Fidschi

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Dieser Artikel behandelt den Inselstaat Fidschi, zur gleichnamigen Sprache siehe Fidschi (Sprache).
Matanitu ko Viti (Fidschi)
फ़िजी गणराज्य (Fidschi-Hindi)
Republic of Fiji
Republik Fidschi
Flagge Fidschis
Wappen Fidschis
Flagge Wappen
Wahlspruch: Rerevaka na Kalou ka Doka na Tui

(Fidschi: für „Fürchte Gott und ehre die Königin“)

Amtssprache Fidschi, Fidschi-Hindi und Englisch
Hauptstadt Suva
Staatsform Republik
Regierungssystem Militärregierung
Staatsoberhaupt Präsident
Ratu Epeli Nailatikau
Regierungschef Premierminister
Frank Bainimarama
Fläche 18.333 km²
Einwohnerzahl 837.271 (Volkszählung 2007)
Bevölkerungsdichte 45,67 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt
  • Nominal
2007[1]
  • 3.409 Mio. US$ (145.)
Bruttoinlandsprodukt pro Einwohner 3.921 US$ (86.)
Human Development Index 0,702 (96.)[2]
Währung Fidschi-Dollar (FJD)
Unabhängigkeit 10. Oktober 1970
(vom Vereinigten Königreich)
Nationalhymne Meda Dau Doka / (God Bless Fiji)
Zeitzone UTC+12
Kfz-Kennzeichen FJI
ISO 3166 FJ, FJI, 242
Internet-TLD .fj
Telefonvorwahl +679
Japan Nördliche Marianen Palau Mikronesien Osttimor Indonesien Midwayinseln Hawaii Johnston-Atoll Wake Papua-Neuguinea Marshallinseln Nauru Kiribati Französisch-Polynesien Pitcairninseln Tokelau Cookinseln Salomonen Norfolkinsel Neuseeland Vanuatu Tuvalu Wallis und Futuna Tonga Niue Australien Samoa Amerikanisch-Samoa Fidschi Howlandinsel Bakerinsel Palmyra Kingmanriff Jarvisinsel Neukaledonien Japan Antarktika Russland Chile (Osterinsel) Vereinigte Staaten (Alaska) Kanada Mexiko Vereinigte Staaten Nordkorea Südkorea Volksrepublik China Republik China Vietnam Laos Kambodscha Thailand Philippinen China Singapur Malaysia BruneiFiji on the globe (Polynesia centered).svg
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Fidschi, offiziell Republik Fidschi (auf Fidschi: Viti bzw. Matanitu ko Viti; englisch Fiji bzw. Republic of Fiji) ist ein Inselstaat im Südpazifik nördlich von Neuseeland und östlich von Australien. Fidschi ist seit 1970 unabhängig und seit 1987 eine Republik mit der Hauptstadt Suva auf der Insel Viti Levu. Seit einem Putsch im Jahre 2006 steht das Land unter der Herrschaft einer Militärregierung.

Geographie[Bearbeiten]

Fidschi ist eine isolierte Inselgruppe im Südwestpazifik und liegt etwa 2100 Kilometer nördlich von Auckland, Neuseeland. Die Küstenlänge beträgt insgesamt 1129 Kilometer. Der Archipel besteht aus 332 Inseln mit einer Gesamtfläche von 18.333 Quadratkilometern, von denen 110 bewohnt sind. Außerhalb des Fidschi-Archipels gehört noch die Insel Rotuma im äußersten Norden sowie das Atoll Ceva-i-Ra im äußersten Südwesten zum Staatsgebiet Fidschis.

Die Hauptinseln Viti Levu (10.429 km²) und Vanua Levu (5.556 km²) umfassen fast neun Zehntel der Landesfläche und sind wie die meisten der Fidschiinseln vulkanischen Ursprungs, die kleineren entstanden aus Korallenriffen. Auf den beiden großen Inseln liegen zerklüftete Gebirgsketten, die sich über schmalen Küstenebenen und vorgelagerten Korallenriffen erheben. Der höchste Berg ist mit 1324 m der Tomanivi (vormals: Mount Victoria) auf Viti Levu. Neben Viti Levu und Vanua Levu sind noch Taveuni (470 km²), Kadavu (411 km²) sowie Gau und Koro (je 140 km²) von gewisser Größe.

Klimadiagramm von Suva

Es herrscht tropisch-heißfeuchtes Klima mit Temperaturen von 16 bis 32 Grad Celsius. In der niederschlagsreicheren Sommerzeit von November bis April suchen tropische Wirbelstürme (Zyklone) den Südpazifik heim. Statistisch wird die Inselgruppe in 10 Jahren von 10 bis 12 Wirbelstürmen betroffen, wovon 2 bis 3 schwere Schäden verursachen. In den Wintermonaten von Mai bis Oktober bringen beständige Südostwinde kühlere Luft. Diese trifft auf warme äquatoriale Luft (South Pacific Convergence Zone) und verursacht Wolkenbildung und Regenfälle. Diese durch Passatwinde verursachten Wetterlagen bringen speziell der bergigen, dicht bewaldeten Südostküste der Hauptinsel (Viti Levu) starke Regenfälle. Die westlichen Hänge mit lichtem Baumbestand und Grasland sind wesentlich trockener. Über zwei Drittel der Landesfläche von Fidschi sind bewaldet und nur ein geringer Anteil ist Weideland.

Die größten Städte sind (Stand 16. September 2007): Nasinu 75.719 Einwohner, Suva 75.225 Einwohner, Lautoka 44.143 Einwohner, Labasa 33.397 Einwohner, Nausori 24.630 Einwohner und Nadi 11.871 Einwohner.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

An den Küsten finden sich Mangroven, während im Inneren der größeren Inseln natürlicherweise entweder tropischer Regenwald (an den Luvseiten) oder aber Savannenformationen vorherrschen. Aufgrund seiner isolierten Lage beherbergt Fidschi eine eigenständige Pflanzen- und Tierwelt, die sich aus Arten zusammensetzt, die selbst oder deren Vorfahren die Weiten des Pazifischen Ozeans vor allem von Westen her überqueren konnten. Dies geschah entweder aus eigener Kraft (etwa Seevögel), passiv z. B. durch Drift mittels Treibgut oder möglicherweise auch im Zuge katastrophaler Ereignisse wie Tsunamis oder tropische Wirbelstürme.

Redigobius bikolanus zählt zu den auf Fidschi heimischen Fischen.

Die Süßgewässer von Fidschi werden von insgesamt 53 Arten von Süß- und Brackwasserfischen bevölkert, dabei sind vor allem die Familien der Grundeln und der Schläfergrundeln, mit neun bzw. mit sechs Arten vertreten. Der Milchfisch, drei Arten der Flaggenschwänze, vier Arten von Meeräschen und drei Arten der Seenadelgattung Microphis leben küstennah im Brackwasser. Raubfische sind die drei Arten der Flussaale, die ins Süßwasser wandernde Muräne Gymnothorax polyuranodon und der Barramundi. Vom Menschen eingeführt wurden einige Karpfenfische, darunter der Karpfen, der Silberkarpfen und der Blaubandbärbling, Lebendgebärende Zahnkarpfen, wie Guppy, Schwertträger und Moskitofisch, sowie drei Buntbarscharten der Gattung Oreochromis.[3]

Bemerkenswert ist auch das Vorkommen von zwei hier endemischen Froscharten – Platymantis vitianus (engl. Name: „Fiji Ground Frog“) und Platymantis vitiensis (engl. Name: „Fiji Tree Frog“). Abgesehen von der vom Menschen eingeführten Aga-Kröte sind dies die einzigen Amphibien Fidschis.[4] Beide weisen eine direkte Entwicklung auf – aus ihren an Land abgelegten Eiern schlüpfen also fertig entwickelte Jungfrösche, keine Kaulquappen. Platymantis vitiensis gehört außerdem zu den wenigen Froschlurcharten weltweit, bei denen nicht nur die Männchen, sondern auch die Weibchen zu Lautäußerungen fähig sind.[5] Insbesondere der bodenbewohnende Frosch Platymantis vitianus, der ehemals auf vielen Inseln Fidschis heimisch war, ist inzwischen stark gefährdet. Hauptgrund ist die Einführung von Mangusten – hier wohl des Kleinen Mungos – zum Zweck der Rattenbekämpfung. Heute kommt diese Froschart daher fast nur noch auf Inseln ohne Mungos vor (Ovalau, Taveuni, Gau, Viwa sowie eine Einzelpopulation auf Vanua Levu).[6]

Erst im Jahr 1979 wurde eines der größten Reptilien der Inselgruppe entdeckt und zwei Jahre später wissenschaftlich beschrieben, der Fidschi-Kammleguan (Brachylophus vitiensis).[7] Diese grüne Echse mit weißen „Zebrastreifen“, gelben Nasenlöchern und einem Rückenkamm aus Hornspitzen wird bis zu einem Meter lang. Sie ist allerdings akut vom Aussterben bedroht[8] und kommt nur noch in wenigen Tausend Exemplaren auf einzelnen westlichen Nebeninseln wie Yadua Taba, Monuriki und Macuata vor, nachdem ihre Lebensräume andernorts durch Feuer, Stürme, Habitatumwandlung für Landwirtschaft, verwilderte Ziegen sowie Fraßdruck durch ausgesetzte Raubtiere (Mungos, Katzen) zerstört wurden.[9] Insgesamt besteht die Reptilienfauna der Inselgruppe aus 36 Arten.[10]

Schwarzschwanz-Mayrornis (Mayrornis lessoni; Familie Monarchen)
Orangebrust-Honigfresser (Myzomela jugularis) – ein nur auf den Fidschis vorkommender Vogel

Zur Vogelwelt Fidschis werden rund 150 Arten gezählt, darunter befinden sich 23 endemische, also nur hier vorkommende Spezies. Zu diesen Endemiten gehören unter anderem der Fidschihabicht (Accipiter rufitorques), Orange-, Gold- und Smaragdtaube (Ptilinopus victor, P. luteovirens, P. layardi) sowie die Braunschwanz-Fruchttaube (Ducula latrans), fünf oder sechs Papageienarten der Familie Psittacidae, darunter das Rothöschen (Charmosyna amabilis), drei Honigfresser (Meliphagidae), der Kandavufächerschwanz (Rhipidura personata), vier Arten von Monarchen (Monarchidae), der Langbein-Buschsänger (Megalurulus rufus) und der Laubhuscher (Cettia ruficapilla) sowie der Layardbrillenvogel (Zosterops explorator) und die Schwarzstirn-Papageiamadine (Erythrura kleinschmidti). Als kurz vor dem Aussterben stehende endemische Vogelart der Fidschis ist außerdem der Macgillivraysturmvogel zu erwähnen.[11]

Säugetiere sind ohne menschliche Hilfe nur wenige auf den abgelegenen Archipel gelangt. Es handelt sich bezeichnenderweise namentlich um die flugfähigen Fledertiere, von denen mehrere Arten in Fidschi heimisch sind, darunter auch der endemische Affengesicht-Flughund (Pteralopex acrodonta) auf Taveuni.[12]

Zum Schutz der marinen Flora und Fauna wurde das Vuata Ono Marine Protected Area eingerichtet.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Rund 32 % der Bevölkerung des Landes ist unter 14 Jahre alt, 65 % zwischen 15 und 64 Jahren und 4,5 % der Bevölkerung ist über 64 Jahre alt. Die Wachstumsrate beträgt 2006 knapp 1,4 %, bei einer Geburtenrate von 22,55 Geborenen pro 1000 Einwohner und Jahr einer Sterberate von 5,65 pro 1000 Einwohner. Die Lebenserwartung liegt bei der Geburt bei etwa 69,9 Jahren (67,3 für Männer, 72,5 für Frauen).

Völker[Bearbeiten]

Die Bevölkerung des Landes besteht zu 57,3 % aus Angehörigen der ursprünglichen fidschianischen Bevölkerung (vorherrschend Melanesier mit polynesischem Einschlag) und zu etwa 37,6 % (schwankend) aus Indern. 1,2 % der Bevölkerung sind Rotumanen. Daneben gibt es Minderheiten von anderen Inselbewohnern des Pazifiks, Europäern und Chinesen.[13] Seit dem Jahre 1987 haben viele Inder Fidschi verlassen.

Sprachen[Bearbeiten]

Die Amtssprachen sind Fidschianisch (Bauan. also im Dialekt der Insel Bau), das zu den austronesischen malayopolynesischen Sprachen zählt, Fidschi-Hindi und Englisch. Fiji-Englisch ist ein Basilekt der Unterprivilegierten.

Die indischstämmige Bevölkerung spricht Fidschi-Hindi (auch „Fiji Talk“), neben Hindi und Urdu eine Variante des Hindustani, das ebenfalls die Amtssprache ist.

Daneben werden auch Lauanisch und Rotumanisch gesprochen.

Religion[Bearbeiten]

Im Jahr 2007 bezeichneten sich 55,4 % der Einwohner als evangelische Christen, davon sind 34,6 % Methodisten, 5,7 % Anhänger der Assembly of God, 3,9 % Sieben-Tags-Adventisten und 0,8 % Anglikaner. Kleinere evangelische Kirchen machten 10,4 % der Bevölkerung aus. 27,9 % der Gesamtbevölkerung sind Hindus, 9,1 % sind römisch-katholisch, 6,3 % sind Muslime und 0,3 % sind Sikhs. Den traditionellen melanesischen und polynesischen Religionen gehören infolge der christlichen Missionierung weniger als 0,3 % der Bevölkerung an, 0,7 % der Bevölkerung haben keine Religion.[13]

Soziales[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Ursprünglich war das Schulsystem am britischen System orientiert. Jetzt erfolgt die Schulbildung meist durch lokale Komitees. Zunehmend wird nach Volksgruppen getrennt unterrichtet. Erst seit 2002 sind Schläge mit der Gerte verboten. Schulpflicht besteht für die Dauer von acht Jahren.

In der Hauptstadt Suva befindet sich die 1968 gegründete University of the South Pacific, in welche außer Fidschi die Pazifikstaaten der Cookinseln, Salomonen, Kiribati, Marshallinseln, Nauru, Niue, Samoa, Tokelau, Tonga, Tuvalu und Vanuatu eine gewisse Anzahl an Studenten entsenden dürfen. Die Anzahl der Studenten beträgt 8600. Die Ausgaben der Regierung für Bildung belaufen sich auf 105.955.200 US-Dollar pro Jahr.

Die erst im Dezember 2004 gegründete private University of Fiji befindet sich noch in der Aufbauphase. 2008 wurden die ersten Absolventen entlassen. Ihr Sitz ist in Lautoka.

Gesundheitssystem[Bearbeiten]

Tropenkrankheiten kommen nicht vor; etwa 0,11 % sind HIV-positiv (UNAIDS.org 2005). In Fidschi praktizieren 290 Ärzte. 59.090.400 US-Dollar gibt der Staat jährlich für die Gesundheit der Bevölkerung aus.

Geschichte[Bearbeiten]

Seru Epenisa Cakobau, Zeichnung von Edward Fanshawe, 1849

Der Archipel ist seit mehr als 3000 Jahren von Melanesiern bewohnt, die vermutlich von Südostasien aus einwanderten. Die Ureinwohner lebten von Ackerbau (Knollenanbau), Schweinehaltung und Fischfang unter urgesellschaftlichen Bedingungen. Sie nahmen durch Kontakte mit anderen Inselbevölkerungen viele Elemente polynesischer Kultur an. Im Zuge der Auflösung der frühgesellschaftlichen Strukturen bildeten sich gentilaristokratische Häuptlingsdynastien heraus. Am 6. Februar 1643 wurde Fidschi von Abel Tasman gesichtet, 1774 von James Cook besucht und 1827 von Jules Dumont d’Urville erforscht. Nach gelegentlichen Besuchen von Sandelholzfällern zwischen 1801 und 1813 siedelten sich europäische Pflanzer an, die ab etwa 1860 Baumwolle anbauten. 1835 nahmen Vertreter britischer Missionsgesellschaften ihre Tätigkeit auf. Sie bereiteten durch Beeinflussung von Oberhäuptling Seru Epenisa Cakobau die koloniale Annexion vor.

1871 wurde eine Scheinverfassung nach britischem Muster erlassen und am 10. Oktober 1874 Fidschi zur Kronkolonie erklärt. Australische und britische Firmen konzentrierten sich in der Folge auf den Zuckerrohranbau. Sie holten am 14. Mai 1879 die ersten indischen Arbeitskräfte – bis 1916 insgesamt 61.000 – ins Land, deren Nachkommen zwischen 1946 und 1997 die Bevölkerungsmehrheit bildeten. 1881 wurde die Insel Rotuma Island an die Kronkolonie angeschlossen. Im Zweiten Weltkrieg war Fidschi eine bedeutende Versorgungsstation der Alliierten; es wurden zahlreiche Luftwaffen- und Marinestützpunkte errichtet. 1960 kam es zu einem landesweiten Streik der Zuckerrohrpflanzer. 1966 errang Fidschi innere Autonomie, am 10. Oktober 1970 seine vollständige Unabhängigkeit im Rahmen des Commonwealth of Nations und wurde Mitglied der Vereinten Nationen. Staatsoberhaupt war die britische Königin, Elisabeth II., erster Premierminister des Landes wurde Ratu Sir Kamisese Mara.

1987 gewannen indische Parteien die Wahlen. Durch zwei aufeinanderfolgende Militärputsche unter der Führung von Sitiveni Rabuka am 14. Mai und 25. September des gleichen Jahres wurde jedoch die Vorherrschaft der Melanesier wiederhergestellt und zugleich die bisherige konstitutionelle Monarchie in eine Republik umgewandelt, worauf das Commonwealth im Oktober das Land aus seinen Reihen ausschloss. Die republikanische Verfassung von 1990 verfestigte den undemokratischen Zustand, indem sie die Hegemonie der Melanesier in Verfassungsrang erhob. Die politischen Unruhen (Streiks, politische Wirren), Missernten und sinkenden Weltmarktpreise für Zucker führten zu einem Niedergang der Wirtschaft und einem bis heute anhaltenden Massenexodus der von den Melanesiern politisch unterdrückten, aber ökonomisch dominierenden indischstämmigen Bevölkerung des Landes. 1994 wurde Ratu Sir Kamisese Mara Staatspräsident und berief im Folgejahr eine Kommission zur Überarbeitung der Verfassung ein. Als Ergebnis wurde eine neue Verfassung entworfen, die die Gleichberechtigung aller Bevölkerungsgruppen wiederherstellte und im Juli 1997 in Kraft trat. Noch im selben Jahr wurde Fidschi wieder in das Commonwealth aufgenommen.

Im Mai 1999 wurde Mahendra Chaudhry, der Vorsitzende der Fiji Labour Party (FLP), nach dem Wahlsieg seiner Partei neuer Premierminister des Landes. Als wichtigstes innenpolitisches Ziel formulierte der erste indischstämmige Regierungschef die Beendigung der Spannungen zwischen den einzelnen ethnischen Gruppen. Chaudry und das gesamte Kabinett wurden am 19. Mai 2000 von Putschisten unter Führung des Geschäftsmannes George Speight und mit der Unterstützung konservativer Kräfte als Geiseln genommen. Frank Bainimarana, Chef der Streitkräfte, erklärte nach dem Staatsstreich Präsident Ratu Sir Kamisese Mara für abgesetzt und sich selbst zum neuen Herrscher des Inselstaates. Das Einschreiten des Militärs beendete zwar den Putsch, bedeutete aber zugleich auch das vorläufige Ende der kurzen Phase politischer Entfaltung und Gleichberechtigung der Indo-Fidschianer.

Nach der Freilassung der Geiseln wählte der Große Rat der Stammeshäuptlinge am 13. Juli 2000 Ratu Josefa Iloilo zum neuen Oberhaupt des Staates. Dem Kabinett des neuen Regierungschefs Laisenia Qarase gehörte den Forderungen der Putschisten zufolge nur ein indischstämmiger Minister an. Am 10. September 2001 wurde Qarase nach dem Wahlsieg seiner wenige Monate zuvor gegründeten Fijian People’s Party (SDL) – sie vertritt die Interessen der indigenen Bevölkerung - von Staatspräsident Iloilo zum Premierminister ernannt. Qarase weigerte sich, gemäß der verfassungsmäßigen Sitte die größte Oppositionspartei – Chaudhrys multiethnische Labor Party – an der Kabinettszusammensetzung zu beteiligen. Die Regierungsbildung gestaltete sich problematisch und vertiefte die ethnischen Spannungen im Land. Für neue Aufregung sorgte im Frühsommer 2005 die Ankündigung des Regierungschefs, eine Amnestieregelung auf den Weg zu bringen, die den Putschisten des Jahres 2000, allen voran Anführer George Speight, die vorfristige Freiheit ermöglicht hätte. Ebenso sollte das Land in den Küstengebieten neu verteilt werden und im Zuge dessen Ur-Fidschianer die indische Minderheit in diesen Gebieten verdrängen. Nach starken Protesten gegen das Vorhaben sagte Qarase eine Überarbeitung des Gesetzentwurfes zu.

Am 5. Dezember 2006 (Fidschi-Zeit = GMT+12) begann das Militär mit dem vierten Putsch innerhalb von nur 20 Jahren. Um die Hauptstadt Suva herum wurden Straßensperren errichtet, Premierminister Laisenia Qarase sowie einige Minister unter Hausarrest gestellt. Militärchef Voreqe (Frank) Bainimarama erklärte die Regierung Qarase für abgesetzt. Als Gründe gab er fortdauernde Korruption innerhalb der Regierung Qarases trotz mehrfacher Warnungen sowie ein umstrittenes Amnestievorhaben für die Beteiligten des Putsches von 2000 an, die damals versucht hatten, ihn umzubringen. Zudem warf Bainimarama dem Premierminister vor, ethnische Spannungen zwischen den einheimischen Fidschianern (Melanesier) und den indischstämmigen Fidschianern, die immerhin mehr als 40 % der Bevölkerung ausmachen, zu schüren. Hierin seien »viel größere illegale Aktivitäten« zu sehen als in dem durchaus illegalen Staatsstreich. Er sagte auch, Demokratie sei gut für das Volk, dürfe aber nicht dazu benutzt werden, Korruption zu verstecken. Die Bewertung dieses Coups als diktatorischer Putsch im klassischen Sinn ist auf der internationalen politischen Bühne umstritten.

Am 4. Januar 2007 gab Bainimarama überraschend die Macht an Präsident Iloilo zurück. Auch der Übergangspremier Jona Senilagakali gab sein Amt auf. Iloilo billigte in einer Ansprache das Vorgehen des Militärs und kündigte die Einsetzung einer Übergangsregierung und Neuwahlen an. Als neuer Regierungschef wurde Bainimarama am 5. Januar 2007 vereidigt.

Im April 2009 erklärte ein Berufungsgericht die Militärregierung für illegal und forderte den Präsidenten auf, eine neue Regierung zu bilden. Daraufhin setzte Iloilo die Verfassung außer Kraft und entließ alle Richter. Er kündigte an, eine Übergangsregierung einzusetzen, die bis 2014 demokratische Wahlen vorbereiten soll.[14] Entgegen den Vorgaben des Berufungsgerichts, weder Bainimarama noch dessen Vorgänger Laisenia Qarase einzusetzen, wurde wiederum Bainimarama Regierungschef.[15]

Am 2. Mai 2009 wurde Fidschi von der Mitarbeit im Pacific Islands Forum suspendiert, nachdem Bainimarama eine Frist zur Wiederherstellung demokratischer Verhältnisse in Fidschi unbeachtet verstreichen ließ. Fidschi bleibt jedoch ein Mitglied des Forums.[16]

Am 1. September 2009 folgte die Suspendierung der Mitgliedschaft im Commonwealth of Nations, nachdem auch dessen Forderung, spätestens für Oktober 2010 demokratische Wahlen in Fidschi anzuberaumen, ungehört blieb. Bainimarama beharrt auf seinem Fahrplan, der erst für 2014 demokratische Wahlen vorsieht. Soviel Zeit sei notwendig, um die Korruption im Land erfolgreich zu bekämpfen und die Basis für eine gewählte demokratische Regierung zu bilden. Durch den Ausschluss verliert Fidschi die Berechtigung zur Teilnahme an Commonwealth-Treffen und -Sportveranstaltungen (so z. B. an den Commonwealth Games im Jahr 2010) und die Berechtigung zum Erhalt technischer Unterstützungen seitens des Commonwealth. Zusätzlich ist Fidschi am Sitz des Commonwealth und bei Commonwealth-Veranstaltungen nicht länger durch Flaggen und sonstige Symbole vertreten, bleibt aber dennoch formal ein Mitglied der Organisation.[17]

Anfang 2011 änderte die Regierung den offiziellen Staatsnamen von Republic of the Fiji Islands zu Republic of Fiji. Bereits seit der Abschaffung der Monarchie im Jahr 1987 bis zum Inkrafttreten der Verfassung von 1997 trug Fidschi diesen Namen.

Politik[Bearbeiten]

In diesem Artikel oder Abschnitt fehlen folgende wichtige Informationen: Es fehlen die (politischen) Fakten um den Putsch 2006 und der Einfluss des Militärs in die Regierung. Bisher wird nur das De-jure-, aber nicht das De-facto-Regierungssystem erläutert. Bitte unbedingt ergänzen! (Hilfreich könnte dafür der englische Artikel sein)

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Laut Verfassung wird das Staatsoberhaupt vom Großen Häuptlingsrat ernannt, der sich aus den Häuptlingen und Repräsentanten der Provinzen zusammensetzt. Das Staatsoberhaupt bestimmt den Premierminister. Das Kabinett wird vom Premier aus den Reihen der Parlamentsmitglieder ausgewählt. Das Zweikammerparlament besteht aus dem Senat, einer Versammlung mit 32 Sitzen und dem Repräsentantenhaus, das 71 Sitze hat.

Während die Senatoren ernannt werden (14 durch den Großen Häuptlingsrat, neun durch den Premierminister, acht durch den Oppositionsführer und einer durch den Rat der Insel Rotuma), werden die Abgeordneten vom Volk auf fünf Jahre per Alternative Vote gewählt, wobei eine in der Verfassung festgelegte Mindestzahl von Sitzen für die ethnischen Gruppen vorgesehen ist.

Zusammensetzung des Repräsentantenhauses (71 Sitze):[18]

Seit dem Putsch vom 5. Dezember 2006 ist das Parlament nicht mehr zusammengetreten.

Rechtssystem[Bearbeiten]

Die häufigsten Vergehen in Fidschi sind Diebstahl und alkoholbedingte Gewalt. Nach dem Staatsstreich 2000 übten viele Fidschianer Selbstjustiz aus, vor allem gegen Indo-Fidschianer. Zurzeit sind circa 960 Häftlinge in Gefängnissen. Es gibt keine Todesstrafe.

Bis zum Jahre 2006 waren homosexuelle Handlungen verboten, jedoch war eine Diskriminierung aufgrund der Verfassung nicht erlaubt. Eine derartig widersprüchliche Regel gab es weltweit nur auf Fidschi. Nachdem ein Verurteilter Revision eingelegt hatte und dieser stattgegeben wurde, überarbeitete der Senat das Gesetz. Seitdem sind homosexuelle Handlungen nicht mehr strafbar.

Außenpolitik[Bearbeiten]

Durch die Staatsstreiche von 1987, 2000 und 2006 sowie die Diskriminierung der Indo-Fidschianer durch die Melanesier hat das Ansehen Fidschis international sehr gelitten. Hauptansprech- und Handelspartner sind Australien und Neuseeland. Außerdem bemüht man sich um gute Beziehungen zu den anderen Pazifik-Staaten, besonders zu den direkten Nachbarn Samoa und Tonga. Der kleine Pazifikstaat Tuvalu steht mit den Fidschi-Inseln in Verhandlungen zum Zwecke eines Landerwerbes; diese Verhandlungen wurden allerdings nach dem Staatsstreich im Jahre 2000 auf unbestimmte Zeit verschoben.

Fidschi ist Mitglied u. a. der Vereinten Nationen, des Pacific Islands Forum, der Pazifischen Gemeinschaft sowie der Alliance of Small Island States.

Militär[Bearbeiten]

Die Streitkräfte Fidschis (Republic of Fiji Military Forces) bestehen aus den Komponenten Heer und Marine und umfassen 3.500 Soldaten, davon ca. 300 Marinesoldaten, bei einer Einwohnerzahl von 853.445 (Stand: Ende 2006 geschätzt). Die meisten Soldaten sind Fidschianer. Etwa 20 Prozent stehen in UN-Diensten. Fidschi gibt circa 32 Millionen US-Dollar für das Militär im Jahr aus, es ist mit einem Hubschrauber und gepanzerten Fahrzeugen ausgestattet. Die Armee führte innerhalb von 20 Jahren bereits vier Putsche gegen die Regierung durch.

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten]

Western Division (Fidschi) Rotuma (Fidschi) Northern Division (Fidschi) Eastern Division (Fidschi) Central Division (Fidschi)
Divisionen Fidschis

Fidschi gliedert sich in vier Divisionen (divisions) und das Schutzgebiet (dependency) Rotuma mit der Hauptstadt Ahau.

Die Divisionen unterteilen sich in 14 Provinzen.

Die vier Divisionen sind:

Lage Division Hauptstadt Provinzen
Central Division of Fiji.svg Central
(Mitte)
Suva 5
Eastern Division of Fiji.svg Eastern
(Osten)
Levuka 4
Northern Division of Fiji.svg Northern
(Norden)
Labasa 3
Western Division of Fiji.svg Western
(Westen)
Lautoka 3

Wirtschaft[Bearbeiten]

Nach dem Putsch im Jahre 2000 sank die Wirtschaftsleistung um 12,5 Prozent. Viele indo-fidschianische Fachleute wandern wegen der gesellschaftlichen Probleme im Land ab. Die Arbeitslosigkeit liegt gegenwärtig bei etwa fünf Prozent. 82 Prozent des Energiebedarfs von Fidschi werden zur Zeit aus Wasserkraft gewonnen.

Landwirtschaft[Bearbeiten]

Zu den bedeutendsten Anbauprodukten gehören unter anderem Zuckerrohr, Ingwer, Kokosnüsse, Reis, Kakao, Kaffee, Taro, Ananas und Tabak. Die Grundlage der Industrie des Landes ist die Weiterverarbeitung von Erzeugnissen aus der Landwirtschaft, der Forstwirtschaft und der Fischerei.

Zuckerrohr ist seit der Kolonialzeit bedeutendster agrarischer Rohstoff Fidschis und in veredelter Form neben Fisch, Textilien, Holz und Kokosnussöl wichtiges Exportprodukt. Die politischen Unruhen mit dem Staatsstreich 1987 und die nachfolgende Wirtschaftskrise führten zu einer stärkeren Diversifizierung des Exports. Heute sind die Zuckerwirtschaft, die Textil- und Bekleidungsindustrie sowie der Tourismus die Haupteinnahmequellen des Landes. Mehr als 100.000 Beschäftigte sind in den drei Sektoren beschäftigt, die Exporterlöse von 1,1 Milliarden Fidschi-Dollar erbrachten (2004).

Bodenschätze[Bearbeiten]

Fidschi verfügt über große Goldvorkommen. Im Jahre 2000 belief sich die Jahresproduktion auf 3.675 Kilogramm.

Wasser[Bearbeiten]

Neben landwirtschaftlichen Produkten und Bodenschätzen exportiert Fidschi auch Wasser. Das in einem artesischen Brunnen auf Viti Levu gewonnene Quellwasser wird als Fiji Water fast vollständig für den Export abgefüllt.

Tourismus[Bearbeiten]

Beachcomber Island

Die wirtschaftliche Bedeutung des Fremdenverkehrs wächst zunehmend. Fidschi liegt im Bereich des Südpazifik bei den Touristenankünften mit Abstand an der Spitze. Das an zweiter Stelle stehende Französisch-Polynesien hatte 2003 nur etwa halb so viele Touristen (212.767) und Samoa weniger als ein Viertel (92.313). Die Zahl der Touristen steigt und fällt mit der politischen Lage im Land. So sank die Zahl der Touristen nach dem Putsch im Jahr 2000 auf 294.070 von 409.955 im Jahr zuvor. Im Jahr 2003 hatten sich die Ankunftszahlen wieder auf 430.800 erholt. Die meisten Touristen kamen aus Australien (32,9 %), Neuseeland (17,4 %), dem Vereinigten Königreich (11,6 %) und aus Japan (5,4 %).

Die attraktivsten Ziele für Touristen sind kleine Resortinseln auf den Mamanucas, den Yasawas oder Strände der Coral Coast auf der Hauptinsel Viti Levu. Auf Taveuni und Vanua Levu spielt außerdem der Tauchtourismus eine Rolle. Touristen erhalten bei Einreise und unter Vorlage eines Rückflugtickets sowie ausreichender finanzieller Mittel eine Einreisegenehmigung für vier Monate.[19]

BIP[Bearbeiten]

Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) beträgt 1,50 Milliarden US-Dollar (2000). Der Dienstleistungssektor hat daran einen Anteil von 53 Prozent, die Industrie von 29 Prozent und die Landwirtschaft von 18 Prozent. Daraus ergibt sich ein BIP pro Einwohner von 1.840 US-Dollar.

Währung[Bearbeiten]

Die Währung in Fidschi ist der Fidschi-Dollar.

Staatshaushalt[Bearbeiten]

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 1,376 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 1,363 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 0,4 % des BIP.[20]
Die Staatsverschuldung betrug 2004 1,59 Mrd. US-Dollar oder 58,3 % des BIP.[21]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Infrastruktur[Bearbeiten]

Die Städte Nadi und Suva (Nausori) besitzen internationale Flughäfen. Die Fidschi-Inseln haben eine eigene Fluggesellschaft, die Fiji Airways, mit der sie vor allem die umliegenden Inseln anfliegen. Der Staat Fidschi (51 %) und Qantas (46,05 %) kontrollieren den Großteil der Anteile. Neben Fiji Airways gibt es die Inlandsfluggesellschaften Sun Air und Air Fiji, die die meisten größeren Inseln und Städte anfliegen. Die Länge des Straßennetzes in Fidschi beträgt 3.440 Kilometer, das Eisenbahnnetz ist 595 Kilometer lang, beschränkt sich aber auf Bahnen zum Transport von Zuckerrohr zur Raffinerie in Lautoka. Personenzüge gibt es nicht; der öffentliche Nahverkehr wird mit dem Omnibus abgewickelt.

Die Coral Coast Railway bietet auf dem Netz der staatlichen Fidschi-Zucker-Bahn täglich ein Zugpaar von Yanuca zum Strand von Natadola und von Yanuca nach Sigatoka.[23]

Fidschi ist einer der wichtigsten Verkehrsknotenpunkte im südlichen Teil des Pazifischen Ozeans. Regelmäßige Schiffsverbindungen bestehen mit den USA, Kanada, Australien, Neuseeland sowie einigen Pazifikinseln. Haupthafen ist die Hauptstadt Suva. Bedeutend ist auch der Hafen von Lautoka, einem Zentrum der Zuckerindustrie.

Kultur[Bearbeiten]

Feste und Feiertage[Bearbeiten]

Das größte Fest in Fidschi ist das Hibiskusfest, das im August eine Woche lang in der Hauptstadt Suva gefeiert wird. Die gesetzlichen Feiertage des Landes sind Neujahr (1. Januar), Ostern (Karfreitag bis Ostermontag), der National Youth Day (im März), Ratu Sir Lala Sukuna Day (im Mai oder Juni), der Geburtstag der britischen Königin (gefeiert an einem Montag um den 14. Juni), Constitution Day (im Juli), der Unabhängigkeitstag (an einem Montag um den 10. Oktober), der Geburtstag des Propheten Mohammed (im Juli), das hinduistische Lichterfest Divali (im Oktober oder November), Weihnachten (25. Dezember) und der Boxing Day (26. Dezember). Letzterer Feiertag geht auf die britische Tradition zurück.

Sport[Bearbeiten]

Nationalsport auf den Fidschi-Inseln ist Rugby Union (15er-Rugby). Fidschi gehört zu den zwölf besten Rugby-Nationen der Welt. Das Land nimmt regelmäßig an Rugby-Weltmeisterschaften sowie am Pacific Nations Cup teil. Noch erfolgreicher ist Fidschi jedoch im 7er-Rugby, dessen Regeln auf jenen des 15er-Rugby basieren. So gewann die 7er-Nationalmannschaft zwei der bisher fünf Austragungen der 7er-Rugby-Weltmeisterschaft, einmal die renommierte IRB Sevens World Series und alle drei Rugby-Turniere bei den World Games.

Fidschi hat allerdings, ebenso wie die anderen Inselstaaten, mit einigen Problemen zu kämpfen: Da die Republik recht klein ist, gibt es kaum Sponsoren, die eine professionelle Ausübung des Sportes gewährleisten würden. Die größeren Nationen in Ozeanien, Australien und Neuseeland, setzen Scouts auf den Inseln ein und ködern die größten Talente mit Sportstipendien. So gehen Fidschi und den anderen Inselstaaten zahlreiche Talente verloren, da diese vom jeweiligen Zielland eingebürgert werden. Fidschi bemüht sich seit Jahren, ein Team in der Super-14-Rugby-Liga stellen zu dürfen. Die Aufnahme wurde allerdings bisher abgelehnt. Die meisten Spieler Fidschis versuchen ihr Glück im Ausland, da sie dort mit dem Sport Geld verdienen können. Hauptziele sind Australien, Neuseeland und England. Vor allem englische Vereine gewähren den Fidschianern selten eine Freigabe für Spiele der Nationalmannschaft.

Auch Fußball erfreut sich auf den Fidschi-Inseln zunehmender Beliebtheit. Hier nimmt Fidschi am OFC-Nationen-Pokal teil (entspricht einer Europameisterschaft und der Qualifikation für die Weltmeisterschaft in einem). Allerdings ist auch hier die Situation etwas verfahren, da sich Neuseeland und Australien auch hier weigern, die Inseln zu besuchen. Entsprechend werden alle Spiele im Turniermodus in Australien ausgetragen.

Auf Fidschi findet auch eine der Veranstaltungen der Weltmeisterschaften im Wellenreiten der ASP World Tour statt.[24]

Medien[Bearbeiten]

In Fidschi erscheinen drei Tageszeitungen, die Fiji Times, die Fiji Sun und die Fiji Post. Außerdem gibt es noch die Nai Lalakai und die Shanti Dut, sie erscheinen wöchentlich. Die tägliche Zeitungsauflage beträgt 51 auf 1000 Einwohner. Erst 1991 wurde das Fernsehen eingeführt[25]. Im Land befindet sich nur ein staatlicher TV-Sender. Dazu kommen noch eine staatliche und drei unabhängige Radiostationen. Rundfunksendungen sind über Internet Live-Streams unter www.radiofiji.com.fj z. B. Fiji Bula Fm[26] zugänglich.

Die derzeitige Regierung hat am 10. April 2009 die Pressefreiheit drastisch eingeschränkt. Ausländische Berichterstatter wurden des Landes verwiesen. In der Redaktion der Presseorgane und des Fernsehsenders ist stets ein Zensor mit Polizeibegleitung anwesend, der jede Berichterstattung unterbindet, die die militärischen Machthaber nicht in einem positiven Licht erscheinen lässt. Oppositionelle wie Virisila Buadromo von der Fiji Women's Rights Movement (FWRM), die 2008 von Condoleezza Rice mit dem „International Woman of Courage Award“ ausgezeichnet wurde, haben keinerlei öffentliches Sprachrohr mehr. Aus Protest gegen die Zensurmaßnahmen erschien die „Fiji Times“ am Tag nach der Einschränkung der Pressefreiheit mit einer unbedruckten Titelseite.[27]

Fidschi besitzt 102.000 Telefonanschlüsse, 109.000 Mobiltelefone, 541.500 Radios, 91.000 Fernseher und 55.000 Internetanschlüsse.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Crosbie Walsh: Fiji. An Encyclopaedic Atlas. University of the South Pacific, Suva 2006, ISBN 982-01-0752-0.
  •  Hermann Mückler: Fidschi. Das Ende eines Südseeparadieses. Promedia, Wien 2001, ISBN 3-85371-171-5.
  •  Jon Fraenkel, Stewart Firth (Hrsg.): From election to coup in Fiji. The 2006 campaign and its aftermath. Asia Pacific Press/IPS Publications, Canberra/Suva 2007, ISBN 978-0-7315-3812-6 (PDF; 3,05 MB).
  •  Brij V. Lal: Islands of Turmoil. Elections and Politics in Fiji. Asia Pacific Press, Canberra 2006, ISBN 0-7315-3751-3 (PDF; 1,06 MB).
  •  David Routledge: Matanitu. The Struggle for Power in Early Fiji. University of the South Pacific, Suva 1985.
  •  Justine Vaisutis u. a.: Fiji. 7. Auflage. Lonely Planet Publications, Footscray 2006, ISBN 1-74104-288-7.
  •  Dominik Schieder: Das Phänomen der coup culture. Politische Konflikte auf den Fidschi-Inseln (= Quellen und Forschungen zur Südsee. Reihe B: Forschungen. 5). Harrassowitz, Wiesbaden 2012, ISBN 978-3-447-06615-0.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Fidschi – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Fidschi – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Wikimedia-Atlas: Fidschi – geographische und historische Karten
 Wikivoyage: Fidschi – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. International Monetary Fund, World Economic Outlook Database, April 2008
  2. Human Development Index, abgerufen am 10. Oktober 2013
  3. FishBase List of Freshwater Fishes for Fiji Islands
  4. Liste der Amphibienarten Fidschis bei Amphibiaweb
  5. Artporträt (mit Fotos) von Platymantis vitiensis bei Amphibiaweb (Engl.)
  6. Artporträt (mit Fotos) von Platymantis vitianus bei Amphibiaweb (Engl.)
  7. Eintrag zu Brachylophus vitiensis bei Reptiles database (Engl.)
  8. IUCN Redlist: Brachylophus vitiensis (Engl.)
  9. www.iucn-isg.org: Newsletter Vol. 6 Nr. 1, 2003 (Engl.)
  10. Reptiles Database: Artenliste der Reptilienarten Fidschis
  11. Avibase: Vogelkontrolllisten der Welt – Fidschi
  12. Informationen bei www.markuskappeler.ch
  13. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatCIA World Fact Book Fidschi. Abgerufen am 2. November 2011.
  14. tagesschau.de, „Fidschi-Inseln ohne Verfassung und Regierung“, 10. April 2009 (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung
  15. tagesschau.de, „Umstrittener Armeechef wird Übergangspremier“, 11. April 2009 (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[3] [4] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung
  16. Statement by Forum Chair on suspension of the Fiji military regime from the Pacific Islands Forum; Pressemitteilung (21/09) des PIFS vom 2. Mai 2009.
  17. Fiji Suspended from the Commonwealth, Commonwealth News Release vom 1. September 2009. (PDF; 143 kB)
  18. Fiji Elections Office
  19. Länderinformation Fiji
  20. a b c The World Factbook
  21. Assessing Sustainability of Fiji's Public Debt (PDF-Datei; 118 kB)
  22. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2009, ISBN 978-3-596-72910-4
  23. http://www.frommers.com/destinations/coralcoast/0352010029.html
  24. ASP World Tour Schedule. Association of Surfing Professionals (ASP), abgerufen am 8. April 2012.
  25. http://www.frauensolidaritaet.org/zeitschrift/fs_83fidschi.htm
  26. http://bulafm.fbc.com.fj/ Fiji Bula Fm
  27. http://www.stuff.co.nz/world/south-pacific/2396860/Fiji-censorship-dangers-revealed

-18179Koordinaten: 18° S, 179° O