Geoinformatik

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Die Geoinformatik ist die Lehre vom Wesen und der Funktion raumbezogener Informationen (Geoinformation) sowie ihrer Erfassung, Speicherung, Analyse, Visualisierung, Interpretation und Verbreitung. Sie ist ein Teilgebiet der angewandten Informatik und bildet die wissenschaftliche Grundlage für Location Based Apps, Geodateninfrastrukturen und für Geoinformationssysteme (GIS). Allen Anwendungen der Geoinformatik gemeinsam ist ihr Bezug auf räumliche Fragestellungen.

Studium[Bearbeiten]

Das Studium der Geoinformatik wird häufig zusammen mit Geodäsie (Geodäsiestudium) oder Geographie Geographie (Geographiestudium) gelehrt. Die Geoinformatik ist eine interdisziplinäre Wissenschaft. Als angewandte Informatik verknüpft sie Informatik und Geowissenschaften.

Studiengänge werden in Deutschland, Österreich und der Schweiz an einigen Universitäten auf Bachelor-, Master und z. T. auch auf Doktoratsniveau angeboten. Wichtige diesbezügliche Universitätsstandorte im deutschen Sprachraum sind:

Postgraduale Fernstudien auf Masterniveau bieten die Hochschule Anhalt und die Universität Salzburg an.

Inhalte[Bearbeiten]

Wesentliche Inhalte der Geoinformatik sind:

Teilgebiete der Geoinformatik sind u.a.:

  • Angewandte Informatik (Datenbanken, Programmiersprachen, Computergrafik, Algorithmik)
  • Bildverarbeitung
  • Fernerkundung
  • Geodäsie
  • Ingenieurmathematik (Differentialrechnung, Statistik, analytische Geometrie)
  • Internet-Technologie
  • Kartografie
  • Nachrichtentechnik (Informationscodierung, -übertragung)
  • Photogrammetrie
  • Raumbezugssysteme
  • Technik von Geo-Informationssystemen (GIS)
  • Urheberrecht
  • Vermessung

Anwendungsgebiete der Geoinformatik nach Ehlers [1]:

  • Anlagenmanagement, Versorgungsnetzwerke
  • Business Geomatics (eMarketing, Planung, Verkauf)
  • 3D-Visualisierung, augmented reality
  • E-Commerce, eMobilien
  • Geodatendienste (Webservices, SDI)
  • Gesundheitswissenschaften (epidemiologische Analysen)
  • Integriertes Verkehrsmanagement (Verkehrsnavigation, Scheduling)
  • Kartendesign und -produktion, Kataster
  • Management natürlicher Ressourcen und Landnutzung
  • Mobile GIS, Location Based Services
  • Öffentliche Planung und Entwicklung
  • Risiko-Prüfung (Katastrophen, anthropogene/natürliche Gefährdung)
  • Standortanalyse und -planung
  • Telekommunikationsplanung
  • Umweltstudien und -verträglichkeit

Literatur[Bearbeiten]

  • Norbert de Lange: Geoinformatik in Theorie und Praxis 2. Auflage. Springer, Berlin 2005 ISBN 978-3-540-28291-4.
  • Ralf Bill: Grundlagen der Geo-Informationssysteme. 5. Auflage. Wichmann, Berlin / Offenbach 2010, ISBN 978-3-87907-489-1.
  • Ralf Bill, Marco Lydo Zehner: Lexikon der Geoinformatik. Wichmann, Heidelberg 2000, ISBN 3-87907-364-3.
  • Norbert Bartelme: Geoinformatik: Modelle, Strukturen, Funktionen. 4. Auflage. Springer, 2005, ISBN 3-54020-254-4
  • Michael Herter, Björn Koos: Java & GIS. Programmierung - Beispiele - Lösungen, Wichmann, Heidelberg 2006, ISBN 978-3-87907-379-5.
  • Klaus Kummer, Josef Frankenberger: Das deutsche Vermessungs- und Geoinformationswesen 2013 Wichmann, Berlin 2012, ISBN 978-3-87907-523-2.

Weblinks[Bearbeiten]

Einrichtungen, Organisationen, Verbände und Vereine[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ehlers, Manfred: "Ist es Zeit für eine wissenschaftliche Disziplin Geoinformatik?", Institut für Geoinformatik und Fernerkundung (IGF) der Universität Osnabrück (http://www.giub.uni-bonn.de/giscience/GI.pdf)