François de Montmorency-Laval

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François de Montmorency-Laval
Wappen der Montmorency-Laval
Grab des Bischofs in Notre-Dame de Québec

François de Montmorency-Laval (* 30. April 1623 in Montigny-sur-Avre bei Chartres; † 6. Mai 1708 in Québec), aus der Linie Laval der französischen Familie Montmorency, war der erste katholische Bischof in Québec (Kanada). Er war der Sohn von Hugues de Montmorency-Laval, Gutsherr von Montigny, und Michelle de Péricard. Der Geistliche unterschrieb stets nur mit dem Namen François de Laval und führte selbst nie den Namen Montmorency. Er wird in der Katholischen Kirche als Heiliger verehrt.

Biografie[Bearbeiten]

François de Laval wurde zum apostolischen Vikar von Neufrankreich gewählt und kam am 16. Juni 1659 in Québec an, nachdem er am 8. Dezember 1658 in der Abtei Saint-Germain-des-Prés zum Titularbischof von Petra in Palaestina geweiht worden war. Am 26. März 1663 gründete er „La communauté des prêtres du Séminaire de Québec“ („Die Gemeinschaft der Priester des Seminars von Québec“), aus dem das Grand Séminaire de Québec hervorging. 1668 eröffneten sie einen Wohnkomplex für die zukünftigen Priester, „Le Petit Seminaire de Québec“, aus dem nach der britischen Eroberung 1765 ein öffentliches College wurde.

Er war ein unermüdlicher Geistlicher. Unter sehr schwierigen Bedingungen unternahm er drei Reisen nach Frankreich. Er wanderte im Kanu, zu Fuß und auf Schneeschuhen seine ganze Diözese ab, die sich von den Ufern des Sankt-Lorenz-Stroms bis nach Akadien und bis zum Mississippi erstreckte, um die Leute vor Ort zu besuchen. Er kümmerte sich dabei auch speziell um die Indianer, deren Würde er verteidigte, indem er sich den Kaufleuten zur Wehr setzte, die ihnen Alkohol („Eau de vie“) gaben, um sie anschließend auszunutzen.

Zwei Mal, im Jahr 1663 und im Jahr 1682, war er provisorischer Generalgouverneur von Neufrankreich. Er starb am 6. Mai 1708 und wurde in der Basilika Notre-Dame de Québec bestattet und begraben. Dort befand sich sein Bischofssitz.

Er ist Namensgeber der Stadt Laval und der Laval-Universität in Québec. François de Laval wurde am 22. Juni 1980 von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. François de Laval war das Vorbild für die gleichnamige Figur in Willa Cathers Roman Shadows on the Rock, New York 1931 (dt. Schatten auf dem Fels, Zürich 1956). Am 3. April 2014 nahm ihn Papst Franziskus in das Verzeichnis der Heiligen der Katholischen Kirche auf.[1]

Literatur[Bearbeiten]

  • Bertrand de Latour: Mémoires sur la vie de Monseigneur de Laval, premier évêque de Québec. – Cologne : Montiens, 1761
  • Auguste Gosselin: Vie de Monseigneur de Laval. – Québec, 1890
  • François-Xavier Garneau: Histoire du Canada : depuis sa découverte jusqu'à nos jours. – Montréal : Beauchemin & Valois, 1882
  • Jean Baptiste Antoine Ferland: Cours d'histoire du Canada. – Québec : N.S. Hardy, 1882
  • Camille de Rochemonteix: Les Jesuites et la Nouvelle-France au XVIIIe siècle : d'après des documents inédits. – Paris, 1896
  • P. F. Richaudeau (Hrsg.): Lettres de la révérende mère Marie de l’Incarnation. – Tournai : Casterman, 1876
  • Souvenir des fetes du Monument Laval. – Quebec, 1908
  • Émile Bégin: François de Laval. - Québec : Presses de l'Université Laval, 1959
  • Paul Duclos: Laval, François de Montmorency. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 4, Bautz, Herzberg 1992, ISBN 3-88309-038-7, Sp. 968–969.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: François de Montmorency-Laval – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aufnahme in das Verzeichnis der Heiligen (Promulgazione di Decreti della Congregazione delle Cause dei Santi, italienisch), in: Presseamt des Heiligen Stuhls, Tägliches Bulletin vom 3. April 2014