Georges Leygues

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Georges Leygues

Georges Leygues (* 26. Oktober 1857 in Villeneuve-sur-Lot; † 2. September 1933 in Saint-Cloud) war ein französischer Politiker (ARD) und Staatsmann. Während der Zeit der Dritten Republik, die gekennzeichnet war durch ihre häufig wechselnden Regierungen, besetzte er verschiedene Ministerposten in zwanzig unterschiedlichen Kabinetten und war vom 24. September 1920 bis zum 16. Januar 1921 Ministerpräsident Frankreichs.

Sein erstes Ministeramt trat Leygues als Minister für öffentlichen Unterricht (Bildungsminister) im Kabinett Charles Dupuy vom 30. Mai 1894 bis zum 26. Januar 1895 an. Nach dessen Abtreten wechselte Leygues den Posten und wurde anstelle von Dupuy Innenminister. Dieses Amt besetzte er vom 26. Januar 1895 bis zum 1. November 1895 unter Ministerpräsident Alexandre Ribot.

Vom 1. November 1898 bis zum 7. Juni 1902 wurde er von Pierre Waldeck-Rousseau erneut als Bildungsminister eingesetzt. Seine Amtszeit wurde geprägt von der Reform des Schulsystems, die er 1902 nach zähem Ringem mit Mitgliedern der Abgeordnetenkammer auf den Weg brachte. Die Reform hatte eine Modernisierung der weiterführenden Schulen und deren verbesserte Zusammenarbeit mit den Grundschulen zum Ziel.

In der Regierung von Ferdinand Sarrien war Leygues vom 14. März bis zum 25. Oktober 1906 Minister für Marine und Kolonien. Er ließ die Häfen in Bizerta, Dakar, Dschibuti und Saigon befestigen und ausbauen. Er war ebenfalls stark an der Vereinigung von Oubangui-Chari (die heutige Zentralafrikanische Republik) und des Tschad-Territoriums zur Kolonie Oubangui-Chari-Chad in Französisch-Äquatorialafrika beteiligt.

In den elf Folgejahren war Leygues nicht an der Regierung beteiligt. Im Jahr 1914 wurde er trotz seines Alters von 58 Jahren Kapitän der Chasseurs alpins. Jedoch wurde er bereits kurz darauf nach Paris zurückberufen als Präsident des Ausschusses für Außenpolitik der Abgeordnetenkammer.

Am 16. November 1917 vertraute Georges Clemenceau ihm erneut den Posten des Ministers für Marine und Kolonien an, den er von 1917 bis zu seinem Tod 1933 innehatte, unterbrochen nur durch seine kurze Amtszeit als Ministerpräsident und Außenminister vom 24. September 1920 bis zum 16. Januar 1921. Parallel zu seinem Amt als Marineminister war Leyges vom 13. Dezember 1930 bis zum 27. Januar 1931 Innenminister in der Regierung von Théodore Steeg.

Ehrungen[Bearbeiten]

Nach Georges Leygues wurden mehrere französische Kriegsschiffe benannt:

Amtszeiten und Regierungskabinette[Bearbeiten]

  • Bildungsminister in der Regierung von Charles Dupuy (2. Kabinett) vom 30. Mai bis zum 1. Juli 1894
  • Bildungsminister in der Regierung von Charles Dupuy (3. Kabinett) vom 1. Juli 1894 bis zum 26. Januar 1895
  • Innenminister in der Regierung von Alexandre Ribot (3. Kabinett) vom 26. Januar bis zum 1. November 1895
  • Bildungsminister in der Regierung von Charles Dupuy (4. Kabinett) vom 1. November 1989 bis zum 18. Februar 1899
  • Bildungsminister in der Regierung von Charles Dupuy (5. Kabinett) vom 18. Februar bis zum 22. Juni 1899
  • Bildungsminister in der Regierung von Pierre Waldeck-Rousseau vom 22. Juni 1899 bis zum 7. Juni 1902
  • Minister für Marine und Kolonien in der Regierung von Ferdinand Sarrien vom 14. März 1906 bis zum 25. Oktober 1906
  • Minister für Marine und Kolonien in der Regierung von Georges Clemenceau (2. Kabinett) vom 16. November 1917 bis zum 20. Januar 1920
  • Ministerpräsident und Außenminister vom 24. September 1920 bis zum 16. Januar 1921
  • Minister für Marine und Kolonien in der Regierung von Aristide Briand (8. Kabinett) vom 28. November 1925 bis zum 9. März 1926
  • Minister für Marine und Kolonien in der Regierung von Aristide Briand (9. Kabinett) vom 9. März bis zum 26. Juni 1926
  • Minister für Marine und Kolonien in der Regierung von Aristide Briand (10. Kabinett) vom 23. Juni bis zum 19. Juli 1926
  • Minister für Marine und Kolonien in der Regierung von Raymond Poincaré (4. Kabinett) vom 23. Juli 1926 bis zum 11. November 1928
  • Minister für Marine und Kolonien in der Regierung von Raymond Poincaré (5. Kabinett) vom 11. November 1928 bis zum 29. Juli 1929
  • Minister für Marine und Kolonien in der Regierung von Aristide Briand (11. Kabinett) vom 29. Juli bis zum 3. November 1929
  • Minister für Marine und Kolonien in der Regierung von André Tardieu (1. Kabinett) vom 3. November 1929 bis zum 21. Februar 1930
  • Innenminister in der Regierung von Théodore Steeg vom 13. Dezember 1930 bis zum 27. Januar 1931
  • Minister für Marine und Kolonien in der Regierung von Édouard Herriot (3. Kabinett) vom 3. Juni bis zum 18. Dezember 1932
  • Minister für Marine und Kolonien in der Regierung von Joseph Paul-Boncour vom 18. Dezember 1932 bis zum 31. Januar 1933
  • Minister für Marine und Kolonien in der Regierung von Édouard Daladier (1. Kabinett) vom 31. Januar bis zum 2. September 1933