Flaminio Bertoni

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bertoni-Entwurf: Citroën 2CV
Meisterwerk: Citroën DS

Flaminio Bertoni (* 10. Januar 1903 in Masnago bei Varese, Italien; † 7. Februar 1964 in Antony bei Paris) war ein italienischer Automobil-Designer, Bildhauer und Architekt. Insbesondere im Automobilbau sind viele Werke von ihm weltbekannt, z. B. die Ente.

Nach seinem Diplom 1918 an der Technischen Hochschule in Varese fing Bertoni beim Karosseriebauer Carrozzeria Macchi an, wo der Bewunderer von Leonardo da Vinci und Michelangelo seine Leidenschaft für das Automobil entdeckte. Sein außergewöhnliches zeichnerisches Talent fiel einer französischen Techniker-Delegation auf, die ihn 1923 nach Paris holte. Nach seiner Rückkehr 1925 wurde er Chefzeichner bei Carrozzeria Macchi und gründete eine eigene Künstlerwerkstatt. Danach ging Bertoni erfolgreich eigene Wege, bis er aufgrund einer Liebesgeschichte wieder in Paris landete.

Am 27. April 1932 wurde Bertoni von André Citroën eingestellt. Er wurde durch das Design der Citroën-Modelle Traction Avant (1934), Citroën 2CV (1936), der legendären Citroën DS (1955) und des Citroën Ami 6 (1961) bekannt. Flaminio Bertoni bezeichnete das ungewöhnliche Design des Ami 6 später als sein Meisterstück.

1956 wurde ein System von ihm in St. Louis, Missouri (USA) angewendet, um 1.000 Einfamilienhäuser innerhalb von 100 Tagen zu errichten. Auf Bitten der UNESCO stellte er im selben Jahr drei seiner Skulpturen bei den Olympischen Spielen in Melbourne aus.

1957 bekam seine DS 19 auf der Triennale in Madrid den Preis für die beste industrielle Kunst. Weitere renommierte Preise für seine bildhauerische Kunst folgten.

Flaminio Bertoni starb am 7. Februar 1964 an einem Gehirnschlag.

Die Citroën DS gilt - nicht zuletzt wegen ihres Designs, aber auch wegen ihrer Technik und der Kombination aus beiden - als eines der drei Autos des 20. Jahrhunderts, neben der Tin Lizzy von Henry Ford und dem Mini von Alec Issigonis. Erst auf Platz vier rangiert der VW Käfer von Erwin Komenda, gefolgt vom Porsche 911 von Ferdinand Alexander Porsche.

Weblinks[Bearbeiten]