Davos

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Davos
Wappen von Davos
Staat: Schweiz
Kanton: Graubünden (GR)
Bezirk: Prättigau-Davos
Kreis: Davos
BFS-Nr.: 3851i1f3f4
Postleitzahl: 7260 Davos Dorf
7270 Davos Platz
UN/LOCODE: CH DPZ (Davos Platz)
Koordinaten: 781892 / 18519146.7930299.8213431560Koordinaten: 46° 47′ 35″ N, 9° 49′ 17″ O; CH1903: 781892 / 185191
Höhe: 1'560 m ü. M.
Fläche: 283.99 km²
Einwohner: i11'211 (31. Dezember 2013)[1]
Einwohnerdichte: 39 Einw. pro km²
Website: www.gemeinde-davos.ch
Davos, Blick nach Süden

Davos, Blick nach Süden

Karte
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Über dieses Bild
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Die Landschaft Davos (daˈfoːs, auch daˈvoːs, in der walserdeutschen Ortsmundart Tafaas [taˈfaːs], rätoromanisch  Tavau?/i Tavo, italienisch Tavate)[2][3] umfasst beinah das gesamte Landwassertal im Schweizer Kanton Graubünden. Die politische Gemeinde mit zahlreichen Siedlungen besteht aus den sechs Fraktionsgemeinden Davos Dorf, Davos Platz, Davos Frauenkirch, Davos Glaris, Davos Monstein und Davos Wiesen; sie bildet allein den Kreis Davos des Bezirks Prättigau-Davos. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Davos zu einem bekannten Luftkurort und Wintersportgebiet; die Bevölkerung stieg von 1680 Einwohnern im Jahr 1850 auf über 11'000 im Jahr 1930 an.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: Geviert von Blau und Gold, belegt mit geviertem Kreuz in verwechselten Farben.

Überliefertes Wappen des Zehngerichtebundes.Wahrscheinlich war das ursprüngliche Wappen des Zehngerichtebundes ein gelbes Kreuz auf blauem Grund. Diese Farbverteilung und die Kreuzform waren gut sichtbar und leicht zu beschreiben.

Geographie[Bearbeiten]

Das Territorium der Landschaft Davos umfasst den grössten Teil des Landwassertals und greift bei Davos Wolfgang (1'631 m) noch gut zwei Kilometer über die Wasserscheide ins Prättigau aus. Die durch Fluss, Hauptstrasse und Bahnlinie markierte Achse des Tals verläuft von Nordost nach Südwest. Vom Davosersee fällt sie zunächst sehr sanft ab, nur knapp 60 Meter auf acht Kilometern Länge. In diesem Abschnitt münden von links die beiden Seitentäler Flüela und Dischma, welche den Zugang zu den ins Engadin führenden Übergängen Flüelapass bzw. Scalettapass vermitteln. Ab der Einmündung des dritten, wie die vorgenannten rund 10 km langen Seitentals, des Sertigtals, wird der Talboden schmaler und fällt auf den verbleibenden neun Kilometern bis zur ehemaligen Gemeindegrenze bei der Felsenge Brombänz um knapp 300 Meter. Der tief eingeschnittene unterste Abschnitt des Tals heisst Zügenschlucht. Jenseits der Zügenschlucht befindet sich die Fraktion Wiesen, die seit dem 1. Januar 2009 ebenfalls zu Davos gehört.

Davos Laret mit reformierter Kirche

Die rechte (nordwestliche) Flanke weist nur einige kurze Seitentäler auf. Hier verläuft die Gemeindegrenze – gleichzeitig Wasserscheide gegen das Plessurgebiet – über die Gipfel von Amselflue (2'771 m), Tiejer Flue (2'781 m), Mederger Flue (2'674 m) und Chüpfenflue (2'658 m) zum historisch bedeutsamen Strelapass. Jenseits des Sattels setzt sie sich über das Schiahorn (2'709 m) zur Weissflue (2'834 m) fort. Im Norden verläuft die Gemeindegrenze auf der Casanna und dem Gotschnagrat. Die linke Talseite wird durch die drei Seitentäler in vorspringende Grate zergliedert. Vom Tal gesehen beherrschen die vorgelagerten Berge Seehorn (2'238 m), Büelenhorn (2'512 m), Jakobshorn (2'590 m) und Rinerhorn (2'528 m) das Bild. Die grössten Höhen findet man jedoch entlang der Wasserscheide gegen das Engadin und das obere Albulatal: Flüela Wisshorn (3'085 m), Flüela Schwarzhorn (3'147 m, höchster Punkt der Gemeinde), Piz Grialetsch (3'131 m), Chüealphorn (3'078 m) und Hoch Ducan (3'063 m).

Davoser Fraktionsgemeinden
Klimadiagramm von Davos

Die sechs Ortsteile – autonome Fraktionsgemeinden – sind in Fliessrichtung des Landwasser:

  • Davos Dorf, einschliesslich des Flüelatals, der Siedlung Wolfgang mit dem gleichnamigen Strassenübergang und des Weilers Laret jenseits des Passes,
  • Davos Platz, einschliesslich des Dischmatals,
  • Davos Frauenkirch, einschliesslich des Sertigtals,
  • Davos Glaris
  • Davos Monstein
  • Davos Wiesen

Die Fraktionen Frauenkirch, Glaris und Monstein bilden zusammen den so genannten Unterschnitt.

Die beiden grössten Fraktionen Dorf und Platz liegen im fast ebenen oberen Talabschnitt und sind durch die Bautätigkeit des 20. Jahrhunderts zu einem rund vier Kilometer langen Siedlungsband verschmolzen. Über das gesamte Gemeindegebiet verstreut liegen eine Vielzahl von Einzelhöfen und Alpsiedlungen.

Mit 254.54 km² war Davos bis Anfang 2009 die flächenmässig zweitgrösste Gemeinde der Schweiz. Im Jahr 1997 wurden 37.1 % der Fläche als Wiesen und Weiden landwirtschaftlich genutzt, der Wald nahm 19.7 % ein, die Siedlungen 2.2 %. Als unproduktiv galten 41.0 %.

Mit der Eingemeindung von Wiesen wurde Davos Anfang 2009 knapp vor Bagnes zur flächengrössten Gemeinde der Schweiz, verlor diesen «Titel» aber bereits Anfang 2011 wieder an die neu geschaffene Gemeinde Glarus Süd.

Nachbargemeinden sind Arosa, Bergün/Bravuogn, Filisur, Klosters-Serneus, S-chanf, Schmitten und Susch.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Bauerndorf[Bearbeiten]

Obwohl Einzelfunde an mehreren Stellen in der Landschaft Davos darauf hindeuten, dass seit der Bronzezeit Menschen durch das Gebiet zogen, ist das Tal wohl erst seit dem Hochmittelalter besiedelt. Zunächst wanderten aus dem Albulatal und dem Engadin Rätoromanen ein. Einzelne Orts- und Flurnamen weisen noch heute auf diese romanische Schicht hin; der Name Davos selbst, 1213 als Tavaus belegt, wird auf eine Ableitung von spätlat. *tovu ‚Tobel‘ < tubus ‚Röhre‘ zurückgeführt: *ad tovātos ‚bei von Tobelschutt bedeckten Stellen‘ oder *ad tovānes ‚bei den Tobelleuten‘.[2]

Um 1280 siedelten die Freiherren von Vaz Walser Kolonisten an und gewährten ihnen im Lehensbrief von 1289 umfassende Selbstverwaltungsrechte. Davos entwickelte sich zur grössten Bündner Walsersiedlung, begründete 1436 den Zehngerichtebund, als dessen Hauptort die Gemeinde massgeblichen Einfluss auf die Politik der Drei Bünde ausübte. 1526 schloss sich der Ort der Reformation an. Bis 1851 mit der neuen Kantonsverfassung die heutigen politischen Gemeinden geschaffen wurden, gehörte auch Arosa als Nachbarschaft zu Davos.

Bis zur zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bildete die Viehzucht den Haupterwerbszweig. Am linken Hang der Zügenschlucht – Silberberg genannt – wurden vom 15. bis 19. Jahrhundert Blei- und Zinkerze abgebaut.

Die Kirche St. Johann in Davos

Der Kurort[Bearbeiten]

1853 entdeckten Alexander Spengler und später Willem Jan Holsboer das wohltuende und gesundheitsfördernde Klima der erregerarmen Höhenluft, die besonders für Lungenkranke (z. B. bei Tuberkulose und Asthma) heilsam ist. Unterstützend wirkt, dass in dieser Höhe keine Hausstaubmilben leben. 1855 hatte Hermann Brehmer im schlesischen Görbersdorf, dem zeitgenössischen Vorbild aller Luftkurorte (später respektvoll «schlesisches Davos» genannt), die Epoche der Lungensanatorien initiiert.

Einer der ersten Winterkurgäste war 1865 der tuberkulosekranke Hugo Richter (1841–1921) aus Königsberg. Die Kunde seiner raschen Heilung und weitere solche Heilungsgeschichten machten damals Davos als Luftkurort weltberühmt. Hugo Richter blieb in Davos. 1881 gründete er die Davoser Zeitung. Das liberale Blatt setzte sich vehement ein für die touristische Entwicklung der Region. Ebenfalls in seinem Verlag erschienen die Davoser Blätter, eine unterhaltende Zeitschrift für die Kurgäste. Die «Davoser Blätter» veröffentlichten regelmässig Gästelisten, die vielbeachtet wurden und für Gesprächsstoff sorgten.

Mit dem Bau der Eisenbahnlinie von Landquart nach Davos und deren Eröffnung 1890 wurde die Entwicklung des Ortes noch beschleunigt: Hotels, Pensionen, Sanatorien und Villen wuchsen wie Pilze aus dem Boden. Damit wurde Davos als Luftkurort weltbekannt. Entscheidend geprägt wurde Davos durch den Baumeister und Landammann Gaudenz Issler (1853–1942).

In der Folge begannen viele Kantone und Länder in Davos ihre eigenen Sanatorien zu bauen. Die bekanntesten, die noch heute existieren, sind die Deutsche Hochgebirgsklinik Davos Wolfgang, zusammen mit der Klinik Nederlands Astmacentrum Davos und die Zürcher Höhenklinik Davos Clavadel.

Andere wurden aufgehoben, so 2004 die Alexanderhausklinik, im Frühling 2005 die Thurgauer/Schaffhauser Höhenklinik Davos und das Basler Sanatorium.

Thomas Manns Roman Der Zauberberg (1924) spielt in Davos. Er beruht auf einem Aufenthalt seiner Frau in einer Davoser Lungenklinik vor dem Ersten Weltkrieg.

Der Wintersportort[Bearbeiten]

Historische Aufnahme eines Bobteams von ca. 1910
Die alte Eisbahn (ca. 1915)

Das erste Schlittelrennen wurde 1883 in Davos ausgetragen. Von der Schatzalp aus wurden neben Schlittelrennen auf einer separaten Bahn auch Bobrennen durchgeführt. Der bekannte Schriftsteller Arthur Conan Doyle beschrieb in einem launigen Essay 1889 das Skilaufen in Davos und löste damit die bis heute andauernde Beliebtheit des Ortes speziell bei den Briten aus. Zu dieser Zeit entstand auch der Davoser Schlitten.

1906 fanden in Davos die ersten Weltmeisterschaften im Eislaufen der Frauen statt.

Im Dezember 1934 wurde in Davos am Bolgen der weltweit erste Bügelskilift von der Davoser Skischule in Betrieb genommen. Der knapp 300 Meter lange Lift wurde im Januar 1935 in einem Kurzfilm dokumentiert. Heute findet dort jährlich La Nuit blanche statt.

Eine Eigenart von Davos waren die bis vor wenigen Jahren getrennt wirtschaftenden Seilbahngesellschaften, die mehrere getrennte Skigebiete im Raum Davos/Klosters erschlossen: Schatzalp/Strela, Brämabüel/Jakobshorn, Parsenn, Pischa, Rinerhorn und Madrisa (bei Klosters).

Im Jahr 2002 wurde der Liftbetrieb auf der Schatzalp eingestellt. In der Wintersaison 2009/10 wurde das Skigebiete Schatzalp/Strela in reduziertem Umfang wiedereröffnet.

Im Zentrum von Davos befindet sich bis heute die grösste Natureisbahn Europas. Auf dieser wurde am 6. Januar 2014 wurden erstmals seit 1914 wieder ein Bandy-turnier in der Schweiz ausgetragen.[4] Gleich nebenan ist das Eisstadion Vaillant-Arena, die Heimstätte des 1921 gegründeten HC Davos. Dieser hat als Rekordmeister schon 30 Schweizer-Meister-Titel gewonnen. Das Stadion fasst 7'080 Plätze. Der letzte Erfolg gelang den Davosern im Jahre 2011, als sie in der Finalserie die Kloten Flyers mit 3:2 bezwangen.

Seit 1923 empfängt der HC Davos jedes Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr fünf – bis und mit 2009 vier – Clubmannschaften zum internationalen Eishockeyturnier um den Spengler Cup – dann wird Davos jeweils zum Nabel der Eishockeywelt. Rekordsieger ist der Gastgeber mit 14 Siegen, wobei der letzte Erfolg mit einem 3:2-Sieg gegen Team Canada im Final des Jahres 2006 gelang.

Seit 1972 werden jährlich die Davos Nordic ausgetragen. Diese Rennen gelten seit 1980 offiziell zur Serie des FIS Langlauf Weltcup. Champions wie Thomas Wassberg und Bjørn Dæhlie haben Siege in Davos gefeiert. Von den grossen Erfolgen von Dario Cologna kann auch Davos Nordic profitieren – die Veranstaltung hat seit 2007 einen enormen Entwicklungsschub erlebt und die Zuschauerzahlen vervielfacht.

Im Sommer kann im Freibad am Davosersee Wassersport wie beispielsweise Windsurfen und Beachvolleyball betrieben werden.

Für die längste Zeit des Bestandes der Schweiz war Davos die flächenmässig grösste Gemeinde der Schweiz, in einer Volksabstimmung vom 25. November 2007 wurde zudem die Fusion mit der Gemeinde Wiesen beschlossen. Damit verfügt Davos seit dem 1. Januar 2009 über eine Fläche von 284 km² und ist nach den erst 2011 eingeführten Gemeindefusionen im Kanton Glarus nach Glarus Süd die zweitgrösste Schweizer Gemeinde bezüglich der Fläche.[5]

Winterpanorama über Davos vom Jakobshorn aus

Internationale Schlagzeilen[Bearbeiten]

1936 geriet Davos in die internationalen Schlagzeilen, als der jüdische Student David Frankfurter den 1917 aus Deutschland nach Davos übergesiedelten NSDAP-Landesgruppenleiter der Schweiz Wilhelm Gustloff erschoss. Die Nationalsozialisten antworteten mit Verbalattacken auf die Schweiz, während Frankfurter im selben Jahr in Chur zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe verurteilt wurde (1945 begnadigt und ausgewiesen).

Bevölkerung[Bearbeiten]

Davos hat 12.683 (Stand 1. Januar 2013) Einwohner.[6] Diese sind wie folgt auf die verschiedenen Fraktionsgemeinden verteilt:

Fraktion Einwohner Fläche in km2
Dorf 3.450 63,89
Platz 7.799 77,26
Frauenkirch 442 57,52
Glaris 393 30,21
Monstein 181 25,53
Wiesen 418 29,58
Landschaft Davos 12.683 283,99

Da Davos von deutschsprachigen Walsern besiedelt wurde ist einzige Amtssprache Deutsch.

Religion[Bearbeiten]

2013 waren 39,2 % der Davoser evangelisch-reformiert, 35,5 % römisch-katholisch. Die Quote der Konfessionslosen und der Angehörigen einer anderen Religion betrug 25,3%.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung.[7]

Politik[Bearbeiten]

Exekutive[Bearbeiten]

Die Exekutive in der Landschaft Davos ist der Kleine Landrat. Er besteht aus fünf Mitgliedern und wird alle vier Jahre durch das Volk neu gewählt. Sitz des Kleinen Landrates ist das 1564 erbaute Rathaus.

Die Davoser Exekutive, gewählt für die Amtszeit 2013-2016, besteht aus:

  • Tarzisius Caviezel (Landammann), FDP, seit 2013
  • Robert Ambühl (Statthalter, Departement für Schule, Soziales und Jugendsport), parteilos, seit 2005 (bis 2013)
  • Simi Valär (Tiefbaudepartement), FDP, seit 2013
  • Reto Dürst (Hochbaudepartement), parteilos, seit 2009
  • Stefan Walser (Departement für Gesundheit, öffentliche Betriebe und Energie), SP, seit 2013

Legislative[Bearbeiten]

Die Legislative in der Landschaft Davos ist der Grosse Landrat. Er besteht aus 17 Mitgliedern und wird alle vier Jahre durch das Volk im Majorzverfahren neu gewählt. Der Präsident oder die Präsidentin wechselt jährlich. Die Parteien haben in der laufenden Legislatur (2013-2016) folgende Sitzstärken: FDP 7 Sitze; SVP 2 Sitze; SP 2 Sitze; GLP 2 Sitze; CVP, Grüne, BDP und EVP je ein Sitz.[8]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Die Gemeinde beschloss im Februar 2010 ein einschneidendes Sparprogramm („Programm zur nachhaltigen Verbesserung der Gemeindefinanzen“). Mit diesem Programm wurden auch die Städtepartnerschaften aufgehoben, weil sie keinen finanziellen Ertrag einbringen.[9][10][11]

Infrastruktur[Bearbeiten]

Typischer Kleinbahnhof der Rhätischen Bahn in Davos-Glaris

Verkehr[Bearbeiten]

Strassen[Bearbeiten]

Davos ist von Norden aus über das Prättigau und die H28b von Norden her erreichbar. Da diese Strasse der Hauptzubringer nach Davos ist, leidet das Prättigau sehr unter dem Verkehr. Deshalb wurde die Strasse im Prättigau zu einer Nationalstrasse A28 heraufgestuft. Ausserdem wurden viele Umfahrung für die vom Verkehr geplagten Dörfer gebaut. Weitere Strassen führen nach Osten über den Flüelapass ins Engadin (H28b) sowie Richtung Südwest nach Tiefencastel und Thusis (H417B) bzw. via Lenzerheide nach Chur.

In Davos selber dienen zwei Einbahnstrassen als Hauptrasse; die etwas höher gelegene Promenade nach Südwesten und die im Tal liegende Talstrasse nach Nordosten. Beide Strassen sind durch viele Nebenstrassen verbunden. Von Norden nach Süden sind dies: Dischmastrasse, Schiaweg, Reginaweg, Hertistrasse, Kurgartenstrasse, Tobelmühlestrasse, Guggerbachstrasse, Hintere Gasse.

Bahn[Bearbeiten]

Per Bahn ist Davos mit der Rhätischen Bahn (RhB) erreichbar. Zum einen über die Linie Landquart – Klosters Platz – Davos Platz von Nordwesten und zum anderen über die Linie Filisur – Davos Platz von Süden. Diese Linien werden im Stundentakt unterhalten. Davos verfügt über acht Haltestellen. Die beiden wichtigsten sind die Bahnhöfe Davos Dorf und Davos Platz, der zugleich auch die Endstation der nach Davos führenden Linien ist.

Bus[Bearbeiten]

Das vom Verkehrsbetrieb der Landschaft Davos (VBD) zusammen mit der PostAuto Schweiz AG und den beiden ortsansässigen Transportunternehmen Stiffler und Kessler betriebene Ortsbusnetz verbindet auf acht Linien Davos Dorf und Platz mit den Aussenbezirken und den Seitentälern. Eine Postautolinie verbindet Davos via Alvaneu und Lenzerheide mit Chur. Eine andere führt über den Flüelapass nach Zernez und weiter über den Ofenpass ins italienische Mals.

Bergbahnen[Bearbeiten]

Von Davos selber führen drei und von den Aussenbezirken zwei Bergbahnen auf umliegende Berge.

Lehre und Forschung[Bearbeiten]

Davos beherbergt eine Reihe von z. T. international bekannten Forschungseinrichtungen:

Des Weiteren beherbergt Davos zwei Mittelschulen beziehungsweise Gymnasien mit angeschlossenem Internat:

In Davos befindet sich zudem die kantonale Berufsfachschule Davos, deren Einzugsbereich die Region Davos-Prättigau-Albulatal ist.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Davos ist ein international bekannter Kongressort. Jährlich finden dort wiederkehrende Kongresse aus allen Bereichen der Medizin statt. Für weltweite Schlagzeilen und auch für Demonstrationen sorgt das Weltwirtschaftsforum (WEF).

Der Swiss Alpine Marathon ist der höchstgelegene Ultramarathon Europas. Darüber hinaus ist Davos seit 2013 Zielort des Gebirgslaufs Swiss Irontrail.

Davos ist auch Ausgangspunkt der Oldtimerrallye Davos Classic. Es werden die umliegenden Alpen-Passstrecken mit klassischen Automobilen befahren, die bis zum Jahr 1984 hergestellt wurden.

Der Spengler Cup, der jährlich zwischen Weihnachten und Neujahr stattfindet, ist das weltweit berühmteste Eishockey-Klubturnier. Insgesamt 80'000 Zuschauer machen dann Davos jeweils zum Mekka des Eishockeys.

Sir Arthur Conan Doyle überschritt im Winter 1894 zusammen mit den einheimischen Gebrüdern Johann und Tobias Branger von Davos aus mit Skiern die Maienfelder Furgga nach Arosa. In der Folge beschrieb Doyle das Unterfangen ausführlich in der englischen Zeitschrift Strand Magazine, was wesentlich dazu beitrug, dass Davos und Graubünden vor allem bei den Engländern sehr beliebt wurden. Es kann als Erbe dieses Artikels angesehen werden, dass jedes Jahr das Britisch-Schweizerische Parlamentarier-Skirennen stattfindet, an dem nur Schweizer und britische Parlamentarier teilnehmen.

Kultur[Bearbeiten]

Thomas Mann machte Davos mit seinem 1924 erschienenen, später auch verfilmten Roman Der Zauberberg in der deutschsprachigen Welt berühmt. Das im Buch beschriebene Sanatorium war das Waldsanatorium, das heute als Waldhotel Davos (ehemals Waldhotel Bellevue) geführt wird.

Der berühmte deutsche Expressionist und Mitbegründer der Künstlervereinigung «Brücke» Ernst Ludwig Kirchner verbrachte die Jahre 1917 bis 1938 in Davos. Er wohnte zuerst auf der Stafelalp, später im Haus in den Lärchen in Davos Frauenkirch und schlussendlich bis zu seinem Freitod im Haus auf dem Wildboden.

Davos als Kurort erscheint auch im Roman Stiller von Max Frisch, in welchem Julika, die Frau der Hauptfigur, eine Zeit als Tuberkulosepatientin verbrachte.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Kirchner Museum Davos

Das 1992 eröffnete Kirchner Museum Davos am Ernst Ludwig Kirchner Platz präsentiert eine umfangreiche Sammlung von Werken des deutschen Expressionisten Ernst Ludwig Kirchner.

Die Parsennbahn auf das Weissfluhjoch war die zweite ausgesprochene Sportbahn (Bahn, die nur auf Sportler als Fahrgäste ausgerichtet ist) der Schweiz.

Eingangstor Waldfriedhof, Entwurf E.F. Baumann

Die Architektur in Davos ist von einem für die Region ungewöhnlichen Flachdachstil geprägt, der seine Ursprünge in der Sanatorienzeit hat.

Die Stadtpromenade ist eine beliebte Einkaufsstrasse, im Ortszentrum besteht ein Einbahnsystem, mit Ausnahme der Busse des öffentlichen Verkehrs.

Bemerkenswert sind folgende Gebäude:

  • Katholische Kirche Herz Jesu[12]
  • Katholische Marienkirche[13]
  • Ehemalige anglikanische Kirche St. Luke's (Freie Evangelische Gemeinde)[14]
  • Arzthaus der Thurgauisch-Schaffhausischen Heilstätte[15]
  • Aufnahmegebäude der RhB[16]
  • Blaue Häuser[17]
  • Bubenbrunnen[18]
  • Ehemaliges Arzthaus der Basler Höhenklinik[19]
  • Ehemaliges Grand Hotel Belvédère (heute Steigenberger Grandhotel Belvédère Davos)[20]
  • Ehemaliges Sanatorium Schatzalp[21]
  • Ehemaliges Schulhaus Davos Dorf (Physikalisch- Meteorologisches Observatorium/Weltstrahlungszentrum)[22]
  • Grosses Jenatschhaus[23]
  • Kongresszentrum und Hallenbad[24]
  • Kurpark: Torbau 1916, Bronzeplastik «Atmender», Brunnenanlage[25]
  • Oberes Jenatsch-Haus[26]
  • Rathaus[27]
  • Schulhaus[28]
  • Skistürze-Brunnen[29]
  • Sportzentrum, 1996, von Architekten Mike Guyer und Annette Gigon[30]
  • Unteres Jenatschhaus[31]
  • Wandelbahn[32]
  • Youthpalace, 2002, von Architekten Gian Carlo Bosch, Martin Heim und Reto Zindel[33]
  • Zweifamilienhaus[34]
  • Waldfriedhof Davos: 1920 gestaltete Rudolf Gaberel in Zusammenarbeit mit Christian Issler und dem Architekten und Bildhauer Erwin Friedrich Baumann den Waldfriedhof. Baumann war für die künstlerische Gestaltung verantwortlich. Die Anlage liegt in einem bestehenden Lärchenhain; die Einfriedung erfolgte in Trockenmauerwerk, mit zyklopischem Eingangstor. Die Reihengräber sind in elliptischer Gesamtform angeordnet, die Privatgräber über Unebenheiten der natürlichen Topographie verstreut. 1930 wurde der Anlage ein jüdischer Friedhof angefügt. Im Bereich der Privatgräber befinden sich Grabstätten unter anderem von Ernst Ludwig Kirchner und seiner Lebenspartnerin Erna Schilling sowie von Rudolf und Rosa Gaberel; verschiedene Grabsteine von Wilhelm Schwerzmann.
  • Wiesener Viadukt der Rhätischen Bahn, auf dem Gebiet der Fraktionsgemeinde Wiesen

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Martin Bundi: Davos im Historischen Lexikon der Schweiz.
  • Fritz Dürst, Hugo Welti, Rudolf Indlekofer: Davos und seine Täler. Basel 1964.
  • Kasimir Edschmid, Walter Kern: Davos, Die Sonnenstadt im Hochgebirge. Zürich, Leipzig 1932 (Schaubücher 38).
  • Leni Henderson-Affolter: Der Jugendstil in Davos. Davos 1983.
  • Leni Henderson-Affolter (Redaktion): Landschaft Davos. Jahrbuch 1992. Chur 1992, ISBN 3-907036-35-2.
  • Leni Henderson-Affolter: Es schrieb einmal... Lh Davos. Schiers 1996.
  • Fritz Maron: Arosa – Beziehungen zwischen Arosa und Davos. Arosa 1951.
  • Max Pfister: Landschaft Davos, eigenständiges weltoffenes Hochland. Bern 1978 (Schweizer Heimatbücher 182), ISBN 3-258-02743-9.
  • Martin Schmid, Gaudenz Issler: Davoserdeutsches Wörterbuch. Der Wortschatz einer Bündner Walsersiedlung. Verlag Walservereinigung Graubünden, Chur 1982 (Grammatiken und Wörterbücher des Schweizerdeutschen VII).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Davos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Schweiz – STAT-TAB: Ständige und Nichtständige Wohnbevölkerung nach Region, Geschlecht, Nationalität und Alter (Ständige Wohnbevölkerung)
  2. a b Andres Kristol, Davos GR (Prättigau / Davos) in: Dictionnaire toponymique des communes suisses – Lexikon der schweizerischen Gemeindenamen– Dizionario toponomastico dei comuni svizzeri (DTS|LSG).Centre de dialectologie, Université de Neuchâtel, Verlag Huber, Frauenfeld/Stuttgart/Wien 2005, ISBN 3-7193-1308-5 und Éditions Payot, Lausanne 2005, ISBN 2-601-03336-3, p. 289.
  3. Davos in Glossario Helvetiae Historico.
  4. Bandy zurück in Davos. In: davos.ch. Abgerufen am 8. Januar 2014.
  5. Tages-Anzeiger
  6. Davos in Zahlen Aufgerufen am 30. Januar 2014
  7. Daten gemäss Martin Bundi: Davos im Historischen Lexikon der Schweiz.
  8. Gemeinde Davos: Grosser Landrat. In: gemeindedavos.ch. Abgerufen am 13. März 2014.
  9. http://epaper.budag.ch/blaettern_gross_frameset.cfm?seite=02_bddz_01_2010-02-23
  10. http://epaper.budag.ch/blaettern_gross_frameset.cfm?seite=03_bddz_01_2010-06-22
  11. http://epaper.budag.ch/blaettern_gross_frameset.cfm?seite=01_bddz_01_2010-10-05
  12. Katholische Kirche Herz Jesu
  13. Katholische Marienkirche
  14. Ehemalige anglikanische Kirche St. Luke's (Freie Evangelische Gemeinde)
  15. Arzthaus der Thurgauisch-Schaffhausischen Heilstätte
  16. Aufnahmegebäude der RhB
  17. Blaue Häuser
  18. Bubenbrunnen
  19. Ehemaliges Arzthaus der Basler Höhenklinik
  20. Ehemaliges Grand Hotel Belvédère (heute Steigenberger Grandhotel Belvédère Davos)
  21. Ehemaliges Sanatorium Schatzalp
  22. Ehemaliges Schulhaus Davos Dorf (Physikalisch- Meteorologisches Observatorium/Weltstrahlungszentrum)
  23. Grosses Jenatschhaus
  24. Kongresszentrum und Hallenbad
  25. Kurpark: Torbau 1916, Bronzeplastik «Atmender», Brunnenanlage
  26. Oberes Jenatsch-Haus
  27. Rathaus
  28. Schulhaus
  29. Skistürze-Brunnen
  30. Sportzentrum
  31. Unteres Jenatschhaus
  32. Wandelbahn
  33. Youthpalace
  34. Zweifamilienhaus