From Hell (Comic)

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Dieser Artikel behandelt die Graphic Novel From Hell. Für die Verfilmung siehe From Hell (Film).
Comic
Titel From Hell
Originaltitel From Hell
Land Vereinigte Staaten
Autor Alan Moore
Zeichner Eddie Campbell
Verlag Kitchen Sink Press, Top Shelf Productions
Erstpublikation März 1991 – August 1996
Ausgaben 10

From Hell ist eine Graphic Novel von Alan Moore, Eddie Campbell und Pete Mullins über die Jagd auf Jack the Ripper. Der Comic erhielt 2001 den Prix de la critique beim Festival International de la Bande Dessinée d’Angoulême[1] und wurde verfilmt.

Der Titel bezieht sich auf die gleich lautende Überschrift eines Briefes, der von vielen Jack the Ripper zugeschrieben wurde.

Graphic Novel[Bearbeiten]

Auf Deutsch erschien die Reihe zunächst in drei Bänden zu ca. 200 Seiten. Diese Bände sammelten die einzelnen Kapitel, Prolog, Epilog und Kommentare des Autors sowie einen ausführlichen Nachtrag – dieses Material erschien zuvor bei diversen US-Comicverlagen in Anthologien und Einzelausgaben. Danach gab es eine deutschsprachige Gesamtausgabe, die mit Ausnahme des Covers identisch ist mit der dreibändigen Ausgabe. Im Dezember 2008 ist eine Neu-Edition der Gesamtausgabe als Hardcover, textlich komplett überarbeitet und mit neuer redaktionellen Ausstattung beim Cross Cult-Verlag erschienen.

Die Autoren verbrachten zehn Jahre damit, alle verfügbaren Details über die Ripper-Morde zu recherchieren, das Stadtbild und die Lebensumstände der verschiedenen Schichten zur damaligen Zeit sowie Varianten der Ripper-Legende und Verschwörungstheorien.

Die Illustrationen sind komplett in Schwarz-Weiß gehalten und geben ein niederdrückend detailgetreues Bild des viktorianischen Londons. Wie in anderen Werken Moores verzichtet auch From Hell gänzlich auf Lautmalereien und zusätzlich die Handlung erläuternde Textkästchen.

Inhalt[Bearbeiten]

Die Autoren haben sich dafür entschieden, ihre Version der Geschichte auf der höchst umstrittenen Theorie von Stephen Knight aufzubauen: Dieser zufolge wurden die Ripper-Morde von dem königlich-britischen Chirurgen William Gull im Auftrag der Krone verübt; Anlass war demnach die Ehe zwischen Albert Victor, Herzog von Clarence (Prinz Edward) und Annie Crook, einer Frau niederen Standes, sowie die daraus entstandene Tochter Alice, welche als Erbprinzessin weitreichende Ansprüche der Königsfamilie gegenüber hätte, was Königin Victoria zu vermeiden trachtet.

Der Comic schildert parallel das Leben der Mordopfer, die Vorgehensweise des Täters sowie die Bemühungen des mit der Lösung des Falls beauftragten Frederick Abberline. Eine zentrale Rolle spielen weiterhin die Londoner Bauten des Architekten Nicholas Hawksmoor, eine Freimaurer-Verschwörung sowie archaische Symbole, Weihestätten und magisches Denken. Der Täter, Gull, führt nicht nur einen Auftrag der Königin Victoria aus, sondern arrangiert die Morde zu einem magischen Ritual, das ihm die Überwindung zeitlicher und räumlicher Schranken gestattet und seiner Ansicht nach das 20. Jahrhundert einläutet.

Verfilmung[Bearbeiten]

2001 folgte dem Erfolg des Comics eine Verfilmung mit Johnny Depp und Heather Graham in den Hauptrollen. Der Film weicht in vielen Punkten stark von der Vorlage ab. Er fügt eine Liebesgeschichte hinzu, die die Motivation Inspektor Abberlines in dieser Mordsache anders darstellt. Vor allem das Ende unterscheidet sich wesentlich; darüber hinaus opfert der Film die komplexe Rahmenhandlung und konzentriert sich auf die Aufklärung des Falles.

Nachweise[Bearbeiten]

  1. Grands Prix de la Critique 2001

Weblink[Bearbeiten]