Gennadi Iwanowitsch Janajew

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Gennadi Iwanowitsch Janajew (russisch Геннадий Иванович Янаев, * 26. August 1937 in Perewos; † 24. September 2010 in Moskau[1]) war ein sowjetischer Politiker und Vizepräsident der UdSSR.

Leben[Bearbeiten]

Ausbildung, Beruf, Komsomolze[Bearbeiten]

1959 absolvierte Janajew das Gorki-Institut für Landwirtschaft mit der Fachrichtung landwirtschaftlicher Maschinenbauingenieur. Seit 1959 arbeitete er als Leiter einer mechanisierten landwirtschaftlichen Einheit in der Region Gorki.

In der Jugendorganisation der KPdSU

Er wirkte von 1963 bis 1968 im Komsomol, der Jugendorganisation der KPdSU. Er war von 1968 bis 1980 hauptamtlicher Vorsitzender des UdSSR-Komitees für Jugendorganisationen.

Aufstieg zur Macht[Bearbeiten]

Von 1986 bis 1990 war er im Allunions-Zentralrat der Gewerkschaften als Sekretär (bis 1989), als stellvertretender Vorsitzender und dann als Vorsitzender tätig.

Es war Michail Gorbatschow, der seinen Aufstieg in die Machtzentrale förderte. Gorbatschow schrieb dazu 1995: „Das war mein großer Fehler“. So war Janajew vom 14. Juli 1990 bis zum 24. August 1991 Sekretär des Zentralkomitees und zugleich Vollmitglied im Politbüro der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU), dem mächtigsten politischen Gremium der UdSSR. Von 1990 bis zum August 1991 war er auch Vizepräsident der Sowjetunion und somit Vertreter Gorbatschows in dessen Staatsamt.

Der Augustputsch[Bearbeiten]

Bekanntheit erlangte Janajew als Vorsitzender des Staatskomitees für den Ausnahmezustand und Mitinitiator des Augustputsches gegen Gorbatschow im August 1991. Am 19. August 1991 meldete die sowjetische Nachrichtenagentur TASS eine angebliche Erkrankung Michail Gorbatschows und die Übernahme der Amtsgeschäfte durch Janajew. Der Versuch der Putschisten, Gorbatschow zum Rücktritt zu bewegen, misslang. Nach drei Tagen war der Putsch vorbei, bei dessen Niederschlagung sich vor allem Boris Jelzin hervortat. Das Ergebnis der Verschwörung war: Gorbatschows Macht schwand, die KPdSU wurde aufgelöst und Ende 1991 auch die UdSSR. Janajew und seine Mitputschisten wurden zu Haftstrafen verurteilt. Bereits 1993 erfolgte die Haftverschonung aus gesundheitlichen Gründen. 1994 wurde er durch die Duma amnestiert.

Weiteres[Bearbeiten]

Familie

Janajew war verheiratet und hatte zwei Töchter

Aktivitäten nach 1994

Janajev war Berater im Ausschuss der Veteranen und Invaliden des öffentlichen Dienstes. Er war Leiter der IWF-Hilfe für Kinder mit Behinderungen. In den letzten Jahren war er Leiter der Abteilung für nationale Geschichte und internationale Beziehungen der Russischen Internationalen Tourismus-Akademie.

Tod

Janajew starb 2010 in einem Moskauer Krankenhaus an Lungenkrebs. Er ist auf dem Friedhof Trojekurowo in Moskau beerdigt worden.[2]

Ehrungen
Filme
  • 2009: Dokumentarfilm von Michail Iwanowitsch Samokhvalov zum Augustputsch
  • 2011: Jelzin. Drei Tagen im August – Regie: Alexander Shavrin (Spielfilm)

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rusnovosti.ru: Умер Геннадий Янаев vom 24. September 2010
  2. Echo Moskwy: Один из идеологов ГКЧП Геннадий Янаев скончался в московской больнице