Feuerwehr in Israel

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Feuerwehr
Israel
Flag of Israel.svg
Notruf: 102
Personal
Aktive
(ohne Jugend):
1.600 (1.200 Berufsfeuerwehrleute + 400 freiwillige "Fire-scouts")
Freiwilligenquote: 20 %
Israelische Feuerwehrmänner löschen Feuer nach Raketenangriff

Die Feuerwehr in Israel ist staatlich organisiert. Sherutei Kaba'ut VeHatzala (hebräisch: שירותי כבאות והצלה, engl.: Israel Fire and Rescue Services) ist in Israel zuständig für den Rettungs- und Feuerwehrdienst. Die Organisation arbeitet dabei mit Magen David Adom, der Nationalen Rotkreuz-Gesellschaft Israels zusammen. Aktueller Direktor der Behörde ist Shimon Romach.

Organisation[Bearbeiten]

Feuerwache in Tel Aviv

24 städtische Regionen verfügen über zentrale Feuerwachen, unterstützt von kleineren Stationen in der Umgebung. Allein 5 Feuerwachen gibt es in Jerusalem, die Hauptfeuerwache befindet sich im Stadtteil Giv'at Mordechai.[1]

Die Israel Fire and Rescue Services verfügen über 1200 Berufsfeuerwehrleute sowie 200 bis 400 freiwillige "Fire-scouts". Die Ausrüstung wird überwiegend im Land hergestellt. Fahrzeuge werden im Kibbuz Bet Alfa auf Basis von Mercedes-Benz-, MAN-, Iveco-, Chevrolet- und Ford-Fahrwerken modifiziert. Flugzeuge zur Brandbekämpfung aus der Luft sind nicht vorhanden. Der Feuerwehrfunk basiert auf einem analogen Breitbandnetz der Firma Motorola .

Geschichte[Bearbeiten]

Nach einem Brand in Zichron Ja’akow im Jahr 1897 wurde eine erste Feuerwehreinheit auf Betreiben von Baron Rothschild aufgestellt. Die Einheit hatte 32 Mitglieder, deren Ausrüstung aus Paris herbeigeschafft wurde. Eine weitere Einheit wurde 1925 in Tel Aviv nach der Überflutung des Brenner Viertels gegründet, hier entstand auch das erste Feuerwehrhaus im Land. [2]

Israelische Feuerwehrmänner bei Brand in Ramat haScharon

Mit der Unabhängigkeit Israels 1948 wurden Feuerwehren in den meisten jüdischen Siedlungen errichtet, so in Petah Tikva, Jerusalem, Haifa, Hadera, Rehovot, Naharija, Bnei Brak, Ramat Gan, Givatayim, Afula, Herzlija, Kfar Saba, Holon, Netanja und Rischon LeZion.

Es folgten mit der staatlichen Konsolidierung Israels Einrichtungen in Akkon und Be’er Scheva, am Ben Gurion International Airport, den Ölraffinerien in Haifa und den Häfen in Haifa und Ashdod. Mit dem Firefighting Services Law von 1959 wurden die vorhandenen Freiwilligen Feuerwehren 1960 in Berufsfeuerwehren umgewandelt.

Am 2. Dezember 2010 brachen die größten Waldbrände in der Geschichte des Staates Israel aus. Bei den Bränden in Karmel-Gebirge in Nordisrael starben über 40 Menschen und zahlreiche wurden verletzt. Bei den Waldbränden stand der Feuerwehr nur unzureichendes und veraltetes Löschgerät zur Verfügung. Nur mit Hilfe ausländischer Feuerwehren und Löschflugzeugen aus mehreren Ländern konnten die Brände gelöscht werden.

Die israelische Feuerwehr beschwert sich seit Jahren über zu wenig Personal und veraltete Ausrüstung. Ministerpräsident Netanjahu erklärte, die Brandbekämpfung aus der Luft solle künftig von einer eigenen Feuerwehrtruppe übernommen werden.[3] Israelische Medien kritisierten Behörden und Staat, da sich das Land zu sehr auf die die militärische Rüstung konzentriert hätte und den Katastrophenschutz vernachlässigt habe.[4]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Municipal Services in Jerusalem
  2. History of Israel Fire and Rescue Services
  3. http://www.n24.de/news/newsitem_6498284.html
  4. Hörfunkbericht von ARD-Korrespondent Martin Engelbrecht am 4. Dezember 2010

Weblinks[Bearbeiten]