Freycinetia

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Freycinetia
Freycinetia banksii an einem Kohekohebaum

Freycinetia banksii an einem Kohekohebaum

Systematik
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Schraubenbaumartige (Pandanales)
Familie: Schraubenbaumgewächse (Pandanaceae)
Gattung: Freycinetia
Wissenschaftlicher Name
Freycinetia
Gaudich.

Freycinetia ist eine Pflanzengattung in der Familie der Schraubenbaumgewächse (Pandanaceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Erscheinungsbild und Laubblätter[Bearbeiten]

Freycinetia-Arten wachsen meist als Lianen, selten als ausdauernde krautige Pflanzen. Sie besitzen meist lange, klimmende oder kletternde Sprossachsen und bilden Luftwurzeln.

Die Laubblätter stehen spiralig bis zweizeilig mehr oder weniger dicht zusammen. Die einfachen Blattspreiten sind relativ lang und lineal oder lanzettlich. Es sind deutliche Blattscheiden vorhanden.

Blüten- und Fruchtstände, Blüten, Früchte und Samen[Bearbeiten]

Freycinetia-Arten sind meist zweihäusig (diözisch); einige australische Arten sind auch einhäusig (monözisch) getrenntgeschlechtig. Es werden meist end- oder seitenständig kurze, doldige oder traubige Gesamtblütenstände gebildet, die zwei bis fünf auf Blütenstandsschäften stehende, einfache, kolbenförmige Teilblütenstände (Spadix) enthalten. Der Gesamtblütenstand enthält in drei Reihen zusammenstehende grüne oder auffällig gefärbte Hochblätter (Spatha), die anfangs die Teilblütenstände umhüllen und dann langsam verwelken.

Die Blüten sind meist eingeschlechtig und selten zwittrig (beispielsweise Freycinetia reineckei)[1]. Es sind keine Blütenhüllblätter vorhanden. Die Staubblätter stehen auf der Rhachis dicht zusammen. Die Fruchtknoten stehen auf der Rhachis dicht zusammen und sind oft von winzigen Staminodien umgeben. Die einkammerigen Fruchtknoten enthalten viele Samenanlagen. In jeder weiblichen oder zwittrigen Blüte sind zwei oder mehr Narben vorhanden.

In den kolbenförmigen Fruchtständen (manchmal als Sammelfrüchte bezeichnet) stehen viele Beeren zusammen. Die Beeren enthalten viele Samen. Das Endosperm ist stärkehaltig.

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Die Gattung Freycinetia wurde 1824 durch Charles Gaudichaud-Beaupré in Annales des Sciences Naturelles (Paris), Band 3, Seite 509 aufgestellt und nach Louis de Freycinet benannt . Als Lectotypusart wurde 1967 Freycinetia arborea Gaudich. durch Benjamin Clemens Stone in Gardens' Bulletin. Straits Settlements. Singapore, Band 22, Seite 129 festgelegt.[2][3] Synonyme für Freycinetia Gaudich. sind Victoriperrea Hombr. & Jacquinot ex Decne. und Jezabel Banks ex Salisb..

Es wurde 1867 für einige Zeit auch eine eigene Unterfamilie Freycinetioideae Kurz, J. Bot., Band 5, Seite 94 (Freycinetieae) und 1868 sogar eine eigene Familie Freycinetiaceae Brongn. ex Le Maout & Decne., Traité Général Bot., Seite 624 aufgestellt. Heute wird die Gattung Freycinetia der Familie der Pandanaceae zugeordnet.

Freycinetia-Arten kommen von Sri Lanka bis Südostasien, in Australien, Neuseeland und auf Pazifischen Inseln vor.

Freycinetia arborea, die kolbenförmigen Teilblütenstände sind anfangs von den Hochblättern umhüllt
Freycinetia arborea, die kolbenförmigen Teilblütenstände mit den auffälligen Hochblättern
Freycinetia arborea, wenige kolbenförmige Fruchtstände stehen zusammen
Illustration von Freycinetia banksii
Unreife kolbenförmige Fruchtstände von Freycinetia banksii
Gesamtblütenstand mit weißen Hochblättern und kolbenförmigen Teilblütenständen von Freycinetia cf. elliptica
Kolbenförmige Fruchtstände von Freycinetia formosana
Laubblätter und knospiger Gesamtblütenstand mit auffälligen Hochblättern von Freycinetia luzonensis

Es gibt etwa 175 bis 180 Freycinetia-Arten:[4]

Nutzung[Bearbeiten]

Die süßen Früchte und die saftigen Hochblätter der Blütenstände mancher Arten können gegessen werden. Die Blätter fanden weite Verbreitung zum Flechten und Weben, wobei allerdings die breiteren Blätter des Neuseelandflachs bevorzugt wurden. Es wurden Matten und Körbe zur Aufbewahrung von Nahrungsmitteln hergestellt. Die Luftwurzeln wurden als Bindematerial und zur Anfertigung von Fischfallen und Sandalen gesammelt.

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Paul Alan Cox: Bisexuality in the Pandanaceae: New Findings in the Genus Freycinetia, In: Biotropica, Volume 13, Issue 3, 1981, S. 195-198
  2. Freycinetia bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. Louis
  3. Freycinetia im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland.
  4. Rafaël Govaerts (Hrsg.): World Checklist of Selected Plant Families des Royal Botanic Gardens Kew: Freycinetia. Letzter Zugriff am 24. September 2014
  5. Benjamin C. Stone: A New Species and New Section of the Genus Freycinetia (Pandanaceae) from New Caledonia, In: Pacific Science, Volume 33, 1979, Nummer 2. Fulltext-PDF.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Freycinetia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien