Bristol Filton Airport

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RAF Filton
Bristol Filton Airport
Filton.bae.hangars.arp.750pix.jpg
Kenndaten
ICAO-Code EGTG
IATA-Code FZO
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 7 km nördlich von Bristol
Basisdaten
Eröffnung 1911
Betreiber RAF
BAE Systems
Start- und Landebahn
09/27 2467 m × 91 m Beton

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i7i7.2

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Bristol Filton Airport (IATA: FZO, ICAO: EGTG, zuvor Filton Airfield) war ein Flughafen in Filton (nördlich von Bristol) und wurde zuletzt vor seiner Schließung 2012 primär von Geschäftsreiseflugzeugen genutzt. Er verfügte am Ende über eine 2467 Meter lange Piste, die mit einem Instrumentenlandesystem ausgestattet war. Der Flugplatz wurde am 31. Dezember 2012 geschlossen. Das Gelände wurde am gleichen Tag an die Londoner Immobilienfirma Bridgehouse Capital verkauft.

Landung der Concorde 216 in Filton

Im Umfeld sind verschiedene Unternehmen der Luftfahrtindustrie angesiedelt (u.a. BAE Systems, Airbus, MBDA, Rolls-Royce). Der Name Filton ist deshalb eng mit der Entwicklung von Flugzeugen wie Bristol Freighter, Bristol F.2 Fighter, Bristol Type 175 Britannia und Concorde verknüpft. Auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens steht seit ihrem letzten Flug am 26. November 2003 die Concorde Nr. 216 mit der Kennung G-BOAF als Teil des örtlichen Luftfahrtmuseums; seit 2010 ist sie allerdings temporär für das Publikum nicht zugänglich.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

RAF Filton[Bearbeiten]

Der Flugzeugbau in Filton wurde 1910 durch die von Sir George White gegründete British and Colonial Aeroplane Company aufgenommen, die ersten Testflüge fanden jedoch bei der Army in Larkhill (Salisbury Plain) statt, da es in Filton noch keinen Flugplatz gab. Der Betrieb auf dem Flugfeld in Filton begann erst im folgenden Jahr. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges begann die Massenproduktion von Flugzeugen und im Jahr 1915 eröffnete das Royal Flying Corps (RFC) Filton Aerodrome und der Flugplatz wurde für die kommenden Jahrzehnte ein Militärflugplatz. Während des Krieges wurde der Platz insbesondere als Abnahmeeinrichtung neuer Flugzeuge genutzt.

Nach Kriegsende wurde die Royal Air Force Station Filton (kurz RAF Filton), so der Name nachdem das RFC in der Royal Air Force (RAF) aufgegangen war, sowohl als Werksflugplatz der örtlichen Luftfahrtindustrie als auch militärisch genutzt. Die RAF stationiert hier ab 1929 die 501. (City of Bristol) Squadron, die nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges mit ihren Hurricanes nach Frankreich verlegt wurde.

Nach einem schweren Bombenangriff der Luftwaffe auf die Bristol Aeroplane Company (BAC) im September 1940 wurde RAF Filton in Folge Heimat einer Spitfire Staffel. Im folgenden Jahr wurde die Basis ausgebaut, es wurden unter anderem zwei Beton Start- und Landebahnen errichtet. In Filton wurde im Verlauf des Krieges eine Reihe verschiedener Luftfahrzeugmuster der BAC gebaut, die im weiteren Kriegsverlauf auch die Endmontage amerikanischer Flugzeugtypen vornahm, die zerlegt aus den USA verschifft worden waren. Nach der alliierten Invasion in der Normandie diente Filton auch als Durchgangsstation für den Rücktransport verwundeter Soldaten nach Übersee.

Nach dem Krieg wurde die Ost-West Start- und Landebahn für den Testflugbetrieb der Bristol Brabazon erweitert und es entstand der "Brabazon-Hangar", damals die größte Flugzeughalle der Welt. Dieser wurde anfangs der 1950er Jahre zur Wartung viermotoriger Passagierflugzeuge der BOAC genutzt. Während der Flugzeugbau fortgeführt wurde, rüstete die 501. Squadron 1948 von der Spitfire auf die jetgetriebene Vampire um, die sie bis zu ihrer Auflösung 1957 flog.

Daneben befand sich hier zwischen 1947 und 1953 noch eine Flugschule der RAF. Im folgenden Jahr eröffnete BAC eine technisches College, dass 1961 im Filton (Technical) College aufging.

Filton Airfield[Bearbeiten]

Mit der Ausserdienststellung der 501. Squadron wurde RAF Filton geschlossen und Filton Airfield zivil weiter betrieben, ab 1977 durch British Aerospace. Zunächst blieb Filton jedoch noch wie in den letzten RAF-Jahren zuvor bis in die 1960er Jahre ein Ausweichplatz für V-Bomber. Während der Kubakrise standen hier Vulcans startbereit mit laufenden Turbinen.

Die Hauptlandebahn wurde für das Concorde-Projekt in den 1960er Jahren nochmals verlängert. Die Concorde war eines der letzten Flugzeuge, dessen Endmontage in Filton stattfand.

Später reduzierte sich der Flugzeugbau auf die Herstellung von Komponenten und Großbaugruppen, heute entsteht hier unter anderem der Flügel des Airbus A400M.

Der Flugbetrieb verringerte sich daher im Laufe der Jahre, so dass sich der Eigentümer BAE Systems 2011 entschloss, den Flughafen zum Jahresende 2012 zu schließen.

Die Infrastruktur der Luftfahrtindustrie wurde in den Jahrzehnten kontinuierlich ausgebaut, während die ursprünglichen Einrichtungen der RAF mit der Zeit größtenteils verschwanden.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Filton Aerodrome – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://concordeatfilton.org.uk