Gersony Report

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Der Gersony Report ist ein 1994 angefertigtes Dokument zur Menschenrechtssituation in Ruanda nach dem Völkermord. Der Report wurde angefertigt von Robert Gersony, der als Freelancer im Auftrag des UNHCR tätig war. Gersonys Aufgabe war es, eine Analyse der Lage in Ruanda zu erstellen, um Bedingungen für die Rückkehr der Hutu-Flüchtlinge zu schaffen.[1]

Der Gersony Report erlangte Relevanz durch die Tatsache, dass erstmals über die Verbrechen der Rebellenfront Ruandische Patriotische Front (RPF) Bericht erstattet wurde. Die RPF rekrutierte sich primär aus Angehörigen der Tutsi, die im Exil in Uganda lebten. Gersony berichtet von zirka 25.000 bis 55.000 Zivilisten, die von der RPF zwischen April und August 1994 systematisch getötet wurden. Getötet wurden vorwiegend Personen, die der Kooperation mit den Interahamwe verdächtigt wurden sowie Beamte der früheren Regierung.[2]

Die in dem Bericht beschriebenen Taten wurden von Tutsi verübt, welche die Opfer des eigentlichen Genozides darstellten. Führende Mitglieder der PDF bildeten nach 1994 die Regierung Ruandas, unter anderem der spätere Staatschef Paul Kagame. Der Report wurde nie offiziell veröffentlicht, seine Existenz von Seiten der UNHCR bestritten.[3] Die Ergebnisse wurden erst dadurch öffentlich, dass der Report an die Presse lanciert wurde.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. UN-Bericht über Ruanda: Wenn die Opfer töten - Die Zeit
  2. Originaldokumente der Berichte von Robert Gersony (PDF; 172 kB)
  3. Auer-Frege, Ilona: Anwendungsmöglichkeiten eines entwicklungspolitischen Konzepts am Fallbeispiel Ruanda