Geschichte der Juden in Polen

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Polnische Jüdinnen und Juden des 17. und 18. Jahrhunderts in ihrer typischen Kleidung

Die Geschichte der Juden in Polen begann vor mehr als einem Jahrtausend. Sie reicht von einer langen Periode der religiösen Toleranz und eines relativen Wohlstands der jüdischen Bevölkerung des Landes bis zu ihrer fast vollständigen Vernichtung während der deutschen Besetzung Polens.

Seit der Gründung des Königreichs Polen im 10. Jahrhundert war Polen einer der tolerantesten Staaten Europas. Mit dem 1264 von Herzog Bolesław dem Frommen von Großpolen (1221–1279) erlassenen „Statut von Kalisch“ und seiner Bestätigung und Erweiterung durch König Kasimir den Großen im Jahr 1334 erhielten die Juden weitgehende Rechte zugestanden und Polen wurde zur Heimat für eine der größten und vitalsten jüdischen Gemeinden der Welt. Die Schwächung der litauisch-polnischen Union durch feindliche Invasionen und interne kulturelle Veränderungen, die protestantische Reformation und die katholische Gegenreformation, schwächten Polens traditionelle Toleranz seit dem 17. Jahrhundert und führten zu einer Verschlechterung der Lage der Juden in Polen.

Nach den Teilungen Polens und dem Ende Polens als souveräner Staat 1795 wurden die polnischen Juden Untertanen der Teilungsmächte Russland, Österreich und Preußen. Nach dem Ersten Weltkrieg, 1918, als Polen die Unabhängigkeit wiedererlangte, lebten mehr als drei Millionen Juden in Polen und bildeten eine der größten jüdischen Gemeinschaften der Welt.[1]

Vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges lebten in Polen rund 3.350.000 Juden. Rund 90 % von ihnen wurden während der deutschen Besatzung von den deutschen Nationalsozialisten ermordet. Der auch im katholischen Polen existierende Antisemitismus führte dazu, dass sich manche Polen, trotz anti-deutscher Haltung, an der Ermordung von Juden beteiligten, wie etwa im Massaker von Jedwabne. Andere Polen riskierten hingegen das Leben ihrer gesamten Familie um Juden vor der Vernichtung durch die deutschen Nationalsozialisten zu retten.[2] Nach dem Zweiten Weltkrieg kam es im kommunistisch dominierten Nachkriegspolen wiederholt zu Ausschreitungen gegen Juden, wie etwa 1946 im Pogrom von Kielce, oder bei der staatlich geförderten antisemitischen Kampagne im Jahre 1968.[3]

Die meisten der 180.000 bis 240.000 polnischen Juden, die den Genozid überlebt hatten, wanderten nach dem Krieg aus der Volksrepublik Polen aus, viele von ihnen in den neugegründeten Staat Israel. Die derzeitigen jüdischen Gemeinden in Polen zählen etwa 8.000 bis 12.000 Mitglieder, wobei die tatsächliche Zahl der Juden höher sein dürfte.

Frühe Geschichte bis zum Goldenen Zeitalter: 966–1572[Bearbeiten]

966–1385[Bearbeiten]

Das Historiengemälde „Die Aufnahme der Juden in Polen“ des Malers Jan Matejko aus dem 19. Jahrhundert versinnbildlicht die religiöse Toleranz des damaligen polnischen Herrscherhauses[4] und Adels gegenüber den aus West- und Mitteleuropa nach 1096 vor den Massakern des 1. Kreuzzugs geflüchteten Juden, denen im Königreich Polen eine sichere Zuflucht und neue Heimat gewährt wurde.

Im 10. Jahrhundert kamen die ersten Juden auf dem Gebiet des modernen Polen an. Bei ihrer Reise entlang der Handelsrouten in östlicher Richtung nach Kiew und Buchara durchquerten die jüdischen Händler auch Polen. Einer von ihnen, der Diplomat und Händler Abraham ben Jacob (besser bekannt unter seinem arabischen Namen Ibrahim ibn Jaqub) aus der maurischen Stadt Tortosa in Al-Andalus war der erste Chronist, der den polnischen Staat unter der Regierung von Herzog Mieszko I. erwähnte. Den ersten Beleg für Juden in polnischen Chroniken findet man im 11. Jahrhundert. Juden lebten zu dieser Zeit offenbar in Gnesen, der damaligen Hauptstadt des polnischen Königreichs der Piasten. Die erste dauerhafte jüdische Gemeinde wurde 1085 vom jüdischen Gelehrten Jehuda ha-Kohen in der Stadt Przemyśl erwähnt.

Die erste umfangreiche jüdische Emigration von Westeuropa nach Polen ereignete sich zur Zeit des Ersten Kreuzzugs im Jahre 1096. Unter Bolesław III. (1085–1138) siedelten sich die Juden, ermutigt durch das tolerante Regime dieses Herrschers, in Polen (sowie im angrenzenden litauischen Gebiet bis Kiew) an. Bolesław III. erkannte den Nutzen der Juden bei der Entwicklung der wirtschaftlichen Interessen seines Landes. Die Juden bildeten das Rückgrat der polnischen Wirtschaft und die von Herzog Mieszko III. geprägten Münzen tragen sogar hebräische Zeichen. Die Juden genossen ungestörten Frieden und Wohlstand in den vielen polnischen Herzogtümern, in die das Königreich Polen ab 1138 aufgeteilt war; sie bildeten den Mittelstand in einem Land, dessen Bevölkerung aus Grundherren (die sich zur Szlachta, dem polnischen Adel, entwickelten) und Bauern bestand, und sie waren entscheidend an der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes beteiligt.

König Kasimir der Große stellte die Juden und die Bauern unter den Rechtsschutz des Staates (König Kasmir auf einem Gemälde von Leopold Löffler).

Die tolerante Situation änderte sich allmählich, einerseits durch die römisch-katholische Kirche, andererseits durch die benachbarten Feudalstaaten des Reichs. Einige herrschende Fürsten beschützten jedoch ausdrücklich die jüdischen Einwohner und betrachteten ihre Anwesenheit als äußerst wünschenswert, sofern sie die Wirtschaft des Landes förderte. Dazu zählte insbesondere Herzog Bolesław der Fromme von Großpolen (1221–1279). Mit der Zustimmung der Vertreter der Stände veröffentlichte er 1264 eine Charta der jüdischen Freiheiten, das Statut von Kalisch (auch: Kalischer Generalprivileg), das allen Juden die Glaubens-, Handels- und die Reisefreiheit gewährte. Streitigkeiten zwischen Juden und Christen sollten vor dem Fürsten oder dem Wojewoden geführt werden. Den Juden wurde eine eigene Jurisdiktion in innerjüdischen Belangen gestattet. Während der folgenden hundert Jahre drängten vor allem die Vertreter der Kirche auf Beschneidung ebendieser Rechte für Juden, während die Herrscher Polens und Vertreter des polnischen Adels die Juden in der Regel in Schutz nahmen.

1334 erweiterte König Kasimir „der Große“ (1310–1370) seines Großvaters Bolesław alte Charta mit dem Statut von Wiślica und dehnte ihre Gültigkeit auf das gesamte Königreich Polen aus. Kasimirs Schutzpolitik galt besonders den Juden und dem Bauernstand. Seine Regierungszeit gilt als eine Ära des großen Wohlstands für die polnischen Juden. Seine Zeitgenossen nannten ihn daher auch „König der Bauern und Juden“. Obwohl die Juden in Polen während Kasimirs Herrschaft die meiste Zeit ihre Ruhe genossen, waren sie am Ende wegen des Schwarzen Todes (1347–1353) der Verfolgung unterworfen. „Wilde Massaker“ fanatischer Mobs sollen sich, gegen den Willen des Königs, in Kalisch, Krakau und anderen Städten entlang der Grenze zu den Feudalstaaten des Römisch-Deutschen-Reichs ereignet haben, bei denen schätzungsweise bis zu 10.000 Juden umgekommen sein sollen[5]. Im Vergleich zur erbarmungslosen Vernichtung ihrer Glaubensbrüder in Westeuropa kamen die polnischen Juden glimpflicher davon; und die jüdischen Massen aus Westeuropa flohen in die gastfreundlicheren Länder Polens.

Die frühe Jagiellonen-Ära 1385–1505[Bearbeiten]

Kasimir IV. bestätigte und erweiterte jüdische Charten in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts (nicht zeitgenössisches Gemälde von 1645)

Infolge der Heirat Władysław II. Jagiełłos mit Jadwiga, der Tochter Ludwigs I. von Ungarn, wurde Litauen mit dem Königreich Polen vereint. Obwohl die Rechte 1388 auf die litauischen Juden übertragen wurden, begannen unter der Herrschaft von Władysław II. und seinen Nachfolgern die ersten umfassenden Judenverfolgungen in Polen und der König tat nichts, um diese Ereignisse zu beenden. Man warf den Juden vor, Kinder zu ermorden (Ritualmordlegende). Es gab einige Aufstände und die offizielle Verfolgung nahm allmählich zu, vor allem, nachdem der Klerus zu weniger Toleranz aufgefordert hatte.

Der Verfall des Status der Juden wurde von Kasimir IV. (1447–1492) kurz gestoppt, aber um seine Macht zu vergrößern, veröffentlichte er bald das Statut von Nieszawa.[6] Damit wurden unter anderem die alten Privilegien der Juden abgeschafft, die als „dem göttlichen Recht und dem Gesetz des Landes entgegengesetzt“ galten. Die Politik der Regierung gegenüber den Juden in Polen war unter Kasimirs Söhnen und Nachfolgern nicht toleranter. Johann Albrecht (1492–1501) und Alexander, der Jagiellone (1501–1506) vertrieben die Juden 1495 aus dem Großfürstentum Litauen.

Zentrum der jüdischen Welt: 1505–1572[Bearbeiten]

Alexander änderte seine Position 1503, als die Juden 1492 infolge des Alhambra-Edikts aus Spanien sowie im Laufe des 16. Jahrhunderts aus Österreich, Böhmen und verschiedenen Städten des Heiligen Römischen Reiches vertrieben wurden, und regte die Auswanderung nach Polen an.

Die fruchtbarste Periode für die polnischen Juden begann nach diesem neuen Einfluss mit der Herrschaft von Sigismund I. (1506–1548), der die Juden in seinem Reich beschützte. Sein Sohn Sigismund II. August (1548–1572) setzte die tolerante Politik seines Vaters fort. Er gewährte den Juden auch Autonomie bei der kommunalen Verwaltung und legte die Grundlage für die Macht der autonomen jüdischen Gemeinde Kahal.

Die polnisch-litauische Union: 1572–1795[Bearbeiten]

Konföderation von Warschau[Bearbeiten]

Nachdem Sigismund II. August, der letzte König der Jagiełło-Dynastie, kinderlos gestorben war, versammelten sich polnischen und litauische Adlige der Szlachta in Warschau und unterzeichneten ein Dokument, in dem Vertreter aller großen Religionen sich zur gegenseitigen Unterstützung und Toleranz verpflichteten: die Erklärung der Konföderation von Warschau 1573 zur Glaubensfreiheit.

Zunehmende Isolation[Bearbeiten]

Als Nachfolger Sigismunds wurde Stephan Báthory (1576–1586) zum König von Polen gewählt. Er erwies sich als toleranter Herrscher und Freund der Juden, obwohl die Bevölkerung zunehmend antisemitisch wurde. Politische und wirtschaftliche Ereignisse im 16. Jahrhundert zwangen die Juden zu einer kompakteren kommunalen Organisation, durch die sie von ihren christlichen Nachbarn ausreichend isoliert und als Fremde betrachtet wurden. Sie lebten in den Dörfern und Städten, waren jedoch nicht an der Gemeindeverwaltung beteiligt. Ihre eigenen Angelegenheiten wurden von den Rabbinern, den Älteren, und den Dayyanim (religiösen Richtern) erledigt. Konflikte und Dispute waren jedoch an der Tagesordnung und führten zur Einberufung regelmäßiger Rabbiner-Kongresse, die den Kern der zentralen Organisation darstellten, die in Polen von der Mitte des 16. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts als Rat der vier Länder Wa'ad Arba' Aratzot bekannt war. Unter Sigismund III. Wasa (1587–1632) und seinem Sohn Władysław IV. Wasa (1632–1648) verschlechterte sich die Position der Juden zunehmend, weil sie immer häufiger mit dem Vorwurf des Kindermords konfrontiert wurden.

Der Kosaken-Aufstand und die „Sintflut“[Bearbeiten]

Bohdan Chmelnyzkyj und Tuhaj Bej in Lemberg. Gemälde von Jan Matejko, 1885

1648 wurde die Union von mehreren Konflikten verwüstet, bei denen sie über ein Drittel ihrer Bevölkerung (mehr als drei Millionen Menschen) verlor. Innerhalb der jüdischen Bevölkerung waren Verluste im sechsstelligen Bereich zu beklagen. Beim Chmelnyzkyj-Aufstand, der als „Geziroth Tach veTat“ in die jüdische Geschichte einging, wurden unzählige Juden und Polen in den östlichen und südlichen Gebieten der heutigen Ukraine von den Register-, den Saporoger Kosaken, der russisch-orthodoxen Landbevölkerung und Tataren ermordet, vertrieben, in die Sklaverei verkauft oder zwangsgetauft. Chmelnyzkyj behauptete, dass die Polen sich als Sklaven „in die Hände der verfluchten Juden“ verkauft hätten. Die genaue Anzahl der ermordeten Juden ist nicht bekannt. Zeitgenössische jüdische Berichte nennen unterschiedliche Zahlen bei vernichteten jüdischen Gemeinden und ermordeten Gemeindemitgliedern (Zoq haIttim, Rabbi Meir meSzczebrzeszyn, Jewen Mezulah, Rabbi Nathan Neta Hannover, unter anderem). Eine Rekonstruktion war für die damaligen Schreiber auch kaum möglich. Sie waren auf Berichte von Betroffenen angewiesen, die selber auf der Flucht waren. Ein zeitgenössischer jüdischer Chronist und selbst Opfer der Pogrome war Nathan Hannover mit seinem Buch Jawen Mezulah. Was bleibt, ist die Tatsache, dass die Ereignisse in der Folge des Pogroms den größten Umbruch in der jüdischen Geschichte des Abendlandes brachten, die man bis zu diesem Zeitpunkt erlebt hatte. Die jüdischen Gemeinden des Heiligen Römischen Reichs mussten Zehntausende von Flüchtlingen aufnehmen und versorgen. Eine Leistung, die umso bemerkenswerter ist, als der Dreißigjährige Krieg kaum beendet war. Aber auch die jüdischen Gemeinden der Niederlande und Italiens nahmen Flüchtlinge auf. Italienische und osmanische Gemeinden brachten riesige Summen Geldes auf, um von den Tataren in die Jasyr (die Gefangenschaft im Osmanischen Reich) verbrachte Glaubensbrüder auszulösen.

Die inkompetente Politik der gewählten Könige aus der Wasa-Dynastie zwang den geschwächten Staat in die Knie, als er vom schwedischen Reich überfallen wurde. Dieses Ereignis ging als „die Sintflut“ in die Geschichte ein. Das Königreich Polen-Litauen, das zuvor schon schwer unter dem Chmelnyzkyj-Aufstand und der mehrfachen Invasion der Russen und Osmanen gelitten hatte, wurde nun zum Schauplatz schrecklicher Unruhen (1655–1658). Karl X. Gustav überrannte an der Spitze seiner siegreichen Armee Polen und hatte bald das ganze Land, einschließlich der Städte Krakau und Warschau, in seiner Hand. Die Juden in Groß- und Kleinpolen standen zwischen den Fronten: Diejenigen, die die Schweden verschonten, wurden von den Polen angegriffen, die ihnen vorwarfen, den Feind zu unterstützen. Der polnische General Stefan Czarniecki verwüstete auf seiner Flucht vor den Schweden das ganze Land, das er passierte, und behandelte die Juden gnadenlos. Die polnischen Partisanen behandelten die nicht-polnischen Einwohner mit gleicher Brutalität. Die Schrecken des Krieges wurden durch die Pest zusätzlich verschlimmert. Die Juden und Einwohner der Bezirke Kalisz, Krakau, Posen, Piotrków Trybunalski und Lublin verschwanden en masse durch das Schwert der belagernden Armeen und die Pest.

Sobald die Unruhen aufhörten, begannen die Juden zurückzukommen und ihre zerstörten Häuser wiederaufzubauen. Auch wenn die jüdische Bevölkerung in Polen zurückgegangen war und verarmte, war sie immer noch zahlreicher als in den jüdischen Kolonien in Westeuropa. Polen blieb ein spirituelles Zentrum des Judentums und bis 1698 unterstützten die polnischen Könige trotz des feindlichen Klerus und Adels die Juden. Nicht nur die Verluste bei den Juden waren hoch (einige Historiker schätzen sie auf fast 500.000), auch die Bevölkerung der Union verlor mit rund drei Millionen Einwohnern rund ein Drittel.

Verfall unter der sächsischen Dynastie[Bearbeiten]

Mit der Übernahme des Throns durch die sächsische Dynastie verloren die Juden vollständig die Unterstützung der Regierung. Die Szlachta und die Bevölkerung waren gegenüber den Juden zunehmend feindlich eingestellt, da die religiöse Toleranz, die die Mentalität der vorherigen Generationen der Union dominiert hatte, allmählich in Vergessenheit geriet. Bezüglich ihrer Intoleranz näherten sich die Bürger der Union den „Standards“ der meisten zeitgenössischen europäischen Staaten und viele Juden fühlten sich vom Staat, den sie einst als ihren Hafen angesehen hatten, betrogen. In den größeren Städten wie Posen und Krakau waren Streitigkeiten zwischen den Christen und den jüdischen Einwohnern an der Tagesordnung. Angriffe auf Juden durch Studenten, der so genannte Schüler-Gelauf, waren in den großen Städten alltäglich und die Polizei betrachtete solche scholastischen Aufstände mit Gleichgültigkeit.

Die Teilungen[Bearbeiten]

Die drei Teilungen Polen-Litauens

Unordnung und Anarchie dominierten während der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts in Polen seit der Thronbesteigung seines letzten Königs, Stanislaus II. August (1764–1795). Als Folge der Konföderation von Bar wurden die äußeren Provinzen Polens 1772 unter den drei Nachbarländern Russland, Österreich und Preußen aufgeteilt. Die meisten Juden lebten in den Gebieten, die an Österreich und Russland fielen.

Der permanente Rat, der auf Veranlassung der russischen Regierung (1773–1788) eingerichtet wurde, diente als höchstes Tribunal der Verwaltung und beschäftigte sich mit der Ausarbeitung eines Plans, der eine Neuorganisation Polens auf einer rationaleren Basis umsetzbar machen sollte. Die fortschrittlichen Elemente in der polnischen Gesellschaft erkannten die Notwendigkeit allgemeiner Bildung als ersten Schritt zur Reform. Die berühmte Komisja Edukacji Narodowej (Kommission für nationale Erziehung), das erste Bildungsministerium weltweit, wurde 1773 eingerichtet. Sie gründete zahlreiche neue Schulen und reformierte die alten. Ein Mitglied der Kommission, der Kanclerz Andrzej Zamoyski, forderte mit einigen anderen, dass die Unverletzlichkeit der Menschen und des Eigentums garantiert und die religiöse Toleranz bis zu einem gewissen Grad gewährt werden solle; aber er bestand darauf, dass die in den Städten lebenden Juden von den Christen abgegrenzt werden, dass diejenigen ohne feste Beschäftigung aus dem Königreich verbannt werden und dass sogar die in der Landwirtschaft beschäftigten kein Land besitzen dürfen. Andererseits plädierten einige Adlige der Szlachta und Intellektuelle für ein nationales System der zivilen und politischen Gleichstellung der Juden. Das war vor der Französischen Revolution das einzige Beispiel in Europa für Toleranz und Großzügigkeit im Umgang mit den Juden. Aber all diese Reformen kamen zu spät. Eine russische Armee fiel bald in Polen ein und kurze Zeit später folgte eine preußische.

Eine Zweite Teilung Polens wurde am 17. Juli 1793 durchgeführt. Juden nahmen in einem von Berek Joselewicz geführten Regiment am Kościuszko-Aufstand im folgenden Jahr teil, der dafür kämpfte, erneut die Unabhängigkeit zu gewinnen, aber brutal niedergeschlagen wurde. Nach der Revolte fand 1795 die Dritte und letzte Teilung Polens statt. Ein großer Teil der jüdischen Bevölkerung lebte nun auf russischem Gebiet, wenn auch in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts ein Anschein eines wesentlich kleineren polnischen Staates erhalten blieb, vor allem in der Form von Kongresspolen (1815–1831).

Die Entwicklung des Judentums in Polen und der Union[Bearbeiten]

Ein jüdisches Paar, Polen, etwa 1765
Das Zimmer des Lehrers (Melamed) in der großen Synagoge von Włodawa
Das Gebetbuch des Baal Shem Tov, des Begründers des Chassidismus

Die Kultur und der intellektuelle Ertrag der jüdischen Gemeinde in Polen hatten einen tiefen Einfluss auf das gesamte Judentum. Einige jüdische Historiker haben festgestellt, dass das Wort Polen im Hebräischen als Polonia oder Polin ausgesprochen wird, und diese Namen für Polen wurden bei der Transliteration ins Hebräische als „gutes Omen“ interpretiert, da Polonia in drei hebräische Wörter geteilt werden kann: po (hier), lan (wohnt), ya (Gott) und Polin in zwei Wörter: po (hier) lin (sollte man wohnen). Die Botschaft besagte, dass Polen ein guter Ort für die Juden sei. Während der Zeit von Sigismunds Herrschaft bis zum Holocaust war Polen ein Zentrum des jüdischen religiösen Lebens.

Jüdische Bildung[Bearbeiten]

Jeschiwot wurden unter der Leitung der Rabbiner in den bedeutenderen Gemeinden errichtet. Solche Schulen wurden offiziell als Gymnasien bezeichnet und die Rabbis als Rektoren. Wichtige Yeschivot gab es in Krakau, Posen und anderen Städten. Jüdische Druckereien entstanden im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts. Ein hebräischer Pentateuch (Tora) wurde 1530 in Krakau gedruckt und am Ende des Jahrhunderts gaben die Druckereien in dieser Stadt und in Lublin zahlreiche jüdische Bücher heraus, vor allem mit religiösen Inhalten. Die Ausbreitung des Talmuds in Polen traf mit dem größeren Wohlstand der polnischen Juden zusammen, die in kommunaler Autonomie lebten, und das Studium des Talmud wurde zu ihrem wichtigsten Bildungsschwerpunkt. Einige jüdische Jugendliche bevorzugten jedoch weltliche Bildung an den europäischen Universitäten. Die gelehrten Rabbiner wurden nicht nur Ausleger des Gesetzes, sondern auch spirituelle Anleiter, Lehrer, Richter und Gesetzgeber. Ihre Autorität zwang die kommunalen Führer, sich mit den Fragen der Halacha vertraut zu machen. Der Geist des Talmuds und der rabbinischen Literatur beeinflusste die Weltanschauung der polnischen Juden zuhause, in der Schule und in der Synagoge.

In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts breitete sich das Studium des Talmuds von Böhmen nach Polen aus, insbesondere durch die Schule des Jacob Pollak, der die Pilpul-Methode („scharfes Nachdenken“) förderte. Shalom Shachna (etwa 1500–1558), ein Schüler Pollaks, zählt zu den Pionieren des Talmudstudiums in Polen. Er lebte und starb in Lublin, wo er die Jeschiwa leitete, die die berühmten Rabbiner des folgenden Jahrhunderts hervorbrachte. Shachnas Sohn Israel wurde beim Tod seines Vaters Rabbi von Lublin und Shachnas Schüler Moses Isserles (1520–1572), bekannt als ReMa, erlangte internationale Beachtung unter den Juden als Co-Autor des Schulchan Aruch (Code des jüdischen Rechts). Sein Zeitgenosse und Briefpartner Schlomo Luria (1510–1573) aus Lublin genoss auch großes Ansehen unter seinen Glaubensbrüdern und die Autorität der beiden war bei den Juden in ganz Europa anerkannt. Jüdische Gelehrte beteiligten sich an religiösen Disputen. Zur gleichen Zeit widmeten sich Gelehrte wie Mordechai Jaffe und Yoel Sirkis dem Studium der Kabbala. Diese geistige Blütezeit wurde vom Chmelnyzkyj-Aufstand und der „Sintflut“ (siehe oben) unterbrochen.

Der Aufstieg des Chassidismus[Bearbeiten]

Die Dekade vom Chmelnyzkyj-Aufstand bis zum Ende der „Sintflut“ (1648–1658) hinterließ einen tiefen und dauerhaften Eindruck nicht nur im sozialen Leben der polnisch-litauischen Juden, sondern auch im spirituellen Leben. Der intellektuelle Beitrag der Juden in Polen wurde geringer. Der Talmud, den bis zu dieser Zeit die Mehrheit der Juden studiert hatte, war jetzt nur noch für eine begrenze Zahl von Studenten zugänglich. Die existierenden religiösen Studien wurden übermäßig formalisiert. Einige Rabbiner beschäftigten sich mit formalen Auslegungen religiöser Gesetze, während andere Kommentare zu verschiedenen Teilen des Talmuds schrieben, in denen haarspalterische Argumente, oftmals zu Angelegenheiten ohne praktischen Nutzen, vorgebracht und diskutiert wurden. Zur gleichen Zeit tauchten in Polen einige Wunderrabbiner auf, die eine Serie falscher „messianischer“ Bewegungen auslösten; die bekanntesten waren Shabbetaj Zvi und Jakob Frank.

In dieser Zeit der Mystik und der sehr formalen rabbinischen Gelehrtheit erschienen die Lehren von Israel ben Elieser (1698–1760), auch bekannt als Baal Shem Tov oder BeShT, der einen deutlichen Einfluss auf die Juden Osteuropas hatte. Seine Schüler lehrten und verstärkten die Lehren des Chassidismus, der die Kabbala popularisierte. Der Chassidismus in Polen wurde zuerst von den litauischen Mitnagdim unter Führung des Gaons von Wilna bekämpft, breitete sich jedoch bald über die Grenzen Polens hinaus aus und beeinflusste später das ultraorthodoxe Judentum (Charedi) weltweit, auch durch seine Dynastien berühmter Rebbes wie Aleksander, Bobov, Ger, Nadwirna und Sassov. Rabbi Yosef Yitzchak Schneersohn (1880–1950), das sechste Oberhaupt der Chabad-Bewegung, lebte bis 1940 in Warschau und floh dann in die USA.

Die polnischen Juden im russischen Reich (1795–1918)[Bearbeiten]

Die offizielle russische Politik erwies sich als wesentlich härter für die Juden als die unter der unabhängigen polnischen Herrschaft. Die Gebiete, die vorher polnisch gewesen waren, blieben die Heimat für viele Juden, als Katharina II. (die Große), die Zarin von Russland, 1772 den Ansiedlungsrayon (Черта оседлости – tscherta osedlosti) einrichtete und die Juden damit auf die westlichen Teile zurückdrängte, die viel von Polen umfassten, aber einige Gebiete ausschlossen, in denen Juden zuvor gelebt hatten. Im späten 18. Jahrhundert lebten vier Millionen Juden im Ansiedlungsrayon.

Zunächst war die russische Politik gegenüber den polnischen Juden nicht eindeutig, weil sie zwischen strengen Regeln und aufgeklärterer Politik schwankte. 1802 führte der Zar das Komitee zur Verbesserung der Juden ein und versuchte damit, einen kohärenten Zugang zur neuen jüdischen Bevölkerung des Reiches zu entwickeln. Das Komitee schlug 1804 einige Maßnahmen vor, mit denen die Juden zur Assimilation ermutigt, aber nicht gezwungen werden sollten. Nach diesem Vorschlag sollten die Juden die Schule besuchen und sogar Land besitzen dürfen, aber er verbot ihnen, nach Russland einzureisen, verbannte sie von der Brauerei und umfasste einige andere Verbote. Die aufgeklärteren Teile dieser Politik wurden nie vollständig umgesetzt und die Bedingungen für die Juden im Siedlungsgebiet verschlechterten sich immer mehr. In den 1820ern bewahrten die Kantonisten-Gesetze von Zar Nikolaus I. die traditionelle Doppelsteuer für Juden anstelle des Kriegsdienstes, während sie in Wirklichkeit alle jüdischen Gemeinden zwangen, Jungen zum Dienst im Militär hervorzubringen, wo sie oft zur Konversion gezwungen wurden. Obwohl den Juden mit der Emanzipationsreform von 1861 etwas mehr Rechte bewilligt wurden, waren sie immer noch auf das Siedlungsgebiet beschränkt und Einschränkungen beim Besitz und Beruf unterworfen. Der Status Quo wurde jedoch 1881 durch die Ermordung des Zaren Alexander II. zerschlagen, da die Tat fälschlicherweise den Juden zugeschrieben wurde.

Pogrome[Bearbeiten]

Das Attentat löste eine weitreichende Welle antijüdischer Pogrome von 1881 bis 1884 aus. Beim Ausbruch 1881 waren die Pogrome in erster Linie auf Russland beschränkt. Allerdings wurden bei einem Aufstand in Warschau zwölf Juden getötet, viele andere verletzt, Frauen vergewaltigt und Sachschäden in Höhe von mehr als 1 Million Rubel angerichtet. Der neue Zar Alexander III. beschuldigte die Juden und verfügte eine Serie strenger Restriktionen für jüdische Bewegungen, darunter die Maigesetze von 1882. Die Pogrome setzten sich in großer Zahl bis 1884 fort und wurden von der Regierung zumindest stillschweigend geduldet. Sie erwiesen sich als Wendepunkt in der Geschichte der Juden in Polen und der ganzen Welt. Die Pogrome lösten eine Flut jüdischer Auswanderung vor allem in die USA, aber auch nach Deutschland und Frankreich, aus, bei der fast zwei Millionen Juden den Ansiedlungsrayon verließen, und schufen die Voraussetzungen für den Zionismus.

Eine noch blutigere Serie von Pogromen fand von 1903 bis 1906 statt, von denen zumindest manche vermutlich von der russischen Geheimpolizei des Zaren, der Ochrana, organisiert oder unterstützt wurden. Einige der schlimmsten ereigneten sich auf polnischem Territorium, wo die Mehrheit der russischen Juden lebte. Dazu gehörte das Białystok-Pogrom von 1906, bei dem bis zu hundert Juden getötet und viele verletzt wurden.

Haskala und Halacha[Bearbeiten]

Die jüdische Aufklärung (Haskala) begann sich im 19. Jahrhundert in Polen durchzusetzen und betonte säkulare Vorstellungen und Werte. Die Meister der Haskala, die Maskilim, drängten auf Assimilation und die Integration in die russische Kultur. Zur gleichen Zeit gab es eine andere jüdische Schule, die die traditionellen Studien und eine jüdische Antwort auf die ethischen Probleme des Antisemitismus und der Verfolgung betonte; eine Form davon war die Mussar-Bewegung. Die polnischen Juden waren im Allgemeinen weniger von Haskala beeinflusst, sondern waren Anhänger einer Fortsetzung ihres auf der Halacha gegründeten religiösen Lebens und folgten in erster Linie dem orthodoxen Judentum, dem Chassidismus und auch dem neuen religiösen Zionismus der Mizrahi-Bewegung im späten 19. Jahrhundert.

Politik im polnischen Territorium[Bearbeiten]

Ende des 19. Jahrhunderts schufen die Haskala und die Debatten darüber eine steigende Zahl politischer Bewegungen innerhalb der jüdischen Gemeinde, die ein weites Spektrum von Ansichten abdeckten und bei lokalen und regionalen Wahlen um Stimmen konkurrierten. Der Zionismus wurde sehr populär mit der Ankunft der sozialistischen Partei Poale Zion sowie der religiösen polnischen Mizrahi und der immer beliebteren Allgemeinen Zionisten. Juden nahmen auch den Sozialismus auf und formten den Allgemeinen jüdischen Arbeiterbund, der die Assimilation und die Arbeiterrechte unterstützte. Die Folkspartei trat ihrerseits für kulturelle Autonomie und Widerstand gegen die Assimilation ein. 1912 entstand die religiöse Partei Agudat Yisrael.

Angesichts der Bedingungen im Russischen Reich nicht überraschend, nahmen Juden an einigen polnischen Aufständen gegen die Russen teil, darunter dem Kościuszko-Aufstand, dem Januaraufstand von 1863 und der Russischen Revolution von 1905.

Die Zeit zwischen den Weltkriegen 1918–1939[Bearbeiten]

Unabhängigkeit und polnische Juden[Bearbeiten]

Marschall Józef Piłsudski mit jüdischer Delegation
Verbreitung der Jiddischen und Hebräischen Sprache in Polen 1931

Die Juden spielten auch eine Rolle im Kampf um die Unabhängigkeit 1918, wobei sich einige Józef Piłsudski anschlossen, während viele andere Gemeinschaften sich für die Neutralität im Kampf um einen polnischen Staat entschieden. In der Nachwirkung des Ersten Weltkriegs und der folgenden Konflikte, die Osteuropa heimsuchten – der Russische Bürgerkrieg, der Polnisch-Ukrainische Krieg und der Polnisch-Sowjetische Krieg – fanden Pogrome gegen die Juden statt. Da vielfach den Juden unterstellt wurde, die Bolschewiki in Russland zu unterstützen, litten sie unter ständigen Angriffen der Gegner des Bolschewiki-Regimes. Am schlimmsten wüteten die Soldaten der Kriegsminister Symon Petljura der Ukrainischen Volksrepublik, für den alle Juden Bolschewiki und damit Feinde waren. Aber auch Rote Armee und polnische Armee organisierten Pogrome.

Gleich nach dem Ende des Ersten Weltkriegs wurde der Westen durch Berichte über angebliche massive Pogrome gegen Juden in Polen alarmiert. Die Forderungen nach dem Eingreifen der Regierung erreichten den Punkt, an dem US-Präsident Woodrow Wilson eine offizielle Kommission absandte, um die Angelegenheit zu untersuchen. Die Kommission unter der Führung von Henry Morgenthau sen. verkündete, dass die Berichte über Pogrome übertrieben seien und in einigen Fällen sogar erfunden sein könnten.[7] Sie identifizierte acht größere Vorfälle in den Jahren 1918–1919 und schätzte die Anzahl der Opfer auf 200 bis 300 Juden. Vier von diesen wurden den Handlungen von Deserteuren und einzelnen undisziplinierten Soldaten zugeschrieben; bei keinem schrieb man die Schuld der offiziellen Regierungspolitik zu. In Pińsk beschuldigte ein polnischer Offizier eine Gruppe jüdischer Kommunisten, sich gegen die Polen verschworen zu haben, und erschoss 35 von ihnen. In Lemberg wurden Hunderte von Menschen getötet im Chaos, das auf die Einnahme der Stadt durch die polnische Armee folgte, darunter 72 Juden. Viele andere Ereignisse in Polen erwiesen sich später als übertrieben dargestellt, vor allem von zeitgenössischen Zeitungen wie der New York Times, obwohl ernsthafte Misshandlungen von Juden einschließlich der Pogrome an anderen Orten fortgesetzt wurden, insbesondere in der Ukraine.[8] Das Ergebnis der Sorge um das Schicksal der polnischen Juden war eine Reihe von Klauseln im Friedensvertrag von Versailles, die die Rechte von Minderheiten in Polen schützten. 1921 gewährte die polnische Märzverfassung den Juden gleiche Bürgerrechte und garantierte ihnen religiöse Toleranz.

Jüdische und polnische Kultur[Bearbeiten]

Chassidische jüdische Knaben in Błażowa, ca. 1930

Die unabhängige Zweite Polnische Republik besaß bis zu Beginn des Zweiten Weltkriegs eine große jüdische Minderheit, die größte jüdische Bevölkerung in Europa. Bei der Volkszählung von 1931 wurden nach ihrem Religionsbekenntnis 3.130.581 polnische Juden ermittelt. Unter Berücksichtigung des Bevölkerungszuwachses und der Emigration aus Polen zwischen 1931 und 1939 lebten am 1. September 1939 schätzungsweise 3.474.000 Juden in Polen (fast 10 % der Gesamtbevölkerung). Juden waren vor allem in Städten (73 %), weniger in Dörfern (23 %) ansässig. Im Schuljahr 1937/38 wurde an 226 Grund- und 12 Hochschulen sowie an 14 Berufsschulen in Jiddisch oder Hebräisch unterrichtet. Die jüdischen Parteien, sowohl der sozialistische Allgemeine jüdische Arbeiterbund als auch die zionistischen Rechts- und Linksparteien und die religiösen konservativen Bewegungen, waren im Sejm (polnisches Parlament) und in regionalen Räten vertreten.

Die jüdische kulturelle Szene war äußerst lebhaft. Es gab viele jüdische Publikationen und mehr als 116 Zeitschriften. Warschau wurde zum Zentrum der jiddischen Literatur, zunächst unter Führung von Jizchok Leib Perez. Hier wuchs auch der Schriftsteller Isaac Bashevis Singer auf, der 1935 in die USA auswanderte und 1978 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Andere jüdische Autoren aus dieser Zeit wie Bruno Schulz, Julian Tuwim, Jan Brzechwa und Bolesław Leśmian waren international weniger bekannt, leisteten aber wichtige Beiträge zur polnischen Literatur. Das jiddische Theater florierte ebenfalls; in Polen gab es fünfzehn jiddische Theater(gruppen). Das wichtigste jiddische Ensemble dieser Zeit, das Vilna-Ensemble, inszenierte 1920 im Elyseum-Theater in Warschau die Uraufführung von Salomon An-Skis Drama Der Dibbuk.

Zunehmender Antisemitismus[Bearbeiten]

Während der Zweiten Republik nahm die Judendiskriminierung in Polen zu; die Juden wurden oft nicht als 'wahre Polen' anerkannt. Dieses Problem wurde sowohl durch den polnischen Nationalismus mit Unterstützung der Sanacja-Regierung als auch durch die Tatsache, dass viele Juden ein von der polnischen Mehrheit getrenntes Leben führten, verursacht; 85 % der polnischen Juden gaben zum Beispiel Jiddisch oder Hebräisch als ihre Muttersprache an. Die Lage verbesserte sich vorübergehend unter der Regierung von Józef Piłsudski (1926–1935), der sich dem Antisemitismus widersetzte. 1928 hatten alle jüdischen Gemeinden in Polen denselben Rechtsstatus erlangt. Nach Piłsudskis Tod (Mai 1935) wurde die Lage für die Juden wieder schlimmer.[9] Das Lager der Nationalen Einheit kam an die Macht, das eine repressive Politik gegenüber den ethnischen Minderheiten verfolgte und die Anhänger einer toleranten Nationalitätenpolitik aus der Regierung drängte.

Kinder polnischer Juden aus dem Gebiet zwischen Deutschland und Polen bei ihrer Ankunft in London, Februar 1939

Die 1937 an einigen Universitäten eingeführte halb- und inoffiziellen Quoten (Numerus clausus) sowie Segregation durch Sitzordnung (Getto-Sitzbänke, getto ławkowe) halbierten zudem die Zahl der Juden an polnischen Universitäten zwischen der Unabhängigkeit und den späten 1930er Jahren. 1937 beschränkten die Verbände polnischer Akademiker und Rechtsanwälte ihre neuen Mitglieder auf christliche Polen; viele Stellen bei der Regierung waren für Juden unzugänglich. Es kam auch zu körperlicher Gewalt gegen Juden: von 1935 bis 1937 wurden bei antijüdischen Vorfällen 79 Juden getötet und 500 verletzt.[10] Oft wurden auch jüdische Geschäfte geplündert. Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise waren für stark landwirtschaftlich geprägte Staaten wie Polen besonders schwerwiegend. Dies sowie Boykotte trugen dazu bei, dass der Lebensstandard vieler polnischer Juden sank. Die jüdische Gemeinde in Polen am Vorabend des Zweiten Weltkriegs war groß, aber (ausgenommen einige Akademiker) deutlich ärmer und weniger integriert als in den meisten anderen westeuropäischen Ländern.

Viele Juden mit polnischer Staatsbürgerschaft lebten bereits im Ausland, auch im Deutschen Reich. Am 31. März 1938 erließ die polnische Regierung ein Gesetz über den Entzug der Staatsbürgerschaft, mit dem polnische Staatsangehörige ausgebürgert werden konnten, wenn sie seit mehr als fünf Jahren im Ausland lebten. Am 9. Oktober folgte eine Verfügung, nach der im Ausland ausgestellte Pässe ab 30. Oktober nur mit einem Prüfvermerk des polnischen Konsulats zur Einreise nach Polen berechtigten. Auf diese Weise wollte die polnische Regierung eine Massenausweisung nach Polen der im Deutschen Reich lebenden Juden polnischer Staatsangehörigkeit verhindern.[11] Die deutsche Regierung wiederum wollte diese noch rechtzeitig über die Grenze abschieben, mit der sogenannten Polenaktion. Am Grenzbahnhof Zbąszyń wurden diejenigen, die in Polen keine Familienangehörigen bzw. Bekannten hatten, bei denen sie unterkommen konnten und diejenigen denen man die Einreise verweigerte, interniert,[11] so dass Tausende Juden im Niemandsland feststeckten, darunter die Eltern von Herschel Grynszpan, worauf dieser in Paris am 7. November 1938 den deutschen Botschaftssekretär Ernst Eduard vom Rath erschoss. Das NS-Regime nahm dies zum Anlass, die Novemberpogrome 1938 ("Reichskristallnacht") auszulösen.

Der Zweite Weltkrieg und die Ermordung der polnischen Juden (1939–1945)[Bearbeiten]

Die wichtigsten deutschen Ghettos für Juden in Polen und Osteuropa

Am 1. September 1939 marschierte die deutsche Wehrmacht von Westen in Polen ein und am 17. September besetzte die Rote Armee den Osten Polens. Die Juden aus Krakau, Łódź und Warschau fanden sich im deutschen Besatzungsgebiet wieder, die Juden aus Weißrussland, Galizien und Wolhynien im sowjetischen. Im erneut geteilten Polen (nach dem Hitler-Stalin-Pakt) befanden sich laut Volkszählung von 1931 61,2 % der Juden in deutsch und 38,8 % in sowjetisch besetzten Territorien. Unter Berücksichtigung der Bevölkerungswanderung von West nach Ost während und nach dem Polenfeldzug war der Prozentsatz der Juden in sowjetisch besetzten Gebieten wahrscheinlich höher als bei der Volkszählung.

Der Septemberkrieg[Bearbeiten]

Während des Septemberkriegs 1939 nahmen 120.000 polnische Bürger jüdischer Abstammung als Mitglieder der polnischen Armee an den Kämpfen gegen die Deutschen und Sowjets teil. Man nimmt an, dass während des gesamten Zweiten Weltkriegs 32.216 jüdische Soldaten und Offiziere starben und 61.000 von den Deutschen gefangen genommen wurden; die Mehrheit überlebte nicht. Die Soldaten und Unteroffiziere, die freigelassen wurden, fanden sich letztlich in Ghettos und Arbeitslagern wieder und erlitten das gleiche Schicksal wie die jüdischen Zivilisten.

Das sowjetisch besetzte Polen[Bearbeiten]

Unter den polnischen Offizieren, die vom NKWD 1941 beim Massaker von Katyn ermordet wurden, waren 500 bis 600 Juden.

Von 1939 bis 1941 wurden 100.000 bis 300.000 polnische Juden aus dem sowjetisch besetzten Territorium Polens in die Sowjetunion deportiert. Einige von ihnen, insbesondere polnische Kommunisten wie Jakub Berman, gingen freiwillig; die meisten wurden jedoch gewaltsam in die Lager des Gulag gebracht. Etwa 6000 polnischer Juden konnten die Sowjetunion 1942 mit der Armee von Władysław Anders verlassen, unter ihnen der spätere israelische Ministerpräsident Menachem Begin. Während des Aufenthalts des Zweiten Korps der polnischen Armee in Palästina desertierten 67 % (2972) der jüdischen Soldaten, von denen viele in die Irgun Tzwai Le’umi eintraten.

Der Holocaust: Das deutsch besetzte Polen[Bearbeiten]

Bekanntmachung über die Erfassung der Juden zur Zwangsarbeit vom 7. März 1940

Im Jahre 1939 gab es in Polen 3.460.000 polnische Bürger jüdischer Konfession.[12] Etwa sechs Millionen polnische Bürger verschwanden während des Krieges, die Hälfte von ihnen waren Juden (bis auf 300.000–500.000 Überlebende die komplette jüdische Bevölkerung), die in den Vernichtungslagern der Nationalsozialisten in Auschwitz, Treblinka, Majdanek, Belzec, Sobibor und Kulmhof ermordet wurden oder in den Ghettos verhungerten.[13] Viele Juden im damaligen Ostpolen fielen auch den Einsatzgruppen der Nationalsozialisten zum Opfer, die vor allem im Jahre 1941 Juden massakrierten.

Einige dieser von Deutschen veranlassten Massaker wurden möglicherweise unter aktiver Teilnahme von Polen durchgeführt. Zum Beispiel das Massaker von Jedwabne, bei dem nach Angaben des IPN über 300 Personen[14][15] ermordet wurden, wurde von polnischen Einwohnern verübt. Das Ausmaß der polnischen Beteiligung an den Massakern gegen die jüdische Gemeinde ist umstritten; das IPN identifizierte 22 andere Städte, in denen Pogrome ähnlich dem in Jedwabne stattfanden.[16] Die Gründe für diese Massaker sind noch nicht umfassend geklärt, aber dazu gehören Antisemitismus, Verbitterung über eine Kooperation mancher Juden mit den sowjetischen Besatzer in den Jahren 1939-1941[17], sowie einfacher Neid auf die Besitztümer der Juden. Eine auch im Hinblick auf die besetzten westeuropäischen Länder damals einmalige Organisation war die polnische Hilfsorganisation „Żegota“, die tausenden verfolgter Juden das Leben rettete. Andererseits gab es Polen, die von der judenfeindlichen deutschen Politik profitierten und dabei eine verhängnisvolle Rolle spielten: die sog. Schmalzowniks.

Eine maßgebliche Säule der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik war die Einrichtung von so genannten Ghettos – jüdischen Wohnbezirken, in denen die Juden eingesperrt und viele auch direkt dort ermordet wurden. Im Sinne des mittelalterlichen Begriffs waren die Ghettos keine Stadtteile zum Wohnen, sondern sie waren Sammellager im weiteren Vernichtungsprozess der Nationalsozialisten. Das Warschauer Ghetto war mit 380.000 Menschen das größte; das zweitgrößte in Łódź hatte 160.000 Einwohner. Andere polnische Städte mit großen jüdischen Ghettos waren Białystok, Tschenstochau, Kielce, Krakau, Lublin, Lemberg und Radom. Das Warschauer Ghetto wurde am 16. Oktober 1940 vom deutschen Generalgouverneur Hans Frank eingerichtet. Zu dieser Zeit lebten dort schätzungsweise 30 % der Warschauer Bevölkerung; das Ghetto umfasste jedoch nur 2,4 % des Stadtgebiets. Die Deutschen schotteten das Ghetto am 16. November durch den Bau einer Mauer von der Außenwelt ab. Während der folgenden anderthalb Jahre wurden Juden aus kleineren Städten und Dörfern dorthin gebracht. Krankheiten (vor allem Typhus) und Hunger sorgten jedoch dafür, dass die Zahl der Gefangenen etwa gleich blieb. Die durchschnittlichen Essensrationen für Juden in Warschau waren 1941 auf 253 Kalorien beschränkt (Polen 669, Deutsche 2613).

Aufstand im Warschauer Ghetto. Deutsche Aufnahme, Stroop-Report, Mai 1943

Am 22. Juli 1942 begannen die Massendeportationen aus dem Warschauer Ghetto; während der nächsten 52 Tage (bis zum 12. September) wurden rund 300.000 Menschen mit Zügen ins Vernichtungslager Treblinka transportiert. Die Deportationen wurden von fünfzig deutschen SS-Soldaten, 200 Soldaten der lettischen Schutzmannschaften, 200 ukrainischen Polizisten und 2.500 Mitgliedern der jüdischen Ghetto-Polizei durchgeführt. Die Angestellten des Judenrats blieben als Belohnung für ihre Kooperation zusammen mit ihren Familien und Verwandten zunächst von den Deportationen verschont. Zusätzlich wurden im August 1942 Ghetto-Polizisten unter Androhung der eigenen Deportation gezwungen, fünf Ghetto-Insassen persönlich am Umschlagplatz „abzuliefern“. Am 18. Januar 1943 widersetzten sich Gefangene, darunter Mitglieder der Jüdischen Kampforganisation (ŻOB) unter Führung von Mordechaj Anielewicz, zum Teil mit Waffengewalt weiteren Deportationsversuchen der Deutschen. Endgültig zerstört wurde das Warschauer Ghetto vier Monate nach der Niederschlagung dieses Aufstands im Warschauer Ghetto. Einige der Überlebenden, die noch in Lagern in oder nahe der Stadt festgehalten wurden, wurden ein Jahr später während des größeren Warschauer Aufstands, der von der polnischen Widerstandsbewegung Armia Krajowa angeführt wurde, von den Deutschen getötet.

Das Schicksal des Warschauer Ghetto glich dem anderer Ghettos, in denen Juden versammelt wurden. Mit der Entscheidung der Nationalsozialisten zur „Endlösung“, der Vernichtung der Juden in Europa, begann die Aktion Reinhardt 1942 mit der Eröffnung der Vernichtungslager in Bełżec, Sobibór und Treblinka, gefolgt von Auschwitz-Birkenau. Die Massendeportationen der Juden aus den Ghettos in diese Lager, wie in Warschau geschehen, folgten bald. Allein in diesen Lagern wurden bis Oktober 1943 mehr als 1,7 Millionen Juden ermordet.

Polen war während des Zweiten Weltkriegs das einzige besetzte Land, in dem die Nationalsozialisten ausdrücklich die Todesstrafe für alle verhängten, die Juden schützten oder halfen.[18] Trotz dieser drakonischen Maßnahmen besitzen Polen die höchste Anzahl an Auszeichnungen Gerechter unter den Völkern im Museum von Yad Vashem.[19]

Die polnische Exilregierung deckte im November 1942 als erste die Existenz von Konzentrationslagern und die systematische Vernichtung der Juden durch die Nationalsozialisten auf. Diese Enthüllungen verdankte sie ihrem Kurier Jan Karski und den Aktivitäten von Witold Pilecki, der nicht nur Mitglied der Armia Krajowa war, sondern auch der einzige Mensch, der freiwillig in die Gefangenschaft von Auschwitz ging und eine Widerstandsbewegung im Lager organisierte.[20] Die polnische Exilregierung war auch die einzige Regierung in Europa, die eine Organisation (Żegota) aufbaute, um Juden in Polen gezielt zu helfen.

Kommunistische Herrschaft: 1945–1989[Bearbeiten]

Nachkriegszeit[Bearbeiten]

Denkmal für den Aufstand im Warschauer Ghetto, Warschau, errichtet 1948

40.000 bis 100.000 polnische Juden überlebten den Holocaust, indem sie sich versteckten oder sich den polnischen bzw. sowjetischen Partisanen-Einheiten anschlossen. Weitere 50.000 bis 170.000 wurden von der Sowjetunion und 20.000 bis 40.000 von Deutschland und anderen Staaten repatriiert. Am Höhepunkt der Nachkriegszeit lebten 180.000 bis 240.000 Juden in Polen, vor allem in Warschau, Łódź, Krakau und Breslau.

Kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs begannen viele Juden Polen zu verlassen. Angetrieben durch erneute antijüdische Gewaltakte, insbesondere das Pogrom von Kielce 1946, die Weigerung der kommunistischen Regierung, das jüdische Eigentum aus der Zeit vor dem Krieg zurückzugeben und den Wunsch, Gemeinden, die vom Holocaust zerstört waren, zu verlassen und ein neues Leben in Palästina zu beginnen, verließen zwischen 1945 und 1948 100.000–120.000 Juden Polen. Ihre Abreise wurde im Wesentlichen von zionistischen Aktivisten wie Adolf Berman und Icchak Cukierman unter dem Deckmantel der halb-geheimen Organisation Berihah („Flucht“) unterstützt. Berihah organisierte auch die Alija aus Rumänien, Ungarn, der Tschechoslowakei und Jugoslawien mit insgesamt 250.000 Holocaust-Überlebenden. Eine zweite Auswanderungswelle mit 50.000 Menschen gab es während der Liberalisierung des kommunistischen Regimes zwischen 1957 und 1959.

Für die verbliebenen Juden wurde das jüdische Leben in Polen zwischen Oktober 1944 und 1950 vom Zentralen Komitee der polnischen Juden (Centralny Komitet Żydów Polskich, CKŻP) unter der Leitung des Bund-Aktivisten Szloma Herszenhorn wiederaufgebaut. Das CKŻP bot rechtliche, pädagogische und soziale Hilfe sowie kulturelle und propagandistische Dienste. Eine landesweite Jüdische Religiöse Gemeinschaft mit Dawid Kahane an der Spitze, der als oberster Rabbiner der polnischen Armee diente, fungierte von 1945 bis 1948, ehe sie von der CKŻP vereinnahmt wurde. Elf unabhängige jüdische Parteien, von denen acht legal waren, existierten bis zu ihrer Auflösung 1949/50.

Einige polnische Juden nahmen am Aufbau der Volksrepublik Polen zwischen 1944 und 1956 teil und besetzten unter anderem prominente Posten im Politbüro der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei (PZPR) – zum Beispiel Jakub Berman oder Hilary Minc (verantwortlich für die kommunistische Wirtschaft) – und beim Sicherheitsdienst (Urząd Bezpieczeństwa, UB). Nach 1956, während des Prozesses der Entstalinisierung in Polen unter dem Regime von Władysław Gomułka, wurden einige UB-Offizielle wie Roman Romkowski (geb. Natan Grynszpan-Kikiel), Józef Różański (geb. Józef Goldberg) und Anatol Fejgin wegen „Machtmissbrauch“ (unter anderem Folterung polnischer Anti-Kommunisten, wie Witold Pilecki) verfolgt und zur Gefängnisstrafen verurteilt. Ein UB-Offizieller, Józef Światło (geb. Izak Fleichfarb), enthüllte nach seiner Flucht in den Westen 1953 über Radio Free Europe die Methoden des UB, was zu dessen Umstrukturierung und 1956 zu einer Umbenennung zu SB führte.

Außerdem entstanden einige jüdische kulturelle Institutionen, darunter das Jiddische Staatstheater, das 1950 gegründet und von Ida Kamińska geleitet wurde, sowie das Jüdische Historische Institut, eine akademische Institution, die sich auf die Erforschung der Geschichte und Kultur der Juden in Polen spezialisierte, und die jiddische Zeitung Folks-Shtime (Volksstimme).

1967–1989[Bearbeiten]

Nach dem Sechstagekrieg zwischen Israel und den arabischen Staaten brach die UdSSR 1967 die diplomatischen Beziehungen zu Israel ab. Diesem Vorbild folgten die meisten Staaten des Ostblocks, darunter auch Polen. 1968 waren die meisten der 40.000 verbliebenen Juden in die polnische Gesellschaft assimiliert, aber im nächsten Jahr standen sie im Mittelpunkt einer staatlich organisierten Kampagne, die jüdische Abstammung mit zionistischen Sympathien und demnach Disloyalität zu Polen gleichsetzte.

Im März 1968 boten studentische Demonstrationen in Warschau Gomułkas Regierung die Möglichkeit, die öffentlichen Zweifel an der Regierung in eine andere Bahn zu lenken. So nutzte Innenminister Mieczysław Moczar die Situation als Vorwand, um eine antisemitische Pressekampagne zu starten, bei der offiziell jedoch der Ausdruck „zionistisch“ benutzt wurde. Die staatlich geförderte „anti-zionistische“ Kampagne resultierte in der Verdrängung der Juden aus der PZPR und von Lehrstellen an Schulen und Universitäten. Der wirtschaftliche, politische und polizeiliche Druck trieb von 1968 bis 1970 25.000 Juden in die Emigration. Die Kampagne war zwar angeblich gegen Juden, die in der stalinistischen Ära Ämter bekleidet hatten, und deren Familien gerichtet, traf aber die meisten der verbliebenen polnischen Juden, unabhängig von ihrem Hintergrund.

Die Ereignisse um den März 1968 hatten diverse Konsequenzen. Die Kampagne beschädigte Polens Ansehen im Ausland, vor allem in den USA. Viele polnische Intellektuelle betrachteten die Forcierung des offiziellen Antisemitismus mit Abscheu und widersetzten sich der Kampagne. Einige Menschen, die in dieser Zeiten in den Westen auswanderten, gründeten Organisationen, die zum antikommunistischen Widerstand innerhalb Polens ermunterten. In den späten 1970er Jahren beteiligten sich jüdische Aktivisten an diesen Oppositionsgruppen. Der prominenteste von ihnen, Adam Michnik (der Herausgeber der Gazeta Wyborcza), gehörte zu den Gründern des Komitees zur Verteidigung der Arbeiter (KOR). Beim Fall des Kommunismus in Polen 1989 lebten nur noch 5.000 bis 10.000 Juden im Land, von denen viele es vorzogen, ihre jüdische Herkunft zu verbergen.

Seit 1989[Bearbeiten]

Begräbnis Marek EdelmannsBundist und seinerzeit Mitorganisator des Aufstandes im Warschauer Ghetto – mit militärischen Ehren am 9. Oktober 2009 in Warschau

Mit dem Fall des Kommunismus erlebte das kulturelle, soziale und religiöse Leben der Juden in Polen eine Wiederbelebung. Viele Ereignisse im Zweiten Weltkrieg und in der Volksrepublik Polen, deren Diskussion von der kommunistischen Regierung zensiert worden war, wurden nun neu bewertet und öffentlich diskutiert (zum Beispiel das Massaker von Jedwabne, die Massaker von Koniuchy und Naliboki, das Pogrom von Kielce, das Auschwitz-Kreuz und die polnisch-jüdischen Beziehungen während des Krieges im Allgemeinen).

Das Koordinationsforum gegen den Antisemitismus listete in der Zeit von Januar 2001 bis November 2005 achtzehn antisemitische Vorfälle in Polen auf. Die Hälfte davon war Propaganda, in acht Fällen kam es zu Gewaltverbrechen wie Vandalismus oder Schändung (der letzte 2003) und einmal ging es um verbalen Missbrauch. Es gab in Polen keine antisemitischen Angriffe mit Waffen, jedoch sind laut einer Untersuchung von 2005[21] antisemitische Ansichten in der Bevölkerung verbreiteter als in anderen europäischen Staaten. Nach einer im Januar 2005 vom Meinungsforschungsinstitut CBOS (Centrum Badania Opinii Społecznej) veröffentlichten Umfrage,[22] in der Polen nach ihrer Einstellung gegenüber anderen Nationen gefragt wurden, bekundeten 45 % eine Antipathie gegenüber Juden, 18 % Sympathie und 29 % Gleichgültigkeit (8 % unentschlossen); auf einer Skala von −3 (starke Antipathie) bis +3 (starke Sympathie) wurde ein Durchschnittswert von −0,67 ermittelt. Die Meinung der Polen über die Juden ist demnach mehr als 60 Jahre nach dem Krieg deutlich negativer als diejenige über die Deutschen (Durchschnittswert −0,05).

In der Zwischenzeit wurde das jüdische religiöse Leben mit Hilfe der Ronald-Lauder-Stiftung wiederbelebt. Die jüdische Gemeinde beschäftigt zwei Rabbiner, betreibt ein kleines Netzwerk von Schulen und Ferienlagern und unterstützt verschiedene jüdische Zeitschriften und Buchreihen. 1993 wurde die Union der jüdischen religiösen Gemeinden in Polen gegründet, um das religiöse und kulturelle Leben ihrer Mitglieder zu organisieren.

An der Universität Warschau und der Jagiellonen-Universität in Krakau wurden akademische jüdische Studienprogramme etabliert. Krakau ist Sitz der Judaica-Stiftung, die ein weites Spektrum kultureller und pädagogischer Programme zu jüdischen Themen für ein hauptsächlich polnisches Publikum fördert.

Für 2013 ist die Eröffnung des Museums der Geschichte der polnischen Juden in Warschau geplant. Finanziert wird der Bau von der polnischen Regierung, Deutschland unterstützt das Vorhaben mit 5 Millionen Euro. Die feierliche Grundsteinlegung fand am 26. Juni 2007 gegenüber dem Ehrenmal des jüdischen Ghetto statt.

Polnisch-jüdischer Marsch der Lebenden in Auschwitz im Jahr 2000

Polen war nach Rumänien, welches auch nach 1967 die Beziehungen zu Israel nie abgebrochen hatte, der erste Staat des Ostblocks, der Israel 1986 wieder anerkannte und 1990 wieder vollständige diplomatische Beziehungen aufnahm. Das Verhältnis der Regierungen Polens und Israels verbesserte sich seither zunehmend, was sich an gegenseitigen Besuchen der Präsidenten und Außenminister zeigt.

In den vergangenen Jahren gab es einige Holocaust-Gedenkveranstaltungen in Polen. Im September 2000 versammelten sich Würdenträger aus Polen, Israel, den USA und anderen Staaten (einschließlich Prinz Hassan von Jordanien) in Oświęcim, dem Standort des KZ Auschwitz-Birkenau, um die Eröffnung des renovierten Synagoge Chevra Lomdei Mishnayot und des Auschwitz Jewish Center zu feiern. Die Synagoge, die als einzige in Oświęcim den Zweiten Weltkrieg überstanden hat, und das angrenzende jüdische Zentrum für Kultur und Lehre bieten den Besuchern die Gelegenheit, zu beten und etwas über die aktive jüdische Gemeinde, die vor dem Krieg in Oświęcim existierte, zu lernen. Die Synagoge war das erste kommunale Eigentum im Land, das der jüdischen Gemeinde nach einem entsprechenden Gesetz von 1997 zurückgegeben wurde. Außerdem zieht der Marsch der Lebenden im April jeden Jahres von Auschwitz nach Birkenau, um die Opfer des Holocaust zu ehren, Polen und Menschen aus Israel und anderen Orten an. Es gibt auch allgemeinere Aktivitäten wie das Jüdische Kulturfestival in Krakau, welches inzwischen zur weltweit größten jüdischen Kultur- und Musikveranstaltung aufgestiegen ist. 2009 kamen etwa 30.000 Menschen zum 19. jüdischen Kulturfestival, davon etwa 80–90 % Polen. Im Jahr davor waren es noch 20.000. Die offizielle Bezeichnung für das Festival lautet: „Festiwal Kultury Żydowskiej / Jewish Culture Festival“.

Auch wenn es keine exakten Zahlen gibt, schätzt man allgemein, dass die jüdische Bevölkerung in Polen im Jahr 2000 auf etwa 8.000 bis 12.000 gestiegen ist, von denen die meisten in Warschau, Breslau und Bielsko-Biała leben. Nach Angaben des Moses Schorr Centre und anderen polnischen Quellen, könnte die tatsächliche Zahl jedoch noch höher sein, da viele der in Polen lebenden Juden nicht religiös sind. Das Centre vermutet etwa 100.000 Juden in Polen, von denen 30.000–40.000 eine direkte Verbindung, entweder religiös oder kulturell, zur jüdischen Gemeinde besitzen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Bibliographien

Quellen

  • Quellen zur Geschichte der Juden in polnischen Archiven. Band 1: Ehemalige preußische Provinzen Pommern, Westpreußen, Ostpreußen, Preußen, Posen, Grenzmark Posen-Westpreußen, Süd- und Neuostpreußen. Hrsg. von Stefi Jersch-Wenzel. Bearbeitet von Annekathrin Genest, Susanne Marquardt, Redaktion: Stefan Grob, Barbara Strenge, Saur, München 2003.

Monographien, Aufsätze aus Sammelbänden und Zeitschriften

  • Laurence Weinbaum: The De-Assimilation of the Jewish Remnant in Poland. In: Ethnos-Nation: eine europäische Zeitschrift. 7 - 1999, Seiten 8–25.
  • Marek Jan Chodakiewicz: After the Holocaust. East European Monographs, 2003, ISBN 0-88033-511-4.
  • Marek Jan Chodakiewicz: Between Nazis and Soviets: Occupation Politics in Poland, 1939–1947. Lexington Books, 2004, ISBN 0-7391-0484-5.
  • François Guesnet (Hrsg.): Der Fremde als Nachbar. Polnische Positionen zur jüdischen Präsenz. Texte seit 1800. Aus dem Polnischen von Jan Conrad u. a.; Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-518-42119-2.
  • William W. Hagen: Before the „Final Solution“: Toward a Comparative Analysis of Political Anti-Semitism in Interwar Germany and Poland. The Journal of Modern History, Bd. 68, Nr. 2 (Juni 1996), S. 351–381.
  • Heiko Haumann: Geschichte der Ostjuden. dtv, München 1999 (5. Aufl.), ISBN 3-423-30663-7.
  • Gershon David Hundert: Jews in Poland-Lithuania in the Eighteenth Century: A Genealogy of Modernity. University of California Press, 2004, ISBN 0-520-23844-3, Google Print
  • Beata Lakeberg: Das Judenbild in den Presseorganen der deutschen Sozialisten in der Zweiten Polnischen Republik. (PDF; 178 kB) In: medaon.de. Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung.
  • Miroslawa Lenarcik: Jüdische wohltätige Stiftungen in Breslau. (PDF; 416 kB) In: medaon.de, Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung.
  • Roland B. Müller: Vom Ende des jüdischen Schulwesens in Breslau. (PDF; 1095 kB) In: medaon.de, Magazin für jüdisches Leben in Forschung und Bildung.
  • Antony Polonsky, Joanna B. Michlic: The Neighbors Respond: The Controversy over the Jedwabne Massacre in Poland. Princeton University Press, 2003, ISBN 0-691-11306-8. (Einleitung)
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  • Alvydas Nikzentaitis, Stefan Schreiner, Darius Staliunas (Hrsg.): The Vanished World of Lithuanian Jews. Rodopi, 2004, ISBN 90-420-0850-4, Google print.
  • Christian Lübke: „ … und es kommen zu ihnen … Mohammedaner, Juden und Türken …“. Die mittelalterlichen Grundlagen des Judentums im östlichen Europa. In: Mariana Hausleitner, Monika Katz (Hrsg.): Juden und Antisemitismus im östlichen Europa. Berlin 1995, S. 39–57.
  • Shlomo Netzer: Wanderungen der Juden und Neusiedlung in Osteuropa. In: Michael Brocke (Hrsg.): Beter und Rebellen. Aus 1000 Jahren Judentum in Polen. Frankfurt am Main 1983, S. 33–49.
  • Friedrich Battenberg: Das Europäische Zeitalter der Juden. Zur Entwicklung einer Minderheit in der nichtjüdischen Umwelt Europas. Band I: Von den Anfängen bis 1650, WBG, Darmstadt 1990 (insbesondere Kapitel 8 – Blüte und Niedergang des Osteuropäischen Judentums, S. 208–233), ISBN 3-534-11380-2.
  • Dietrich Beyrau: Antisemitismus und Judentum in Polen, 1918–1939. In: Geschichte und Gesellschaft. Zeitschrift für Historische Sozialwissenschaft, 8. Jg. 1982, S. 205–232.
  • Waldemara Bukowski, Zdzisława Nogi: Żydzi w polsce. Swoi czy obcy? Katalog wystawy. (Juden in Polen. Einheimische oder Fremde? Ausstellungskatalog), Kraków 1998. (polnisch)
  • Marian Fuks, Zygmunt Hoffmann, Maurycy Horn, Jerzy Tomaszewski: Polnische Juden. Geschichte und Kultur. Warszawa 1982.
  • Jan T. Gross: Nachbarn. Der Mord an den Juden von Jedwabne. Beck, München 2001, ISBN 3-40648233-3.
  • Jan T. Gross: Angst. Antisemitismus in Polen nach Auschwitz. Suhrkamp, Berlin 2012, ISBN 978-3-518-42303-5.
  • Heiko Haumann: Polen und Litauen. Von der Zuwanderung nach Polen bis zur Katastrophe von 1648. In: Elke-Vera Kotowski u. a. (Hrsg.): Handbuch der Geschichte der Juden in Europa. Band 1, Länder und Regionen, WBG, Darmstadt 2001, S. 228–274.
  • Heiko Haumann: Juden in der polnischen und in der deutschen Geschichte. In: Ewa Kobylińska, Andreas Lawaty, Rüdiger Stephan (Hrsg.): Deutsche und Polen. 100 Schlüsselbegriffe. Piper, München, Zürich 1992, S. 301–307.
  • Paweł Śpiewak: Antisemitismus in Polen. In: Ewa Kobylińska, Andreas Lawaty und Rüdiger Stephan (Hrsg.): Deutsche und Polen. 100 Schlüsselbegriffe. Piper, München, Zürich 1992, S. 308–313.
  • Léon Poliakov: Geschichte des Antisemitismus, Bd. 2: Das Zeitalter der Verteufelung und des Ghettos. Worms 1978, (insbesondere Kapitel V. – Polen als unabhängiges jüdisches Zentrum, S. 149–178).
  • Karol Sauerland: Polen und Juden. Jedwabne und die Folgen. PHILO, Berlin/Wien 2004.
  • Władysław Bartoszewski: Uns eint vergossenes Blut. Juden und Polen in der Zeit der ‚Endlösung‘. S. Fischer, Frankfurt am Main 1987.
  • Heinz-Dietrich Löwe: Die Juden in Krakau-Kazimierz bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts. In: Michael Graetz (Hrsg.): Schöpferische Momente des europäischen Judentums. Heidelberg 2000, S. 271–320.
  • Jakób Appenszlak: The Black Book of Polish Jewry: An Account of the Martyrdom of Polish Jewry Under the Nazi Occupation. New York, American Federation for Polish Jews, 1943.
  • Jehuda L. Stein: Juden in Krakau. Ein geschichtlicher Überblick 1173–1939. Konstanz 1997, ISBN 3-89649-201-2.
  • Silke Lent: Für eure und unsere Freiheit. In: Die Zeit, Nr. 28/2001.

Weblinks[Bearbeiten]

Allgemeines[Bearbeiten]

Karten[Bearbeiten]

(alle Karten aus Judaism: History, Belief, and Practice)

Geschichte der polnischen Juden[Bearbeiten]

Zweiter Weltkrieg und Holocaust[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. William W. Hagen: Before the „Final Solution“: Toward a Comparative Analysis of Political Anti-Semitism in Interwar Germany and Poland. In: The Journal of Modern History, Vol. 68, No. 2 (Juni 1996), S. 351–381
  2. Bezeichnend hierfür ist das Leben des Józef Ulma, der in seinem Haus einer jüdischen Familie vor der Vernichtungspolitik der Nationalsozialisten Schutz gewährt hatte und aufgrund einer Denunziation in die Fänge der Gestapo geriet. In der Folge bezahlte er den Judenrettungsversuch mit seinem Leben, dem seiner Ehefrau und den sechs seiner kleinen Kinder.
  3.  Ben-Sasson, Haim Hillel, et al.: Poland. In: Michael Berenbaum und Fred Skolnik (Hrsg.): Encyclopaedia Judaica. 2. Auflage. Band 16, Macmillan Reference USA, Detroit 2007, S. 287–326 (Gale Virtual Reference Library, abgerufen am 17. August 2013).
  4. Auf dem Bild empfängt Władysław I. Herman (sitzend mitte-rechts) eine jüdische Gesandtschaft.
  5. Die polnischen Chronisten berichten nichts von solchen Vorfällen, dagegen ist es bekannt, dass zur Zeit der Verfolgungen in Deutschland eine starke jüdische Einwanderung nach Polen stattfand. (Robert Hoeniger: Der Schwarze Tod in Deutschland, S. 11)
  6. bartleby.com
  7. Morgenthau-Report im englischsprachigen Wikisource
  8. Andrzej Kapiszewski: Artikel über die Berichte zur Situation der Juden (PDF)
  9. Christian Schmidt-Häuer: Wie es zum Antisemitismus in Polen kam. In: Die Zeit, Nr. 6/2005 – Dossier
  10. Martin Gilbert: The Routledge Atlas of the Holocaust, S. 21
  11. a b Die Abschiebung polnischer Juden aus dem Deutschen Reich 1938/1939 und ihre Überlieferung. Bundesarchiv. Abgerufen am 13. Januar 2012.
  12. Arno Lustiger: Jüdische Kultur in Ostmitteleuropa am Beispiel Polens.
  13. Totenlisten im Holocaust, vom US Holocaust Museum
  14. Zusammenfassung der IPN-Ergebnisse zu Jedwabne
  15. Komunikat dot. postanowienia o umorzeniu śledztwa w sprawie zabójstwa obywateli polskich narodowości żydowskiej w Jedwabnem w dniu 10 lipca 1941 r.. Instytut Pamięci Narodowej. Abgerufen am 13. Januar 2013.
  16. Diskussion der IPN-Ergebnisse
  17. The Holocaust. Institut für Nationales Gedenken. Abgerufen am 19. Mai 2014.
  18. German Repressions against Poles. Institut für Nationales Gedenken. Abgerufen am 19. Mai 2014.
  19. Poles under German Occupation. Institut für Nationales Gedenken. Abgerufen am 19. Mai 2014.
  20. Notiz vom 10. Dezember 1942 der polnischen Regierung an die UN bezüglich der Massenmorde an den Juden
  21. ADL Survey in 12 European Countries Finds Anti-Semitic Attitudes Still Strongly Held.
  22. cbos.pl (PDF; 134 kB)
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Dieser Artikel wurde am 22. Februar 2006 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.