Chopin-Flughafen Warschau

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Chopin-Flughafen Warschau
Flughafen Warschau Logo.svg
Warsawairportaerial.jpg
Kenndaten
ICAO-Code EPWA
IATA-Code WAW
Koordinaten
Verkehrsanbindung
Entfernung vom Stadtzentrum 10 km südwestlich von Warschau
Straße Flughafenstr. 1
Nahverkehr S- und Regionalbahn
Drei öffentliche Buslinien
Basisdaten
Eröffnung 1934
Betreiber Polish Airports State Enterprise
Fläche rund 500 ha
Terminals 2
Passagiere 8.666.552 2010[1]
Luftfracht 41.000[2] 2010
Flug-
bewegungen
133 142 (+5,22%)[3] (2007)
Start- und Lande-Bahnen
11/29 2800 m × 50 m Beton
15/33 3690 m × 60 m Beton

i1 i3


i7 i10 i12

i14

Der Chopin-Flughafen Warschau (IATA: WAW, ICAO: EPWA; polnisch Lotnisko Chopina w Warszawie) ist der internationale Flughafen der polnischen Hauptstadt Warschau. Der von der Polish Airports State Enterprise betriebene Flughafen ist der größte und wichtigste des Landes und dient der nationalen Fluggesellschaft LOT zugleich als Drehkreuz und Heimatbasis. Der Flughafen wurde 2001 nach dem polnischen Komponisten Frédéric Chopin benannt.[4] Zu seiner Eröffnung 1934 hieß er Flughafen Warschau-Okęcie.[5]

Lage und Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Der Flughafen liegt etwa 10 km südwestlich von Warschaus Innenstadt in der Siedlung Okęcie.

Vom Flughafen verkehren verschiedene öffentliche Buslinien.[6] Außerdem verkehren Schnellbusse zu über 30 polnischen Städten.[7]

Eine Bahnanbindung welche den Flughafen direkt mit dem Stadtzentrum Warschaus verbinden wird, ist zum 1. Juni 2012 eröffnet worden. Die Fahrt vom Flughafen in die Innenstadt dauert 25 Minuten.

Geschichte[Bearbeiten]

Innenansicht des Terminals 1 / A-B
Innenansicht des Terminals 2 / C-E

Der erste Flugplatz Warschaus war der im Vorort Mokotów gelegene Flughafen Mokotów. Aufgrund der dort fehlenden Erweiterungsmöglichkeiten entschied man sich für die Verlegung an den heutigen Standort. Die neue Anlage wurde im Jahr 1933 eröffnet und diente bis zum Zweiten Weltkrieg zusätzlich als Militärflugplatz der Polnischen Luftstreitkräfte. In unmittelbarer Nachbarschaft befanden sich die Fabrikanlagen des Flugzeugherstellers Doświadczalne Zakłady Lotnicze. Der Flughafen wurde im Zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Nach Kriegsende erfolgte der Wiederaufbau.

Im Jahr 1969 wurde ein internationales Terminal angebaut. Das zweistöckige Terminal 1 des Flughafens entstand 1992; das Terminal 2 wurde am 18. März 2008 in Betrieb genommen. Zwischen 2003 und März 2009 diente das sogenannte Etiuda Terminal als Abfertigungsgebäude für Billigfluggesellschaften. Darüber hinaus verfügt der Frédéric-Chopin-Flughafen über ein Frachtterminal.

2010 wurden hier etwa 8,6 Millionen Passagiere abgefertigt, die Passagierzahlen stiegen dabei von 2003 (5,1 Millionen) bis 2007 sehr konstant um jährlich rund 1 Million an. Pro Stunde können 34 Flugbewegungen abgewickelt werden.

Da der Flughafen seine Kapazitätsgrenze längst überschritten hat, wurde für Billigfluggesellschaften der bisher militärisch genutzte Masowische Flughafen Warschau-Modlin ausgebaut und am 17. Juli 2012 eröffnet, woraufhin Wizz Air ihre Basis dorthin verlegte, Ryanair folgte.

Auf Grund von Schäden an der Landebahn des Flughafens Warschau-Modlin operieren Wizz Air und Ryanair seit 22. Dezember 2012 vorübergehend wieder ab dem Frédéric-Chopin-Flughafen.[8] Ryanair kehrte per 30. September 2013 nach Warschau-Modlin zurück [9], während Wizz Air am Frédéric-Chopin-Flughafen verbleibt. [10]

Abfertigungsgebäude[Bearbeiten]

Der Flughafen verfügte bis 2010 formal über die beiden Terminals 1 und 2, die 1992 beziehungsweise 2008 eröffnet wurden. Seither wird der Gesamtkomplex jedoch als Terminal A bezeichnet und in die Bereiche A-B (zuvor Terminal 1) sowie C-E (zuvor Terminal 2) unterteilt. Der neue und größere Bereich C-E wird derzeit von allen Fluggesellschaften genutzt. Der Bereich A-B ist zurzeit wegen Umbauarbeiten geschlossen (voraussichtlich bis 2015).

Fluggastaufkommen[Bearbeiten]

Jahr Fluggäste[11]
1934 0,011 Millionen
1935 0,014 Millionen
1936 0,022 Millionen
1937 0,019 Millionen
1938 0,015 Millionen
Jahr Fluggäste[12]
1946 0,056 Millionen
1947 0,049 Millionen
1948 0,044 Millionen
... ...
1954 0,107 Millionen
1955 0,133 Millionen
1956 0,171 Millionen
1957 0,225 Millionen
1958 0,144 Millionen
1959 0,184 Millionen
1960 0,213 Millionen
Jahr Fluggäste[12]
1961 0,238 Millionen
1962 0,282 Millionen
1963 0,283 Millionen
1964 0,343 Millionen
1965 0,434 Millionen
1966 0,562 Millionen
1967 0,728 Millionen
1968 0,788 Millionen
1969 0,852 Millionen
1970 0,981 Millionen
1971 1,125 Millionen
1972 1,371 Millionen
1973 1,655 Millionen
1974 1,435 Millionen
1975 1,756 Millionen
1976 1,896 Millionen
1977 2,092 Millionen
1978 2,144 Millionen
Jahr Fluggäste
1995 2,7 Millionen
1996 3,1 Millionen
1997 3,5 Millionen
1998 3,8 Millionen
1999 4,0 Millionen
2000 4,3 Millionen
2001 4,7 Millionen
2002 4,9 Millionen
2003 5,2 Millionen
2004 6,1 Millionen
2005 7,1 Millionen[13]
2006 8,4 Millionen[13]
2007 9,3 Millionen[13]
2008 9,4 Millionen[13]
2009 8,3 Millionen[13]
2010 8,7 Millionen[13]
2011 9,3 Millionen[13]
2012 9,6 Millionen[13]

Zwischenfälle[Bearbeiten]

  • Am 11. November 1937 stürzte während des Anflugs auf den Flughafen Warschau ohne Erdsicht nach dem ZZ-Verfahren eine Lockheed L-10A der LOT (SP-AYD) in Myszadło bei Piaseczno ab. Ursächlich war ein Kommunikationsfehler mit versehentlicher Durchgabe der Landebefehls, der ein anderes im Landeanflug befindliches Flugzeug betraf. Vier Fluggäste starben, die zweiköpfige Besatzung und sechs weitere Fluggäste überlebten.[14]
  • Am 18. Juli 1952 wurde eine Iljuschin Il-12B der LOT (SP-LHC) bei der Landung irreparabel beschädigt. Von den Insassen kam niemand zum Schaden.
  • Am 12. April 1958 kam es während eines Übungsfluges kurz nach dem Start zur Bauchlandung einer Convair CV-240 der LOT (SP-LPB). Es kam niemand zum Schaden, die Maschine war jedoch nicht mehr reparabel.
  • Am 19. Dezember 1962 stürzte eine Vickers Viscount der LOT auf einem Verkehrsflug aus Brüssel via Berlin beim missglückten Durchstarten knapp 1,5 km vor der Landebahnschwelle ab. Alle 33 Insassen kamen dabei ums Leben.[15] Siehe Hauptartikel LOT-Flug 248.
  • Am 14. März 1980 verunglückte eine Iljuschin Il-62 der LOT beim Landeanflug auf den Flughafen. Bei Unglück kamen alle 87 Menschen an Bord ums Leben. Siehe Hauptartikel LOT-Flug LO 007
  • Am 9. Mai 1987 verunglückte eine Iljuschin Il-62M der LOT beim Anflug zur Notlandung knapp sechs Kilometer vor der Landebahnschwelle. Alle 183 Insassen kamen ums Leben. Siehe Hauptartikel LOT-Flug LO 5055
  • Am 14. September 1993 verunglückte ein Lufthansa A320-200 bei der Landung. Das Unglück forderte zwei Tote und 54 Verletzte. Siehe Hauptartikel Lufthansa-Flug 2904.
  • Am 1. November 2011 gelang die Notlandung einer am Flughafen Newark gestarteten Boeing 767 der polnischen Fluggesellschaft LOT, nachdem das Fahrwerk nicht ausgefahren werden konnte. Bei dem Zwischenfall kamen keine Personen zu Schaden.[16]

Verweise[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.ulc.gov.pl/_download/regulacja_rynku/statystyki/stat_2010_0111.pdf
  2. Frachtrekord auf dem Flughafen Warschau (polnisch)
  3. ACI (PDF; 262 kB)
  4. http://www.mmwarszawa.pl/364246/2011/3/22/lat-lotniska-chopina-ale-nazwa-okecie-wciaz-popularniejsza?category=news
  5. http://www.newsweek.pl/artykuly/sekcje/spoleczenstwo/chopin-zamiast-okecia,61552,1
  6. http://www.lotnisko-chopina.pl/en/passenger/access-and-car-parks/Public-transport
  7. http://www.airportdesk.de/airports/europa/polen/flughafen-warschau-frederic-chopin.html
  8. http://www.lotnisko-chopina.pl/en/airport/about-the-airport/pressroom/news/2012/12/chopin-airport-takes-flights-from-modlin
  9. http://en.modlinairport.pl/modlin-en-new/web/airport/news/ryanair-all-flights-to-warsaw-returning-to-warsaw-modlin-airport-on-30-september.html
  10. http://wizzair.com/en-GB/about_us/news/wizen182
  11.  Mieczyslaw Mikulski, Andrzej Glass: Polski transport lotniczy 1918-1978. Warschau 1980, S. 92.
  12. a b  Mieczyslaw Mikulski, Andrzej Glass: Polski transport lotniczy 1918-1978. Warschau 1980, S. 201.
  13. a b c d e f g h Pasażerowie. In: lotnisko-chopina.pl. Abgerufen am 3. August 2013.
  14.  Szczegóły strasznej katastrofy lotniczej pod Warszawą. In: Goniec Częstochowski. 14. November 1937, S. 3-4 (http://www.biblioteka.czest.pl/zbiory/czasopisma/goniec_czestochowski/1937/Goniec_Czestochowski_Nr_262_1937.pdf).
  15. Flugunfalldaten und -bericht im Aviation Safety Network
  16. Bauchlandung in Warschau, Spiegel Online, 1. November 2011, abgerufen am 1. November 2011