Zell am See

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Zell am See
Wappen von Zell am See
Zell am See (Österreich)
Zell am See
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Salzburg
Politischer Bezirk: Zell am See
Kfz-Kennzeichen: ZE
Fläche: 55,12 km²
Koordinaten: 47° 19′ N, 12° 48′ O47.32333333333312.798055555556757Koordinaten: 47° 19′ 24″ N, 12° 47′ 53″ O
Höhe: 757 m ü. A.
Einwohner: 9.544 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 173 Einw. pro km²
Postleitzahlen: 5700, 5702, 5705
Vorwahl: 06542
Gemeindekennziffer: 5 06 28
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Brucker Bundesstraße 2
5700 Zell am See
Website: www.zellamsee.salzburg.at
Politik
Bürgermeister: Peter Padourek (ÖVP)
Gemeinderat: (2014)
(25 Mitglieder)
13
8
2
2
13 
Von 25 Sitzen entfallen auf:
Lage der Stadt Zell am See im Bezirk Zell am See
Bramberg am Wildkogel Bruck an der Großglocknerstraße Dienten am Hochkönig Fusch an der Großglocknerstraße Hollersbach im Pinzgau Kaprun Krimml Lend Leogang Lofer Maishofen Maria Alm am Steinernen Meer Mittersill Neukirchen am Großvenediger Niedernsill Piesendorf Rauris Saalbach-Hinterglemm Saalfelden am Steinernen Meer Sankt Martin bei Lofer Stuhlfelden Taxenbach Unken Uttendorf Viehhofen Wald im Pinzgau Weißbach bei Lofer Zell am See Salzburg (Bundesland)Lage der Gemeinde Zell am See im Bezirk Zell am See (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
rechts Zeller Altstadt, links Zell am See-Süd, vorne Thumersbach; vom Mitterberg, Richtung Südwesten über Zeller See gegen Hausberg Schmittenhöhe, und über Salzachtal gegen Kitzsteinhorn
rechts Zeller Altstadt, links Zell am See-Süd, vorne Thumersbach; vom Mitterberg, Richtung Südwesten über Zeller See gegen Hausberg Schmittenhöhe, und über Salzachtal gegen Kitzsteinhorn
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Stadtentwicklung Zell am See
Zeller See im März 2013
Stadtgliederung Zell am See

Zell am See ist die Bezirkshauptstadt des gleichnamigen im österreichischen Bundesland Salzburg gelegenen Bezirks mit 9544 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014).

Die Wurzeln der Stadt reichen bis in die Bronzezeit zurück. Heute ist Zell am See als Urlaubsdestination Zell am See-Kaprun international als einer der bedeutendsten Wintersportorte Österreichs bekannt und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt der Region.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Zell am See liegt inmitten der Alpen nördlich der Talfurche der Salzach etwa 60 km Luftlinie südsüdwestlich der Landeshauptstadt Salzburg, 100 km östlich von Innsbruck und 30 km nördlich vom Großglockner.

Landschaft[Bearbeiten]

Das Zeller Becken ist die Verbindung zwischen dem Saalach- und dem Salzachtal. Das Zentrum bildet der etwa knapp vier Kilometer lange, gut einen Kilometer breite und 68 Meter tiefe Zeller See, woran der Altstadtkern im Westen sowie der Stadtteil Thumersbach im Osten, Erlberg im Südosten und Schüttdorf im Süden grenzen.

Nach Süden verschmilzt das Becken mit dem West–Ost verlaufenden Salzachtal, im Norden ist es nur durch eine sanfte Talwasserscheide vom Saalfeldener Becken getrennt, sodass sich ein gemeinsamer Talraum ergibt, der zu den größten inneralpinen Talbecken gehört. Flankiert ist die Talung von den Schieferalpen, zum Osten von der Hundsteingruppe der Dientener Berge (Salzburger Schieferalpen), zum Westen der Schmittenhöhe als Südostausläufer der Kitzbüheler Alpen (Tiroler Schieferalpen). Die Schieferberge, auch „Pinzgauer Grasberge“ genannt, sind sanft gegratete, bewaldete, im Gipfelbereich als Zweitausender gemattete Höhenzüge, die sich im Raum Zell am See landschaftlich deutlich gegen die wuchtigen, gletschertragenden Dreitausender der Hohen Tauern im Süden (Kitzsteinhorn 3203 m ü. A., Hoher Tenn 3368 m ü. A. mit Imbachhorn und Vorbergen) und die fernen schroffen, kahlen Kalkstöcke des Steinernen Meeres und der Leoganger Steinberge (Nördliche Kalkalpen) abgrenzen.

Da der ursprüngliche Zeller See weiter in den Norden sowie in den Süden bis hin zur Salzach auslief, befinden sich heute vor allem südlich große Sumpfgebiete, die seit Ende des 18. Jahrhunderts immer weiter trockengelegt wurden. Er hat die charakteristische Form einer Erdnuss und seine Fläche beträgt etwa 4,7 km².

Hausberg von Zell am See ist die Schmittenhöhe (1965 m ü. A.), ein bekannter Berg der Grauwackenzone (auch Grasberge genannt), der heutzutage vor allem für den Wintersport genutzt wird. Der Hundstein, Hausberg von Thumersbach, ist mit 2117 m ü. A. die höchste Erhebung der Salzburger Schieferalpen. Die Berge sind überwiegend bewaldet, oder weisen landwirtschaftlich genutzte Almregionen auf, beide sind durch Hütten, Schigebiete und Wanderwege auch touristisch erschlossen.

Siehe Abschnitt Panorama

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die angrenzenden Gemeinden sind:





Viehhofen im Glemmtal
Saalfelden und Maishofen



Maria Alm
Nachbargemeinden
Piesendorf Kaprun Bruck an der Großglocknerstraße

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadtgemeinde Zell am See gliedert sich in fünf Katastralgemeinden, welche zugleich Ortschaften sind (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Bruckberg (476) (Salzachtalhänge, beliebte Wohngegend)
    • Zellermoos
  • Erlberg (154) (beinhaltet das Naturschutzgebiet „Zeller See“)
  • Schmitten (596) (Standort vieler Seilbahnen)
  • Thumersbach (974) (Nobelviertel, beliebter Badeort)
    • Prielau (Zell am See-Nord)
  • Zell am See (7328)
    • Altstadt (Zentrum mit Sehenswürdigkeiten, teuerster Stadtteil)
    • Zell am See-Süd (Schüttdorf) (bevölkerungsreichster Teil, Gewerbegebiete)

Geschichte[Bearbeiten]

Vorgeschichte und Römer[Bearbeiten]

Die noch im 8. Jahrhundert verwendete Ortsbezeichnung „in Bisontio“ im Zusammenhang mit dem keltischen Volksstamm der Ambisonten, bronzezeitliche Keramikfragmente und Kupferschmelzplätze (nahe der Ebenbergalm, der Mittelstation und in Thumersbach) weisen auf eine Begehung und vermutlich auch erste Besiedlung des Raumes um den Zeller See schon vor über 3 000 Jahren hin. Auch in der Zeit der Römer (ein bedeutender Depotfund am Fuchslehen aus der Mitte des 2. Jahrhunderts n. Chr.) und der Völkerwanderung war der günstig gelegene Ort am Kreuzungspunkt mehrerer Verkehrswege (Saalachtal, Salzachtal, Nord-Süd-Verbindung über den Alpenhauptkamm mit einem keltisch-römischen Passheiligtum am Hochtor) von überregionalem Interesse. So spricht vieles dafür, dass der Saumhandel und eine damit im Zusammenhang stehende Siedlung bis zur bajuwarischen Landnahme im Frühmittelalter nie gänzlich aufgegeben wurden, auch die Gründung des späteren „Klosters“ als Wirtschaftszelle – vergleichbar einem Hospiz – in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts kann damit in Zusammenhang gebracht werden.[2]

Mittelalter[Bearbeiten]

Die erste Erwähnung dieser bald auch für die gesamte Ansiedlung namengebenden Wirtschaftszelle (Cella in Bisontio) erfolgte in der Urkundensammlung des Salzburger (Erz-)Bischofs Arn, der Notitia Arnonis, im Jahre 788/790.[3] Die Gründer selbst sind im adeligen Bayern zu suchen, das in Salzburg nicht verbreitete Hippolyt-Patrozinium könnte mit dem Kloster Tegernsee in Verbindung stehen,[4] aber auch das Umfeld des Bayernherzogs ist nicht auszuschließen.[5] Erst im 12. und 13. Jahrhundert nahm der Einfluss der Salzburger Erzbischöfe im Pinzgau kontinuierlich zu, umfangreiche Erbverträge sicherten den Besitz des Fürsterzbistums in der Folge ab, endgültig fielen die einzelnen Grafschaften aber erst 1480 unter den Krummstab. Die Ursprünge des Marktrechts reichen in Zell im Pinzgau (Pisontia, Pinzgowe, Pinzcow, …) in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts zurück, weitere Marktprivilegien wurden 1357 verbrieft. Im Spätmittelalter kann Zell auch als Gerichtsort (1449 als Landgericht mit einem Unterrichter) belegt werden.[6]

Neuzeit[Bearbeiten]

Obwohl sich der Nord-Süd-Handel immer mehr auf die inzwischen zu einem Karrenweg ausgebaute „Untere Straße“ über den Radstädter Tauern verlagerte, nahmen die Zeller als Beherberger, Säumer und Zwischenhändler immer noch eine bedeutende Rolle ein, man belieferte den Süden vorwiegend mit Salz aus den erzbischöflichen Salinen und kehrte mit Produkten des Mittelmeerraumes (Süßwein, Öl, Südfrüchte, „Venedigerwaren“, …) zurück. Zahlreiche schon im 15. Jahrhundert verbriefte Zeller Gast- und Beherbergungsbetriebe standen vornehmlich in Verbindung zu „Weinlehen“, für die Saumpferde standen große Stallungen zur Verfügung.[7] Da Zell am See somit vom Markt- und Fernhandel stark profitierte und (im Gegensatz zu dem in den Bauernkriegen stark umkämpften Radstadt) nie eine Stadtmauer besaß, versuchte man offenbar, sich aus kriegerischen Auseinandersetzungen und Aufständen möglichst herauszuhalten, auch beim Bauernaufstand 1525/26 hatte man sich bereits im Vorfeld der Entscheidungsschlacht am Zeller See (am 1. Juli 1526 unter der Führung von Peter Paßler) den Truppen des Schwäbischen Bundes unterworfen.[8] Im Zusammenhang mit neuerlichen Bauernunruhen wurde 1606 u.a. auch der Zeller Pfleger Caspar Vogl auf Geheiß des Erzbischofs Wolf Dietrich von Raitenau hingerichtet. Die Prozesse und Massenhinrichtungen rund um den mysteriösen Zauberer Jackl betrafen das ganze Land, auch in Zell im Pinzgau wurde 1682 ein Zaubererbub hingerichtet. Von der Vertreibung der Protestanten aus Salzburg unter Fürsterzbischof Leopold Anton Freiherr von Firmian 1731 waren im „Gericht Zell“ sechs Bauerngüter betroffen.[9]

Wirtschaftlich war über Jahrhunderte hinweg der Bergbau von Bedeutung, in zahlreichen Stollen in den damals noch selbstständigen Kommunen Bruckberg-Schmitten und Thumersbach wurden Kupfer- und Schwefelkieserze sowie silberhaltiger Bleiglanz und Zinkblende abgebaut. Als Gewerken traten hierorts besonders die Rosenberger in Erscheinung, auf sie geht auch das (ab) 1577 erbaute und seit 1973 als Rathaus genutzte Schloss Rosenberg zurück.[10]

Das 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Zell am See (Juli 1903)
Zell am See (Juni 1903) A.E.Hasse
Zell am See (Juni 1903), Brauereikarren
Zell am See (Juni 1903) – Marktplatz

Napoleons Feldzüge berührten Zell am See vorerst nur am Rande. Allerdings fand schon am 27. Dezember 1800 im Gasthaus Bräu (später Alte Post) am Zeller Marktplatz ein Schützenkongress statt[11], bei dem die Gerichte des Pinzgaus und Pongaus den Widerstand gegen die französischen Truppen beschlossen. In der Folge war der Marktort mehrmals von der Leistung harter Kriegskontributionen (Entschädigungen) betroffen, die sowohl an die französischen Truppen als auch an die „Tyroller“ Schützen abgeliefert werden mussten. So hielt sich auch 1809 die Begeisterung für den Krieg für Tirol und den Kaiser von Österreich im ehemals bayerischen und lange Zeit salzburgerischen Zell im Pinzgau in engen Grenzen, „nur eine kleine Zahl von Schützen aus Zell am See“[12] schloss sich Anton Wallners Aufrufen zum Kampf gegen die bayerisch-französischen Truppen an.[13]In der bayerischen Periode Salzburgs von 1810 bis 1816 dürfte auch die Bezeichnung Zell am See statt Zell im Pinzgau immer mehr in Gebrauch gekommen und schließlich üblich geworden sein.

1816 kam das bis 1803 selbstständige Fürsterzbistum Salzburg und damit auch Zell am See an die österreichische Krone. Nachdem 1850 die k.k. Bezirkshauptmannschaft in die Nachbargemeinde Saalfelden verlegt worden war (in Zell sollte nur mehr das Bezirkskollegialgericht bestehen bleiben), erreichte 1854 der bedeutendste Zeller Bürgermeister des 19. Jahrhunderts, Josef Salzmann, von den Ministerien in Wien die Rückverlegung. Somit blieb Zell am See auch Sitz der Bezirkshauptmannschaft, wodurch im Ort bis heute zahlreiche Ämter und Verwaltungsstellen ansässig sind. Ebenso erfolgreich war das Bemühen Salzmanns, dass die Eisenbahntrasse der Salzburg-Tiroler-Bahn nicht - wie aus Kostengründen umgeplant - über die damals noch eigenständige Kommune Thumersbach, sondern über Zell am See geführt wurde. Zur feierlichen Eröffnung am 30. Juli 1875 mit viel Prominenz kamen hunderte Schaulustige aus dem ganzen Pinzgau. Der Anschluss an das Eisenbahnnetz markiert den eigentlichen Beginn der touristischen Erschließung des Ortes, an dem Pioniere wie Rudolf Ehrenfried Riemann gemeinsam mit Bürgermeister Salzmann, Bezirkshauptmann Johann Stöckl oder Bezirksbauingenieur Nikolaus Gassner einen großen Anteil hatten. So wurde 1877 auch ein Verschönerungsverein zur Herstellung und Erhaltung der Promenadenwege gegründet, Faltprospekte und Wanderkarten herausgegeben. An der Erschließung der Pinzgauer Berge mit ihrer Gletscherwelt war gemeinsam mit Rudolf Riemann die bereits 1871 ins Leben gerufene Sektion Pinzgau des D. u. Ö. Alpenvereins maßgeblich beteiligt.[14]

Im August 1885 hielt sich „Kaiserin“ Elisabeth („Sisi“) in Begleitung ihrer jüngsten Tochter, Erzherzogin Marie Valerie, in Zell am See auf, im Sommer 1893 nächtigte auch Kaiser Franz Joseph I. im Ort und besuchte die Schmittenhöhe und das Kapruner Tal. In dieser Zeller Gründerzeit entstanden zahlreiche neue Beherbergungsbetriebe wie 1876 das Hotel Krone, 1879 das Hotel Kaiserin Elisabeth, 1878 bzw. 1894 das Grand Hotel am See oder 1898 der Pinzgauer Hof (heute Finanzamt).[15] In diesem Jahr wurde mit dem Bau der Pinzgauer Lokalbahn auch der Oberpinzgau - und damit die Krimmler Wasserfälle - verkehrsmäßig erschlossen. 1900 hielt sich die bekannte Familie Trapp einen Sommer lang in Thumersbach auf.

Erster Weltkrieg[Bearbeiten]

1914 wurde der Bau des zweiten Bahngleises aufgrund des Ersten Weltkrieges eingestellt. 270 Zeller mussten einrücken, 62 davon fielen im Krieg, an die heute ein Kriegerdenkmal neben der Stadtpfarrkirche erinnert.

Zwischenkriegszeit[Bearbeiten]

Die erste Zeller Luftseilbahn wurde ab 1927 erbaut und erschließt den Zeller Hausberg, die Schmittenhöhe. Am 24. Januar 1928 wurde Zell am See vom Salzburger Landtag zur Stadt erhoben, begründet durch den Status als „ältester Ort deutscher Kultur im Pinzgau“.

Bei österreichweiten Unruhen 1934 wurden auch in Zell am See Stromleitungen durchschnitten und Sprengstoffanschläge verübt.

Zell am See zur Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Der Pinzgau galt bereits vor dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich als Vorzeigegau „deutscher Kultur“. Bereits 1921 gab es in Zell am See einen den aufkommenden Nationalsozialisten zuordenbaren Bürgermeister. Bald wurde der Stadtplatz in Adolf-Hitler-Platz umbenannt.

In den Kriegsjahren existierten im Pinzgau SS-Stützpunkte und KZ-Nebenlager des KZ Dachau (in Uttendorf-Weißsee und Schloss Fischhorn) sowie des KZ Mauthausen (in Mittersill). Der Kraftwerksbau in Kaprun war nur durch die unmenschliche „Inanspruchnahme“ kriegsgefangener Häftlinge (v.a. aus Russland) aus den umliegenden KZ möglich.

Im letzten Jahr des Zweiten Weltkrieges wurde der Ort zur Lazarettstadt, denn der Bezirk galt als eine der letzten Bastionen der Nationalsozialisten. Hermann Göring verschanzte sich bis zuletzt im nahe gelegenen Schloss Fischhorn und wurde dort von der 7. US-Armee gefangen genommen. Während der Kriegsjahre blieb die Stadt von Bombenangriffen weitgehend verschont. Abwürfe fielen nur in den See oder auf die Schmittenhöhe, dennoch hatte die Gemeinde 183 Tote und Vermisste zu beklagen. Insgesamt wurden rund 1.050 Zeller zum Kriegsdienst eingezogen.

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Am Anfang der Besatzungszeit verfiel Zell am See in eine Wirtschaftskrise. Die drei Stadtführer konnten das Ruder aber umreißen und legten die Grundsteine für den heute florierenden, modernen Tourismus. Auch für die Bildung wurde nach dem Krieg viel getan: So wurden 1955 eine weitere Volksschule und eine Handelsschule gegründet, 1963 kam ein Realgymnasium hinzu. 1961 wurde Zell am See zum Luftkurort erklärt.

Zell am See bei Nacht (November 2009)

Am 12. Juni 1966 wurde Zell am See von einer Unwetterkatastrophe heimgesucht. Nach zweistündigem Gewitter mit Regenfällen und Hagelschlag, trat der Schmittenbach über die Ufer, unterspülte Häuser und riss mehrere Fahrzeuge mit sich. Die Straßen waren bald von Schlamm und Geröllmassen unpassierbar. Eine Schlammlawine zerstörte zudem ein Apartment-Haus, wobei sechs deutsche Urlauber ums Leben kamen. Die Lage wurde so dramatisch, dass Bürgermeister Höfer den Notstand ausrief und hunderte Helfer von Feuerwehr, Gendarmerie und Bundesheer angefordert wurden.

Das neue Krankenhaus in Prielau, nördlich des Sees, wurde erbaut und 1996 der für die Entlastung des Stadtkerns wichtige Umfahrungstunnel eingeweiht.

Zell am See heute[Bearbeiten]

2007 wurden drei bauliche Großprojekte fertig gestellt: Das Ferry Porsche Congress Center, der wohl modernste Bau der Stadt, ein Einkaufszentrum sowie eine weitere Zubringerbahn auf die Schmittenhöhe. In näherer Zukunft sind deshalb ein größeres Verkehrsaufkommen und ein wirtschaftlicher Aufschwung zu erwarten.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Gemeinderatswahl 2014
 %
60
50
40
30
20
10
0
52,3 %
(+4,6 %p)
30,0 %
(-6,7 %p)
9,3 %
(+2,1 %p)
8,4 %
(+2,3 %p)
2009

2014


Sitzverteilung nach der Gemeinderatswahl 2014:[16]

Nach dem Tod von Hermann Kaufmann (ÖVP) am 10. Oktober 2013, wurde am 30. Oktober 2013 Peter Padourek (ÖVP) zum neuen Bürgermeister ernannt. Seit der Wahl am 9. März 2014 ist er direkt gewählter Bürgermeister der Stadt.[17]

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Zell am See unterhält eine partnerschaftliche Beziehung zu

Wappen[Bearbeiten]

AUT Zell am See COA.svg

Das Wappen der Gemeinde ist: „Im schwarzen Schild auf naturfarbenem Boden die Gestalt des Kirchenpatrons von Zell am See St. Hippolytus, und zwar eines rechtsgewendeten nimbierten, geharnischten Ritters mit roter, hermelingestulpter Kappe und über die linke Schulter geworfenem und in weiten Falten bis zum Boden herabhängendem Roten Mantel. In der Rechten hält der Ritter die weiße Kreuzesfahne mit einem roten Kreuz und in der Linken, die auch den Mantel hält, ein an die Schulter gelehntes Schwert.“

Neben dem Wappen führt die Gemeinde eine Fahne mit den Farben Weiß-Rot-Weiß.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Zell am See
Schloss Rosenberg, heutiges Rathaus

Altstadt[Bearbeiten]

Hauptartikel: Zeller Altstadt

Der historische Stadtkern mit der Zeller Altstadt liegt auf einem Schwemmkegel des Schmittenbaches. Die ältesten Bauelemente (Stadtpfarrkirche St. Hippolyt, Vogtturm, Alte Probstei) reichen bis in das (Früh-) Mittelalter zurück und sind im Wesentlichen erhalten geblieben. Katastrophale Überschwemmungen durch den Schmittenbach gab es u.a. in den Jahren 1588, 1737 und zuletzt 1966, ein verheerender Brand im Ortszentrum, der auch zum Abriss der Kirche „Unsere liebe Frau im Walde“ führte, ereignete sich 1770.

Schloss Rosenberg[Bearbeiten]

Hauptartikel: Schloss Rosenberg

Schloss Rosenberg, das heutige Rathaus, ist Wahrzeichen der Stadt. Südbayerischer Einfluss zeigt sich im quadratischen Grundriss mit den vier Ecktürmen und dem runden Mittelturm.

Schloss Prielau[Bearbeiten]

Hauptartikel: Schloss Prielau

Stadtpfarrkirche zum heiligen Hippolyt[Bearbeiten]

Hauptartikel: St. Hippolyt (Zell am See)
Turm der Stadtpfarrkirche zum heiligen Hippolyt

Die Stadtpfarkirche zum Heiligen Hippolyt ist ein „grundsätzlich wichtiges Bauwerk der Kunstgeschichte Österreichs“[18] mit zahlreichen kunsthistorischen Schätzen (keltisch-römischer Reliefstein, römische Spolien, frühmittelalterliche Krypta, spätgotische Empore (1514/15), mächtiger Westturm, …). Die Kirche wurde in den Jahren 1972 bis 1975 grobarchäologisch aufgenommen (u.a. auch Freilegung der Krypta) und saniert, eine Renovierung des Turmes erfolgte 2012/13.

Vogtturm mit Stadtmuseum[Bearbeiten]

Hauptartikel: Vogtturm

Neben der Stadtpfarrkirche zum Heiligen Hippolyt in Zell am See ist der Vogt- bzw. Kastnerturm das älteste Gebäude der Stadt. Heute beheimatet der Turm in vier Stockwerken das Stadtmuseum mit Sonderausstellungen.

Kastnerturm

Ferry Porsche Congress Center[Bearbeiten]

Ferry Porsche Congress Center Zell am See

Das Ferry Porsche Congress Center (FPCC) ist das 2007 fertiggestellte multifunktionale Veranstaltungszentrum der Stadtgemeinde Zell am See, welches nach dem Automobilbauunternehmer und Zeller Ehrenbürger Ferry Porsche benannt ist.

Grand Hotel[Bearbeiten]

Grand Hotel 2011

Das Grand Hotel Zell am See ist ein Hotel der 4-Sterne-Kategorie und hat für die Stadt Zell am See Wahrzeichencharakter. Der 1894 bis 1896 im Belle Époque-Stil errichtete Hotelbau liegt im Stadtzentrum am äußersten östlichen Spitz der Zeller Halbinsel direkt am Seeufer und ist von fast jeder Stelle am See zu erblicken. Der markante, längliche Baukörper sticht vor allem durch seine schneeweiße Fassade und das Mansarddach optisch hervor.[19]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Der mit Abstand bedeutendste Wirtschaftssektor der gesamten Region Pinzgau ist der Fremdenverkehr, welcher von Zell am See und Kaprun dominiert wird. Wichtige Arbeitgeber in Zell am See sind daher die zahlreichen Betriebe der Hotellerie und Gastronomie sowie die Pistenbewirtschaftung auf der Schmittenhöhe. Auch ein beträchtlicher Anteil der nicht-touristischen Wirtschaft – v. a. Baugewerbe und Handwerk – hängt von den Investitionen der Tourismusindustrie ab. So ist die Auftrags- und Beschäftigungslage vieler Unternehmen starken saisonalen Schwankungen ausgesetzt.

Aufgrund seiner zentralen Lage im Pinzgau stellt der Zeller Stadtteil Schüttdorf außerdem ein wichtiges Handelszentrum dar. Vor allem entlang der Kitzsteinhornstraße siedelten sich 2007/2008 viele Filialen von Handelskonzernen an. Dort herrscht mittlerweile eine große Vielfalt an Branchen. Die wichtigsten sind der Fahrzeug-, Lebensmittel-, Einrichtungs-, Baustoff-, Elektro-, Bekleidungs- und Schuhhandel. Mit dem „Pinzgauer Einkaufszentrum Zell am See (PEZZ)“ wurde 2007 auch das erste Einkaufszentrum der Stadt eröffnet. Im Zentrum von Zell am See weist der Handel hingegen überwiegend kleinbetriebliche Strukturen auf und konzentriert sich hauptsächlich auf touristischen Bedarf in höheren Preislagen.

Ein wichtiger Arbeitgeber in Zell am See ist auch die Produktion von und der Handel mit Hygieneartikeln durch die Hagleitner Hygiene International GmbH. Außerdem sind mit den Firmen Design Storz GmbH und Porsche Design GmbH im Stadtteil Schüttdorf zwei namhafte Unternehmen auf dem Gebiet des Produkt- und Industriedesign tätig. Über die Sochor Group GmbH, ein regional ebenfalls bedeutendes und traditionsreiches Großunternehmen der Druckereibranche, wurde 2007 kurz nach einer Übernahme durch die deutsche Arquana International Print & Media AG das Konkursverfahren eröffnet, welches 2008 mit der vollständigen Auflassung des Betriebes in Zell am See endete.[20]

Altstadt Kirchgasse

Tourismus[Bearbeiten]

Zell am See bildet gemeinsam mit der Gemeinde Kaprun die Urlaubsregion Zell am See-Kaprun und zählt mit mehr als 15.000 Betten und jährlich über zwei Millionen Übernachtungen zu den bedeutendsten Tourismuszentren in Österreich.[21]

Zell am See ist Mitglied im Verband Kleine historische Städte. Den Sommer dominieren deutschsprachige Gäste (41 Prozent), gefolgt von Holländern, Belgiern, Golfstaaten (10 Prozent) und Briten. Zell am See erreicht an den Nächtigungen von arabischen Gästen in Salzburg (ca. 140.000 pro Jahr) einen Anteil von 64 %. Zell am See ist damit nach Wien das wichtigste Reiseziel arabischer Gäste in Österreich. Familien vor allem aus Kuwait und den Arabischen Emiraten bleiben bis zu sechs Wochen. Sie schätzen laut Aussage des Fremdenverkehrsverbandes die klare Luft, den natürlichen Wasserreichtum (auch in Form von Regen) sowie den sommerlichen Schnee am nahe gelegenen Gletscher des Kitzsteinhorn.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten]

P311 Blick Richtung Süden

Die Verkehrsbelastung durch den Individualverkehr in und um Zell am See erreicht vor allem in den tourismusintensiven Saisonen (Sommer und Winter) beachtliche Ausmaße. Konnte durch den Bau des 1996 eröffneten Umfahrungstunnels Schmittentunnel von Zell am See-Süd nach Zell am See-Nord das Stadtzentrum stark entlastet werden, so stellt aktuell vor allem die B311 auf dem Abschnitt zwischen dem Gewerbegebiet in Bruck und dem Gewerbegebiet in Schüttdorf ein verkehrstechnisches Nadelöhr dar, da sie die einzige direkte Verbindung zwischen Ober-, Unter- und Mittelpinzgau ist. Zusätzlich wird sie durch die im Einzugsbereich zahlreich angesiedelten Handelsbetriebe mit stark wachsendem Einkaufsverkehr belastet.

Um eine Entlastung dieses Straßenabschnittes zu erreichen, gilt als mittelfristiges Ziel der regionalen Verkehrspolitik die Errichtung einer Umfahrungsstraße für Schüttdorf.[22]

Stadtbus Zell am See
Regionalbus in Zell am See
  • Öffentlicher Busverkehr

In Zell am See besteht die Verkehrsstelle der Postbus GmbH für den Bezirk. Die Stadt ist im Salzburger Verkehrsverbund mit acht Linien erreichbar. Zusätzlich wird als städtisches Nahverkehrsmittel ein Stadtbus mit folgenden Linien betrieben:

070 Lehenbrücke/Panorama Camp – Postplatz – Tischlerhäusl – Imbachhornstraße – Areitbahn – EKZ
071 Postplatz – CityXpress – Kaltenbrunn – Schmittenhöhebahn

Weiterses wird ein Bürgerbus für die Stadtteile Schüttdorf und Zellermoos betrieben.

0Bürgerbus Postbusgarage – Stadion – Porscheallee – Tennishalle – EKZ – Zellermoosstraße – Kitzsteinhornstraße

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Pinzgauer Lokalbahn in Zell am See

Die Stadt Zell am See ist über die Salzburg-Tiroler-Bahn an das Netz der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) angebunden und Ausgangspunkt der schmalspurigen Pinzgauer Lokalbahn nach Krimml. So gibt es Verbindungen nach Innsbruck (Tirol), nach Salzburg und in den Oberpinzgau. Neben dem Personenbahnhof im Zentrum existiert ein Frachtenbahnhof in Schüttdorf.

Seeschifffahrt[Bearbeiten]

  • Geschichtlicher Überblick

Die Schifffahrt auf dem Zeller See blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bis Ende des 19. Jahrhunderts nutzten die Bauern aus den Ortsteilen Thumersbach, Erlberg und Erlbruck einfache Flachboote, um sonntags über den See zur Kirche zu gelangen. Als um 1880 im Zuge der Sommerfrische die ersten Touristen nach Zell am See reisten, verdienten sich einige Schiffersknechte ihren Unterhalt, indem sie die Gäste in ihren Ruderbooten auf dem See herumführten. In weiterer Folge gab es erste gewerbliche Bootsvermietungen und ebenfalls noch vor der Jahrhundertwende wurde um 1890 das erste kleine Dampfschiff, getauft auf den Namen Stefanie, auf dem See in Betrieb genommen. Es folgten, gereiht nach dem Jahr der Inbetriebnahme, die Motorboote und -schiffe Franz Ferdinand (1909), Großglockner (1910), Gastein (1928), Südtirol (1930) und Rudolf Riemann (1930). Spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg waren jedoch nur noch die Großglockner und die Südtirol in Betrieb, von denen aber keine lange Nutzungsdauer mehr zu erwarten war. Daher folgte 1947 die Errichtung der Libelle, welche am 25. Oktober 1947 eingeweiht wurde und als einziges der oben genannten Schiffe noch heute in Betrieb ist.

  • Aktuell

Heute verkehren auf dem See in den frostfreien Monaten vier motorbetriebene Schiffe, die von der Schmittenhöhebahn AG teilweise im Linienverkehr (Über- und Rundfahrt), aber auch für Charterfahrten betrieben werden. Es sind dies der Größe nach absteigend geordnet die „MS Schmittenhöhe“ (Baujahr 2005), die „Kaiserin Elisabeth“ (Baujahr 1972), die „MS Großglockner“ (Baujahr 1966) und das Nostalgieschiff „Libelle“ (Baujahr 1947).[23]

Daneben ist der Antrieb von Booten mit Verbrennungsmotoren nur einzelnen Institutionen gestattet, wie z.B. der Wasserrettung. Das restliche Verkehrsaufkommen setzt sich aus Segel-, Elektro- und Tret-/Ruderbooten zusammen.

Da der See im Winter regelmäßig vollständig zufriert, steht die Schifffahrt in dieser Jahreszeit still. Dann wird die Eisfläche – unter der Voraussetzung einer entsprechend festen Eisdecke – für die Betretung und eissportliche Benützung freigegeben.

Flugverkehr[Bearbeiten]

In Zell am See existiert seit 1934 ein Flugplatz (ICAO: LOWZ), dessen Neubau 2002 eröffnet wurde.[24] Er wird vor allem von Helikoptern und kleinen Motor- und Segelflugzeugen des Luftsportvereins Zell am See genützt und dient als Stützpunkt für alpine Rettungshelikopter und Alpenrundflüge.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Bezirkshauptmannschaft Zell am See

Zell am See ist Sitz folgender Einrichtungen der öffentlichen Hand:

Bezirksgericht Zell am See

Freizeiteinrichtungen[Bearbeiten]

Zell am See verfügt – auch aufgrund seiner touristischen Prägung – über eine große Vielfalt an Sport- und Freizeiteinrichtungen:

  • Freizeitzentrum mit Eishalle, Hallenbad, Sauna und Kegelbahn (errichtet 1968, saniert und erweitert 2010)
  • Tennishalle mit mehreren Hallen- und Freiplätzen (errichtet 1976, erweitert 2007)
  • 5 öffentliche Freibäder und Badeplätze rund um den See: 3 Strandbäder in Zell am See, Thumersbach und Seespitz sowie 2 Badewiesen in Erlberg und Prielau.
  • mehrere Segel- und Windsurfschulen
  • Hausberg Schmittenhöhe, erschlossen durch zahlreiche Wanderwege, Skipisten und -lifte
  • Lichtspielhaus Zell am See
  • Stadtbibliothek
  • städtisches Vereinshaus „Haus der Begegnung“
  • öffentliche Park- und Gartenanlagen: Elisabethpark, Stadtpark und Schlosspark im Zentrum, Vellmarpark in Schüttdorf, Rudolf-Riemann-Park in Thumersbach.

Versorgungseinrichtungen[Bearbeiten]

Die Wasserversorgung von Zell am See wird durch ein Ringnetz um den See bewältigt, welches aus dem Grundwasserwerk Prielau im Norden sowie aus Hochquellen des Schmittentales im Nordwesten der Stadt und des Fuschertales im Süden gespeist wird. Der Wasserdruck wird dabei durch drei Hauptspeicher (Fuchslehen, Erlbruck, Bruckberg) und vier Nebenspeicher (Breitenbach, Sonnberg, Thumersbach, Schüttdorf) hergestellt.

Abwasser- und Müllentsorgung erfolgen seit 1976 – gemeinsam mit den Anrainergemeinden Kaprun, Piesendorf und Maishofen – in einem zentralen Abfallbehandlungszentrum, der Zentralen Müll- und Klärschlamm-Kompostanlage (ZEMKA). Die lückenlose Sammlung und anschließende Klärung aller Abwässer durch eine Ringleitung rund um den Zeller See wurde 1954 als Projekt angegangen, nachdem 1952 zum ersten Mal die Burgunderblutalge im Wasser des Zeller Sees festgestellt wurde. Die bis dahin ungeklärt zugeleiteten Abwässer hatten den See in einen äußerst schlechten ökologischen Zustand gebracht. Heute zählt der Zeller See dank der frühzeitig getroffenen Maßnahmen wieder zu den reinsten Badeseen Europas.

Brandbekämpfung- und Verhütung sowie Katastrophen- und Unfalleinsätze werden seit 1868 von der Freiwilligen Feuerwehr Zell am See sichergestellt.

Gesundheits-, Senioren- und Pflegewesen[Bearbeiten]

A. ö. Krankenhaus Zell am See

Zell am See ist Sitz eines allgemein-öffentlichen Krankenhauses, welches zwischen 1972 und 1976 im Stadtteil Thumersbach neu errichtet wurde. Die anfängliche Kapazität von 281 Betten wurde 1998 erweitert. Das Krankenhaus wird seit 2010 erneut saniert und erweitert.

Seit 2003 gibt es außerdem ein Fachärztehaus in der Schillerstraße im oberen Stadtzentrum, in welchem 8 Fachärzte verschiedener Fachrichtungen ihre Praxis betreiben.

In der Porscheallee in Schüttdorf befindet sich die städtische Seniorenwohnanlage.

Bildung und Kultur[Bearbeiten]

Öffentliche Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

In Zell am See gibt es folgende öffentliche Bildungseinrichtungen:

  • Volksschule Zell am See
  • Volksschule Schüttdorf (Prof. Dr. Ferdinand Porsche Gedächtnisschule)
  • Volksschule Thumersbach
  • Hauptschule Zell am See
  • Allgemeine Sonderschule
  • Polytechnische Schule Zell am See
  • Landesberufsschule Zell am See
  • Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Zell am See[26]
  • Bundeshandelsakademie und Bundeshandelsschule
  • Gesundheits- und Krankenpflegeschule

Außerdem betreibt die Stadtgemeinde vier Kindergärten.

Zell am See in Film und Fernsehen[Bearbeiten]

Vereine[Bearbeiten]

Kulturvereine[Bearbeiten]

Sportvereine[Bearbeiten]

  • Turnverein Zell am See 1886
  • EK Zell am See Eishockeyverein der Stadt Zell am See
  • Wikings Zell am See Floorballverein der Stadt Zell am See (österreichischer Rekordmeister und aktueller Meister der höchsten österreichischen Spielklasse)
  • FC Zell am See Fußballverein der Stadt Zell am See (tätig in der Landesliga, 4. österreichischen Spielklasse)
  • IHC Road-Runners Zell am See Inlinehockeyverein der Stadt Zell am See (Vizemeister der höchsten österreichischen Spielklasse)
  • Luftsportverein Zell am See

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

Personen mit Bezug zur Stadt[Bearbeiten]

Panorama[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Josef Dürlinger: Von Pinzgau. 1. Geschichtliche Übersichten, 2. Orte- und Kirchenmatrikel; Mit chronologischer Tabelle. Salzburg, 1866.
  • Erwin Prodinger: Etwas über die Schiffahrt am Zellersee, 1947
  • Franz Fuhrmann: Zur Baugeschichte der Stadtpfarrkirche Zell am See. In: Richard Hirschbäck (Red.): Die Kirche zum Hl. Hippolyth, Zell am See. Renovierung 1972 bis 1975. Hg. vom Katholischen Stadtpfarramt Zell am See. Zell am See, 1975.
  • Stadtgemeinde Zell am See: 1978 – Jubiläumsjahr in Zell am See. Festschrift, 1978
  • Josef Lahnsteiner: Mitter- und Unterpinzgau: Mitterpinzgau. Saalbach, Saalfelden, Lofer, Salzburgisches Saaletal. – Unterpinzgau. Zell am See, Taxenbach, Rauris. 2. Aufl. (1. Aufl. 1960). Hollersbach, 1980.
  • Rainer Hochhold: Cella in Bisontio – Zell im Pinzgau – Zell am See. Eine historische Zeitreise, Zell am See, 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Zell am See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Josef Lahnsteiner (1980)/ Waltraud Schmidl: Archäologische Fundtopographie des Ober- und Unterpinzgaus (Salzburg). Dipl. Arbeit Universität Innsbruck, Innsbruck, 2007 / Katharina Winckler: Die Alpen im Frühmittelalter. Die Geschichte eines Raumes in den Jahren 500 bis 800. Böhlau, Wien/Köln/Weimar, 2012. Alle in: Rainer Hochhold (2013)
  3. Fritz Lošek: Notitia Arnonis und Breves Notitiae. Die Salzburger Güterverzeichnisse aus der Zeit um 800. In: Wolfram, Herwig (Hg.): Quellen zur Salzburger Frühgeschichte. Oldenbourg: Wien/München, 2006.
  4. Friederike Zaisberger: Geschichte Salzburgs. Verlag für Geschichte und Politik, Wien, 1998 bzw. Rainer Hochhold (2013) S. 60ff.
  5. Max Spindler(Hg.): Handbuch der bayerischen Geschichte. Bd. I: C. H. Beck, München 1981, S. 207 FN.
  6. Josef Dürlinger(1866) S. 56.
  7. Rainer Hochhold (2013) S. 112ff
  8. Franz Ortner: Die Bauern wehren sich. In: Alois Eder (Red.): Chronik Saalfelden. Bd. I. Tyrolia, Innsbruck, 1992. S. 139. Die Tradition, dass die Zeller bei den Bauernkriegen aber nicht mitgemacht hätten und deshalb den Ehrentitel „Getreue Knechte des Hl Rupert“ und Vorrechte bei der Wallfahrt nach Salzburg erhalten hätten, ist historisch nicht haltbar. Vgl. dazu: Rainer Hochhold (2013) S. 125
  9. Rainer Hochhold (2013) S. 136/137, 138f u. 163f
  10. Rainer Hochhold (2013) S. 143f
  11. Josef Lahnsteiner (1980) S. 53
  12. Felix Redolf: Das Gefecht an der Halbstundenbrücke bei Taxenbach 1809. Homepage des Salzburger Wehrgeschichtlichen Museums.
  13. Rainer Hochhold (2013) S. 189-195
  14. Pinzgauer Bezirksarchiv; Zell am See; Rainer Hochhold (2013) S. 257ff u. 210ff
  15. Pinzgauer Bezirksarchiv; Zell am See; Rainer Hochhold (2013) S. 270f
  16. http://www.salzburg.gv.at/20003stat/wahlen/gvw/index.htm#erg.137.0
  17. http://www.salzburg.gv.at/20003stat/wahlen/bmw/index.htm#erg.137.1
  18. Franz Fuhrmann (1975) S. In: Rainer Hochhold(2013) S. 76
  19. www.grandhotel-zellamsee.at Webseite des Grand Hotels
  20. www.wirtschaftsblatt.at „Die Pleite-Druckerei Sochor in Zell ist Geschichte“: Bericht des Wirtschaftsblattes vom 18. Juni 2008
  21. www.zellamsee-kaprun.com abgerufen am 4. Dezember 2008
  22. www.salzburg.com „Zell plant Umfahrung“: Artikel der Salzburger Nachrichten vom 25. April 2006
  23. www.schmitten.at Webseite der Schmittenhöhebahn AG
  24. www.flugplatz-zellamsee.at Webseite der Flugplatz Zell am See Betriebsgesellschaft m.b.H
  25. www.salzburg.gv.at Webseite der Salzburger Landesregierung mit Darstellung der BH Zell am See
  26. Webauftritt von Bundesgymnasium und Bundesrealgymnasium Zell am See