Chartres

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Chartres (Begriffsklärung) aufgeführt.
Chartres
Wappen von Chartres
Chartres (Frankreich)
Chartres
Region Centre
Département Eure-et-Loir
Arrondissement Chartres
Kanton Hauptort von 3 Kantonen
Koordinaten 48° 27′ N, 1° 29′ O48.4466666666671.4883333333333155Koordinaten: 48° 27′ N, 1° 29′ O
Höhe 155 m (121–161 m)
Fläche 16,85 km²
Einwohner 39.122 (1. Jan. 2009)
Bevölkerungsdichte 2.322 Einw./km²
Postleitzahl 28000
INSEE-Code
Website www.ville-chartres.fr

Chartres [ʃaʀtʀ] ist die Präfekturhauptstadt des Départements Eure-et-Loir in Frankreich. Die Stadt liegt in einer großen Ebene inmitten von Weizenfeldern am Fluss Eure. Die 39.122 Einwohner (Stand 1. Januar 2009) nennen sich „Chartrains“. In Chartres steht die berühmte Cathédrale Notre-Dame de Chartres.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geschichte

Chartres war in der Antike unter den Namen Autricum und Carnotum bekannt. Seit dem 4. Jahrhundert war es bereits Bischofssitz. Im 10. Jahrhundert wurde Chartres Mittelpunkt der Grafschaft Chartrain, die im Besitz des Hauses Blois war und 1286 an die französische Krone verkauft wurde. Seit Bischof Fulbert von Chartres entwickelte sich die Domschule zu einem bedeutenden Zentrum mittelalterlicher Bildung. Hier wirkten u. a. Ivo von Chartres, Gilbert von Poitiers und Johannes von Salisbury. 1528 machte König Franz I. Chartres zum Herzogtum. 1626 erhielt der Herzog von Orléans Chartres als Apanage.

Zwischen 1945 und 1947 wurde in Chartres ein Kriegsgefangenenseminar eingerichtet. Es war ein Priesterseminar der besonderen Art, in dem deutschsprachige Priester und Seminaristen zusammengeführt werden sollten. Der als Gefangenenseelsorger bekannte Abbé Franz Stock war Regens des Seminars. So ist das „Stacheldrahtseminar“ entstanden, wo ca. 1000 junge Menschen aus Deutschland und Österreich auf ihre zukünftigen Aufgaben in einem neuen Europa vorbereitet wurden. Es handelte sich um das größte Priesterseminar in der Geschichte der katholischen Kirche. Heute wird in dem noch erhaltenen Gebäude eine Europäische Begegnungsstätte eingerichtet.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Portal der Kathedrale Notre-Dame de Chartres
Westfassade der Kathedrale

Siehe auch: Liste der Monuments historiques in Chartres

Das imposante und aufgrund des flachen Umlands auch aus vielen Kilometern Entfernung sichtbare Wahrzeichen der Stadt ist die Notre-Dame de Chartres, die 1979 in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Sie wurde im Wesentlichen 1194 bis 1220 über einer ausgedehnten Krypta aus dem 11. Jahrhundert erbaut, ist die älteste praktisch unverändert gebliebene hochgotische Kathedrale der Welt und mit ihren nahezu vollständig erhaltenen Glasgemälden, insbesondere den drei Rosenfenstern und der aus der Mitte des 12. Jahrhunderts stammenden Westfassade mit ihrem Portail Royal und zahlreichen Skulpturen und Reliefs an den beiden Querhausportalen reich geschmückt. Sie war Vorbild für viele andere gotische Kathedralen in Mitteleuropa und ist daher von herausragender Bedeutung. Obwohl von ursprünglich neun geplanten Türmen nur zwei auch gebaut wurden und ihr Äußeres durch den verwendeten porösen Kalkstein sehr nüchtern wirkt, gilt sie als die Kathedrale schlechthin. Im Fußboden des westlichen Eingangsbereichs befindet sich das guterhaltene Labyrinth; es ist namensgebend für den christlichen Labyrinthtyp mit elf Umgängen.

Das mittelalterliche Chartres ist noch zu einem guten Teil von Wällen, einer Stadtmauer und Toren umgeben. Chartres wurde unter großem Aufwand restauriert und seine engen Gassen stehen genauso unter Denkmalschutz wie die Kathedrale in deren Zentrum. Eine weitere hochgotische Kirche in Chartres ist St. Pierre.

[Bearbeiten] Wirtschaft

Traditionell ist Chartres eine Stadt, die im Agrarhandel von Getreide, Vieh und Wolle verankert war. Daraus resultiert seine Stellung als Marktzentrum der Beauce. Heute ist die Nahrungsmittel-, Elektroindustrie, Maschinenbau und pharmazeutische Industrie dazugekommen.

[Bearbeiten] Partnerstädte

[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt

[Bearbeiten] Sonstige Persönlichkeiten

  • Noël Ballay (1847–1902), Dichter; wurde in der Kathedrale von Chartres beigesetzt
  • Jean Moulin (1899–1943), der „stille Held der Résistance“; von 1939 bis 1940 Präfekt von Chartres
  • Abbé Franz Stock (1904–1948), deutscher katholischer Geistlicher und Wegbereiter der deutsch-französischen Freundschaft; wurde 1963 von Paris in die neu erbaute Kirche Saint Jean Baptiste in Chartres umgebettet

Bekannte Bischöfe von Chartres:

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Chartres – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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