Franco Alfano

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Franco Alfano (* 8. März 1876 in Posillipo bei Neapel; † 27. Oktober 1954 in San Remo) war ein italienischer Komponist des ausgehenden Verismo. Sein bekanntestes Werk ist die Oper Risurrezione (Auferstehung, nach Tolstois Roman).

Inhaltsverzeichnis

Leben[Bearbeiten]

Alfano studierte zunächst privat Klavier bei Alessandro Longo (1864–1945) in Neapel, besuchte dann das dortige Conservatorio di San Pietro a Majella, wo er Harmonielehre und Komposition bei Camillo de Nardis (1857–1951) and Paolo Serrao (1830–1907) studierte. Ab 1895 studierte er Komposition bei Hans Sitt (1850–1922) und Salomon Jadassohn (1831–1902) am Konservatorium in Leipzig. In Leipzig begegnete er seinem Idol Edvard Grieg und komponierte verschiedene Klavier- und Orchesterwerke.

1896 begann er eine Karriere als Pianist in Berlin. Dort komponierte er auch eine erste Oper Miranda, die bis heute unveröffentlicht blieb, nach einem Libretto von Antonio Fogazzaro. Seine zweite Oper La Fonte di Enschir (Libretto von Luigi Illica), vom Verlag Ricordi nicht angenommen, wurde 1898 in Breslau als Die Quelle von Enschir ohne Erfolg uraufgeführt. 1900 schrieb er in Paris Ballette für die Folies Bergère. Kurze Zeit später ging er nach Moskau, wo er seine bekannteste Oper Risurrezione (nach Tolstois Roman Auferstehung) komponierte. Mit der Uraufführung dieser Oper am 30. November 1904 in Turin wurde Alfano schlagartig berühmt; die Oper begann einen weltweiten Siegeszug durch zahlreiche Opernhäuser (bis hin zu einer Aufführung in New York 1977).

1914 ging Alfano wieder nach Italien zurück. Dort hatte er verschiedene Professuren für Komposition (u. a. seit 1918 in Bologna) inne und bekleidete wichtige Posten des italienischen Musiklebens: 1923 bis 1939 war er Direktor des Conservatorio Giuseppe Verdi in Turin, 1940 bis 1942 Intendant des Teatro Massimo in Palermo, 1942 bis 1947 Operndirektor der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom und 1947 bis 1950 Direktor des Conservatorio Gioacchino Rossini in Pesaro.

Neben diesen Tätigkeiten komponierte Alfano weiterhin zahlreiche Opern, die an den großen Opernhäusern Italiens uraufgeführt wurden.

Nachdem Giacomo Puccini 1924 seine Oper Turandot unvollendet hinterlassen hatte, schlug der mit Puccini befreundete Dirigent Arturo Toscanini Alfano für die Vollendung des Finales vor, von dem bisher nur Skizzen existierten. Die eigentliche Uraufführung der Oper beendete Toscanini noch mit stillem Gedenken an der Stelle, an der Puccini die Komposition beenden musste. In den folgenden Aufführungen wurde eine von Toscanini radikal gekürzte Version des von Alfano komponierten Finales gespielt. In dieser gekürzten Form ging das Werk dann – trotz einiger Kritik an der dramatischen Struktur des Finales und an Qualität und Gestus der Musik – um die Welt und dürfte bis heute Alfanos meistgespielte Komposition sein. Alfanos Finale wurde allerdings immer wieder auch komplett aufgeführt. Viele Kritiker sahen darin eine Ehrenrettung, da das Finale so gegenüber der gekürzten Version an dramatischer Wirkung und musikalischer Geschlossenheit gewann.

Seit 1914 lebte Alfano in San Remo, wo er 1954 starb.

Werke[Bearbeiten]

Alfanos Stil ist dem italienischen Verismo verhaftet, zeigt aber auch modernere Elemente sowie Einflüsse zeitgenössischer Komponisten wie Claude Debussy, Richard Strauss oder Rimski-Korsakow.

  • Ballette
    • Lorenza (Paris, Folies-Bergère, 1901)
    • Napoli (Paris, Folies-Bergère, 1901)
    • Vesuvius
  • Opern
    • Miranda
    • La fonte di Enschir (dt. An den Quellen von Enschir, Breslau 1898)
    • Risurrezione (nach Tolstoi, dt. Auferstehung, Turin 1904)
    • Il principe di Zilah (Genua, 1909)
    • L'ombra di Don Giovanni (dt. Der Schatten des Don Giovanni, Mailand 1914)
    • La leggenda di Sakuntala (nach Kalidasa, Bologna 1921)
    • Finale zu Puccinis Turandot (Mailand 1926)
    • Madonna Imperia (nach einer Erzählung aus Balzacs Tolldreisten Geschichten, Turin 1927)
    • L'ultimo Lord (Neapel 1930)
    • Cyrano de Bergerac (nach Rostand, Rom 1936)
    • Il dottor Antonio (Rom 1949)
    • Sakúntala (Rom 1952). Libretto: Franco Alfano. – Neubearbeitung von La leggenda di Sakuntala, deren Manuskript im Zweiten Weltkrieg angeblich zerstört worden war, nach dem Wiederauffinden im Verlags-Archiv aber 2006 von der Oper Rom unter Gianluigi Gelmetti wieder zur Aufführung gebracht wurde
    • I cavalieri e la bella (unvollendet)
  • Sinfonien
    • Sinfonie Nr. 1 Classica in E (1910/1953)
    • Sinfonie Nr. 2 in C (1931/1932)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Franco Alfano – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien