Flagellation

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historische Abbildung einer Geißelung
Flagellation im sexuellen Kontext. Wandmalerei im Grab der Züchtigung in der Totenstadt von Tarquinia (Italien)

Das Auspeitschen, auch Flagellation oder Geißelung (von lat. flagellum: Geißel) mit verschiedenen Peitschen, Ruten oder einem Rohrstock kann zu verschiedenen Zwecken und aus unterschiedlichen Beweggründen erfolgen. Praktiziert wird bzw. wurde die Flagellation sowohl im Kontext der Religion, als Strafe in Erziehung und Justiz sowie als Spielart der Sexualität.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Religion

[Bearbeiten] Christentum

Die mittelalterlich-christliche Laienbewegung der Flagellanten bzw. „Geißler“ praktizierte im 13. und 14. Jahrhundert Geißelübungen als selbstauferlegte Buße für Sünden und Laster. Die Geißelung Christi ist ein beliebtes Motiv der Passion Christi. So wird z. B. in der bayerischen Wieskirche der „gegeißelte Heiland“ verehrt.

[Bearbeiten] Islam

Während Selbstverletzung allgemein im Islam verboten ist, spielt Selbstgeißelung in manchen Regionen, insbesondere bei Schiiten eine Rolle. Bei den Schiitischen Passionsspielen wird die Geißelung („Sinazani“) beim Aschurafest praktiziert.

[Bearbeiten] Erziehung und Justiz

[Bearbeiten] Europa

Auspeitschen war in früheren Zeiten eine gebräuchliche Körperstrafe für verschiedenste Vergehen. In Klöstern, Schulen und anderen Einrichtungen wurde das Auspeitschen als Erziehungsmittel eingesetzt (siehe auch Staupenschlag). Mit dem Aufkommen des heutigen Verständnisses für Pädagogik wurden diese Maßnahmen in der Erziehung weitergehend als kontraproduktiv erkannt und nach und nach als Schwarze Pädagogik abgelehnt. Die Strafanwendung des Auspeitschens in der englischen Armee hat sich unter anderem über das Britische Empire verbreitet und wird noch in vielen ehemaligen Kolonien praktiziert.

[Bearbeiten] Islam/Scharia

Auf Grundlage der Scharia wird in einigen Ländern, wie dem Iran und Saudi-Arabien, die Auspeitschung als Strafmaß für eine Vielzahl von Vergehen angewandt. Eine größere Anzahl von Schlägen wird zumeist in Etappen eingeteilt, da der Gepeinigte hunderte Peitschenhiebe nicht überleben würde. Der Peitschende soll einen Koran unter dem Arm halten, was die Schläge mildern soll. Auch sollen keine bleibenden Narben entstehen.[1]

[Bearbeiten] Sexualität

Auspeitschen wird auch als Sexualpraktik verwendet, um sexuelle Lust zu erzeugen. Die Vorliebe für sexuelle Flagellation wird Flagellantismus genannt und zählt zur sexuellen Spielart des BDSM bzw. des Sadomasochismus. Die Anhänger dieser Sexualpraktik bezeichnet man auch als „Flagellanten“, was jedoch zu Verwechslungen mit den religiösen Geißlern führen kann. Eine schwächere, weniger auf körperlichen Lustschmerz als auf sexuelle Dominanz und erotische Rollen- und Erziehungsspiele angelegte Form des Flagellantismus ist das sogenannte Spanking.

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Geißelung Christi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Quellenangaben

  1. http://www.nytimes.com/2007/11/16/world/middleeast/16saudi.html
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