Ghazni

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Ghazni
Ghazni (Afghanistan)
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Koordinaten 33° 33′ N, 68° 25′ O33.5568.416666666667Koordinaten: 33° 33′ N, 68° 25′ O
Basisdaten
Staat Afghanistan

Provinz

Ghazni
Höhe 2219 m
Einwohner 157.600 (Berechnung 2012[1])
Kultur
Partnerstädte
Oktogonales Ziegelminarett, in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts unter Sultan Bahram Schah ibn Masud III. (1118–1152) erbaut.[3]

Ghazni (paschtunisch ‏غزني‎, persisch ‏غزنی‎) bzw. Ghazna (antik Alexandreia) ist die Hauptstadt der Provinz Ghazni in Zentralafghanistan. Die Einwohnerzahl der Stadt beträgt zirka 157.600. [1]

Ghazni liegt an der afghanischen ring road und hat im Süden der Stadt einen Flugplatz.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Ghazni oder Ghazna war der Name der Stadt vor etwa 1000 Jahren. Die Stadt war Zentrum des Reichs der Ghaznawiden. Hier wirkten circa 400 Dichter und Wissenschaftler wie Ferdousī, Farrokhi, Ansari, Manoutchehri, Sana´i und Anwari. Sie leisteten einen großen Beitrag zur Entwicklung der Sprache und Literatur der persischen Sprache (auch Dari genannt). Gipfel der Dichtung im epischen Bereich erfuhr die Literatur der persischen Sprache durch Vollendung des Schāhnāme von Ferdousī. Das Monumentalwerk beinhaltet die Mythologie des iranischen Kulturkreises von den Urzeiten bis zum 11. Jahrhundert.

Der Ghuridenherrscher Ala ad-Din Husain II. (reg. 1149–1161) zerstörte Ghazna 1151, die endgültige Eroberung der Stadt folgte 1173/74.

Im Ersten Britisch-Afghanischen Krieg siegte am 23. Juli 1839 die britische Army of the Indus unter John Keane in der Schlacht von Ghazni gegen afghanische Truppen und konnte die Stadt einnehmen.

Am 29. März 2005 wurden Teile der Stadt beim Bruch der Band-e-Sultan-Talsperre überflutet.

In der Stadt ist eine Vielzahl von jenen Dichtern und Wissenschaftlern begraben. Nicht nur die Liebhaber der Literatur des Persischen wandern zu ihren heiligen Stätten. Dazu zählt das Grab des berühmten persischen Wissenschaftlers al-Biruni ebenso wie die der anderen Dichter der Ghaznawiden, deren Werke als Gipfel der Literatur des Dari bezeichnet werden.

Islamische Kulturhauptstadt 2013[Bearbeiten]

Ghazni wurde im Jahre 2004 von der Konferenz der islamischen Kulturminister in Algerien neben drei anderen Städten, Al-Madinah, Al-Munawarah, Bishkek und Ouagadougou, für die Teilnahme am Projekt "islamische Kulturhauptstadt" ausgewählt.[5] Für die Durchführung dieses Projekts wurden zu Beginn der afghanischen Regierung von der Islamischen Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur 15 Millionen US-Dollar überwiesen. Die nahezu 30 Projekte werden fast ausschließlich von den afghanischen Behörden geleitet. Zu ihnen gehört unter anderem der Ausbau der Infrastruktur, wie zum Beispiel der Bau eines Flughafens. Ein Teil des Budgets wird auch für die eigentliche Idee der "Kulturhauptstadt" verwendet, der Vermittlung kultureller Werte an die einheimische Bevölkerung und das Ausland. Beispiele hierfür sind der Bau eines islamischen Kulturzentrums und die Vorstellung der eigentlichen Kultur Ghaznis im Rahmen von "Ghazni-Tagen" im europäischen Ausland.[6][7]

Deutsche Beteiligung der RWTH Aachen[Bearbeiten]

Im Rahmen der Initiative "Culture for Peace" beteiligt sich der deutsche Staat und die RWTH Aachen nachhaltig an dem Projekt "Kulturhauptstadt" in Ghazni, indem sie bei dem Wiederaufbau der historischen Stadtmauer helfen. "Culture for Peace" steht für ein Programm, das, von Deutschland, Großbritannien den Oman getragen, einerseits für die Restauration der Mauer durch lokale Arbeitskräfte und andererseits für die Heranführung der Bevölkerung an das eigene Kulturerbe steht. Die Restaurierung dieses Wahrzeichens Ghaznis begann 2010 durch die RWTH Aachen, welche sich von da an an der Sicherung der Stadtmauer beteiligt, indem sie Experten entsendet und mit deren Expertise dieses Projekt leitet. So entstanden 400 Arbeitsplätze für Einheimische Bauarbeiter und Handwerker die sich so langfristig an dem Wiederaufbau beteiligen können. Dieses ganze Projekt wird erst durch die finanzielle Förderung des Auswärtigen Amts möglich, welches sich mit rund 1,7 Millionen Euro an der Sanierung beteiligt.[8]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Partnerstädte[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ghazni – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Bevölkerungsdaten 2012 (PDF; 171 kB)
  2. Co Giżycko łączy z Ghazni?
  3. Bahram Shah Minarett. ArchNet
  4. Ghazni Airport - Islamic Republic of Afghanistan: Ministry of Transport and Civil Aviation (englisch), (33° 31′ 52″ N, 68° 24′ 46″ O33.53122222222268.412888888889), abgerufen am 26. Oktober 2010
  5. http://www.isesco.org.ma/index.php?option=com_k2&view=item&layout=item&id=51&Itemid=81&lang=en
  6. http://dw.de/p/17MiB
  7. http://gizycko.wm.pl/92614,Co-Gizycko-laczy-z-Ghazni.html#axzz2jUcQ1aOQ
  8. http://arch.rwth-aachen.de/cms/Architektur/Forschung/Forschungsprojekte/Cultural_Heritage/~cqdn/Ghazni_2013/