Galina Sergejewna Schatalowa

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Galina Sergejewna Schatalowa (russisch Галина Сергеевна Шаталова; * 13. Oktober 1916 in Aşgabat; † 14. Dezember 2011) war eine russische Neurochirurgin.

Leben[Bearbeiten]

Schatalowa zog mit ihrer Familie nach Rostow am Don. Von 1932 bis 1938 studierte sie an der staatlichen Rostower Medizinuniversität. 1938 erhielt sie dort einen Platz für ein klinisches Praktikum in der chirurgischen Klinik der staatlichen Rostower Medizinuniversität. 1939 wurde sie als Militärärztin eingezogen im Rahmen des sowjetischen Angriffs auf Finnland an der Karelischen Landenge.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs arbeitete sie an der Sowjetischen Akademie der Wissenschaften beim Zentralinstitut für Neurochirurgie. 1951 war ihre Promotion und sie erhielt die Nikolai Nilowitsch Burdenko-Auszeichnung. In den 1960er Jahren war sie Leiterin des Bereichs zur Auswahl und Ausbildung von Kosmonauten am Institut für Weltraumforschung.[1] Seit den 1970er Jahren war sie als unabhängige Ärztin tätig. Ihre erste Veröffentlichung erschien im Jahre 1979 in der monatlichen wissenschaftlichen Zeitschrift Наука и Жизнь („Wissenschaft und Leben“) Ausgabe 12, 1979.

Von 1983 bis 1990 machte sie eine Reihe von Experimenten zur Feststellung des Nahrungsbedarfs unter Belastung[2] 1983 erfolgte ein 500-km-Supermarathon in einem Zeitraum von sieben Tagen bei einer Aufnahme von 800[1] bis 1200 kcal täglich. Den Teilnehmern standen als Nahrung Säfte, Honig, Gemüse, Salat und Kräuter, Fladen aus Roggenmehl, gekochte Bohnen und Nüsse zur Verfügung.[3] 1983 folgte eine Vier-Tage-Wanderung von Akademgorodok nach Barnaul und 1984 ein Supermarathon von 450 km in fünf Tagen.[1] Eine 23-Tage-Bergwanderung von Naltschik nach Pizunda bei einer täglichen Nahrungsration von 50 g Buchweizen und 100 g getrockneten Früchten und vier Wanderungen durch die zentralasiatische Wüste bei einer Nahrungsaufnahme von nicht mehr als 600 kcal pro Tag, bei etwa 50 Kilometer pro Tag auf lockerem Sand im kontinentalen Wüstenklima folgten.[1]

Sie entwickelte ein Konzept zur natürlichen Heilung, welches sie durch Experimente untermauerte und schrieb darüber Bücher, welche teilweise auch in deutscher Sprache veröffentlicht wurden. Mit Überzeugung sprach sie sich gegen die Annahme aus, dass der menschliche Organismus 1200 bis 1700 kcal täglich benötigt. Sie ging bei einer natürlichen Ernährung, mit nicht denaturierten Nahrungsmitteln, von einem Energiebedarf von rund 250 bis 400 kcal aus. Schatalowa lebte in Moskau.

Kritik[Bearbeiten]

Die Ernährungshypothese Schatalowas ignoriert die Denaturierung aller Proteine bei dem pH-Wert der Magensäure im Zuge des Verdauungsprozesses.[4] Auch ihre Form der Kalorienrestriktion funktioniert nur über kurze Zeit, ohne Mangelerkrankungen zu erzeugen.[4]

Werke[Bearbeiten]

  • Philosophie der Gesundheit. ISBN 978-3442218608
  • Wir fressen uns zu Tode: Das revolutionäre Konzept einer russischen Ärztin für ein langes Leben bei optimaler Gesundheit. ISBN 978-3442142224
  • Heilkräftige Ernährung: Eine energetische Lebensmittel- und Heilkräuterkunde für wahre Gesundheit. ISBN 978-3442217458

Literatur[Bearbeiten]

  • Tanya Zilberter, Ph.d.. Calorie Theories, Longevity, and Natural Health: The System of Dr. Shatalova and Current Discoveries. Createspace 2010. ISBN 978-1-4515-6068-8.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d Шаталова Галина (Russisch) In: Михаил Болотовский. Живи Медиа. 9. Mai 2009. Abgerufen am 6. August 2009.
  2. Forschung & Experimente auf Poiski-s.narod.ru
  3. Artikel in der Zeitschrift "Natur und Mensch"
  4. a b Jeremy M. Berg, John L. Tymoczko, Lubert Stryer: Stryer Biochemie. 7. Auflage, Springer-Verlag, Berlin/Heidelberg 2013, ISBN 978-3-8274-2988-9