Friðrik Ólafsson

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Friðrik Ólafsson, Reykjavík 2008

Friðrik Ólafsson (* 26. Januar 1935 in Reykjavík) ist ein isländischer Schachgroßmeister.

1952 wurde Friðrik Ólafsson erstmals Landesmeister, insgesamt errang er diesen Titel sechs Mal. 1956 wurde er Internationaler Meister. 1958 qualifizierte er sich im Interzonenturnier (mit der gleichen Punktzahl wie Bobby Fischer) und wurde sogenannter WM-Kandidat (damals gab es Ausscheidungen in Drei-Jahreszyklen über Zonenturniere, Interzonenturniere und ein Kandidatenturnier, dessen Sieger den Weltmeister in einem Match herausfordern durfte). Auf dem FIDE-Kongress 1958 in Dubrovnik wurde Ólafsson der Großmeistertitel verliehen.[1] 1959 nahm er am Kandidatenturnier in Jugoslawien für die Schachweltmeisterschaft teil und belegte dabei den 7. Platz.

Weitere Turniererfolge:

  • Hastings 1955-56: 1./2. Platz mit Kortschnoi
  • Reykjavík 1957: 1. Platz
  • Zonenturnier Wageningen 1957: 2. Platz (1. Szabó)
  • Hoogovens Beverwijk 1959: 1. Platz
  • Zonenturnier Berg en Dal (ZT a) 1960: 1. Platz (ua. vor 4. Bent Larsen)
  • Zonenturnier Marienbad (tschechisch: Mariánské Lázně) 1961: 1. Platz (dieses Zonenturnier berücksichtigte auch Spieler, welche 1960 in Berg en Dal aufgrund von Visaproblemen nicht teilnehmen konnten, unter ihnen Wolfgang Uhlmann)
  • Moskau ZCC 1961: 3. Platz
  • Los Angeles (Piatigorsky Cup) 1963: 3.-4. Platz (1. Keres und Petrosjan)
  • Reykjavík 1966: 1. Platz
  • Reykjavík 1968: 3. Platz
  • Lugano 1970: 2. Platz (1. Larsen)
  • Hoogovens Wijk an Zee 1971: geteilter 2. Platz mit Petrosjan ua. (1. Kortschnoi)
  • Reykjavík 1972: 1./3. Platz mit Hort und Gheorghiu
  • Las Palmas 1974: 2.-4. Platz (1. Ljubojević)
  • Tallinn 1975: 2./3. Platz mit Spasski (1. Keres)
  • Hoogovens Wijk an Zee 1976: 1./2. Platz mit Ljubojević
  • Reykjavík 1976: 1./2. Platz mit Jan Timman
  • Las Palmas 1978 3. Platz
Links: Friðrik Ólafsson, 1980 bei der Schacholympiade in Valletta auf Malta
Island - UdSSR (Geller, Karpov)

Zwischen 1952 und 1980 nahm Friðrik Ólafsson mit der isländischen Nationalmannschaft an acht Schacholympiaden teil (außer bei der ersten Teilnahme immer am Spitzenbrett), dabei erreichte er 1962 in Warna das beste Einzelergebnis am ersten Brett.[2] Beim Wettkampf UdSSR gegen den Rest der Welt 1970 spielte er eine Partie als Ersatzspieler, verlor jedoch gegen Wassili Smyslow.

Seine vermutlich größten Turniererfolge waren der Sieg mit Viktor Kortschnoi in Hastings und die Siege am traditionsreichen Hoogovens - Turnier, 1959 ausgetragen in Beverwijk und 1976 - zusammen mit Ljubomir Ljubojević, vor Michail Tal - in Wijk aan Zee.

Friðrik Ólafsson war hauptberuflich Jurist und einer der wenigen Amateure, allenfalls kurzzeitig Halb-Profis, welche international auf höchstem Wettkampfniveau gegen Berufs-Schachspieler mithalten konnten.

Von 1978 bis 1982 war er Präsident des Weltschachbundes FIDE. Beim Turnier in Buenos Aires 1980 gelang es ihm als Verbandspräsident den seinerzeit amtierenden Weltmeister (Anatoli Karpow) zu besiegen, was wohl weltweit kaum je einem Sportfunktionär gelungen ist. Im November 2014 wurde Ólafsson zum FIDE-Ehrenmitglied ernannt.

Zeitweise war Friðrik Ólafsson Generalsekretär des isländischen Parlaments Althing.

Seine Elo-Zahl beträgt 2397 (Stand: August 2014), von 1971 bis 1973 hatte er seine höchste Elo-Zahl von 2570. Vor Einführung der Elo-Zahl war Friðrik Ólafssons höchste historische Elo-Zahl 2692 im Oktober 1958, er war zeitweise die Nummer 13 in der Welt.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Willy Iclicki: FIDE Golden book 1924-2002. Euroadria, Slovenia, 2002, S. 75
  2. Friðrik Ólafssons Ergebnisse bei Schacholympiaden auf olimpbase.org (englisch)
  3. Daten zu Ólafssons historischer Elo-Zahl
Island Anmerkung zu isländischen Personennamen: Isländer werden mit dem Vornamen oder mit Vor- und Nachnamen, jedoch nicht allein mit dem Nachnamen bezeichnet. Weiterführende Informationen finden sich unter Isländischer Personenname.