Afula

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Afula
Wappen von Afula
Basisdaten
hebräisch: עפולה
arabisch: العفولة
Staat: Israel Israel
Bezirk: Nord
Koordinaten: 32° 36′ N, 35° 17′ O32.60777777777835.28972222222260Koordinaten: 32° 36′ 28″ N, 35° 17′ 23″ O
Höhe: 60 m
Fläche: 26,909 km²
 
Einwohner: 41.000 (2010)
Bevölkerungsdichte: 1.524 Einwohner je km²
 
Gemeindeart: Stadtverwaltung
Website:
Afula (Israel)
Afula
Afula

Afula (hebräisch ‏עפולה‎, arabisch ‏العفولة‎, DMG al-ʿAfūla) ist eine Stadt in Israel.

Lage[Bearbeiten]

Afula ist eine Stadtverwaltung im Nordbezirk Israels. Sie liegt zwischen Nazareth und Jenin in der Jesreelebene und ist dort ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Sie wird auch oft als Hauptstadt der Jesreelebene bezeichnet. Die wichtigste Sehenswürdigkeit in der Umgebung ist der Berg Tabor.

Geschichte[Bearbeiten]

Afula wird in der Bibel nicht erwähnt. In der Kreuzfahrerzeit wurde hier eine Burg errichtet, um eine wichtige Straßenkreuzung der Ebene zu schützen. Die Kreuzfahrer nannten den Ort Le Fève. Reste der Kreuzfahrerburg befinden sich im nahen Kibbuz Merchawia.

Das arabische Dorf "Afule" erhielt im Zuge des Baus der Bahnstrecke Haifa–Dar'a , einer Zweigstrecke der Hedschasbahn, einen Bahnhof. Die Strecke ging in diesem Abschnitt 1904 in Betrieb. Die Bahnstrecke Afula–Nablus wurde von hier aus nach Süden gebaut, deren erster Abschnitt 1912 eröffnet.

Eine jüdische Siedlung wurde am 31. März 1925 gegründet.[1] Die American Zion Commonwealth Ltd., die das Land des Dorfes erworben hatte, gab Richard Kauffmann den Auftrag einen Entwicklungsplan für dessen Ausbau zur Stadt zu erstellen.[2] Kauffmann nahm die zentrale Lage Afulas an Verkehrswegen und nahe an der produktiven Landwirtschaft in der Jesreelebene als Ausgangspunkt, um es als Standort zentraler Dienste für die Landwirtschaft (Landmaschinenhandel, Mühlen, Silos, Agrarveredelung) zu entwickeln.[2] Die nach seinen Plänen abgesteckten Grundstücke wurden 1925/1926 an wohlmeinende Investoren in Nordamerika verkauft, die meist nicht bauten und entwickelten, sondern das Land – auch wegen der Großen Depression – zunächst nur hielten.[2] Kauffmanns Raumplan für Afula nahm dann erst zwischen 1938 bis 1940 langsam sichtbare Gestalt an.

Die Gründung des Staates Israel brachte Afula den Status einer Entwicklungsstadt. Der Staat enteignete dann die amerikanischen Eigentümer der unbebauten Grundstücke, um sie selbst zu entwickeln, doch Afula wurde nicht das, was Kauffmann und andere sich ursprünglich erwartet hatten.[2] Die neue Randlage mit abgeschnittenen Verkehrswegen, in die Afula durch die Waffenstillstandslinie von 1948/1949 geraten war, nahm ihm seinen geographischen Vorteil und die Kibbuzim und Moschavim der Jesreelebene hatten längst selbst für die benötigten zentralen Dienste Einrichtungen in eigener Regie geschaffen.[2] Die Straße nach Jerusalem war unterbrochen und der Eisenbahnverkehr, der nun an der Grenze zu Syrien endete, wurde 1951 endgültig eingestellt, da der Betrieb auf dem Reststück der Strecke sich nicht mehr rechnete.

Einwohner[Bearbeiten]

Das israelische Zentralbüro für Statistik gibt bei den Volkszählungen vom 8. November 1948, 22. Mai 1961, 19. Mai 1972, 4. Juni 1983, 4. November 1995 und vom 28. Dezember 2008 für Afula folgende Einwohnerzahlen an: [3]

Jahr der Volkszählung 1948 1961 1972 1983 1995 2008
Anzahl der Einwohner 2.504 13.844 17.307 21.277 33.557 39.652

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Historischer Wasserturm aus den 1920er Jahren im Zentrum von Afula
 Commons: Afula – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Mordecai Naor: Eretz Israel, Könemann, Köln, 1998, ISBN 3-89508-594-4, Seite 133
  2. a b c d e Lotte Cohn, Richard Kauffmann: Architect and City Planner [Richard Kauffmann: Architekt und Stadtplaner (dt.), Jerusalem: Brief an Bath-Scheva Kauffmann, 1978; Engl.], Monika Iacovacci (Übs.), auf: Kauffmann: Architect and Town Planner – Biography, abgerufen am 28. Oktober 2012.
  3. Zentralbüro für Statistik