Góra Kalwaria

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Góra Kalwaria
Wappen von Góra Kalwaria
Góra Kalwaria (Polen)
Góra Kalwaria
Góra Kalwaria
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Masowien
Landkreis: Piaseczno
Geographische Lage: 51° 59′ N, 21° 24′ O51.98333333333321.4Koordinaten: 51° 59′ 0″ N, 21° 24′ 0″ O
Einwohner: 11.678
(30. Jun. 2014)[1]
Postleitzahl: 05-530
Telefonvorwahl: (+48) 72
Kfz-Kennzeichen: WPI
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Warschau
Gemeinde
Gemeindeart: Stadt- und Landgemeinde
Fläche: 145,11 km²
Einwohner: 25.868
(30. Jun. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 178 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 1418013
Verwaltung (Stand: 2011)
Bürgermeister: Dariusz Zieliński
Adresse: ul. 3-ego Maja 10
Góra Kalwaria
Webpräsenz: www.gorakalwaria.pl
Wohnhäuser im Zentrum von Góra Kalwaria

Góra Kalwaria (jiddisch גער, Ger) ist eine Stadt in Polen in der Woiwodschaft Masowien. Sie ist sowohl für katholische Christen als auch für chassidische Juden eine heilige Stätte. Der ursprüngliche Name Góra (wörtlich „Berg“) wurde 1670 zu Nowa Jerozolima („Neu Jerusalem“) geändert. Schließlich wurde die Stadt im 18. Jahrhundert zu Góra Kalwaria („Berg Golgota“) umbenannt.

Geographie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt etwa 25 Kilometer südöstlich von Warschau an der Weichsel.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gemeinde Góra existierte bereits im 13. Jahrhundert. Nach der vollständigen Zerstörung während der schwedischen Eroberung im Schwedisch-Polnischen Krieg von 1655 bis 1660 ging die Gemeinde im Jahre 1666 in den Besitz von Stefan Wierzbowski, dem Bischof von Posen. Wierzbowski wollte auf den Ruinen der Gemeinde einen sogenannten Kalvarienberg errichten, also eine religiöse Stätte, an der Passionsspiele und Gottesdienste abgehalten werden konnten. Solche Stätten waren im frühen modernen Polen recht beliebt. Er wurde in seinem Vorhaben durch die Eindruck bestärkt, dass die Landschaft der im Heiligen Land ähnlich sah.

Im Jahre 1670 wurde die Gemeinde in Nowa Jerozolima umbenannt, ihr wurden die Stadtrechte verliehen und die Baumaßnahmen begannen. Der Grundriss der Stadt basierte auf mittelalterlichen Karten von Jerusalem und das Straßennetz bildete ein Christliches Kreuz. Der Bischof lud die Orden der Dominikaner, Zisterzienser und Piaristen ein, sich in der Stadt niederzulassen, und bald war die Stadt übersät mit Klöstern, Kirchen, Kapellen und Kreuzwegen. Die Stadt war nur für Christen angelegt, Juden war es nicht erlaubt, sich dort niederzulassen.

Nach dem Tod von Bischof Wierzbowski begann der Niedergang der Stadt. Viele Kirchen und Kapellen wurden niedergerissen. In den Jahren von 1883 bis 1919 wurden Nowa Jerozolima bzw. Góra Kalwaria die Stadtrechte entzogen.

Im frühen 19. Jahrhundert wurde das Verbot für Juden, sich dort niederzulassen, gelockert. Wenig später wurden die Juden die überwiegende Bevölkerungsgruppe in der Stadt. Góra Kalwaria wurde eines der Zentren des Chassidismus und die Heimat der Ger-Bewegung. Während des Holocausts wurde die jüdische Bevölkerung von Góra Kalwaria im Januar 1941 in einem kleinen Ghetto gesammelt, am 25. und 26. Februar 1941 in das Warschauer Ghetto verbracht und bald darauf im Vernichtungslager Treblinka ermordet.

Von 1975 bis 1998 gehörte die Gemeinde zur Woiwodschaft Warschau.[2]

Gemeinde[Bearbeiten]

Zur Stadt- und Landgemeinde Góra Kalwaria gehören folgende Ortschaften mit einem Schulzenamt:

Aleksandrów
Baniocha I
Baniocha II
Borki
Brześce
Brzumin
Buczynów
Cendrowice
Coniew
Czachówek
Czaplin
Czaplinek
Czarny Las
Czersk
Dębówka
Dobiesz
Julianów
Karolina
Kąty
Kępa Radwankowska
Królewski Las
Krzaki Czaplinkowskie
Krzymów
Linin
Łubna
Ługówka
Mikówiec
Moczydłów
Obręb
Ostrówik
Pęcław
Podgóra
Podłęcze
Podosowa
Potycz
Sierzchów
Sobików
Solec
Szymanów
Tomice
Wincentów
Wojciechowice
Wólka Dworska
Wólka Załęska

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Bedeutende Industriezweige waren die Lebensmittelverarbeitung (Hortex), Sportausrüstung (Polsport) und die chemische Industrie. 2005 wurden die Standorte jedoch geschlossen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Verweise[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Góra Kalwaria – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of June 30, 2014. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF), abgerufen am 20. Dezember 2014.
  2. Dz.U. 1975 nr 17 poz. 92 (polnisch) (PDF; 802 kB)