Fitnessstudio
In einem Fitnessstudio, auch oft Fitness-Center oder Sportstudio genannt, findet man unterschiedliche Geräte zum gezielten Kraft- oder Ausdauertraining. Oft werden auch animierte Kurse für Aerobic oder Ähnliches angeboten, die von ca. 50 % der Kunden genutzt werden.[1] Nicht selten sind auch Sauna- oder Wellnessbereiche angeschlossen.
Gegen Gebühr kann der Besucher die Geräte, den Service und die Kurse der Fitnessstudios nutzen.
Fitnessstudios bieten eine kollektive und oft unterhaltsame, gesellige Form des Fitnesstrainings oder des Bodybuildings jenseits der Struktur klassischer Sportvereine. Im Gegensatz zu ehrenamtlichen Vereinen sind sie kommerziell ausgerichtet. Es gibt jedoch auch von Sportvereinen betriebene Fitnessstudios.[2] Studios bilden gleichzeitig wichtige Treffpunkte der Fitness- und Bodybuildingszene.
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Angebote und Ausstattung[Bearbeiten]
Das Angebot umfasst in der Regel Training an Fitnessgeräten wie auch betreute Kurse mit festen Start- und Endzeiten.
Im Bereich der Fitnessgeräte kann zwischen folgenden drei Sparten unterschieden werden:
- Geräte zum gezielten Krafttraining: Ein Teil der Geräte besteht aus Konstruktionen, beispielsweise Kabelzuggeräte, an denen gezielt bestimmte Muskelgruppen trainiert werden können.
- Hanteln: Für fortgeschrittene Kraftsportler bieten Fitnessstudios einen umfangreichen Part an Hanteln.
- Ausdauergeräte: Ergometer, Rudergeräte, Laufbänder, Crosstrainer etc. In den letzten Jahren werden auch immer häufiger Geräte wie Hypoxi-Trainer, Body Transformer oder Vakuum-Trainingsanzüge angeboten.
Im Bereich des Kursangebotes versuchen sich die Studios voneinander zu unterscheiden und mit einem breiten Angebot zu werben:
- Gymnastik: Häufig werden Aerobic-Kurse, Pilates und Yoga angeboten. Das Angebot insgesamt reicht von Schwangerschaftsgymnastik bis Ballett.
- Rehabilitation: Immer mehr Fitnessstudios bieten auch Kurse, die in Richtung Physiotherapie gehen, wie Rückenschule und Ähnliches.
- Indoorcycling
- Hot Iron
Viele Fitnessstudios stellen Physiotherapeuten und Sportmediziner oder ausgebildete Fitnesstrainer zur Betreuung ihrer Kunden ein. Fitnesstrainer ist eine Aus- bzw. Weiterbildung, die durch interne Vorschriften der Lehrgangsträger geregelt ist. Die Lehrgänge unterschiedlicher Dauer werden von privaten Bildungsträgern durchgeführt.
Große Fitnessketten bieten auch Sauna-, Massage- oder Wellnessbereiche an.
In sogenannten Mikro-Fitnessstudios wird zumeist ohne die klassischen Fitnessgeräte auf kleinerem Raum trainiert. Zum Einsatz kommt meist das sog. EMS-Training unter Anleitung und Steuerung eines Personal Trainer, da der Trainierende den verwendeten Reizstrom nicht selbst steuern kann. [3][4]
Wirtschaftliche Aspekte und Marktsituation[Bearbeiten]
Fitnessstudios finanzieren sich in der Regel über monatliche Beiträge. Ein Vertrag kann oft entweder über bestimmte Zeit oder für ein bestimmtes Programm unterschrieben werden. In Deutschland gibt es rund 5.690 Fitness-Unternehmen (2009), davon rund 1.000 Ketten mit mindestens drei Betrieben. Das Konzept dieser Unternehmen sind extrem große Studios (bis 3.000 m² und mehr) in Ballungsgebieten mit mehr als 50.000 Einwohnern, mit flexiblen Öffnungszeiten (sogar 24 Stunden 7 Tage die Woche) und niedrigen Monatsbeiträgen, dies allerdings nur bei fester Mindestvertragslaufzeit. Aber auch kleinere Konzepte wie die Mikrostudios finden ihren Platz im Markt.
Ende 2011 verzeichnete die Branche einen Mitgliederbestand von rund 7,6 Millionen und ist damit größer als der Deutsche Fußball Bund (DFB) mit rund 6,8 Millionen Mitgliedern.[5][6] Die meisten Mitglieder in Deutschland hat die „Discount-Kette“ McFit (über 1.000.000 Mitglieder), deren Geschäftsführer Rainer Schaller ist. Die ehemals umsatzstärkste Kette „ELIXIA“ hat im Juli 2009 Insolvenz angemeldet. Daneben gibt es die Unternehmen INJOY, Fitness First und easy sport, die vordere Plätze mit jeweils über 200.000 Mitgliedern belegen.
Es gibt Fitnessstudio-Ketten in Form von Franchise-Systemen wie Mrs. Sporty oder Bodystreet.[7][8][9]
Vorläufer[Bearbeiten]
Die medico-mechanische Therapie nach Gustav Zander war das Vorbild der heutigen apparategestützten Trainingstherapien, die seit ca. 1980 bis heute einen Boom erleben.
Literatur[Bearbeiten]
- Kläber, Mischa: Doping im Fitness-Studio. Die Sucht nach dem perfekten Körper. transcript, Bielefeld 2010, ISBN 978-3-8376-1611-8
- Detlef Lienau, Arnulf von Scheliha: Fitnessstudio / Gesundheit. In: Dietrich Korsch, Lars Charbonnier: Der verborgene Sinn. Religiöse Dimensionen des Alltags. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 2008, S. 118–128
Weblinks[Bearbeiten]
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Was bringen Aerobic & Co.?
- ↑ Fitnessstudios der Turngemeinde Bornheim
- ↑ Mikro-Fitnessstudio: Lifestyle-Trend in Großstädten, Berlin.de, abgerufen am 21. November 2012
- ↑ Elektrische Muskelstimulation: Gib dem Schwabbel Strom!, Spiegel Online, Ina Brzoska, 28. September 2012
- ↑ Steigende Mitgliederzahlen in Fitnessstudios Abgerufen am 15. Dezember 2012
- ↑ DFB Mitglieder-Statistik 2012 (PDF; 448 kB) Abgerufen am 15. Dezember 2012
- ↑ impulse exklusiv: Das sind die 100 besten Franchise-Systeme 2012, Wirtschaftsmagazin impulse, 29. August 2012
- ↑ Franchise ,EMS-Training Fitnessstudio Bodystreet, Bodystreet, abgerufen am 26. November 2012
- ↑ Mrs. Sporty Franchise, Mrs. Sporty Franchise, abgerufen am 26. November 2012