Güntersberge

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Dieser Artikel behandelt den Ort Güntersberge im Harz; siehe auch Güntersberg.

51.64388888888910.978055555556412Koordinaten: 51° 38′ 38″ N, 10° 58′ 41″ O

Güntersberge
Wappen von Güntersberge
Höhe: 412 m ü. NN
Fläche: 32,73 km²
Einwohner: 873 (31. Dez. 2007)
Eingemeindung: 1. August 2009
Postleitzahl: 06493
Vorwahl: 039488

Güntersberge ist ein Ortsteil der Stadt Harzgerode im Landkreis und Mittelgebirge Harz. Seit dem 4. April 2001 ist Güntersberge Staatlich anerkannter Erholungsort. Bis zur Eingemeindung am 1. August 2009 war Güntersberge eine eigenständige Stadt.

Geografie[Bearbeiten]

Blick zur Kirche
Hauptstraße
Bergsee, Badeanlage

Güntersberge liegt im oberen Selketal direkt an der B 242.

Nordwestlich des Ortes liegt im Selketal die frühneuzeitliche Wüstung Selkenfelde.

Durch den Ort führt der Selketalstieg, von dem hier der Bode-Selke-Stieg abzweigt.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Neben der eigentlichen Ortslage Güntersberge gehören zur Stadt noch die Ortsteile Friedrichshöhe und Bärenrode.

Gewässer[Bearbeiten]

Am westlichen Ortseingang befindet sich der Bergsee, ein ehemaliger Mühlteich, der die Selke anstaut. Mit seiner Wasserfläche von etwa 8 ha lädt der Teich zum Baden und Rudern ein.

Blick über den Katzsohlteich

Etwas südwestlich des Ortes befindet sich der idyllisch gelegene Katzsohlteich, der den größtenteils in der Gemarkung Güntersberge gelegenen Katzsohlbach aufstaut, welcher ein Zufluss des Bergsees ist. Nördlich von Güntersberge fließt der Limbach, der in der Ortslage im Brauteich aufgestaut wird und linksseitig in die Selke mündet. In der Gemarkung fließen mehrere weitere kleine Bäche – teils in winzigen meist namenlosen Stauteichen aufgestaut. Der größte hiervon ist der etwa 1,5 km westlich vom Ort gelegene Ellerteich – mit einer Dammlänge von 60 Meter und 50 ar Fläche. Westlich des Ortsteils Friedrichshöhe fließt der Steigerbach, der größtenteils auf der Gemarkung Güntersberge fließt, jedoch knapp außerhalb der Gemarkung in die Selke mündet. Der Ortsteils Bärenrode liegt im Quellgebiet des Steinfurtbachs, der in der Gemarkung Güntersberge nahe Bärenrode erstmals im 55 ar großen Bärenröder Teich aufgestaut wird. Kurz vor der Mündung wird der Bach erneut, im weit größeren Elbingstalteich, aufgestaut.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Güntersberge wird im Jahre 1437 erstmals als Stadt bezeichnet. Durch seine verkehrsgünstige Lage an einer stark frequentierten Handelsstraße erhielt der Ort einen raschen Aufschwung. Güntersberge war mehrfach verpfändet, so insbesondere an die Grafen zu Stolberg, die die Stadt im Jahre 1546 an Fürst Georg III. von Anhalt abtreten mussten. Bis 1945 gehörte es danach zum Territorium des Landes Anhalt.

Während des Zweiten Weltkrieges mussten mehr als 100 Frauen und Männer, die aus der Sowjetunion nach Deutschland verschleppt wurden, in der Rüstungsproduktion der Stockschen Werke Zwangsarbeit verrichten.

Zu DDR-Zeiten befand sich im Ort eines der ersten Zentralen Pionierferienlager "Werner Seelenbinder" der Pionierorganisation "Ernst Thälmann"

1996 fand der Esperanto-Jugendweltkongress (IJK) mit 360 Teilnehmern in Güntersberge statt.

Am 1. August 2009 schloss sich die Stadt Güntersberge mit der Stadt Harzgerode sowie den Gemeinden Dankerode, Königerode, Schielo, Siptenfelde und Straßberg zur neuen Stadt Harzgerode zusammen.[2]

Geschichtsdenkmale[Bearbeiten]

  • VVN-Gedenkstein auf einem Sammelgrab des Friedhofes für 20 sowjetische Frauen und Männer, die während des Zweiten Weltkrieges Opfer von Zwangsarbeit wurden
  • Gedenkstätte auf dem Giersberg für sechs unbekannte sowjetische Zwangsarbeiter
  • Kriegsgräberstätte mit Gemeinschaftsgrabstein für 15 im April 1945 ums Leben gekommene deutsche Soldaten, einer von ihnen „unbekannt“.

Politik[Bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 9. Dezember 2004 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „In Silber eine gezinnte rote Stadtmauer mit offenem Tor, dahinter zwei schlanke, gezinnte rote Türme mit Spitzdächern und goldenen Knäufen; auf der Mauer zwischen den Türmen wachsend ein aufgerichteter schwarzer Bär mit goldenem Halsband und Krone, silberner Bewehrung und roter Zunge.“

Die Farben der Stadt sind Rot – Silber (Weiß).

Das Wappen entstand etwa im 15. Jahrhundert. Mauern und Türme weisen eine Befestigung bzw. Burg hin, von welcher heute noch Reste auf dem Gierskopf, einer nahe gelegenen bewaldeten Anhöhe zu sehen sind. Der Bär war das Wappentier der anhaltischen Fürsten und deutet die Zugehörigkeit zum Fürstentum Anhalt an.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge der Stadt Güntersberge wurde am 5. Juni 2008 durch den Landkreis genehmigt.

Die Flagge ist Rot – Weiß (1:1) gestreift (Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Stadtwappen belegt.[3]

Verkehr[Bearbeiten]

Im Ort hält neben einigen Regionallinien der Harzer Verkehrsbetriebe auch die Selketalbahn.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Historische Gebäude[Bearbeiten]

  • Die Burgruine Güntersburg, von der sich nur Mauerreste erhalten haben.

Museen[Bearbeiten]

Mausefallen- und Kuriositätenmuseum[Bearbeiten]

Eine Sammlung von Mausefallen, Nachttöpfen und anderen Kuriositäten

Schulmuseum[Bearbeiten]

Schule in Güntersberge seit der Reformation.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Sachsen-Anhalt-Viewer: amtliche topographische Karte von Sachsen Anhalt (TK 1:10 000 Farbe), Gemarkungsgrenzen
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  3. Amtsblatt des Landkreises Nr. 7/2008 Seite 18