es 9 % Konfessionslose. 2.92 % der Einwohnerschaft verweigerten die Auskunft zu ihrem Glaubensbekenntnis.

Herkunft – Nationalität[Bearbeiten]

Von den Ende 2004 383 Bewohnern waren 371 (= 97 %) Schweizer Bürger. Bei der letzten Volkszählung waren 371 Personen (= 98 %) Schweizer Staatsangehörige, darunter zwei Doppelbürger. Die wenigen Zuwanderer kommen aus Deutschland, Finnland, Mazedonien und Grossbritannien.

Wirtschaft und Verkehr[Bearbeiten]

Fanas ist nach wie vor ländlich geprägt, hat sich aber ausgangs des 20. Jahrhunderts auch zu einer beliebten Wohngemeinde entwickelt. Nach Schiers besteht eine Postautoverbindung.

Die Luftseilbahn Fanas–Eggli führt vom Dorf zur Bergstation (1700 m ü. M.) am Hang des Sassauna. Im Sommer wird sie vor allem von Wanderern und Gleitschirmfliegern benutzt, im Winter von Skitourenfahrern.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fanas – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Gunhild Hoyer/Andres Kristol, Fanas GR (Prättigau / Davos) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen – Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG). Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 346.
  2. Maiensäss Rageth