Borneo

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Borneo (Kalimantan)
Politische Karte von Borneo
Politische Karte von Borneo
Gewässer Pazifischer Ozean
Inselgruppe Malaiischer Archipel
Große Sundainseln
Geographische Lage 0° S, 114° O-0.17583333333333113.686388888894095Koordinaten: 0° S, 114° O
Lage von Borneo (Kalimantan)
Länge 1366 km
Breite 1026 km
Fläche 751.936 km²
Höchste Erhebung Kinabalu
4095 m
Einwohner 18.590.000 (2009)
25 Einw./km²
Borneo topographisch
Borneo topographisch

Borneo ist eine Insel im Malaiischen Archipel in Südostasien. Mit einer Fläche von 751.936 km² ist sie nach Grönland und Neuguinea die drittgrößte Insel der Welt und die größte Insel Asiens. Borneo ist aufgeteilt zwischen den drei Staaten Indonesien, Malaysia und Brunei.

In Indonesien wird die ganze Insel Kalimantan genannt.[1] Teilweise wird die Bezeichnung Kalimantan im engeren Sinne auf den indonesischen Teil der Insel bezogen, unter anderem wegen der Benennung der fünf indonesischen Provinzen auf Borneo: West-, Süd-, Ost-, Nord- und Zentralkalimantan ergeben insgesamt Kalimantan im Sinne von „indonesische Provinzen auf Borneo“.

Geographie[Bearbeiten]

Lage im Malaiischen Archipel[Bearbeiten]

Borneo liegt im Zentrum des gesamten Malaiischen Archipels. Ringsum liegen die Malaiische Halbinsel und Sumatra im Westen, Java und die Kleinen Sundainseln im Süden, Sulawesi im Osten und die Philippinen im Nordosten.

Umgebende Gewässer sind im Norden und Westen das Südchinesische Meer, im Süden die Javasee (die Verbindung ist die Karimata-Straße), im Osten die Straße von Makassar und die Celebessee sowie im Nordosten die Sulusee.

Nördlich Borneos liegt die größte malaysische Insel Banggi. Nordöstlich vorgelagert liegen die Turtle Islands, um die der Nationalpark Turtle Islands Park of Sabah 1976 etabliert wurde.

Landschaft[Bearbeiten]

Borneo ist mit über 750.000 km² mehr als doppelt so groß wie Deutschland und auch größer als jedes andere europäische Land außer Russland. Die Küste der Insel ist insgesamt 4971 km lang und ist relativ unzugänglich, obwohl überwiegend flach, im Tief- oder auch Schwemmland.

Borneo liegt auf dem Äquator, der die Insel etwas südlich ihrer Mitte schneidet. Dem Klima entsprechend ist die natürliche Vegetation, wo immer die Bodenverhältnisse (Wasser) es zulassen, zur Sukzession bis zum Wald in der Lage, der sich folglich als tropischer Regenwald ausbildet (potentielle natürliche Vegetation), ab einer bestimmten Höhe als Bergregen- und Nebelwald und auf niedrigster Höhe (an den Küsten) zum Teil direkt in Mangrovensümpfe übergehend. Damit trug Borneo, bis weit ins Hügelland und niedrigeres Gebirge, einige zu sumpfige oder zu hoch gelegene Bereiche ausgenommen, unter natürlichen Bedingungen das drittgrößte zusammenhängende Gebiet tropischen Tiefland-Regenwaldes der Erde, nach dem Amazonasgebiet und Zentralafrika (Kongobecken). Aus diesem Umstand (und nicht etwa wie auch immer zu erklärender erschwerter Zugänglichkeit) resultiert auch die (traditionell; relativ) schwache Besiedlung, da Borneo, anders als einige weitere Sundainseln, nicht in gleicher Art vom Vulkanismus profitiert und daher weitestgehend die typischen lessivierten oder sonst wenig fruchtbaren Tropenböden aufweist, auf denen die meisten tropischen Regenwälder stehen.

Diese dichten, als Wildnis erscheinenden Wälder sind jedoch nicht generell als Urwald zu betrachten, da schon die traditionellen Bewohner der Insel meist keine reinen Jäger und Sammler waren, sondern angepassten Brandrodungswanderfeldbau betrieben. Dieser ist bei geringer Bevölkerungsdichte für das Ökosystem zu vertragen, solange die Vegetation genug Zeit zur Regeneration hat und ausreichend große Rückzugsgebiete für sensible Arten bleiben. Bei schonender Bewirtschaftung ist es zum Teil schwierig zwischen Primär- und Sekundärwäldern zu unterscheiden (siehe auch Natürlichkeit von Wäldern). Seit den ersten Erschließungen der Kolonialzeit und mit den modernen Ausweitungen nicht nachhaltiger Nutzung und den Migrationen seit deren Ende haben sich diese Verhältnisse jedoch völlig gewandelt und die natürlichen Landschaften Borneos sind einer immer stärkeren Zerstörung ausgesetzt.

Die Oberfläche der Insel ist wenig gegliedert.

Gebirge[Bearbeiten]

Es gibt eine lange Bergkette, die sich vom Nordosten der Insel, dem Kap Sampanmangio (Simpang Mengayau), bis zu ihrer südwestlichen Spitze, dem Kap Datu, erstreckt. Diese gliedert sich auf in das Irangebirge (Pegunongan Iran) in Sabah, Ober-Kapuas-Gebirge (Pegunongan Kapuas Hulu) auf der Grenze zwischen Sarawak und Kalimantan Barat, das Schwanergebirge in Kalimantan Barat (benannt nach dem Mannheimer Geologen Carl Schwaner) und das Müllergebirge im Südosten der Insel (benannt nach dem Mainzer Major Georg Müller).

Die höchste Erhebung befindet sich im Nordosten der Insel, der Berg Kinabalu, mit 4095 m gleichzeitig der höchste Berg (des geographischen) Südostasiens. Er überragt alle weiteren Berge der Insel – wie auch sämtliche Vulkane des Sundabogens und des Malaiischen Archipels. Nur in Ozeanien, im Westteil Neuguineas, der von Indonesien eingenommen wurde, und im Himalaya Myanmars wird seine Höhe auf dem Gebiet südostasiatischer Staaten übertroffen. Granit und Schiefergebirge findet man insbesondere im Westen Borneos.

Flüsse[Bearbeiten]

Das größte Flusssystem Borneos ist der Kapuas in West-Kalimantan mit einer Länge von 1143 km. Weitere große Flüsse sind der Mahakam in Ost-Kalimantan mit 980 km, der Barito in Süd-Kalimantan mit 880 km, und der Rajang in Sarawak mit 562,5 km.

Vorgelagerte Inseln[Bearbeiten]

Tanjung Simpang Mengayau, die Nordspitze von Borneo an der Sulusee. An diesem Kap im Distrikt Kudat liegt Pulau Kalampunian in Sichtweite, eine der vorgelagerten Inseln.

Im Norden sind der Küste die zum Distrikt Kudat gehörenden Inseln Pulau Balambangan, Pulau Banggi, Pulau Malawali und Pulau Matunggong vorgelagert, östlich davon die zum Distrikt Beluran gehörenden Inseln Pulau Jambongan und Pulau Tigabu, im Süden die zum Distrikt Semporna gehörenden Inseln Pulau Bohayan, Pulau Tabawan, Pulau Timbun Mata, Pulau Mata Pahi, Pulau Bohey Dulang und Pulau Omadal.

Weiter im Süden liegt die Insel Sebatik, die teilweise zu Malaysia, zum Distrikt Tawau und teilweise zu Indonesien, zur Provinz Kalimantan Timur gehört. Nach Osten hin schließt sich hier der Sulu-Archipel an, der aber bereits zu den Philippinen gehört.

Im Süden findet sich die zur indonesischen Provinz Kalimantan Selatan gehörenden Insel Laut.

Städte[Bearbeiten]

Die größten Städte Borneos heißen wie folgt:

Platz Stadt Bevölkerungszahl Staat
1 Kuching 632.505 Malaysia (Sarawak)
2 Banjarmasin 598.518 Indonesien
3 Kota Kinabalu 543.765 Malaysia (Sabah)
4 Pontianak 466.090 Indonesien
5 Sandakan 453.759 Malaysia (Sabah)
6 Balikpapan 453.575 Indonesien
7 Samarinda 356.034 Indonesien
8 Tawau 354.243 Malaysia (Sabah)
9 Miri 257.305 Malaysia (Sarawak)
10 Loa Janan 229.946 Indonesien

Klima[Bearbeiten]

Borneo liegt mitten in den Tropen und hat ein entsprechendes, ausgesprochen tropisches Klima mit hoher Luftfeuchtigkeit (über 80 %). Die Durchschnittstemperaturen schwanken zwischen 27,7 °C im Mai und 26,7 °C im Dezember. Auf dem größeren südlichen Teil Borneos gibt es keine ausgeprägte Regenzeit. Die mittlere Jahresniederschlagsmenge beträgt 3000 bis 4000 Millimeter. Der Norden hat zwei Regenzeiten, mit den stärksten Regenfällen zwischen Oktober und März.

Flora und Fauna[Bearbeiten]

Tierwelt[Bearbeiten]

Borneo-Zwergelefant
Sumatra-Nashorn im Habitat (auf Sumatra)

Die Fauna Borneos, obwohl westlich der Wallace-Linie gelegen und somit noch klar zur asiatischen zugehörig, weist jedoch schon gewisse Besonderheiten auf, bedingt durch die relativ starke Isolation, mit einigen fehlenden wie einigen eigenen Arten oder Unterarten. Bisher sind 221 Säugetierarten auf Borneo bekannt. Dazu zählen an Primaten Orang-Utan (den es sonst nur im Norden Sumatras gibt) und Gibbons sowie der nur auf Borneo vorkommende Nasenaffe. Um den Schutz der Orang-Utans bemüht sich unter anderem die indonesische Borneo Orangutan Survival Foundation (BOS) bzw. BOS-Organisationen in verschiedenen Ländern wie z. B. BOS Deutschland e. V. oder BOS Schweiz sowie die Borneo Orang-Utan-Hilfe und die Orangutan Foundation (Nationalpark Tanjung Puting).

Neben den Affen bewohnen als Vertreter der Nagetiere verschiedene Arten der Schönhörnchen das Geäst des Waldes. Der Sunda-Nebelparder ist die größte Katze der Insel, Inseltiger (Unterarten von Sumatra, Java und Bali - letztere ) kommen nicht vor. Allerdings ist eine Anwesenheit der Art aus dem Pleistozän und durch subfossile Funde aus dem Holozän belegt. Auch der Leopard mit seinem über weite Teile Afrikas und des tropischen und subtropischen Asiens reichenden Verbreitungsgebiet (und auch auf Inseln ohne Tiger, z. B. Sri Lanka, präsent) fehlt auf Borneo (und Sumatra). Kleinere Katzenarten sind die Flachkopfkatze, die Borneo-Goldkatze und die Bengalkatze. Wie ein verkleinerter Nebelparder, aber noch besser an das Leben auf den Bäumen angepasst wirkt die Marmorkatze, deren Verbreitungsgebiet sich in etwa mit dem der zwei Arten der größeren Katze deckt. Ebenfalls in diesem Raum und Habitat verbreitet ist der Binturong, eine besondere Schleichkatzenart. Auch die kleinen Malaienbären sind auch außerhalb Borneos vorkommende, typische Bewohner des Regenwaldes. Extrem selten ist das sehr scheue und mit etwa 30 Tieren vom Aussterben bedrohte Sumatra-Nashorn, das zwar früher ebenfalls über weite Teile Südostasiens verbreitet war, jedoch heute nur noch in letzten Rückzugsgebieten in Festland-Malaysia, auf Sumatra und Borneo überlebt – dort mutmaßlich nur noch in zwei Schutzgebieten in Sabah.

Der Rhinozerosvogel ist nur eine von 622 bekannten hier vorkommenden Vogelarten. Weiterhin kommen 400 Reptilien- und Amphibienarten vor, darunter die Kapuas-Wassertrugnatter, die einzige bekannte Schlange der Erde, die chamäleonartig ihre Farbe ändern kann und der Borneo-Taubwaran.

Auf Borneo haben laut World Wide Fund For Nature (WWF) Forscher im Jahr 2003 eine neue Unterart des asiatischen Elefanten entdeckt, den Borneo-Zwergelefanten.[2] Von diesem gibt es laut Schätzungen lediglich 1000 bis 1500 Exemplare. Laut einer Analyse der Zellen der Tiere und einem Vergleich mit anderen asiatischen Elefanten könne widerlegt werden, dass sie vom Menschen vom Festland nach Borneo gebracht wurden, sondern aller Wahrscheinlichkeit nach von Java stammten. Bevor die Vorfahren der Borneo-Zwergelefanten auf Java (Java-Elefanten) im 16. Jahrhundert ausstarben, gelangten offenbar einige von ihnen in die heutige philippinische Provinz Sulu. Der Sultan von Sulu nahm im 17. Jahrhundert einige Elefanten als Gastgeschenk nach Borneo mit, wo sie sich vermehrten und augenscheinlich bis heute überlebt haben. Viele Fakten stützen dies, wie etwa, dass es keine archäologischen Beweise des Borneo-Elefanten auf Borneo gibt. Auf Sulu selbst wurden die Elefanten im 18. Jahrhundert ausgerottet Zugleich seien sie auch in ihrem Verhalten relativ zahm und sanftmütig. Aufgrund der Klassifizierung als eigene Unterart sprach der WWF dem Zwergelefanten die höchste Priorität hinsichtlich seines Schutzes zu.

Der WWF wies in jüngster Zeit weitere bisher weltweit unbekannte Tierarten nach – im Zeitraum von Juli 2005 bis September 2006 waren es 32 neue Arten. Fische: 30 Arten, darunter ein Vertreter aus der Familie der Karpfenfische mit dem Namen Paedocypris micromegethes, der in extrem sauren Torfmoor-Gewässern der Insel vorkommt. Mit nur knapp einem Zentimeter Länge gilt er nach dem auf der Nachbarinsel Sumatra beheimateten Mini-Fisch Paedocypris progenetica als das zweitkleinste Wirbeltier der Welt. Nachgewiesen wurde auch eine Wels-Art mit hervorstehenden Zähnen und einem klebrigen Bauch, der es ihm erlaubt, sich in Stromschnellen an Felsen zu haften, sowie sechs Kampffische, von denen einer eine schillernde blau-grüne Markierung trägt. Amphibien: 2 Laubfroscharten.

Ein für den Erhalt der Großsäugetiere Borneos besonders wichtiges Reservat ist das Tabin-Wildreservat im Norden Sabahs, das eines der letzten Rückzugsgebiete für die größten Säugetierarten der Insel (Sumatra-Nashorn, Borneo-Elefant, Borneo-Banteng) darstellt. Ein weiteres wichtiges Gebiet für Großsäuger ist die Danum-Valley-Conservation-Area. Hier lebt insbesondere auch eine größere Population des Orang Utan.

Pflanzenwelt[Bearbeiten]

Rafflesia kerrii
Großflächige Brandrodung in Kalimantan 2002

Etwa 15.000 Arten von Gefäßpflanzen (Tracheobionta) sind auf Borneo heimisch. Ein bedeutender Anteil hiervon ist endemisch, also nur auf Borneo zu finden. Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es mehr Orchideenarten als auf Borneo. Über 750 Spezies wachsen allein an den Hängen des Kinabalu. Bekannt sind außerdem für den Bau wichtige Bäume wie Eisenholz (indon.: kayu besi) und die streng geschützte Schwarze Orchidee (indon.: anggrek hitam).

Allein in den Jahren 2005/2006 wurden auf Borneo 20 neue Gefäßpflanzen-Arten entdeckt, die bisher weltweit unbekannt waren: 16 Ingwergewächse der Gattung Etlingera, 3 Baumarten sowie eine weitere Pflanzenart aus der Familie der Pfeilwurzgewächse.

Die Wälder Borneos werden von einigen als die ältesten und (auch aus diesem Grunde) mit artenreichsten tropischen Regenwälder (und somit Ökosysteme) auf dem Planeten angesehen. Paradoxerweise entstammt ein großer Teil der sie bildenden Baumarten aus einer einzigen botanischen Familie, den Flügelfruchtgewächsen (Dipterocarpaceae), weshalb man auch von richtiggehenden Dipterocarpaceenwäldern spricht, die jedoch alleine schon einen so großen Reichtum an Baumarten hervorgebracht haben, wie es für tropische Regenwälder bezeichnend ist.

Die gesamte zum Teil weltweit einzigartige Tier- und Pflanzenwelt Borneos ist stark bedroht durch den Rückgang des tropischen Regenwaldes aufgrund zunehmender menschlicher Nutzung (vgl. rechts das Bild zur großflächigen Brandrodung).

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Bevölkerung von Borneo besteht aus Malaien, Chinesen und einer Vielzahl von indigenen Dayakvölkern, darunter Bidayuh, Iban, Kayan, Kelabit, Kenyah, Lun Bawang, Ngaju, Penan, Punan und Sihan.

Die Mehrheit der Inselbewohner ist muslimisch.

Politische Gliederung[Bearbeiten]

Borneo ist politisch geteilt in das Sultanat Brunei, die malaysischen Bundesstaaten Sarawak und Sabah sowie das Bundesterritorium Labuan (strenggenommen nicht auf Borneo, sondern auf vorgelagerten Inseln) und die indonesischen Provinzen West-, Süd-, Ost-, Nord- und Zentralkalimantan. Borneo ist damit die einzige Insel, die zu drei Staaten gehört (vgl. Liste geteilter Inseln). (Bis 1919 war auch Neuguinea eine dreigeteilte Insel, nämlich unter den Kolonialmächten Deutschland, Großbritannien und Niederlande.) Der größte Teil der Insel gehört zum indonesischen Territorium.

Bundesstaat
oder Provinz
Hauptstadt Teil von Staat Fläche
km²
Fläche
%
Bevölkerung 1) Bevölkerung
%
Brunei Bandar Seri Begawan Brunei 5.765 0,77 338.7880 2,1
Sarawak Kuching Malaysia 124.450 16,6 2.070.000 11,5
Sabah Kota Kinabalu Malaysia 73.619 9,8 3.387.880 18,8
Bundesterritorium Labuan 2) Victoria Malaysia 92 0,01 85.000 0,5
Nordkalimantan (Kalimantan Utara) Tanjung Selor Indonesien 72.567 738.163
Ostkalimantan (Kalimantan Timur) Samarinda Indonesien 127.267,52 3.550.586
Südkalimantan (Kalimantan Selatan) Banjarmasin Indonesien 37.660 5,0 3.281.993 18,2
Westkalimantan (Kalimantan Barat) Pontianak Indonesien 146.760 19,5 4.052.345 22,5
Zentralkalimantan (Kalimantan Tengah) Palangkaraya Indonesien 152.600 20,3 1.914.900 10,6
Borneo 750.812 100,0 18.022.916 100,0

1) Zahlen zu Brunei und Indonesien: Fischer Weltalmanach 2009
2) strenggenommen nicht auf Borneo, sondern auf vorgelagerten Inseln (25 km von der Hauptinsel Borneos)

Im Westen liegen die Anambas-Inseln und die Malaiische Halbinsel. Südlich von Borneo befindet sich Java, östlich Sulawesi. Nordöstlich von Sabah liegen Basilan und Mindanao, die südlichen Provinzen der Philippinen.

Geschichte[Bearbeiten]

Zerstörung des Regenwaldes

Vom 15. bis zum 17. Jahrhundert wurden Teile Borneos vom malaiischen Sultanat Brunei regiert. Danach wurde der nördliche Teil der Insel von dem malaiischen Sultanat von Sulu kontrolliert (1473–1899), später erlangte die North Borneo Chartered Company die Macht. Die Gebiete, die zum Sultanat von Brunei gehörten, kamen als Sarawak unter die Herrschaft der britischen Brooke-Dynastie.

Im frühen 19. Jahrhundert schlossen britische und holländische Kolonisten ein Abkommen, nach dem sie Handelshäfen gegeneinander tauschten. Der östliche Teil Borneos wurde niederländische Kolonie, der westliche Teil kam unter britische Herrschaft. China etablierte daraufhin Handel mit Borneo, teilweise bis tief in das Inland.

Während des Zweiten Weltkriegs (Pazifikkrieg) eroberten japanische Truppen Borneo (1941 bis 1945). Das malaiische Sultanat von Sambas in Kalimantan wurde aufgelöst.

Als am 31. August 1957 die Föderation Malaya in die Unabhängigkeit entlassen wurde, gab es Pläne zur Ausdehnung der Föderation auch auf die noch unter britischer Herrschaft stehenden Gebiete Singapur, Sarawak, Brunei und Sabah. Diese wurden von Brunei am 7. Dezember 1962 zurückgewiesen. Die Philippinen ihrerseits erhoben am 5. August 1963 rechtliche Ansprüche auf Sabah und reichten Klage beim Internationalen Gerichtshof ein. Am 16. September 1963 stellte sich auch Indonesien gegen die Eingliederung von Sarawak und Sabah in die Föderation und entsandte Freischärler in die betroffenen Gebiete. Der mit dem indonesischen Wort Konfrontasi bezeichnete Kleinkrieg zwischen den Freischärlern und englischen bzw. Commonwealth-Truppen wurde nach der Entmachtung des indonesischen Präsidenten Sukarno durch dessen Nachfolger Suharto beigelegt. Die Föderation Malaya wurde in dieser Zeit dennoch um Sarawak, Sabah und Singapur (1965 wieder ausgetreten) erweitert, der so entstandene Staat wurde Malaysia. Brunei blieb britisches Protektorat und wurde am 1. Januar 1984 unabhängig.

Wirtschaft[Bearbeiten]

An Bodenschätzen gewinnt man Kohle und Erdöl. Hauptsächlich wird in der Landwirtschaft Kopra, Sago und Kautschuk hergestellt. Im Südosten wird zudem Pfeffer angebaut. Von großer Bedeutung ist die Holzwirtschaft (Tropenhölzer). Diese werden in „selektivem“ Holzeinschlag ausgebeutet, der jedoch vorrangig nicht zur Schonung des Waldes so betrieben wird im Sinne von nachhaltiger Forstwirtschaft, sondern wegen der relativen Verstreutheit der nutzbaren Bäume von wirtschaftlichem Interesse. Die letztlich staatlich wenig kontrollierte Abholzung hat dazu geführt, dass die Regierungen auf internationaler wie auch auf nationaler Ebene in die Kritik geraten sind. Nach der schließlich vollständigen Rodung des Dschungels entstehen riesige Monokulturen von Palmöl-Plantagen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vgl. Duden online: Kalimantan
  2. http://www.wwf.de/auslaufmodell-zwergelefant/ WWF-Pressebericht Auslaufmodell Zwergelefant

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Borneo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien