Gazellenartige

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Gazellenartige
Hirschziegenantilope (Antilope cervicapra)

Hirschziegenantilope (Antilope cervicapra)

Systematik
Überordnung: Laurasiatheria
Ordnung: Paarhufer (Artiodactyla)
Unterordnung: Wiederkäuer (Ruminantia)
Familie: Hornträger (Bovidae)
Unterfamilie: Antilopinae
Tribus: Gazellenartige
Wissenschaftlicher Name
Antilopini
Gray 1821

Die Gazellenartigen oder Gazellen im weiteren Sinne (Antilopini) sind eine artenreiche Tribus der Hornträger (Bovidae).

Allgemeines[Bearbeiten]

Es handelt sich um kleine bis mittelgroße Antilopen, die in Afrika und Asien leben und eher offene, trockene Lebensräume bevorzugen. Gemeinsame Merkmale dieser Gruppe liegen im Bau des Schädels, der Zähne und der Hörner. Fast alle Arten haben auffällige, vor den Augen gelegene Drüsen. Ein Geschlechtsdimorphismus hinsichtlich Größe oder Fellfärbung ist kaum vorhanden. Bei den größeren Arten tragen oft beide Geschlechter Hörner und das Sozialverhalten ist polygyn – ein Männchen schart viele Weibchen um sich. Bei den kleineren Arten, die früher unter dem Namen Böckchen als eigene Unterfamilie geführt wurden, tragen meist nur die Männchen kurze Hörner, und bei diesen Tieren überwiegt ein monogames Sozialverhalten.

Systematik[Bearbeiten]

Folgende Gattungen und Arten werden zu den Gazellenartigen gezählt (nach Groves und Grubb 2011):

  • Tribus Antilopini Gray, 1821
  • Gattung Ammodorcas Thomas, 1891
  • Gattung Saigas (Saiga Gray, 1843)
  • Mongolische Saiga (Saiga mongolica Bannikov, 1846; auch Saiga borealis)
  • Saiga (Saiga tatarica Linnaeus, 1766)
  • Gattung Antilope Pallas, 1766
  • Gattung Nanger Lataste, 1885
  • Gattung Gazella de Blainville, 1816
  • Gattung Dorcatragus Noack, 1894
  • Beira (Dorcatragus megalotis Menges, 1894)
  • Gattung Dikdiks (Madoqua Ogilby, 1837)

Einige Gattungen wie die Klippspringer (Oreotragus) oder die Böckchen (Neotragus) wurden früher aufgrund ihrer geringen Größe teilweise den Antilopini, teilweise den Neotragini zugewiesen. Das dürfte nicht den Abstammungsverhältnissen entsprechen. So stellen der Klippspringer und die Böckchen jeweils alte, schon im Miozän entstandene Seitenlinien dar. Auch die Gattungen Ourebia und Raphicerus sowie die Dikdiks (Madoqua) und die Beira (Pelea) standen teilweise innerhalb der Böckchen, doch sind sie enger mit den größeren Gazellenartigen verwandt.

Innerhalb der größeren Arten stellen die Kurzschwanzgazellen einen eigenen Seitenzweig dar. Die Zugehörigkeit der gestaltlich abweichenden Saigas zu dieser Gruppe wurde durch molekulargenetische Untersuchungen bestätigt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Colin Groves und Peter Grubb: Ungulate Taxonomy. Johns Hopkins University Press, 2011, S. 1–317 (S. S. 108–280)
  • Colin P. Groves und David M. Leslie Jr.: Family Bovidae (Hollwow-horned Ruminants). In: Don E. Wilson, Russell A. Mittermeier (Hrsg.): Handbook of the Mammals of the World. Volume 2: Hooved Mammals. Lynx Edicions, Barcelona 2011, ISBN 978-84-96553-77-4, S. 444–779
  • D. E. Wilson, D. M. Reeder: Mammal Species of the World. Johns Hopkins University Press, Baltimore 2005. ISBN 0-8018-8221-4

Weblinks[Bearbeiten]