Feleknas Uca

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Feleknas Uca

Feleknas Uca (* 17. September 1976 in Celle) ist eine deutsche Politikerin (Die Linke).

Leben und Beruf[Bearbeiten]

Die jesidische Kurdin bekleidete verschiedene Ämter in der PDS, so war sie bereits 1998 Mitglied des Landesvorstands Niedersachsen, Mitbegründerin des Kreisverbands Celle, Ansprechpartnerin der PDS-Europagruppe für Nordrhein-Westfalen sowie die Schatzmeisterin der Europagruppe.

Seit 1999 ist sie stellvertretende Vorsitzende der interfraktionellen Arbeitsgruppe gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Weiterhin unterhält sie eine Stiftung zur Förderung der Rechte der Frauen und Kindern.

Während der Irakkrise 2014 arbeitete Uca in der türkischen Stadt Silopi als Helferin in einem Lager für jesidische Flüchtlinge.[1]

Europaabgeordnete[Bearbeiten]

Feleknas Uca war von 1999 bis 2009 Europaabgeordnete für die PDS bzw. Die Linke in der GUE/NGL-Fraktion. Mit 22 Jahren wurde sie als sechste auf der Wahlliste der PDS ins EU-Parlament gewählt. Als Europaabgeordnete war sie Mitglied im Entwicklungsausschuss, Stellvertreterin für den Ausschuss für die Rechte der Frau und die Gleichstellung der Geschlechter, Stellvertreterin im Unterausschuss Menschenrechte und Mitglied der Delegation im Gemischten Parlamentarischen Ausschuss EU-Türkei.

Engagement gegen weibliche Genitalverstümmelung[Bearbeiten]

Als Europaabgeordnete und darüber hinaus engagierte sich Uca in Zusammenarbeit mit der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes für die Bekämpfung von Praktiken der weiblichen Genitalverstümmelung.

Sie beauftragte die Organisation, im Jahre 2005 eine Publikation mit dem Titel „Studie zu weiblicher Genitalverstümmelung (FGM = Female Genital Mutilation)“ zu erstellen. Zum Inhalt dieser Arbeit gehören Informationen zur Verbreitung und zu soziokulturellen Hintergründen der Praxis, ein Überblick über die rechtliche Lage in Afrika und Europa, die Vorstellung bisheriger Lösungsansätze sowie Empfehlungen für ein gemeinsames Engagement auf europäischer Ebene.[2]

Im Dezember 2005 und Januar 2006 warb Uca um Spenden für das von Terre des Femmes unterstützte Projekt Network Against Female Genital Mutilation (NAFGEM), welches sich für die Abschaffung der Verstümmelung weiblicher Genitalien in Tansania einsetzt.[3][4]

Anlässlich des Internationalen Tages „Null Toleranz gegenüber weiblicher Genitalverstümmelung“ erklärte Uca im Februar 2008, weibliche Genitalverstümmelung sei eine „Extremform von Gewalt gegen Frauen und Mädchen“. In achtundzwanzig afrikanischen Ländern würde diese „besonders extreme Form von Gewalt“ angewendet, um den weiblichen Körper zu kontrollieren. Es sei „unsere Aufgabe“, gegen diese „Menschenrechtsverletzung, bei der den Mädchen lebenslange körperliche und seelische Wunden beigebracht werden“, zu kämpfen. Die „Macht patriarchaler Strukturen und gewachsener Traditionen“ sei dabei jedoch unbedingt zu beachten: Gute Hilfsprogramme sorgten dafür, dass sich die betroffenen Menschen aus Überzeugung gegen den Ritus der Genitalverstümmelung entschieden und stattdessen nach „alternativen Praktiken“ suchten, „die den weiblichen Körper in seiner Integrität schützen“. Ein Sinneswandel könne nie von außen aufgezwungen werden, sondern müsse durch Sensibilisierung, Aufklärung und medizinische Schulung geschehen. Bildung ermögliche Mädchen, ihre Rechte zu kennen und ihre Rolle in der Gesellschaft auch in Frage zu stellen. Hauptaufgabe von diesbezüglichen Entwicklungsprogrammen seien die „Förderung von reproduktiver Gesundheit“ sowie der Schutz und die Stärkung von Frauenrechten weltweit.[5]

Gemeinsam mit Sprecherinnen der Feministischen Frauenarbeitsgemeinschaft LISA und Elke Höher von Terre des Femmes verurteilte Uca im März 2008 den Vergleich von Verletzungen durch Genitalverstümmelung mit potentiellen Verletzungen bei der Krippenbetreuung, den die familienpolitische Sprecherin der Linken und Vorsitzende des beschneidungskritischen Vereins Intact, Christa Müller, zuvor in einem Spiegel-Interview anstellte.[6] Im März 2010 organisierte die Feleknas Uca Stiftung in Kooperation mit dem Celler Frauenhaus e.V. und Terre des Femmes eine Lesung mit der somalischen Autorin Fadumo Korn.[7]

Festnahme[Bearbeiten]

Feleknas Uca wurde am 14. November 2012 bei der Einreise in die Türkei am Atatürk Flughafen in Istanbul festgenommen. Sie führte unverzollt rund 250 Päckchen Vitamin-B1-Medikamente mit sich, die zur Begrenzung chronischer Schäden bei Hungerstreiks eingesetzt werden. Sie wird beschuldigt, in der Koma Civakên Kurdistan eine Leitungsfunktion auszuüben. [8]

Nach einem staatsanwaltschaftlichen Verhör wurde sie nach Deutschland ausgewiesen.[9]

Einzelbelege[Bearbeiten]

  1. Eva Marie Kogel und Alfred Hackensberger: Der Held der Jesiden ist ein Deutscher. In: welt.de, 17. August 2014. Abgerufen am 17. August 2014.
  2. Feleknas Uca Stiftung: Genitalverstümmelung
  3. Feleknas Uca: Hilfsprojekt gegen Genitalverstümmelung in Tansania, Pressemitteilung vom 20. Dezember 2005.
  4. Feleknas Uca: Helfen Sie mit, Genitalverstümmelung zu verhindern!, Pressemitteilung vom 16. Januar 2006.
  5. Feleknas Uca: Weibliche Genitalverstümmelung ist eine Extremform von Gewalt gegen Frauen und Mädchen, Pressemitteilung vom 6. Februar 2008.
  6. Feleknas Uca, Iris Gramberg, Nanni Rietz-Heering & Eveline Engelhardt-Mayer (Sprecherinnen LISA Niedersachsen Feministische Landesarbeitsgemeinschaft der Partei die Linke in Niedersachsen), Elke Höher (Mitglied bei Terre des Femmes und LiSa Niedersachsen): Gemeinsame Presseerklärung zu Christa Müller, Pressemitteilung vom 18. März 2008.
  7. Weibliche Genitalverstümmelung verletzt das MenschenRECHT auf Gesundheit und auf Schutz der körperlichen Integrität. In: Onlinezeitung scharf-links, 8. März 2010.
  8. Uca 'KCK yöneticisi' olduğu iddiasıyla gözaltına alındı In: radikal, 15. November 2012.
  9. Türkei weist deutsche Politikerin aus In: stern.de, 16. November 2012.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Feleknas Uca – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien