Gültan Kışanak

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Gültan Kışanak (* 15. Juni 1961 in Elazığ, Türkei) ist eine kurdische Politikerin in der Türkei. Kışanak ist Abgeordnete der Barış ve Demokrasi Partisi (BDP) im türkischen Parlament und Kovorsitzende der BDP.

Kışanak studierte zunächst Türkisch an der Universität Dicle, brach das Studium jedoch ab. Sie schloss später das Studium Journalismus und Öffentlichkeitsarbeit an der Fakultät für Kommunikationswissenschaften der Ege Üniversitesi in Izmir ab und arbeitete als Journalistin für verschiedene Zeitungen, unter anderem 1991 für die Yeni Ülke. 1992 war sie Adana-Korrespondentin der Özgür Gündem. Später wurde Chefredakteurin der Zeitung in Istanbul. Nach dem Verbot der Zeitung arbeitete sie in leitender Funktion für die Özgür Ülke. Bis 2002 war sie bei verschiedenen Zeitungen tätig, unter anderem als Kolumnistin für die Yeniden Özgür Gündem.

Daneben war sie Beraterin und Koordinatorin für Sozialprojekte der Stadtverwaltung Bağlar in der „Büyükşehir belediyesi“ (Großstadtkommune) Diyarbakır.

Sie kandidierte erfolgreich als unabhängige Kandidatin für die Parlamentswahlen in der Türkei 2007 für die Provinz Diyarbakır. Nach der Wahl trat sie der Demokratik Toplum Partisi (DTP) bei. Kışanak erschien in dem 2008 gedrehten Film “What a beautiful democracy”, der über den Wahlkampf der türkischen Frauen berichtet.[1]

Anfang 2009 bereitete sie einen Gesetzentwurf vor, um den Gebrauch der Buchstaben Q, W und X aus der Kurmanci-Fassung des lateinischen Alphabets in der türkischen Öffentlichkeit zu erlauben.[2]

Nach dem Verbot der DTP am 11. Dezember 2009 trat Gültan Kışanak der BDP bei. Dort übt sie gemeinsam mit Selahattin Demirtaş das Amt der Kovorsitzenden aus. Für die Parlamentswahlen im Juni 2011 stellte sie sich als unabhängigen Kandidatin für die Provinz Siirt auf und wurde wieder gewählt. Bei der Kommunalwahl 2014 kandidierte sie für das Oberbürgermeisteramt der Großstadt Diyarbakir und gewann mit etwa zwei Drittel der Stimmen.

Gültan Kışanak ist verheiratet, Mutter eines Kindes und bekennt sich zur Konfession der Aleviten.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Filmist website news. Abgerufen am 14. August 2009.
  2. Website des Parlaments, Gesetzesvorhaben von G. Kışanak. Abgerufen am 9. Oktober 2013.

Weblinks[Bearbeiten]