Fleury-Mérogis

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Fleury-Mérogis
Fleury-Mérogis (Frankreich)
Fleury-Mérogis
Region Île-de-France
Département Essonne
Arrondissement Évry
Kanton Morsang-sur-Orge
Gemeindeverband Val d’Orge.
Koordinaten 48° 38′ N, 2° 22′ O48.6294444444442.3613888888889Koordinaten: 48° 38′ N, 2° 22′ O
Höhe 76–101 m
Fläche 6,51 km²
Einwohner 9.110 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 1.399 Einw./km²
Postleitzahl 91700
INSEE-Code
Website www.mairie-fleury-merogis.fr

Mairie
.

Fleury-Mérogis ist eine französische Gemeinde mit 9110 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Essonne in der Region Île-de-France. Sie ist durch das Staats- und Hochsicherheits-Gefängnis gleichen Namens bekannt ist.

Geografie[Bearbeiten]

Fleury-Mérogis liegt 26 Kilometer südlich von Paris, 6,1 Kilometer westlich von Évry, dem Sitz der Unterpräfektur des Arrondissements, 3,7 Kilometer südöstlich von Morsang-sur-Orge, dem Hauptort des Kantons und 2,3 Kilometer südöstlich von Sainte-Geneviève-des-Bois, dem Hauptort des Kommunalverbands Val d’Orge,[1] auf einer mittleren Höhe von 89 Metern über dem Meeresspiegel. Die Mairie steht auf einer Höhe von 90 Metern. Nachbargemeinden von Fleury-Mérogis sind Sainte-Geneviève-des-Bois im Nordwesten, Grigny im Nordosten, Bondoufle im Südosten und Le Plessis-Pâté im Südwesten. Das Gemeindegebiet hat eine Fläche von 651 Hektar.

Die Gemeinde ist einer Klimazone des Typs Cfb (nach Köppen und Geiger) zugeordnet: Warmgemäßigtes Regenklima (C), vollfeucht (f), wärmster Monat unter 22 °C, mindestens vier Monate über 10 °C (b). Es herrscht Seeklima mit gemäßigtem Sommer.[2]

Das Gefängnis[Bearbeiten]

Das Gefängnis Fleury-Mérogis ist ein Maison d’arrêt und somit primär zur Aufnahme von Untersuchungshäftlingen und Kurzstraflern bestimmt. Mit seinen 2855 Haftplätzen (Stand: Januar 2013) gilt es als das größte Gefängnis in Europa.[3][4] Es wurde in den 1960er Jahren aus Stahlbeton errichtet. Neben dem Hauptgebäude finden sich als Satellitenanstalten, die räumlich von der Hauptanstalt getrennt sind, eine Anstalt für junge Gefangene und weibliche Gefangene.[5][6]

Im Gefängnis von Fleury-Mérogis saßen oder sitzen unter anderem französische Kriminelle und politische Gegner Frankreichs wie Jacques Mesrine (1936–1979),[7] Mitglieder der Action Directe[8] oder auch Mitglieder von Euskadi Ta Askatasuna (ETA) ihre Strafen ab.[9]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Kirche Saint-Rédempteur

Die Kirche Saint-Rédempteur (‚Erlöserkirche‘) gehört zum römisch-katholischen Bistum Évry. Die ursprüngliche Kirche von Fleury war die Kapelle der mittelalterlichen Burg. Als die Burg 1722 zerstört wurde, wurde auch die Kirche zerstört. Auf den Fundamenten der Kirche wurde 1725 eine neue Kirche erbaut. Das Kircheninnere wurde damals komplett erneuert. Im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) wurde das Gebäude beschädigt. 1982 wurde es restauriert und die Fenster durch moderne Fenster ersetzt. Zwei der Bilderrahmen aus dem 18. Jahrhundert wurden 1930 als historisches Denkmal klassifiziert und 1971 in die Mairie gebracht.[10]

In der Haftanstalt gibt es eine außerdem eine katholische Kapelle.[11]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fleury-Mérogis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Val d’Orge. In: agglo-valdorge.fr. Communauté d’agglomération du Val d’Orge, abgerufen am 21. August 2013 (französisch).
  2. La ville de Fleury-Mérogis. In: Annuaire-Mairie.fr. Abgerufen am 21. August 2013 (französisch).
  3. Französische Justizbeamte weiten ihren Protest aus. In: Google News. Agence France-Presse, 6. Mai 2009, abgerufen am 21. August 2013.
  4. A Fleury-Mérogis, un dispositif pour l’accès aux études en prison. In: Le Monde. Agence France-Presse, 29. Mai 2013, abgerufen am 21. August 2013 (französisch).
  5. Fleury-Mérogis. In: annuaires.justice.gouv.fr. Ministère de la Justice, 2. Januar 2013, abgerufen am 21. August 2013 (französisch).
  6. Pierre Sartoux, Augustin Rosenstiehl: 2 Fleury-Mérogis. In: Ban Public. Association pour la communication sur les prisons et l’incarcération en Europe, abgerufen am 21. August 2013 (französisch, Aus dem Buch Construire l’abolition).
  7.  Michel Laentz: Jacques Mesrine, L’histoire vraie de l’ennemi public N°1. IS Edition, 2012, ISBN 978-2-368-45002-4, S. 38 (französisch).
  8. L’ex-militante d’Action directe Nathalie Ménigon est sortie de prison. In: La Dépêche du Midi. Agence France-Presse, 2. August 2008, abgerufen am 21. August 2013 (französisch).
  9. Früherer ETA-Chef Thierry gestorben. In: Neues Deutschland. 30. März 2013, abgerufen am 21. August 2013.
  10. Eintrag Nr. 91235 in der Palissy-Datenbank des französischen Kulturministeriums (französisch)
  11. Fleury - Mérogis. Diocèse d’Évry-Corbeil-Essonnes, abgerufen am 21. August 2013 (französisch).